Auto Motorrad Huber Pfaffenhofen Geschichte und die Bedeutung von Oldtimern

Der Begriff Oldtimer bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch ein Kraftfahrzeug, das älter als 20, 25 oder 30 Jahre ist. Dies gilt insbesondere für Automobile, Lastkraftwagen, Omnibusse, Motorräder oder Traktoren. Fachlich ist der Ausdruck Oldtimer also klar definiert.

Die "Oldtimer" der Feuerwehr Ottobeuren

Innerhalb der Feuerwehr Ottobeuren hat das Wort Oldtimer abgesehen von seiner klassischen noch eine weitere Bedeutung: Die älteren Feuerwehrkameraden, welche keinen aktiven Dienst mehr verrichten, werden als "Oldtimer" bezeichnet. Im klassischen Sinn sind hiermit die ehemaligen Einsatzfahrzeuge gemeint.

Die Freiwillige Feuerwehr Ottobeuren ist eine von nur sehr wenigen Feuerwehren, welche eine komplette Sammlung ihrer Einsatzfahrzeuge vorweisen kann. Jedes einzelne Fahrzeug unserer Sammlung stellt nicht nur ein Stück Geschichte der Feuerwehr Ottobeuren dar, sondern ist auch Bestandteil der Geschichte des Marktes Ottobeuren und des Klosters.

Blickt man nun zurück auf die "Leichte Bayern", die vor nunmehr über 90 Jahren beschafft wurde und bis 1950 ihren Dienst tat, kann man sich die Mühen und Entbehrungen damaliger Löscheinsätze gut vor Augen führen. Dieses offene Fahrzeug ohne jeglichen Komfort verlangte den Einsatzkräften bei langen Überlandfahrten und bei jeder Witterung einiges ab.

Die Entwicklung der Fahrzeuge und Einsatztaktiken

Jedes neue Fahrzeug stellt natürlich einen Schritt nach vorne da. Doch es entwickelte sich nicht nur die Technik der Fahrzeuge weiter, sondern auch die Einsatztaktiken der Feuerwehren. So kam nach dem 2. Weltkrieg neben dem Brandschutz auch die technische Hilfe dazu. Jedes Fahrzeug war moderner und besser als sein Vorgänger.

Die Anschaffung von Neufahrzeugen war nicht nur notwendig, weil die Fahrzeuge in die Jahre gekommen waren, sondern auch, weil sie den aktuellen Anforderungen der Feuerwehr nicht mehr genüge getan haben. Früher wurden alte Fahrzeuge oft an kleinere Wehren abgegeben oder ins Ausland verkauft, bis sie dann außer Dienst gestellt und verschrottet wurden.

Das Umdenken und der Erhalt der Oldtimer

Inzwischen ist bei vielen Feuerwehren allerdings ein Umdenken eingetreten. Mittlerweile verfolgt man das Ziel, die Oldtimer für zukünftige Generationen zu erhalten. Und hier beginnt etwas, was viele Außenstehende komplett übersehen, wenn die Fahrzeuge auf den Oldtimertreffen präsentiert werden. Denn dort steht ein Fahrzeug neben dem Anderen und sieht aus als ob es frisch vom Band gelaufen ist.

Dieses ist aber eben nur möglich, weil in den meisten Fällen sehr viele Freiwillige Helfer und beauftragte Werkstätten hunderte wenn nicht tausende Stunden Arbeit aufgewendet haben, um die Fahrzeuge zu warten und zu restaurieren. Auch darf der finanzielle Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Viele Ersatzteile müssen oft umständlich beschafft oder gar neu angefertigt werden.

Der Stundenlohn und Arbeitsaufwand der Freiwilligen Helfer wird gar nicht berücksichtigt und wäre finanziell auch nicht tragbar. Doch viele Arbeiten müssen von professionellen Werkstätten ausgeführt werden, da auch die Freiwilligen Helfer irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Und das reine Neulackieren ist hier nur das kleinste aller Probleme.

