Wenn Sie einen Roadtrip durch Frankreich planen oder lediglich auf der Durchreise nach Spanien sind, werden Sie in den meisten Fällen nicht umhin kommen, Mautgebühren für die Nutzung der Autobahnen, Tunnel und Brücken zu entrichten.
Fast alle Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig. Nur einige Autobahnen im Elsass, der Bretagne und um Großstädte herum sind mautfrei. Landstraßen können kostenfrei befahren werden. An den Mautstellen (Péage) sollte man Kleingeld oder die Kreditkarte bereithalten.
In Frankreich ist die Mautpflicht für Motorräder auf Autobahnen und Schnellstraßen eine gängige Praxis. Die Gebühren sind entfernungsabhängig und können die Reisekosten schnell in die Höhe treiben.
Mautgebühren für Motorradfahrer
Wer mit dem eigenen Motorrad fährt, kann sich auf französischen Autobahnen einiges sparen, da Motorräder weniger Maut kosten als PKWs. Das funktioniert aber nur tagsüber, wenn man die personenbesetzten Mautstellen anfahren kann.
Die Mautkosten für Motorräder variieren zwischen 7 und 14 Cent pro Kilometer, abhängig von der jeweiligen Fahrspur und dem gewählten Streckenabschnitt. Es ist wichtig, diese Kosten im Voraus zu berücksichtigen, um unerwartete Gebühren und mögliche Geldbußen zu vermeiden.
Kategorie 5: Motorradtarife
Motorräder und Trikes fallen in der Mauttarifstruktur Frankreichs unter die Kategorie 5. Dies bedeutet, dass die Mautgebühren für diese Fahrzeuge nach einem festgelegten Tarif berechnet werden.
Dieser Tarif ist unabhängig von der Größe oder dem Gewicht des Fahrzeugs und gilt für alle Motorräder, unabhängig davon, ob sie auf Autobahnen, Schnellstraßen oder in städtischen Mautzonen unterwegs sind.
Darüber hinaus können zusätzliche Sondermauten für Motorräder und Trikes an Brücken und Tunneln anfallen. Die Gebühren sind in der Regel höher als die regulären Mautgebühren und können je nach Strecke und Zeitpunkt der Durchfahrt variieren.
Zahlungsmethoden
Es gibt verschiedene Zahlungsmethoden für Mautgebühren in Frankreich. An den Mautstationen können Motorradfahrer entweder mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlen.
Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Mautstationen mit Personal besetzt sind. Daher ist an manchen Stationen unter Umständen keine Barzahlung möglich.
Es ist zudem empfehlenswert, immer etwas Kleingeld für die Maut bereitzuhalten, falls keine Mautbox wie Bip&Go genutzt wird.
Bip&Go-Transponder
Bei einer beliebten Zahlungsoption handelt es sich um den Bip&Go-Transponder. Dieses Gerät ermöglicht es Motorradfahrern, Mautstationen ohne Anhalten zu passieren, da die Gebühr automatisch abgebucht wird.
Der Transponder kann praktisch auf dem Motorrad mitgeführt werden und Motorradfahrer können spezielle Télépéage-Spuren nutzen. Dies kann besonders nützlich sein, wenn Sie auf stark befahrenen Straßen unterwegs sind und die Wartezeit an Mautstationen minimieren möchten.
Zusätzlich zur Zahlung der Mautgebühren sollten Sie darauf achten, bei der Durchfahrt durch automatische Mautstationen mittig und mit Abstand zu fahren, um als Motorrad erkannt zu werden. Bei Nichtbeachtung dieser Regeln können zusätzliche Gebühren oder Strafen anfallen.
Télépéage
Télépéage ist ein elektronisches Mautsystem, das in Frankreich weit verbreitet ist. Es ermöglicht Motorradfahrern, Mautstationen ohne Anhalten zu passieren, da die Abbuchung der Gebühren automatisch erfolgt.
Dies kann insbesondere bei langen Fahrten eine große Zeitersparnis bedeuten und dazu beitragen, den Verkehrsfluss auf den Autobahnen zu verbessern.
Motorradfahrer können einen Télépéage-Transponder über den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) oder einen anderen Anbieter beziehen. Es gibt spezielle Armbänder, die für die Befestigung des Transponders am Motorradfahrer verwendet werden können.
Diese sind jedoch nur in den Bip&Go-Agenturen in Frankreich verfügbar. Der Télépéage-Tag kostet einmalig etwa 20 Euro und ist an ein Online-Konto gebunden, was das automatische Bezahlen ermöglicht.
Bip&Go bietet zwei Tarifmodelle an: eine Monatsgebühr, die nur anfällt, wenn der Transponder im betreffenden Monat genutzt wird, und ein Jahresabo für Vielnutzer.
