Auspuff Ducati Scrambler Test Vergleich

Die Ducati-Scrambler-Baureihe wurde technisch gründlich überarbeitet und auch am Image der Modelle Icon, Full Throttle und Nightshift wurde gefeilt. Nun ist es Zeit für ein gründliches Update. Dabei wurde eine ganze Reihe Details nicht nur verändert, sondern gründlich weiterentwickelt.

Zard Auspuffanlagen für Ducati Scrambler

Der italienische Auspuffexperte Zard versorgt die charmante 800er Scrambler von Ducati. Kunden können aus zwei Slip-On Anlagen wählen, die schnell und einfach montiert werden können. Bereits für die Euro3 und Euro4 Modelle bot Zard diesen Slip-On an, der sich für seine Euro5 Version optisch treu geblieben ist.

Zard Zuma Slip-On

Der Zuma Slip-On ersetzt elegant das Originalteil und wiegt zudem deutlich weniger Gewicht. Anstatt der 6 Kilogramm des Originalauspuffs, wiegt die Zard-Version lediglich 1,8 Kilogramm. Zur Auswahl stehen eine Slip-On Anlage mit EG-Zulassung, sowie eine Racinganlage, die nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist. Auf Wunsch kann der Slip on noch mit schwarzer Keramikbeschichtung bestellt werden und auch die Farbe des Zard Logos kann frei gewählt werden.

Zard Special Edition

Wer es - passend zur Ducati Scrambler - etwas extravagant haben möchte, ist bei der Zard Special Edition genau richtig. Dieser Slip-On orientiert sich optisch ebenso an der Euro3 und Euro4 Variante und punktet optisch durch seinen doppelten Auslass, sowie dem gelochten Hitzeschutzblech.

Für einen gewissen Aufpreis können auch schwarze Beschichtungen für den Slip On inkl. Hitzeschild, beziehungsweise nur für das Hitzeschild bestellt werden. Wie bei den meisten Zard Zubehör Auspuffsystemen kann auch hier eine Version mit EG-Zulassung, sowie eine Racinganlage ohne Zulassung bestellt werden. Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Anstatt den originalen 6 Kilogramm wiegt diese Zard Anlage nur 2,5 Kilogramm.

Montage und Anpassung

Das Mapping/ECU muss nach der Montage der Zard Anlage nicht angepasst werden. Es werden alle Anbaumaterialien, die zur Montage benötigt werden, mitgeliefert.

Ducati Scrambler 2023: Eine neue Generation?

Die Marketingabteilung will das glauben machen: Als "Next Gen Freedom" wird sie angepriesen. Jung, bunt und spaßig wird sie für knapp 11.000 Euro platziert. Primär ist die neue Ducati Scrambler - wir fuhren die Basisversion Icon - moderner und leichter geworden, aber auch bunter: Leuchtende Farben sind gesetzt, alleine für die Icon gibt es sechs Dekorsets, die in unter einer Stunde montiert sein sollen und für überschaubare 285 Euro einen ganz neuen Look bieten. Ride-by-Wire ersetzt die früheren Bowdenzüge und macht zwei Fahrmodi ("Road", "Sport") möglich.

Motor und Fahrleistungen

Der Zweizylinder überzeugt durch feine Gasannahme, eine sehr angenehme Leistungsabgabe und genügend Power: Das Zweiventiltriebwerk gibt sich drehfreudig und agil, ist aber für seine Größe nicht sparsam: Unter fünf Liter wird kaum ein Scramber-Fahrer 100 Kilometer weit kommen. Viel mehr als 200 Kilometer am Stück sind im 13,5 Liter-Tank also nicht drin.

Die machen allerdings Spaß. Denn die 185 Kilogramm leichte Scrambler ist ein ausgesprochen leicht zu handhabendes, dabei kein bisschen nervöses Motorrad geworden. Schon kleine Kommandos am Lenker genügen und die Italienerin tut, was ihr Fahrer von ihr erwartet. Willig schnappt sie nach jeder Kurve und absolviert diese präzise und stabil, sie federt und dämpft sportlich, aber nicht ungehobelt und bremst stabil und gut dosierbar, wenngleich der Biss eher verhalten erscheint. Die Bedienung ist einfach, der Sitz in leicht zugänglichen 79,5 cm Höhe montiert. Alle Schalter und Hebel sind griffgünstig platziert, der Lenker angenehm geformt.