Der Fall des Dodge

Nehmen wir zum Beispiel unseren Dodge. Als Basis dieses „Behelfslöschfahrzeugs“ dient ein amerikanischer Armee LKW von 1944. Somit sind alle verbauten Teile aus amerikanischer Hand und jedes einzelne Ersatzteil muss entweder aus Amerika importiert oder selbst neu hergestellt werden.

Dennoch sehen es immer mehr Feuerwehren als ihre Aufgabe, die Geschichte zu erhalten und diese Fahrzeuge der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wenn letztendlich alle erforderlichen Arbeiten abgeschlossen sind, kommt der Oldtimer zum TÜV.

Finanzierung und Erhalt der Oldtimer

Der TÜV, die Zulassung und natürlich die Versicherung der Fahrzeuge kostet Geld. Viele Vereine finanzieren den Erhalt ihrer Oldtimer durch Veranstaltungen, auf denen sowohl um Spenden geworben wird als auch durch den Verkauf von Speisen und Getränke Einnahmen generiert werden, welche dem Erhalt der Oldtimer zugute kommen. In den meisten fällen jedoch, kann die finanzielle Lücke durch die Arbeit der Vereinsmitglieder geschlossen werden.

Doch jeder zusätzliche Euro hilft. Denn nach den aufwändigen Reparaturen und der Zulassung müssen die Fahrzeuge auch bewegt werden. Bei den Bewegungsfahrten sind es vor allem die Betriebsstoffe wie Benzin, Öl etc. die das Budget der Oldtimer schrumpfen lassen.

Die Problematik der Unterbringung

Auch die Unterbringung der Oldtimer gestaltet sich meist schwierig, denn nur wenige Feuerwehren haben ausreichend Stellplätze im eigenen Feuerwehrhaus. In Ottobeuren ist aufgrund der Anzahl der Fahrzeuge gar nicht daran zu denken, zu den aktuellen Einsatzfahrzeugen auch noch die ehemaligen Einsatzfahrzeuge im Haus aufzubewahren.

Doch wie bereits erwähnt befinden sich einige unserer Oldtimer im Privatbesitz von Mitgliedern der Feuerwehr Ottobeuren und sind somit privat untergebracht. Doch die drei ältesten Schätze unserer Wehr die Leichte Bayern, der Dodge und das alte Tanklöschfahrzeug sind über den ganzen Ort verteilt und keiner dieser Stellplätze ist langfristig gesichert.

Ein Anbau auf dem Gelände der Feuerwehr Ottobeuren wäre wahrscheinlich die beste und vor allem sicherste Möglichkeit, den langfristigen Erhalt der Fahrzeuge zu sichern. Doch so ein Anbau kostet Geld, welches der Verein aus eigener Kraft nicht alleine aufbringen kann. Denn ein derartiger Schatz aus der Geschichte unseres Ortes ist es würdig erhalten zu bleiben.

Zusammenfassung der Herausforderungen und Lösungen

Die Erhaltung von Oldtimer-Feuerwehrfahrzeugen ist ein komplexes Unterfangen, das Engagement, Fachwissen und finanzielle Mittel erfordert. Freiwillige Helfer, professionelle Werkstätten und die Unterstützung der Gemeinschaft spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewahrung dieser historischen Zeugnisse.

Herausforderung Lösung
Hoher Arbeitsaufwand bei Restaurierung und Wartung Freiwillige Helfer und beauftragte Werkstätten
Schwierige Ersatzteilbeschaffung Import aus dem Ausland oder Neuanfertigung
Finanzierung von TÜV, Zulassung, Versicherung und Betriebsstoffen Veranstaltungen, Spenden und Arbeit der Vereinsmitglieder
Mangelnde Stellplätze Private Unterbringung oder Anbau am Feuerwehrhaus

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