Viele Motorradfahrer wünschen sich einen besseren Sound und eine optimierte Leistung ihrer Maschine. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Nachrüstung einer Auspuffanlage oder lediglich des Endschalldämpfers. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, insbesondere im Hinblick auf Legalität und technische Anforderungen.
Auspuffanlagen: Komplettanlage oder Slip-on Lösung?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Optionen:
- Komplettanlage (Full Exhaust System): Diese reicht von den Auslässen am Zylinderkopf bis zum Endschalldämpfer.
- Slip-on Lösung: Hierbei wird lediglich der Endschalldämpfer ausgetauscht.
Slip-on Lösungen sind oft günstiger und einfacher zu montieren. Allerdings bieten sie in der Regel keine signifikante Leistungssteigerung. Komplettanlagen hingegen können das Potenzial für eine Leistungssteigerung bieten, sind jedoch teurer und aufwendiger zu installieren.
Viele Motorräder lassen es zu, dass der Endschalldämpfer (das Stück am Ende) separat austauschbar ist. Die zu tauschen bringt oft etwas weniger, aber dafür kosten die Slip-ons meist nur 350-450€. Andere Bikes wie die MT07 oder MT09 haben das nicht. Bei ihnen ist die gesamte Auspuffanlage ein großes Teil. Also musst du eine Komplettanlage kaufen und die sind meist um einiges teurer, 550-1100€.
Wichtige Aspekte beim Kauf einer Auspuffanlage
Beim Kauf einer neuen Auspuffanlage oder eines Endschalldämpfers sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Zulassung: Die Anlage muss für das jeweilige Motorradmodell zugelassen sein (Modellnummer beachten).
- Abgasnorm: Für Motorräder mit Erstzulassung nach dem 31. Dezember 2016 muss die Anlage der Euro 4 Norm entsprechen.
- Katalysator (Kat): Viele Auspuffhersteller liefern den Auspuff bereits mit Kat aus, andere jedoch nicht. Ein Katalysator ist eine Art Filter, die die Abgase etwas filtern soll.
- E-Kennzeichnung: Zulässige Anlagen haben auf dem Schalldämpfer eine sogenannte E-Kennzeichnung.
Erfahrungen mit dem Einbau und Sound
Der Einbau einer Auspuffanlage ist oft keine große Wissenschaft und kann mit etwas handwerklichem Geschick selbst durchgeführt werden. Viele Motorradfahrer berichten von positiven Erfahrungen nach dem Einbau einer neuen Anlage, insbesondere hinsichtlich des Sounds. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass eine zu laute Anlage zu Problemen bei der Hauptuntersuchung (HU) führen kann.
Es gibt viele Freds zum Thema Auspuff. Grundsätzlich braucht die 07 eine Komplettanlage, da der originale Auspuff verschweißt ist. Ferner ist darauf zu achten - wenn du legal unterwegs sein willst - dass der Auspuff der Schadstoffklasse deines Moppeds mindestens ebenbürtig ist. Also auf eine Euro 4 MT muss (eigentlich) auch ein E4 Auspuff. Auf einer E3 MT geht im Prinzip sowohl E3 als auch E4. (in den Unterlagen für den Auspuff, muss dein Modell aufgeführt sein)
Sound: wohl jede Zubehöranlage "verbessert" den Klang der MT. Akrapovic beispielsweise ist hier eher auf der dezenten Seite (nur nicht beim Preis) während z.B. SC-Project oder Roads Italia (Preistipp) eher auf der gegenüberliegenden angesiedelt sind.
Auspuffklappenmodule
Einige Anbieter entwickeln Auspuffklappenmodule, die Plug and Play zwischen die Exup Stecker gesteckt werden. Diese Module bieten verschiedene Modi, wie z.B. das Fahren mit geöffneter oder geschlossener Klappe. Die Steuerung erfolgt oft über das Dashboard des Motorrads.
Das Modul ist komplett Plug and Play ( 3 Stecker und ca. 10 Minuten einbau). Es gibt zwei Modi, Auspuffklappe fährt wie Original oder Auspuffklappe ist immer offen. Gesteuert werden die Modi über euer Dashboard. TCS auf 1 oder 2 -> Klappe ist dauerhaft offen, TCS auf alles andere -> Klappe fährt wie Original.
Leistungssteigerung und Motorabstimmung
In der Regel verschlechtern die meisten Zubehöranlagen aber die Leistung des Motors. Durch entsprechendes Abstimmen der Gemischzusammensetzung kann man das ein oder andere verloren gegangene PS wieder holen. Wird der Dämpfer offen gefahren, treten solche Probleme weniger auf, doch eine gute Einspritzoptimierung ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Aber Achtung: Offene Anlagen sind auf normalen Straßen eben illegal.
Rechtliche Aspekte
Wer eine Auspuffanlage manipuliert, begeht nicht nur verschiedene Ordnungswidrigkeiten, sondern auch Urkundenfälschung nach § 267 StGB und damit eine Straftat. Versicherungsrechtliche Probleme kommen noch hinzu.
Die E-Nummer muss unbedingt mit dem Fahrzeugtyp übereinstimmen, sonst ist der Auspuff auch mit Nummer illegal. Im öffentlichen Verkehr müssen dB-Killer montiert sein. Wer ohne erwischt wird, kommt im besten Fall mit 20 Euro wegen nicht vorschriftsmäßigem Geräuschverhalten davon, meist droht aber eine Anzeige wegen Fahrens ohne Betriebserlaubnis, da der dB-Eater in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung aufgeführt ist.
Tabelle: Übersicht wichtiger Aspekte beim Auspuffanlagenkauf
| Aspekt | Beschreibung | Hinweise |
|---|---|---|
| Zulassung | Die Anlage muss für das Motorradmodell zugelassen sein. | Modellnummer beachten |
| Abgasnorm | Euro 4 für Motorräder ab 2017 | Auf die Einhaltung der Norm achten |
| Katalysator | Filtert Abgase | Prüfen, ob im Lieferumfang enthalten |
| E-Kennzeichnung | Kennzeichnung auf dem Schalldämpfer | Muss vorhanden und gültig sein |
Verwandte Beiträge:
- Ducati Auspuffklappe deaktivieren: Anleitung, Risiken & Tipps
- Ducati Monster 821 Auspuffklappe deaktivieren: Anleitung & Tipps
- Ducati Monster 1200 Auspuffklappe deaktivieren – So gelingt die einfache Anleitung!
- Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Alle Technischen Daten & Top Details Enthüllt!
- Motorradsitzbank aufpolstern leicht gemacht: Schritt-für-Schritt Anleitung für maximalen Sitzkomfort!
Kommentar schreiben