Elektronik und Ausstattung

Gab sich die erste Generation diesbezüglich noch vollkommen puristisch, hat Ducati nun fast alles integriert, was heute en vogue ist: Die schräglagenabhängig regelnde Traktionskontrolle ist vierstufig einstell- oder auch abschaltbar, dazu hält sich ein Kurven-ABS in Reserve. Puristisch ist das fraglos nicht mehr, eher erscheint es zeitgemäß. Und die Fahrfreude kappt die Elektronik nicht.

Eher freut man sich über die neue Technik, denn es gibt nun Voll-LED-Beleuchtung inklusive eines charakteristischen Tagfahrlichts sowie ein gut ablesbares, stilistisch einfach gehaltenes TFT-Display im Cockpit. Das Bordcomputer-Menü ist klar strukturiert und deshalb gut bedienbar. Die Elektronisierung geht allerdings, wenn auch gegen Mehrpreis, noch weiter: Sogar ein Quickshifter zum kupplungslosen Gangwechsel ist lieferbar. Gegen Zuzahlung bei der Icon, in Serie bei den teureren Versionen Nightshift und Full Throttle.

Technische Daten der Ducati Scrambler Icon

Merkmal Wert
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
Normverbrauch 5,2 l/100 km
Federweg vorne 150 mm
Federweg hinten 150 mm
Sitzhöhe 795 mm
Gewicht fahrfertig vollgetankt 185 kg
Tankinhalt 13,5 l
Preis 10.590 Euro zuzüglich NK

Trotz der umfangreichen Modifikationen vermittelt die Ducati Scrambler in der Icon-Version einen angenehm bodenständigen Eindruck: Ihre Stärken - primär pures, großes Fahrvergnügen - kommen ausgezeichnet zur Geltung. Sie macht Spaß auf jeder Art Straße, gibt sich modern und zeitgemäß, aber nicht überkandidelt. Mit nahezu 11.000 Euro ist sie freilich auch weit jenseits von preisgünstig: Für so viel Geld gibt es auch technisch höchstwertige Japan-Nakeds mit an die 120 PS. Das fröhlich-entspannte Image einer Ducati Scrambler ist ihnen freilich fremd.

Ducati Scrambler 1100 Tribute Pro

Der Hersteller sieht die Tribute Pro als Hommage an den luftgekühlten Zweizylinder und feiert damit dessen 50-jähriges Jubiläum bei Ducati. Die spezielle Lackierung "Giallo Ocra" mit dem einst von Giugiaro entworfenen Logo auf dem Tank sowie die schwarzen Speichenräder zeichnen dieses Modell aus. Es gibt drei Riding-Modes, die mit der Traktionskontrolle kombiniert sind.

Im Vergleich zu den davor verfügbaren 1100er-Scramblern zeichnen sich die Pro-Versionen durch einen hochgelegten, doppelläufigen Endschalldämpfer sowie ein Stummelheck mit geänderter Sitzbank aus. Die Sport Pro bietet als Besonderheiten ein Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Bremsen mit radial montierten Vierkolben-Monoblock-Bremssätteln sowie einen tieferen Lenker mit Rückspiegeln im Café-Racer-Stil. Auch die Pro-Varianten werden von einem 63 kW/86 PS starken Euro-5-V2 angetrieben und bringen fahrfertig knapp über 200 Kilogramm auf die Waage.

Technische Daten der Ducati Scrambler 1100 Pro

Merkmal Wert
Hubraum 1079 ccm
Leistung 63,0 kW bei 7500/min
Max. Drehmoment 88,0 bei 4750 U/min
Normverbrauch 5,2 l/100 km
Leergewicht ca. 210 kg
Tankinhalt 15,0 l
Preis 15.290 Euro zuzüglich

Ducati Scrambler Urban Motard

Wie die Modellbezeichnung bereits anklingen lässt, ist die Urban Motard weniger für große Reisen als vielmehr für das städtische Umfeld konzipiert worden. Stil, Sportlichkeit und Fahrspaß sieht man im Vordergrund. In der Urban Motard arbeitet der 803 Kubikzentimeter große "kleine" Twin mit einer Leistung von 53,7 kW/73 PS. Beim Drehmoment (66,2 Nm zu 90,5 Nm) ist der Abstand zum Elfhunderter-Motor wesentlich größer.

