Nach einer großen Tour ist das Bike meist verdreckt und will gründlich gereinigt werden. Der Schmutz sammelt sich an Felgenspeichen, schwer zugänglichen Stellen hinter Motorradkoffern und Auspuffblenden. Abgeschleudertes Kettenfett haftet hartnäckig auf Rahmen und Rad. Wenn das Motorrad schnell und mühelos wieder sauber werden soll, helfen Spezialreiniger.
Warum ein Motorradreiniger sinnvoll ist
Ein Motorrad besteht aus verschiedenen Oberflächen wie lackiertem und unlackiertem Kunststoff, Gummi, Chrom, Stahl, Aluminium und Carbon. Anders als bei den meisten Autos sind die Teile oft zu klein, um sie getrennt voneinander zu waschen, daher spielt Materialverträglichkeit eine besondere Rolle. Spezielle Motorradreiniger entfernen selbst hartnäckigen Schmutz wie Öl, Teer oder Insektenreste, ohne das Material zu beschädigen.
Viele Produkte sind pH-neutral oder leicht alkalisch, oft biologisch abbaubar und damit umweltfreundlicher als aggressive Haushaltsreiniger.Vorteile im Überblick:
- gründliche Entfernung typischer Motorradverschmutzungen
- schonend für empfindliche Oberflächen
- Schutz vor Korrosion und Verschleiß
- einfache Anwendung, teils ohne Nachspülen
Motorradreiniger im Test: Ergebnisse und Empfehlungen
Die KÜS hat gemeinsam mit der Fachzeitschrift Motorrad News zwölf Motorradreiniger gründlich getestet und dabei große Unterschiede festgestellt. Nicht nur in der Reinigungsleistung, sondern auch bei den Preisen. Als einziger Motorradreiniger im Test erhielt der S100 Total Reiniger Plus mit 96,25 von 100 möglichen Punkten die höchste Punktzahl in der Bewertung und ging damit als klarer Sieger hervor.
Der Bike-Reiniger aus dem Hause Dr. Wack erzielte sowohl bei der Reinigungsleistung, als auch in der Anwendung und bei der Materialverträglichkeitsprüfung Bestnoten (siehe Ergebnistabelle). Mit Abstand folgte der mit knapp neun Euro preisgünstige und ebenfalls empfehlenswerte Procycle Gel-Reiniger mit 83,75 Punkten sowie der teuerste Reiniger im Test, der Liqui Moly Motorbike Cleaner für rund 23 Euro mit 80,75 Punkten. Noch einigermaßen akzeptable Reinigungsleistungen erzielten die Reiniger Bike Care (67,75 Punkte) und Motorex Moto Clean (64 Punkte). Gerade mal auf die Hälfte der maximalen Punktzahl kamen Castrol, Nigrin und Caramba. Noch schlechter schnitten Muc Off, WD-40 und Motul ab.
Testkriterien
Zur Bewertung der Reinigungsleistung wurden verschiedene Testschmutze auf Lack- und Aluminiumflächen aufgetragen und angetrocknet. Das simuliert die realen Betriebsbedingungen, unter denen ein Motorrad im Laufe der Zeit unterschiedlich stark verschmutzt. Schwierigste Aufgabe ist dabei die Beseitigung eines regelrecht klebrigen Testschmutzes, der Kettenfetten ähnelt.
Benotet wurde, wie sich nach Auftragen des Motorradreinigers gemäß den zeitlichen Herstellerangaben die leichteren Verschmutzungen durch einen mäßig starken Wasserstrahl vom Aluminium wieder abwaschen lassen. Bei den besonders stark verschmutzten Lackflächen wurde mit mechanischer Unterstützung eines Schwammes gearbeitet. Mehr als die Hälfte der Motorradreiniger schafften den Schmutz im schlechtesten Fall kaum sichtbar nur zu einem kleinen Teil weg.
Neben der Reinigungsleistung hat die KÜS beim Test auch Wert auf andere Gesichtspunkte, wie das Ablaufverhalten oder die Applikation gelegt, die für Bedienungsanleitung, Handhabung, Dosierbarkeit, Sprühbild oder Einwirkzeit steht. Besonders wichtig ist gerade bei Motorradreinigern deren Wirkung auf unterschiedlichste Materialien, wenn sie länger als vom Hersteller vorgeschrieben aufgesprüht werden.
