Auspuff Tuning Motorrad: Was ist zu beachten?

Die Abgasanlage eines Motorrads ist mehr als nur ein Rohr, durch das heiße Luft entweicht. Sie muss Lautstärke- und Emissionsvorgaben einhalten und darf nicht rosten. Heutzutage stellt ein Auspuff die Motorradhersteller vor große Herausforderungen.

Zuerst muss der Auspuff zur Optik des Bikes passen. Chopperpiloten bevorzugen große Chromtüten, während Sportfahrer es so schlank wie möglich mögen. Die Anlage sollte auch gut klingen und den Sound des Motors passend in Szene setzen.

Allerdings stehen die Kundenwünsche nach Sound oft im Konflikt mit den gesetzlichen Lautstärkevorgaben und der Wahrnehmung von Anwohnern beliebter Biker-Strecken. Für sie ist Auspuffgeräusch oft einfach nur Krach. Seit Anfang 2021 gilt für neu zugelassene Motorräder die Euro 5 Norm, was die Schadstoffemissionen betrifft.

Die Zukunft wird weitere Verschärfungen bringen, die ohne E-Antrieb irgendwann nicht mehr zu erfüllen sind. Erst dann hat sich das Thema Auspuff erledigt.

Bestandteile der Abgasanlage

Krümmer

Der Krümmer leitet die Abgase aus den Zylindern ab und führt sie vor dem ersten Schalldämpfer/Katalysator zusammen. Viele Vierzylinder verfügen zur Leistungsoptimierung über einen 4-in-2-Abgaskrümmer. Durch die Materialwahl sowie Form und Beschaffenheit der Krümmerwände können die Ingenieure das Temperaturverhalten und die Leistungsabgabe des Motors beeinflussen.

Katalysator

Der Katalysator reduziert mithilfe eines temperaturstabilen Wabenkörpers die Schadstoffemissionen. Er befindet sich beim Motorrad in vielen Fällen im Sammler unter dem Motorrad. Die Hersteller sprechen dabei von Leistungs- bzw. Drehmomentoptimierung. Doch es geht normalerweise darum, den Auspuff bei bestimmten Fahrzuständen leiser zu machen. Mit solchen Tricks erfüllen auch laute Bikes die gesetzlichen Vorgaben.

DB-Absorber

Am leichtesten lässt sich eine Abgasanlage durch Entfernen des dB-Absorbers (auch "dB-Killer" oder "dB-Eater") manipulieren. Der Absorber ist ein kleines Teil am Ende des Endschalldämpfers, oft ein Ring. Er senkt die Schallemission durch Erhöhung des Staudrucks. Suzuki verwendet keine dB-Absorber.

Schalldämpfer

Moderne Sportmotorräder haben meist nicht nur den klassischen Endschalldämpfer. Der Sammler unter dem Motorrad, in dem auch der Kat sitzt, fungiert als Vorschalldämpfer - das hilft, den Endtopf zu verschlanken.

Auspuff selbst bauen mit Universal Auspuffteilen

Für den Eigenbau einer Auspuffanlage gibt es die verschiedensten Gründe, wie z.B. bei Oldtimern, für die keine Originalteile mehr verfügbar sind, bei Motorumbauten oder im Motorsport- und Tuningbereich. Es ist jedoch zu beachten, dass Eigenbau Auspuffanlagen immer von einem Sachverständigen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müssen, da sonst die Zulassung des Fahrzeuges erlischt.

Planung und Konzeption

Zu Beginn steht die Konzeption. Hier wird der Durchmesser, die Rohrführung, das Material, die Aufhängungspunkte, die Anzahl der Auspufftöpfe und viele weitere Sachen bedacht und anschliessend gewählt. Je besser die Planung und Vorbereitung im Voraus ist, umso einfacher und schneller kann die Auspuffanlage dann realisiert werden.