Merke: Wenn ihr beruflich oder privat öfter in Frankreich unterwegs seid, eine weite Strecke innerhalb Frankreichs zurücklegt oder einen Roadtrip plant, lohnt sich ein Télépéage-Badge definitiv.
Bei der Wahl der passenden Mautbox müssen Anhänger und abnehmbare Aufbauten wie Antennen oder Boxen nicht mitberechnet werden, wenn man die Fahrzeugklasse bestimmt. Nur das Zugfahrzeug zählt.
Mautfreie Routen als Sparoption
Neben den mautpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen gibt es in Frankreich auch viele mautfreie Strecken. Diese bieten eine gute Alternative für Motorradfahrer, die die Mautkosten senken möchten.
Eine solche Option sind die französischen Nationalstraßen (Route Nationale), die oft landschaftlich reizvoller sind und die Möglichkeit bieten, kleine Städte und Dörfer zu entdecken.
Eine effektive Routenplanung kann helfen, Zeit und Geld zu sparen. Mautfreie Routen vermeiden nicht nur Staus an Mautstationen, sondern bieten auch die Möglichkeit, lokale Restaurants und traditionelle Dörfer zu entdecken.
Sondermauten für Brücken und Tunnel
Für bestimmte Brücken und Tunnel in Frankreich fallen Sondermauten an. Diese Gebühren sind zusätzlich zu den regulären Mautgebühren zu entrichten und können je nach Strecke variieren.
Betrachtet man beispielsweise das Viadukt von Millau, wird für das Befahren der Brücke eine saisonabhängige Gebühr zwischen 4,08 Euro und 4,90 Euro fällig.
Diese Sondermauten können die Reisekosten erheblich erhöhen, besonders wenn Sie vorhaben, mehrere solcher Streckenabschnitte zu befahren. Daher ist es wichtig, sich vor der Reise über die Höhe dieser Gebühren zu informieren.
Sicherheitsvorschriften für Motorradfahrer
In Frankreich gelten strenge Sicherheitsvorschriften für Motorradfahrer. Dazu gehören unter anderem die Pflicht zum Tragen von Helmen und Handschuhen sowie das Mitführen einer Warnweste.
Verstöße gegen diese Vorschriften und das Fehlen von Vignetten können mit hohen Geldbußen und sogar der vorübergehenden Stilllegung des Fahrzeugs geahndet werden.
- Helmpflicht: Gilt für Fahrer und Beifahrer von Motorrädern, Trikes und Quads.
- Handschuhe: Seit dem 20. November 2016 müssen Motorradfahrer in Frankreich zudem stets Handschuhe tragen, die der Norm entsprechen und mit einem CE-Zeichen versehen sind.
- Warnweste: Seit dem 1. Januar 2016 gilt für Motorradfahrer in Frankreich eine Warnwestenpflicht. Bei Nichteinhaltung dieser Regel droht mindestens eine Geldstrafe von 90 Euro.
Umweltzonen
In einigen Städten ist zur Einfahrt zudem eine kostenpflichtige Umweltplakette erforderlich. Im Gegensatz zu Deutschland ist auch für Motorräder eine Umweltplakette erforderlich. Wenn du einen Städtetrip in Frankreich planst, kannst du dich gleich um die Umweltplakette kümmern.
Es gibt zudem die Möglichkeit, dass temporäre Umweltzonen in ganzen Regionen ausgerufen werden. Informieren Sie sich vorab, ob Ihr Zielort in einer solchen Zone liegt, um Bußgelder zu vermeiden.
Routenplanung
Bei jedem Routenplaner und Navi-System können Sie „ohne Maut“ eingeben. Wir empfehlen für Frankreich den Routenplaner von MichelinAutobahnen, die durch Ballungszentren führen oder an großen Städten vorbeiführen, sind meist mautfrei (z.B. Paris, Bordeaux, Lyon, Montpellier).
Hier eine Tabelle mit geschätzten Mautkosten pro Kilometer für verschiedene Fahrzeugtypen:
| Fahrzeugtyp | Maut pro Kilometer (ca.) |
|---|---|
| PKW und Gespann unter 2m und weniger als 3,5t (Kategorie 1) | 9 Cent |
| Wohnmobil oder Wohnwagengespann (über 2m aber unter 3m Höhe und unter 3.5t) (Kategorie 2) | 14 Cent |
| Wohnmobil ab 3m Höhe oder über 3,5t (Kategorie 3) | 20 Cent |
| Gespann (über/oder 3m Höhe oder über 3.5t) (Kategorie 4) | 27 Cent |
| Motorrad (Kategorie 5) | 7-14 Cent |
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