Denn an schwer zugänglichen Stellen lässt sich der Reiniger mitunter schlecht abwaschen oder es können Spritzer auf Plexiglas oder Polycarbonat schon mal übersehen werden. Die Motorradreiniger wirkten im Test bis zu 24 Stunden auf das Material ein. Dabei zeigte sich, dass Reiniger mit besonders hohen pH-Werten tendenziell aggressiver sind.
Früher war nicht alles besser, Motorradreiniger aber schon. Zumindest haben sie das deutlich besser erledigt, was sie in erster Linie sollen: reinigen. So die Einschätzung altgedienter Saubermänner. Gibt’s heutzutage denn nur noch Weichspüler? Jein. Meist schon, aber nicht nur.
Während wir früher noch munter mit Kaltreinigern, die nur knapp nicht unters Kriegswaffenkontrollgesetz fielen, auf dem Grünstreifen der elterlichen Hofeinfahrt experimentiert haben, ist heutzutage bereits die Werbeaussage "biologisch abbaubar" nicht zulässig. Weil "biologisch abbaubar" mittlerweile eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass so ein Reiniger überhaupt über den Ladentisch geschoben werden darf und somit als Alleinstellungsmerkmal ausgedient hat.
Detaillierte Testberichte einzelner Motorradreiniger
Im Folgenden werden einige der getesteten Motorradreiniger detaillierter vorgestellt:
Bikecare Motorrad Gel Reiniger
Anbieter: Polo Motorrad und Sportswear GmbH. Füllmenge: 750 ml. Fazit: Die Polo-Hausmarke macht relativ günstig befriedigend bis gut sauber. Auf Polycarbonat sollte er lieber nicht für längere Zeit verweilen, ansonsten ist der Gelreiniger aber absolut unauffällig. Für Sparfüchse aber durchaus eine Kaufempfehlung.
Bikecare Motorrad Gel Power Reiniger
Anbieter: Polo Motorrad und Sportswear GmbH. Füllmenge: 750 ml. Fazit: In Sachen Reinigungswirkung auf dem gleichen Niveau wie der günstigere Gelreiniger aus gleichem Haus. Der "Farbindikator" ist ein netter Gag. Massive Schwächen bei der Polycarbonat-Verträglichkeit. Daher lieber das günstigere Bikecare-Produkt kaufen.
Liqui Moly Motorbike Cleaner
Anbieter: Liqui Moly GmbH. Füllmenge: 1.000 ml. Fazit: Hochpreisiges Markenprodukt, das in der Praxis aber nicht wirklich überzeugt. Ohne manuelle Nacharbeit werden stark verschmutzte Teile nicht richtig sauber. Der einfache Sprühkopf und die mäßige Polycarbonat-Verträglichkeit machen es nicht besser. Es gibt Besseres für deutlich weniger Geld.
Motorex Moto Clean (360º)
Anbieter: Bucher AG Langenthal. Füllmenge: 1000 ml. Fazit: Ein echter Lichtblick inmitten des weitgehend mittelprächtigen Testfelds. Überzeugende Reinigungsleistung, ein top Sprühkopf, einfachste Bedienung und das Ganze auch noch zum - besonders für Schweizer Verhältnisse - sehr fairen Preis. Es geht aber immer noch besser: siehe Polycarbonat-Verträglichkeit.
Procycle Motorrad Komplett-Reiniger
Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH. Füllmenge: 1.000 ml. Fazit: Wer mit dem günstigsten Reiniger der Louis-Eigenmarke Procycle putzt, darf etwas öfter Lappen oder Schwamm schwingen - von allein wird da nicht viel sauber. Der sehr günstige Preis - besonders beim Aktionsangebot - dürfte so manchen darüber hinwegtrösten. Aber auch hier gilt wie so oft: Nicht zu lange auf Polycarbonat-Teilen belassen.
Procycle Motorrad Gel-Spezial-Reiniger
Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH. Füllmenge: 1.000 ml. Fazit: Haftet besser an senkrechten Flächen als der günstigere Komplett-Reiniger aus gleichem Haus - womit wir auch schon den einzigen Vorteil genannt hätten. Ansonsten kann das vermeintlich einfachere Schwesterprodukt nahezu alles besser.