Wichtige Punkte bei der Planung

  • Rohrdurchmesser: Ein größerer Durchmesser bedeutet nicht immer eine Leistungssteigerung.
  • Rohrführung: Auf ausreichend Platz im Fahrzeugtunnel achten.
  • Ein- / Zweiflutig: Ein großes Rohr verfügt oftmals über mehr Durchlass als zwei kleinere Rohre.
  • Material: Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4301 / 1.4307 wird empfohlen. Für Abgaskrümmer / Downpipe aus Edelstahlteilen empfiehlt sich der Werkstoff 1.4541.
  • Aufhängung / Befestigung: Meist werden die originalen Halter verwendet. Gegebenenfalls weitere Auspuffhalter hinzufügen oder verstärkte Auspuffgummis verwenden.
  • Katalysator: Wechsel zu einem Motorsportkatalysator mit weniger Zellen bringt oftmals eine Leistungssteigerung.
  • Krümmer / Downpipe: Der richtige Durchmesser und die passende Rohrführung sind wichtig.
  • Schalldämpfer: Anzahl und Größe der Schalldämpfer sind vom Einsatzzweck abhängig.
  • Schweissen / Stecken: Entscheiden, ob die Auspuffteile mit Muffe verwendet oder zusammengeschweißt werden.
  • Möglichkeit der Eintragung: Vorhaben mit einem TÜV-, Dekraprüfer oder einem anderen Sachverständigen abklären.
  • Flexible Entkopplung: Ein flexibles Gelenk in der Auspuffanlage, beispielsweise mit einem Auspuff Flexrohr, ist sehr wichtig.

Messen und Einkauf der Teile

Nachdem man sich Gedanken zum Aufbau der kompletten Auspuffanlage gemacht hat, geht es nun an das Messen der einzelnen Teile. Folgende Werkzeuge sind dabei sehr hilfreich: Schreibmaterial für Notizen, Winkelmesser und Draht für das Abmessen der einzelnen Bögen. Der Draht kann hierbei als Verlängerung zum Winkelmesser verwendet werden. Meter / Messschieber zum Ermitteln der Rohrlängen und Durchmesser, Halter und allen anderen Sachen die ausgemessen werden sollen.

Wenn alle Teile vermessen sind, geht es nun ans Bestellen der einzelnen Teile. Hier sollte man auch beachten, dass wenn man Teile mit Muffen verwendet, die richtigte Schellengröße gewählt wird. Wenn ein 50 mm Rohr verwendet wird, hat die Muffe einen größeren Durchmesser und über diesen größeren Durchmesser muss die Schelle passen. Bei einer Wandstärke von 1,5 mm muss also mindestens eine schelle mit 53 mm verwendet werden.

Bau und Verschweissen der Teile

Nachdem alle Teile nun zur Verfügung stehen, kann der Bau der Auspuffanlage endlich beginnen. Zu Beginn sollte man Teile wie Halter nur anheften / punkten und nicht direkt komplett verschweissen. So können diese Teile immer noch leicht wieder voneinander getrennt, und an einer anderen Stelle / Position wieder angebracht werden.

Beim Schweissen der Edelstahlteile ist natürlich das Wig Schweissverfahren die beste Lösung, da hier die Schweissnaht, wenn das nötige Können vorhanden ist, am besten aussieht und auch die Nacharbeit am geringsten ist. Auch wenn die komplette Auspuffanlage verschweisst werden soll, sollte an einer oder zwei Stellen eine trennbare Verbindung, beispielsweise eine Verbindung mit verschraubten Auspuffflanschen, Rohrverbindern oder einem anderen Teil, verbaut werden.

Bauteile mit Muffen

Sollten Teile mit Muffen verwendet werden, so empfehlen wir die Teile im Bereich, der in die Muffe gesteckt wird, bei der Endmontage mit einer Auspuff Montagepaste zu bestreichen. Diese schließt kleine, noch vorhandene Undichtigkeiten an der Auspuffmuffe. Auch sollten die Gewinde der Auspuffschellen immer mit etwas Kupferpaste oder einem ähnlichen hitzefesten Schmiermittel eingestrichen werden, so ist auch ein Lösen der Schellen nach längerer Zeit noch ohne Probleme möglich.

Probelauf und Abnahme

Wenn die komplette Auspuffanlage nun komplett verschweisst / verschraubt und natürlich sauber ausgerichtet ist, kann der erste Probelauf gestartet werden. Nun steht meist noch die Abnahme durch einen Sachverständigen bevor. Wenn die Auspuffanlage dann vom Sachverständigen in die Fahrzeugpapiere eingetragen und die Papiere angepasst wurden, kann man endlich den Sound der neuen, selbst gebauten Auspuffanlage genießen.

Schraubertipp Auspuffanlage

Obwohl eine Auspuffanlage eigentlich wartungsfrei ist, gibt es einiges zu beachten, um teure Reparaturen zu vermeiden und lange Freude daran zu haben. Schwierig kann es auch beim Umbau bzw. Ersatz werden.

Einteilige und mehrteilige Auspuff-Anlagen

Bei den Bauarten unterscheidet man zwischen einer einteiligen und einer mehrteiligen Bauweise, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Einteilige Auspuff-Anlagen lassen sich meist nur sehr aufwendig demontieren und bei Wartungsarbeiten sind die Endtöpfe oft im Weg. Mehrteilige Auspuff-Anlagen lassen sich zwar leichter entfernen, haben dafür aber häufiger Probleme mit den Dichtungen an den Verbindungsstellen.