Die Urban Motard rollt auf 17 Zoll Speichenrädern und trägt einen hohen vorderen Kotflügel. Die seitlichen Nummerntafeln greifen den Supermoto-Stil auf. Die Full Throttle hat zum Glück das typische Ducati Scrambler Feeling auch in das Jahr 2023 transportieren können. Dieses Motorrad ist einfach eine echte Spaß-Granate, mit dem so ziemlich jeder Biker gut zurechtkommen sollte. Obendrauf gibt es zwei Jahre Garantie ohne Kilometer-Begrenzung. Wegen der komplexen Ventilspiel-Steuerung geht es allerdings alle 12.000 km zum Service.

Leser-Test-Ride Ducati Scrambler 1100 Special

5 Leser*innen testen im Rahmen des Ducati Leser-Test-Rides die neue Scrambler 1100 Special. Dafür haben sie 4 Wochen Zeit, den Sprit zahlt Ducati.

Andreas' Erfahrungen

Andrea hat vor einem Jahr den Motorradführerschein gemacht und fährt eine KTM 390 Duke. Sie misst 1,69 Meter und kommt bei der Scrambler nur mit den Fußspitzen auf den Boden.

  • Ergonomie: Sitzbank recht breit, Füße erreichen nur mit den Spitzen den Boden.
  • Fahreindrücke Stadt: Leichtgängige Kupplung, starke Hitzeentwicklung.
  • Fahreindrücke Landstraße: Stabiles Kurvenverhalten, sehr gute Bremsen.
  • Fahreindrücke Autobahn: Sehr unsensible Federelemente.
  • Gesamtbewertung: 1- (Abzug für Ansprechverhalten der Federung).
  • Überraschung: Extrem geiler Sound.
  • Enttäuschung: Ansprechverhalten der Federelemente.

Christophs Erfahrungen

Christoph besitzt bereits mehrere Motorräder, darunter eine Moto Guzzi Griso und Yamaha Modelle. Nun kam noch eine Ducati Scrambler 1100 Special dazu.

  • Ergonomie: Sehr gute Sitzposition für 1,88 Meter Körpergröße.
  • Fahreindrücke Stadt: Journey Modus für sanfte Gasannahme.
  • Fahreindrücke Soziusbetrieb: Für kurze Ausfahrten okay, unpraktische Haltegriffe.
  • Gesamtbewertung: Gute 2.
  • Überraschung: Durchzugsstarker Motor und sehr gute Bremsanlage.
  • Enttäuschung: Harte Sitzbank.

Olivers Erfahrungen

Oliver hat derzeit kein eigenes Motorrad, weshalb die volle Aufmerksamkeit die nächsten vier Wochen vollumfänglich der Ducati Scrambler 1100 Special zukommt.

  • Ergonomie: Sehr angenehme Sitzposition, auch oder gerade wegen meiner geringen Größe.
  • Fahreindrücke Stadt: Tolles, einfaches Handling, spurt in jedem Gang, fließt super mit im Stadtverkehr.
  • Fahreindrücke Landstraße: Die Duc fährt sich vor allem auf kurvigen Straßen einfach traumhaft, bietet Durchzug in jeder Lebenslage und kommt auch gut in höheren Gängen aus dem Drehzahlkeller.
  • Fahreindrücke Autobahn: Sehr anstrengend zu fahren da die Scrambler ja ohne Verkleidung daherkommt.

Scrambler Vergleichstest: Triumph Scrambler 900 vs. Ducati Scrambler ICON vs. CFMoto 700CL-X Heritage

Retro-Bikes mit Stollenreifen stehen nach wie vor hoch im Kurs. Doch wie die Hersteller diesen Trend optisch und technisch umsetzen, variiert beträchtlich. Die Wurzeln dieser vielseitigen Motorräder reichen zurück in die 1960er- und 70er-Jahre, als der US-amerikanische Motorradmarkt nach neuer Inspiration suchte. Das Resultat waren die Vorfahren der modernen Enduros, sprich: Eingeschränkt geländetauglich umgebaute Straßenmotorräder mit grobstolligen Reifen, breiteren Lenkern, höher gelegten Auspuffanlagen und Schutzblechen.

