Flatternde Lenkung, vibrierendes Bremspedal oder zitternde Karosserie können Anzeichen dafür sein, dass etwas mit den Rädern nicht stimmt. Besonders nach einer Reifenmontage kann eine Unwucht die Ursache sein. Das bedeutet, dass der Schwerpunkt des Rades nicht zentral auf der Achse liegt, sondern um den Radmittelpunkt verlagert ist. Auswuchtgewichte können helfen, dieses Problem zu beheben und das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Was sind Auswuchtgewichte und wozu dienen sie?
Auswuchtgewichte sind kleine Gewichte, die an den Felgen von Fahrzeugrädern angebracht werden, um eine Unwucht auszugleichen. Sie wiegen oft nur wenige Gramm (in der Regel zwischen 5 und 55 Gramm) und sorgen für Laufruhe.
Bei Alufelgen werden meist Klebegewichte verwendet, die hinter den Speichen auf die Felge geklebt werden. Stahlfelgen werden dagegen mit sogenannten Schlaggewichten gewuchtet, die am Felgenrand angebracht werden. Die Funktionsweise ist jedoch dieselbe: Die kleinen Gewichte verlagern den Schwerpunkt des Rades. Daher ist korrektes Messen notwendig, um zu bestimmen, wie viele Gewichte wo angebracht werden müssen, damit die Räder rund abrollen.
Das Auswuchten sorgt nicht nur für mehr Fahrkomfort, sondern schont auch Material und Technik. Bei extremer Unwucht können sich Reifen schneller abnutzen.
Arten von Auswuchtgewichten
Es gibt verschiedene Arten von Auswuchtgewichten, die sich hauptsächlich in ihrer Befestigungsart und ihrem Material unterscheiden:
- Klebegewichte: Diese Gewichte sind mit einer selbstklebenden Rückseite versehen und werden auf die Innenseite der Felge geklebt. Sie sind besonders für Alufelgen geeignet, da sie keine Kratzer verursachen.
- Schlaggewichte: Diese Gewichte werden am Felgenrand befestigt. Sie sind hauptsächlich für Stahlfelgen geeignet.
- Speichengewichte: Diese speziellen Gewichte sind für Motorräder mit Speichenfelgen konzipiert. Sie werden an den Speichen befestigt, um die Unwucht auszugleichen.
Wichtig: Bleigewichte sind seit 2002 für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen in der EU verboten. Stattdessen werden Zink ("Zn") oder Stahl ("Fe") als unbedenklichere Alternativen verwendet.
Auswuchtgewichte für Motorrad-Speichenfelgen
Bei einigen Motorrädern reicht der Platz zwischen den dünnen Speichern der Felgen eventuell nicht für herkömmliche Pkw-Klebegewichte. Daher gibt es für diesen Fall spezielle Speichengewichte. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen, um die Unwucht so genau wie möglich beseitigen zu können.
Gibt es die Felge her, können auch herkömmliche Auswuchtgewichte zum Aufkleben am Rad angebracht werden.
Benötigte Materialien und Werkzeuge zum Auswuchten von Motorradreifen
Um Motorradreifen selbst auswuchten zu können, benötigt man folgendes Zubehör:
- Auswuchtbock für Motorradreifen
- Klebegewichte
- Innensechskantschlüssel (3 mm)
- Entfettungsmittel
- Stück Stoff
- Markierung (z.B. Stift)
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Auswuchten von Motorradreifen
Hier ist eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Auswuchten von Motorradfelgen nach dem Reifenwechsel:
- Vorbereitung: Stelle sicher, dass das Auswuchtgerät waagerecht steht. Reinige die Felge gründlich, um sicherzustellen, dass die Klebegewichte gut haften. Entferne gegebenenfalls alte Klebegewichte.
- Rad einsetzen: Stecke die Auswuchtstange durch die Nabe des Rades. Bringe einen Konus auf beiden Seiten der Ausgleichsstange an, wobei die kleine Seite zum Reifen zeigt. Achte darauf, dass das Motorrad und die Kegel in der Mitte der Balancierstange platziert werden. Schiebe dann die Konen so fest wie möglich gegen die Radnabe und ziehe sie mit dem Innensechskantschlüssel fest.
- Unwucht prüfen: Setze das Motorrad auf die Auswuchtmaschine, ohne es zu drehen. Wenn sich das Rad von selbst zu drehen beginnt, ist es nicht mehr im Gleichgewicht. Das Rad wird nun etwas pendeln, bis der schwerste Punkt unten stehen bleibt.