Sammler, Interferenzrohr, Vorschalldämpfer

Das Mittelstück der Anlage besteht häufig aus einem mehr oder weniger formschönen Sammler beziehungsweise zumindest einem Interferenzrohr oder einem Vorschalldämpfer, an dem der eigentliche Endtopf befestigt ist. Falls im Bereich der Übergänge/Befestigungen Dichtungen verwendet werden, müssen diese, je nach verwendetem Material, gegebenenfalls erneuert werden.

Reflexionsdämpfer vs. Absorptionsdämpfer

Beim eigentlichen Dämpfer unterscheidet man zwei Bauarten: Die meisten serienmäßigen Auspuffanlagen haben einen sogenannten Reflexionsdämpfer. Der Schall wird durch verschiedene Resonanzkammern geleitet, mehrfach reflektiert und löscht sich quasi selbst aus. Ein Absorptionsdämpfer, der vor allem bei Nachrüstanlagen verwendet wird, befindet sich im Dämpfer-Inneren ein zentrales Siebrohr, das von Stahl- oder Mineralwolle als Dämmmaterial umgeben ist und die Schallenergie in Wärme umwandelt. Da das Dämmmaterial altert, lässt die Dämpfung mit der Zeit nach, und die Maschine wird lauter.

Pflege der Auspuffanlage

Das eigentliche Problem bei der Pflege der Auspuffanlage liegt aber fast immer im Außenbereich, unabhängig von der Qualität der verwendeten Materialien. Während die gut sichtbaren Bereiche oft und gern gereinigt und geputzt werden, sind die Rück- und Unterseiten sowie die Teile, die direkt unter dem Motorblock sitzen, meist schlecht zu erreichen und leiden deshalb häufig unter Korrosion. Selbst Edelstahlanlagen können dann anfangen zu rosten. Eine regelmäßige Reinigung und Pflege ist deshalb im Hinblick auf Optik und Langlebigkeit sinnvoll.

Komplett demontieren und reinigen

Die beste Methode eine Auspuffanlage zu überholen, ist die komplette Demontage, das Reinigen, Entrosten und Nachlackieren. Das (Nach-)Lackieren erfolgt meist mit einer Spezialfarbe, die sich anschließend im Fahrbetrieb noch einbrennen muss. Macht man das regelmäßig alle drei bis vier Jahre (besonders bei Maschinen, die auch im Winter genutzt werden), hat man lange Freude an der Anlage.

Beschichtung aus Hochleistungslack auf Keramikbasis

Ist der Auspuff aber optisch bereits sehr stark mitgenommen, kommt eventuell eine Beschichtung infrage. Hierbei wird ein Hochleistungslack auf Keramikbasis verwendet, der auch für eine zweite Beschichtung auf Chrom gut geeignet ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die Schichtstärke des Keramiklacks ist so dick, dass sie Vernarbungen und leichte Kratzer überdeckt.

Hitzeschutz-Aufkleber und Hitzeschutzband

Ebenfalls nicht unproblematisch ist die Wärmeabstrahlung und damit verbunden der Hitzeschutz. Fahrer von Under-Seat-Anlagen oder Scramblern können oft ein Lied davon singen. Ebenso effizient wie einfach zu montieren sind in diesem Fall Hitzeschutz-Aufkleber, die man an die gefährdeten Bereiche der Koffer kleben kann. Günstige Abhilfe schafft hier Hitzeschutzband, das man um den Krümmer wickeln kann.

Original-Schalldämpfer vs. Zubehör-Schalldämpfer

Auch ein Sturz oder auch nur ein leichter Rutscher können natürlich die Auspuffanlage in Mitleidenschaft ziehen. Extrem teuer ist in jedem Falle auch der Ersatz der Schalldämpfer. Da auch Optik und Sound der serienmäßigen Anlagen nicht immer den Wünschen der Besitzer entsprechen, ist es kein Wunder, dass Zubehörschalldämpfer zu den beliebtesten Umbauteilen bei Motorrädern gehören. Allerdings ist die Abstimmung einer Auspuffanlage eine Kunst für sich, und nur wenige Zubehöranlagen namhafter Hersteller kommen an das Niveau des Originals heran oder übertreffen es sogar.

Originale Auspuffanlage nachbauen lassen

Für viele ältere Motorräder und Youngtimer gibt es leider oft keinen passenden Ersatz für eine defekte, vergammelte oder beschädigte Auspuffanlage mehr. In diesem Fall kann man sich an professionelle Auspuffbauer wenden. Sie sind in der Lage, die originalen Auspuffanlagen aus hochwertigem Material nachzubauen und auch individuelle Wünsche zu berücksichtigen.