Die Ducati Scrambler Icon ist besonders für ihr charakteristisches Design bekannt, das Retro-Elemente mit moderner Technologie gekonnt verbindet und zudem eine hohe Alltagstauglichkeit mit einem Hauch von Offroad-Fähigkeiten vereint. Für 2023 erfuhr der preisgünstigste Einstieg in die Ducati Scrambler-Familie einige spannende Upgrades. Dazu zählen ein LED-Scheinwerfer mit X-förmigem Tagfahrlicht, ein fortschrittliches TFT-Display sowie ein besseres Fahrwerk dank neuer Schwinge und überarbeitetem Gitterrohrrahmen.

Triumph vs. Ducati vs. Wenngleich das Duell der drei genannten Scrambler auf den ersten Blick in puncto Hubraum und Leistung relativ ausgewogen scheint, zeigt die nähere Betrachtung der Listenpreise, dass dem bei Weitem nicht so ist. So kostet die Triumph Scrambler 900, die teuerste Maschine des Vergleichs, in Deutschland mit 11.445 Euro fast um zwei Drittel mehr als die CFMoto 700CL-X Heritage, welche dort bereits um unverschämt günstige 6.990 Euro zu haben ist. Damit sollte eigentlich jedem klar sein, dass es bei diesem Vergleich schwierig bis nahezu unmöglich ist, einen klaren bzw. fairen Testsieger zu ermitteln.

Wie zuvor erwähnt, weisen alle drei Kontrahenten "ähnliche" Leistungswerte auf, jedoch sticht die Triumph mit ihrem Drehmoment von 80 Nm bei nur 3.250 U/min besonders positiv heraus. Dieses Potenzial ermöglicht nicht nur die kraftvolle Beschleunigung bei niedrigen Drehzahlen, sondern lädt auch, unterstützt von der langen Übersetzung und einem 5-Gang-Getriebe, zum schaltfaulen Cruisen ein.

Überraschenderweise erweist sie sich beim Spritverbrauch als die Sparsamste. Die Ducati hingegen süffelt den meisten Kraftstoff und bollert Euro 5-gemäßigt, aber keinesfalls schlampig vor sich hin. Die CFMoto klingt am zahmsten, genehmigt sich dafür auch etwas weniger Sprit.

Obwohl bei der Ducati nur die Vorspannung am Federbein einstellbar war, gefiel uns das Fahrwerk der Italienerin am besten. Dank des ausgezeichneten Zusammenspiels der guten Kayaba Komponenten mit der durchdachten Geometrie, der großartigen Pirelli MT 60 RS Serienbereifung und dem 18 Zoll Vorderrad kippt die Ducati Scrambler sprichwörtlich nur so in die Radien und bietet mit der sanft, aber nie schwammig ansprechenden Dämpfung auf allen Untergründen ein ausgewogenes Fahrverhalten.

Alle drei Bikes besitzen das gesetzlich vorgeschriebene ABS, das sich bei der Triumph sogar für Geländeeinsätze abschalten lässt, Ride-by-Wire Gasgriffe, Traktionskontrollen, Anti-Hopping Kupplungen, USB-Ladebuchsen unter dem Sitz und je zwei Riding-Modes für den Straßenverkehr. Die CFMoto besitzt darüber hinaus eine volle LED-Ausstattung, ein adaptives Kurvenlicht, das in unserem Videobeitrag gut erkennbar ist, einen Tempomaten und ein LCD Display mit einer nur mäßig gut ablesbaren Drehzahlanzeige.

Den Vogel schießt aber Ducati mit seiner Scrambler Icon ab. Bestückt mit zwei Riding Modes, Power Modes, dem schräglagenabhängigen Kurven-ABS, der 4-stufigen Traktionskontrolle, dem kräftigen Tagfahrlicht und dem ausgezeichnet ablesbaren TFT-Farbdisplay dürften keinerlei Wünsche offen bleiben. Okay, doch: der Quickshifter.

Mein persönlicher Favorit dieses Trios ist mit Respektabstand die Ducati Scrambler Icon. Allerdings nicht, weil ich ein gebrainwashter Fanboy bin, der bei Erwähnung von "Desmo" bzw. "Ducati" oder einer geschwenkten italienischen Nationalfahne mit einer Latte herumläuft, sondern weil mich diese hochmoderne Interpretation einer Scrambler in vielerlei Hinsicht berührt. "Design meets Function": Ein cooler, jugendlicher, aber unverspielter Look trifft auf einen wundervollen Kompromiss aus Power, Ergonomie und Handling sowie nahezu allen relevanten Sicherheits- und Komfortfeatures.

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