- Gewicht ermitteln und anbringen: Markiere die Oberseite des Rades (den leichtesten Punkt). Beginne mit kleinen Stücken Blei und klebe sie gegenüber der Markierung auf. Drehe das Rad um eine viertel Bewegung und beobachte, ob es sich schnell in die Ausgangsposition zurückdreht. Wenn ja, wird mehr Gewicht benötigt; bei langsamer Bewegung ist weniger Gewicht erforderlich.
- Feinjustierung: Wiederhole den Vorgang, bis das Rad in keiner Position mehr pendelt. Geringfügige Pendelbewegungen unter 3 Gramm können vernachlässigt werden.
- Abschlussprüfung: Drehe nun das Rad erneut und schau, ob es noch pendelt. Das Rad gilt als vollständig gewuchtet, wenn keine Pendelbewegung mehr auftritt.
Hinweis: Wir verwenden nur Klebegewichte, da diese einfach zu handhaben sind und auf allen Felgenarten verwendet werden können.
Alternative: Reifen auf der Felge verdrehen (Matching)
Sollte ein Auswuchten generell nicht möglich sein, kann das Verdrehen des Reifens auf der Felge Abhilfe schaffen (sogenanntes Matching). Falls die oben beschriebenen Maximalwerte nicht erreicht werden können, ist es notwendig, den Reifen auf der Felge in eine andere Position zu drehen, das sogenannte Matching.
Sollte ein Lenkerflattern bei Neureifen nach der Montage auftreten, ist das Rad ggf. erneut zu wuchten.
Wann sollte man Räder wuchten lassen?
Eine festgelegte Regel gibt es hierzu nicht. Die Empfehlungen reichen von einer Überprüfung auf Unwucht bei jedem saisonalen Reifenwechsel (einmal pro Jahr bei Ganzjahresreifen) bis zum Aufziehen neuer Reifen. Spätestens wenn neue Reifen auf die Felge kommen, muss das Rad ausgewuchtet werden.
Eine regelmäßige Überprüfung der Unwucht ergibt jedoch ebenfalls Sinn, besonders wenn ein Flattern im Lenkrad wahrzunehmen ist.
Kosten für das Auswuchten von Rädern
Das Auswuchten von Rädern ist oft nicht teuer. Viele Reifenhändler erledigen die Arbeit an allen vier Kompletträdern für etwa 10 bis 35 Euro - je nach Radgröße und ob ein Reifendruckkontrollsystem verbaut ist. Ob ein Schlaggewicht oder ein Klebegewicht gebraucht wird, ist vom Preis her nahezu irrelevant.
Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Wer nicht das Know-How und die richtigen Maschinen hat, sollte nicht ohne weiteres nach Gefühl Klebegewichte oder Schlaggewichte an der Felge anbringen. Im schlimmsten Fall verschlimmert sich die Unwucht und kann bei höheren Geschwindigkeiten zu Schäden an Reifen und Fahrwerk führen.
Deshalb besser zu einer Fachwerkstatt mit gewartetem und kalibriertem Auswuchtgerät fahren und die Arbeit fachmännisch erledigen lassen. Das spart Zeit und Nerven und ist auch im Sinne der eigenen Sicherheit jeden Euro wert.
Eine Auswuchtmaschine kann mehrere Tausend Euro kosten. Für Privatpersonen mit ein, zwei oder drei Fahrzeugen lohnt sich die Investition in ein eigenes Gerät nicht.
Wer die Arbeit unbedingt selbst durchführen möchte, kann alternativ jedoch eine Mietwerkstatt mit Wuchtmaschine aufsuchen.
Beispiele für Auswuchtgewichte
Hier sind einige Beispiele für Auswuchtgewichte, die online erhältlich sind:
| Produkt | Material | Anzahl | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Hofmann Power Weight Klebegewichte Stahl | Stahl | 1000 Stück | Auf Rolle aufgewickelt, selbstklebend |
| Felgenfactory Auswuchtgewichte Stahl, Schwarz | Stahl | 1200 Stück | Schwarze Farbe für dezentes Auswuchten |
| Haskyy Auswuchtgewichte Stahl | Stahl | 1200 Stück | Verzinkt und kunststoffbeschichtet |
| Haskyy Schlaggewichte Zink | Zink | 225 Stück | Verschiedene Größen für Stahlfelgen |
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