Informationen über Fahrradventile

Zu wenig Luft im Reifen? Welche Ventile fürs Fahrrad gibt’s eigentlich? Für Fahrräder werden verschiedene Ventilarten verwendet. Mit Ihrem Fahrradventil kommen Sie spätestens dann in Berührung, wenn Sie einen Reifen mangels Luftdruck aufpumpen müssen.

Die wichtigsten Ventiltypen

Am wichtigsten sind drei Ventiltypen, die jeweils bestimmte Besonderheiten aufweisen: das Autoventil, auch Schraderventil genannt, das französische oder Sclaverand-Ventil und das Blitzventil. Ein Überblick:

  • Wie sie funktionieren und wie man sie handhabt
  • Welche Vor- und Nachteile sie haben

Autoventil (Schraderventil)

Ob Kfz oder Fahrrad, das sogenannte Autoventil sorgt bei vielen Fahrzeugen dafür, dass der notwendige Reifendruck auch in den Pneus bleibt. Ein "Autoventil" muss nicht immer am Auto sein.

Was ist ein Autoventil?

Ein Autoventil - auch Schrader-Ventil genannt - findet sich heute an nahezu jedem motorisierten Fahrzeug wieder. Da weder der Antrieb noch die Größe des Rads für seine Verwendung relevant ist, ist das Autoventil auch an Fahrrädern wiederzufinden. Und egal, ob es sich um ein klassisches Trekking- oder City-Rad oder ein E-Bike handelt, nahezu alle Fahrräder lassen sich auf ein Autoventil umrüsten.

Vom Aufbau her ist das Schrader-Ventil recht simpel: Ein federgelagerter Ventileinsatz dichtet das Ventil ab. Wird der mittig stehende Pin eingedrückt, kann Luft eingepumpt werden. Pumpen für Autoventile haben daher auch oft ein Gegenstück zum Pin, damit die Ventilöffnung während des Pumpvorgangs offen steht. Gleichzeitig kann jedoch in diesem Moment auch Luft entweichen, weshalb eine Pumpe mit Rückschlagventil benutzt werden sollte.

Welche Autoventil-Typen gibt es?

Bei Autos, Lkw, Transportern, aber auch Motorrädern und Rollern, kommen meistens "Autoventile" zum Einsatz, da es sowohl ausreichend Luftdruck aushält, genaue Messungen ermöglicht (so Reifendruck prüfen) und einfach in der Handhabung ist. Doch auch unter den Schrader-Ventilen gibt es leichte Unterschiede in Aufbau und Material:

  • Gummiventil: Ventile aus Gummi - auch Snap-In-Ventil genannt - sind einfach zu wechseln und günstig in der Anschaffung. Dafür können sie, besonders bei hohem Reifendruck, schneller undicht werden und neigen auch dazu, im Alter porös zu werden. Außerdem gilt: Sie sind nur für Geschwindigkeiten bis 210 km/h zugelassen.
  • Metallventil: Robuster, aber teurer. Ein Metallventil - auch als Clamp-In-Ventil bekannt - wird vor allem bei Alufelgen wegen der Optik bevorzugt. Bei schnellen Fahrzeugen (Höchstgeschwindigkeit über 210 km/h) ist diese Ausführung Pflicht. Darüber hinaus sind sie bei anständiger Pflege oft langlebiger.
  • Ventile mit RDKS: Neben einfachen Gummi- und Metallventilen gibt es beide Ausführungen auch mit Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS). Das System ist seit 2014 bei allen Neuwagen Pflicht und soll vor Unfällen durch falschen Reifendruck oder schleichendem Plattfuß verhindern. Dafür sorgt ein Sensor mit einer Batterie (bis zu sieben Jahre Lebensdauer laut Herstellern), der die Daten an ein Steuergerät sendet.

Warum müssen Ventile gewechselt werden?

Der Zahn der Zeit nagt auch am Ventil. Das gilt vor allem bei Gummiventilen, die auf Dauer durch UV-Strahlung, Streusalz, Bremsstaub & Co. porös werden und so nicht mehr dichthalten können. Expert:innen empfehlen, diese Ventile bei jedem saisonalen Reifenwechsel tauschen zu lassen. Viele Fachbetriebe erledigen diese Arbeit standardmäßig. Auch Ventile mit RDKS-Sensor müssen mindestens alle fünf bis sieben Jahre gewechselt werden. Grund ist hier jedoch die Batterie. Und auch bei Metallventilen kann ein Austausch sinnvoll sein, da auch sie dauerhaft Witterung und Chemikalien ausgesetzt sind. Hier genügt es jede zweite Saison. Wird Druckverlust festgestellt, sollten Ventil und Reifen genau gecheckt werden und alsbald getauscht werden. Das gilt auch, wenn das Ventil etwa durch Bordsteinkontakt verbogen wurde.