S100 Total Reiniger Plus
Anbieter: Dr. O. K. Wack Chemie GmbH. Füllmenge: 750 ml. Fazit: Als einziger Testteilnehmer verhält sich S100 in Sachen Materialverträglichkeit völlig unauffällig. Und auch das stark beworbene "kein Abledern, keine Wasserflecken" ist in der Praxis beeindruckend. Doch möglicherweise wird dem hochpreisigen Premium-Produkt genau das zum Verhängnis; denn die dafür notwendige wasserabweisende Wirkung "schützt" auch Schmutz. Wie auch immer: unterm Strich ein überraschendes und etwas enttäuschendes Ergebnis.
Shine Motorrad Gel Reiniger
Anbieter: Hein Gericke Deutschland GmbH. Füllmenge: 750 ml. Fazit: Dieser Reiniger ist billig. Ob er auch preiswert ist, muss jeder für sich entscheiden. Um intensives manuelles Nacharbeiten wird man bei stärkeren Verschmutzungen jedenfalls nicht herumkommen. Und was die Sache nicht einfacher macht: Die Eigenmarken-Produkte der beiden anderen Großen sind deutlich besser.
WD-40 Motorbike Komplettreiniger
Anbieter: WD-40 Company Zweigniederl. Deutschland. Füllmenge: 1.000 ml. Fazit: Es gibt ihn noch, den guten alten Motorradreiniger, der dem Schmutz auch ohne große Nacharbeit zu Leibe rückt. Und das sogar zum Schnäppchentarif, denn der "Straßenpreis" weicht von der (auch schon fairen) UVP meist deutlich ab. Klarer Testsieg! Was geht besser? Die Polycarbonat-Verträglichkeit.
Tipps zur richtigen Anwendung von Motorradreinigern
- Das Wichtigste beim Waschen: Die Hersteller-Angaben über Einwirkzeiten peinlich genau befolgen und unbedingt darauf achten, dass keine Reinigerreste zurückbleiben.
- Kunststoff kann besonders empfindlich auf solche Rückstände reagieren, und hinterhältigerweise bieten gerade die Innenbereiche von Verkleidungen jede Menge Verstecke für aggressive Reiniger-Bestandteile.
- Beim besonders empfindlichen Polycarbonat (z. B. als Windschild, Blinkerglas und auch Scheinwerferabdeckung verbaut) sind es meist die Löcher von Befestigungsschrauben, in denen Reinigerreste zurückbleiben können - also lieber mit zu viel als zu wenig klarem Wasser spülen.
- Außerdem immer nur kleine Partien reinigen, niemals in der prallen Sonne oder auf heißen Flächen arbeiten und die Maschine auch nicht zum Trocknen in die Sonne stellen - Kalkflecken wären die unschöne Folge.
- Wer mit dem Hochdruckreiniger arbeitet, sollte Abstand halten - besonders von empfindlichen Gummiteilen, Aufklebern, Lufteinlässen, Auspufföffnungen, Lagern und vor allem von der Elektrik.
Auspuffreinigung und -pflege
Ein passender Anlaß, um den matt gewordenen Auspuff auf Hochglanz zu polieren (sofern er nicht aus gebürstetem Metall besteht). Nicht jeder macht das gerne. Aber du wirst sehen: Es geht leichter, als du denkst. Metallpflege gehört zu den vornehmsten Aufgaben, die mir bei der Hausarbeit übertragen sind: Bestecke, Kupfer und Messing polieren, Messer schärfen und was diverses Metall sonst noch an Reparatur, Pflege und Wartung braucht.
Im Laufe der Jahre habe ich so ziemlich alles ausprobiert, was Drogerien, Juweliere, Versand- und Zubehörhandel an Wundermittelchen zur Metallpflege anbieten - vom klassischen Sidol über Nevr-Dull bis Elsterglanz. Für bestimmte Einsatzzwecke war jede dieser Flüssigkeiten, Pasten und Polierwatten nicht schlecht. So richtig für den Universaleinsatz geeignet war davon jedoch nichts.
Wiener Kalk als Geheimtipp
Schließlich entdeckte ich in unserem Putzschrank ein Pulver, das zu Urgroßmutters Zeiten groß in Mode war: Wiener Kalk. Die Neugier ließ mich nicht los; ich machte mich gleich über den Kochtopf her - und tatsächlich, er spiegelte wie neu. Wiener Kalk ist ein reines Naturprodukt, ganz fein gemahlener Dolomitstein (der Name klingt schon mal nicht schlecht). Die chemische Bezeichnung dafür lautet Calcium-Magnesium-Carbonat, mit der Formel CaMg[CO3]2.