Auspuff-Tuning: Was ist erlaubt und was nicht?

Vor allem die Optimierung vom Sound des Fahrzeuges ist Ziel beim Auspuff-Tuning. Aber nicht alles ist erlaubt. Änderungen am Auspuff fürs Sound-Tuning können schnell zu folgenschweren Sanktionen führen.

Modifikationen und ihre Auswirkungen

Modifikationen am Fahrzeug sind im Bereich des Tunings zahlreich vertreten. Es gibt dabei unterschiedliche Ansätze - abhängig von der jeweiligen Zielführung. Veränderungen sind an den Schalldämpfern, dem Endrohr oder auch dem Katalysator möglich. Doch was ist erlaubt?

Das Endrohr-Tuning

Neben leistungsorientierten und akustischen Veränderungen sind vielen Tunern auch optische Aspekte wichtig. In diesen Bereich fällt auch das Tuning des sogenannten Endrohrs - den eigentlich Auspuff. Der einfachste Weg bei optischen Anpassung von Ihrem Kfz-Auspuff ist die Anbringung einer sogenannten Auspuffblende. Die Anbringung von einem Austauschendrohr ist eine weitere Möglichkeit der Änderung vom Auspuff. In jedem Falle bedarf es bei der Änderung jedoch gewisser Voraussetzungen, um nicht die Betriebserlaubnis aufs Spiel zu setzen.

Der Sportauspuff

Wenn im Tuning von einem Sportauspuff die Rede ist, dann ist zumeist nur der Endtopf gemeint. Der Sportauspuff ist beim Tuning besonders beliebt. Er garantiert einen satteren Sound und soll gar die Leistung des Fahrzeuges steigern. Um dieses Ziel jedoch wirklich zu erreichen, bedarf es in der Regel des Wechsels des gesamten Systems gegen Sportauspuffanlagen.

Manipulationen am Katalysator

Immer häufiger stellen die zuständigen Prüforganisationen fest, dass viele Fahrzeughalter den eigentlichen Katalysator ausbauen und zum Teil sogar gegen Attrappen austauschen. Neben dem Verlust der Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug und der Nutzungsuntersagung kann Ihnen auch das Finanzamt zu Leibe rücken.

Schalldämpfer-Tuning und Lärmschutz

Im Vordergrund des Schalldämpfer-Tunings steht insbesondere die akustische Anpassung des Fahrzeuges. Der Sound soll sportlicher, voller und satter werden. Im Jahre 2013 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Geräusch-Grenzwerte innerhalb der Europäischen Union schrittweise zu drosseln.

Motorrad-Auspuff und dB-Killer

Auch der Auspuff beim Motorrad ist dabei oft anders aufgebaut. Der Endschalldämpfer ist in der Regel im Endrohr integriert. Doch auch hier gilt es zahlreiche Aspekte zu beachten - besonders in Bezug auf den sogenannten dB-Killer. Diese Vorrichtung ist im Sportschalldämpfer verbaut und passt die Lautstärke der Vorrichtungen an die Vorschriften der StVZO an. Der Ausbau vom dB-Killer ist nicht zulässig.

Motorrad-Tuning: Was ist zu beachten?

Das eigene Fahrzeug zu tunen ist für viele Traum und Hobby zugleich. Trotzdem werden Motorräder nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Optik getunt.

Gesetzliche Vorgaben

Veränderungen am Motorrad müssen den Bestimmungen der StVZO entsprechen bzw. die Teile eine ABE oder ein Teilegutachten aufweisen. Entspricht das Motorrad durch das Tuning nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben, erlischt die Betriebserlaubnis. Fahren Biker dann mit dem Motorrad, wird ein Bußgeld von mindestens 50 Euro fällig. Die Stilllegung des Motorrads droht ebenfalls.

Versicherungsschutz

Ist die Betriebserlaubnis erloschen, betrifft das in der Regel auch den Versicherungsschutz. Im Falle eines Schadens müssen Fahrer diesen selbst tragen. Ohne Versicherungsschutz zu fahren, stellt eine Straftat dar.

Möglichkeiten beim Motorrad-Tuning

Das beliebteste Gebiet stellt wohl auch beim Motorrad die Leistungssteigerung bzw. das Entdrosseln dar. Insbesondere neuere Motorradmodelle gleichen mittlerweile Computern auf zwei Rädern. Die verbaute Software steuert unter anderem auch die Laufleistung des Motors. Neben der Leistungssteigerung können beim Motorrad auch optische Aspekte eine Rolle spielen.