Kann man Ventile am Auto wechseln?

Der Tausch eines Autoventils ist selbstverständlich möglich - und bei defekten Ventilen auch notwendig. Im Fachhandel, in Baumärkten oder in Online-Shops finden sich passende Austauschventile fürs Auto. Wichtig ist für den Tausch in Eigenregie auch das passende Werkzeug (wichtig ist hier, welche Art von Autoventil verwendet wird). Am einfachsten läuft der Austausch bei Gummiventilen - auch Snap-In-Ventil genannt, wie sie etwa viele Stahlfelgen haben.

Im Internet finden sich eine Vielzahl an Videos, die den Wechsel veranschaulichen. Da es sich jedoch um ein vitales Bauteil für die Verkehrssicherheit handelt und moderne Autos mit einem Reifendruck-Kontrollsystem ausgestattet sind, das beim Wechsel angelernt werden muss, empfiehlt sich der Besuch bei einer Fachwerkstatt. So wird sichergestellt, dass die Ventile korrekt sitzen und dicht sind sowie Sensoren (wenn vorhanden) korrekt angelernt werden.

Viele Werkstätten wechseln das Ventil oft bereits beim Wechseln der Reifen (nicht Radwechsel im Sommer/Winter) standardmäßig. Wer Bedenken wegen undichter Ventile hat, sollte diese von einem Profi checken lassen.

Fahrrad mit Autoventil: Schläuche & Zubehör

Alphatrail-Fahrradschlauch Rick 28 Zoll: Der Tour-Fahrradschlauch Rick von Alphatrail mit Autoventil (AV) ist in verschiedenen Größen, darunter auch 28 Zoll, verfügbar. Laut Hersteller ist der Schlauch mit vielen Reifenherstellern und Radgrößen kompatibel. Als Material wählt Alphatrail Butylkautschuk. Neben Ausführungen mit Schrader-Ventil sind auch Schläuche mit Dunlop- und Sclaverand-Ventil verfügbar.

Auch Schwalbe bietet einen Fahrradschlauch mit Schrader-Ventil an. Zur Auswahl stehen verschiedene Größen von 18 bis 28 Zoll. Die Ventile sind vernickelt und mit einem austauschbaren Ventileinsatz versehen. Dazu soll jeder Schlauch laut Hersteller auch zu 100 Prozent recycelbar zu sein. Es werden immer zwei Stück im Set verkauft. Preis (je nach Größe): 10 bis 16 Euro.

Speziell für Mountainbikes ist der MTB-Fahrradschlauch von Reifen-Spezialisten Continental. Der Schlauch soll für Radgrößen von 28 bis 29 Zoll geeignet sein. Auch hier ist ein Schrader-Ventil verbaut.

Klein, handlich und dank Halter immer dabei: Die universelle Mini-Luftpumpe von Zündapp ist für Fahrräder mit Autoventil, französischem Ventil oder Dunlopventil geeignet. Die Pumpe kann bis zu acht bar an Maximaldruck aufbauen. Ein Manometer an der Pumpe lässt den Luftdruck in bar und PSI bestimmen. Mit nur 145 Gramm Gewicht und einer mitgelieferten Rahmenhalterung eignet sich die Pumpe bestens für Fahrradtouren.

Auch die Standpumpe SKS Air X-Press 8.0 ist für alle gängigen Ventilarten bei Fahrrädern gedacht. Das analoge Manometer lässt den Reifendruck präzise von 1,6 bis maximal acht bar einstellen. Laut Hersteller sei die Pumpe insbesondere für Fat Bikes und andere hochvolumige Fahrradreifen konzipiert.

Wer das Fahrrad noch nicht aufs Autoventil umgerüstet hat, aber trotzdem eine Luftpumpe oder den Reifenfüller an der Tankstelle nutzen möchte, erhält mit dem Fahrradventil-Adapter aus Messing von 8acht schnelle Abhilfe.

Vorteile des Autoventils beim Fahrrad

Ein Autoventil am Fahrrad bietet einige Vorteile, die andere Ventilarten nicht bieten können. Auf der Habenseite des Autoventils steht die einfache Handhabung. Die meisten gängigen Fahrradpumpen sowie alle Luftpumpen an Tankstellen sind mit einem Schrader-Ventil eine Anlaufstelle für Radler:innen mit plattem Reifen. Durch die sichere und robuste Konstruktion sind zudem Defekte am Lufteinlass sehr selten. Und auch der Kraftaufwand (vor allem bei einer Handpumpe) hält sich in Grenzen, da hier kein Druck aufgebaut werden muss, um Luft einzufüllen.