Die Anwendung ist denkbar einfach: Man nimmt mit einem kleinen feuchten Schwamm etwas vom Pulver auf und reibt den Auspuff damit ein. Dabei entsteht ein dickflüssiger weißgrauer Schleim, der schon während dieses Arbeitsganges seine reinigende und polierende Wirkung zeigt. Aus Spaß an der Freude mache ich ein paar Kreisbewegungen mehr als nötig und spüre, wie die Metalloberfläche schön glatt wird. Das Beste kommt zum Schluß - das, was meine Großmutter „Wienern“ nannte: Dazu lege ich ein ausgedientes T-Shirt über den Auspuff und ziehe ein paar Mal abwechselnd kräftig an beiden Enden. Schon nach wenigen Sekunden erstrahlt der Auspuff in neuem Hochglanz.
OptiGlanz Intensivreiniger für Auspuffkrümmer
Der OptiGlanz Intensivreiniger verspricht, hässliche, angerostete Krümmer wieder in sauberes Metall zu verwandeln. Das Motorrad hat schon mehrere tausend Kilometer im Winter mit aggressivem Salz, einige Fahrten auf lockerem Feldweg und viele Autobahnfahrten hinter sich. Dass die vielen Umwelteinflüsse nicht gnädig mit dem schönen Krümmer umgegangen sind, sieht man heute deutlich.
In der Winterpause geht’s dem Schmutz an den Kragen. Wir probieren den Intensivreiniger von OptiGlanz aus, einen sehr starken Reiniger, der den Krümmer wieder hübsch machen soll - und das innerhalb von wenigen Minuten.
Wir haben die gesamte Abgasanlage inklusive Katalysator mit dem OptiGlanz Intensivreiniger eingesprüht. Dabei war auffällig: Das Sprühbild des Sprühkopfes ist sehr fein. Der deutsche Anbieter gibt an, dass der Intensivreiniger von Optiglanz nicht länger als drei Minuten einwirken soll. Da unser Krümmer wirklich nicht mehr der schönste war, geben wir dem Reiniger auch die maximale Einwirkzeit.
Nach drei Minuten wischen wir eine Stelle probehalber mit einem alten Lappen ab und müssen zugeben: Das hätten wir nicht erwartet. Mit etwas Rubbeln saugt das Tuch den Schmutz förmlich an und zurück bleibt ein leicht mattes Stahlrohr mit wenigen, letzten Rostansammlungen. Der Reiniger hat den Schmutz förmlich weggezaubert.
Danach haben wir die komplette Abgasanlage mit Wasser abgespült, getrocknet und den Vorgang wiederholt. Schlussendlich sieht der Krümmer an den meisten Stellen aus wie neu. Nur ein paar Rückstände sind geblieben.
Weitere Tipps zur Motorradpflege
Kettenpflege
Muss die Kette nur nachgefettet werden, ist der optimale Zeitpunkt direkt nach der letzten Fahrt. Jetzt ist die Kette noch warm und das Kettenspray kann optimal zwischen die Glieder laufen.
Sitzbankpflege
Die meisten Sitzbankbezüge bestehen aus Leder oder einem Kunstleder. Für eine optimale Motorrad Sitzbank Lederpflege empfehlen wir spezielle Pflegemittel, die das Material schützen und pflegen. Sie sind nach einer kurzen Einwirkzeit mit einem Mikrofasertuch abzuwischen. Lederfett hingegen hat auf der Sitzbank nichts verloren.
Zusammenfassung der Testurteile
| Produkt | Hersteller | Urteil |
|---|---|---|
| Dr.Wack S 100 Motorradreiniger | Dr. O. K. Wack Chemie | gut |
| Dr.Wack S 100 Motorrad Totalreiniger | Dr. O. K. Wack Chemie | befriedigend |
| Castrol Greentec Bike Cleaner New formula | Castrol | mangelhaft |
| Hein Gericke MC Gel Motorrad Reiniger | Hein Gericke | befriedigend |
| Herrlan Indusan | Herrlan | mangelhaft |
| JMC Gel Motorradreiniger | JMC/Matthies | befriedigend |
| Louis Procycle Motorrad-Komplettreiniger | Louis | - |
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