ABE und Teilegutachten

Bauteile, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) haben, müssen in der Regel nicht zwingend durch TÜV oder DEKRA begutachtet werden. Die meisten baulichen Veränderungen, die die Leistungssteigerung beim Motorrad fokussieren, müssen im Nachhinein aber meist dem TÜV bzw. der DEKRA vorgeführt werden.

Konsequenzen bei unzulässigem Tuning

Eine Polizeikontrolle könnte dann teuer werden. Laut § 19 Abs. Also erlischt die Allgemeine Betriebserlaubnis des gesamten Motorrads beispielsweise, wenn die Umbauten die Abgaswerte oder die Geräuschentwicklung beeinflussen. Zusammen ergibt das ein Bußgeld von wenigstens 90 Euro. Wurde die Verkehrssicherheit gefährdet, kommt ein Punkt in Flensburg hinzu. Daneben stellt das Fahren ohne Versicherungsschutz eine Straftat dar, die mit einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe und einer hohen Geldstrafe geahndet werden kann.

Auspuffanlagen-Tuning: Komplette Anlage oder Slip-on-Lösung?

Beim Auspuff-Tuning hast du im Grunde 2 Möglichkeiten: Komplette Auspuffanlage oder Slip-on-Lösung. Hierbei wird der serienmäßige Endschalldämpfer gegen einen neuen Sportschalldämpfer ausgetauscht. Mit einer Slip-on-Lösung kannst du in der Regel keine große Leistungszunahme erwarten.

Die komplette Auspuffanlage

Bei der kompletten Auspuffanlage wird der komplette Strang der Abgasanlage vom Krümmer bis zum Endschalldämpfer ausgetauscht. Eine Ausnahme bilden hier die Modelle des bekannten slowenischen Herstellers Akrapovic. Mit einer kompletten Auspuffanlage kannst du mit einer Leistungssteigerung von bis zu 6 % rechnen. Und das ist, wie ich finde, ein sehr respektabler Wert.

ABE, E-Nummern, Teilegutachten

Umbauten am Auspuff versprechen zwar spürbare Leistungssteigerungen. Allerdings führen Veränderungen an der Anlage zunächst mal zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Wer auf eine Zubehörauspuffanlage zurückgreift, ist auf der sicheren Seite und hat es leichter. Sie hat meistens ein E-Prüfzeichen und eine EG-Betriebserlaubnis. So eine Anlage kann man eintragen lassen, muss man aber in der Regel nicht.

EG-BE (E-Prüfzeichen)

ABE - Hier muss nichts eingetragen werden, man muss die ABE aber immer mitführen.

Teile-Gutachten - Diese Teile müssen nach dem Anbringen zeitnah durch einen autorisierten Prüfer abgenommen und in die Papiere eingetragen werden.

Du musst also EG-BE und ABE ganz klar voneinander trennen. Es gibt auch Zubehörteile, die weder eine Zulassung noch eine Eintragung erfordern. So z. B. ein Kennzeichenhalter. Anders ist es bei einer Auspuffanlage. Diese muss immer für das entsprechende Motorrad geprüft und zugelassen sein und es wird eine Prüfnummer zugeordnet. Den Bericht / Nachweis musst du zwar nicht mitführen, musst dir aber im Zweifelsfall Fragen gefallen lassen.

Keine Unterlagen?

Natürlich kann es vorkommen, dass es gar keine Unterlagen für die fragliche Auspuffanlage gibt. Zum Beispiel, weil man sie selbst gebaut hat oder sie schon sehr alt ist. Wenn sie jedoch die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, kann man sie meist trotzdem per Einzelabnahme eintragen lassen. Je nachdem, wie alt das Motorrad ist, müssen dabei bestimmte Geräuschwerte eingehalten werden und ab Baujahr 1989 auch die Abgaswerte.

Tunen und täuschen? Besser nicht.

Achtung! Wer eine Auspuffanlage manipuliert, indem er zum Beispiel eine Racing-Anlage mit der Kennzeichnung einer zugelassenen Anlage versieht oder eine zugelassene Anlage aufbohrt, der begeht nicht nur verschiedene Ordnungswidrigkeiten, sondern auch Urkundenfälschung nach § 267 StGB und damit eine Straftat. Versicherungsrechtliche Probleme kommen noch hinzu.

Standgeräusch-Vergleichsmessung

DEKRA führt nach Terminabsprache gerne eine Standgeräusch-Vergleichsmessung am Fahrzeug durch. Einfach einen Termin mit einer unserer Prüfstellen vereinbaren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0