Einige Nachteile hat das Schrader-Ventil jedoch auch. Verwendete Luftpumpen müssen zwingend ein Rückschlagventil besitzen, da sobald der Stift des Ventils vom Pumpenkopf eingedrückt wird, Luft in die Pumpe entweichen würde. Dunlop- und Sclaverand-Ventile benötigen dies nicht, weshalb nicht jede Fahrradpumpe für Autoventile geeignet ist. Zudem ist der Druck mit maximal zehn bar deutlich niedriger als der Reifendruck, der mit einem französischen Ventil (bis 15 bar) erreicht werden kann.

Ein Autoventil eignet sich demnach für Alltags-Fahradfahrer:innen, die auf Reisen schnell und einfach an einer Tankstelle Reifen aufpumpen möchten. Geeignete Fahrradtypen sind daher Trekking- und Mountainbikes, sowie City-Räder und E-Bikes. Rennrad-Fahrer:innen sind mit anderen Ventilarten besser beraten.

Französisches Ventil (Sclaverand-Ventil)

Das französische Ventil - auch Sclaverand- oder Presta-Ventil genannt - hat sich vor allem bei Rennrädern durchgesetzt. Wegen der bei Rennrädern schmalen Felgen schwächt die kleinere Ventilbohrung die Felgensteifigkeit am wenigsten. Aus diesem Grund hat es sich bei Rennrädern durchgesetzt.

Es sind verschiedene Ventillängen im Angebot, da seit einigen Jahren sogenannte 'V-Felgen' bzw. heute auch bei leichten Touren- und MTB-Schläuchen verwendet. Es ist nicht nur besonders schmal (Durchmesser: 6,5 mm), sondern hält auch einem Druck von bis zu 15 bar stand.

Einen Schlauch mit einem französischen Ventil pumpt man auf, indem man zunächst die Ventilkappe entfernt und anschließend den mittigen Ventilstift durch eine Drehung der kleinen Haltemutter löst. Danach kann man den Pumpenkopf aufsetzen und Luft zuführen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Pumpenkopf stets gerade über dem Ventil sitzt, damit der dünne Ventilstift nicht verbogen wird.

Um Luft abzulassen, drückt man einfach mittig auf den Ventilkopf. Ist der richtige Druck eingestellt, dreht man den Ventilkopf zu und setzt die Kappe wieder auf.

Um einen Schlauch mit französischem Ventil am Rad zu montieren, wird das Ventil durch die dazu vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben. Dazu muss man zunächst die Ventilkappe entfernen, ebenso die Mutter am Ventilrohr.

Handhabung des Französischen Ventils

Sofern eine solche aufgeschraubt wurde, musst du zunächst die Ventilkappe vom Ventil entfernen, um an das eigentliche Ventil zu gelangen. Von diesem siehst du hauptsächlich den drehbaren Ventilkopf. Um Luft in den Schlauch zu pumpen, musst du das Ventil zunächst öffnen, indem du den Ventilkopf lose drehst (gegen den Uhrzeigersinn). Nun kannst du einen Pumpenkopf aufsetzen und mit dem Pumpen beginnen. Um Luft abzulassen, kannst du in diesem geöffneten Zustand einfach von oben auf den Ventilkopf drücken, schon strömt Luft heraus. Hast du den richtigen Luftdruck eingestellt, solltest du das Ventil wieder schließen. Hierzu drehst du den Ventilkopf wieder zu. Das Ventil ist somit gegen ungewollten Luftverlust, beispielsweise auf ruppigen Streckenabschnitten, gesichert.

Einbau des Französischen Ventils

Wenn du einen neuen Schlauch mit Französischem Ventil aus der Verpackung nimmst, ist über dem eigentlichen Ventil eine Ventilkappe und am Ventilrohr eine Mutter zu finden. Um das Ventil durch die dafür vorgesehene Bohrung zu schieben, musst du beides entfernen. Dann kannst du das Ventil mithilfe der Mutter an der Felge fixieren. Dies ist jedoch - außer bei Tubeless-Ventilen - nicht zwingend nötig.

Ventilverlängerungen für Französische Ventile

Wenn du einen Rennradschlauch kaufst, wird dir auffallen, dass du in diesem Bereich zwischen Schläuchen mit unterschiedlich langen Ventilen wählen kannst. Hintergrund sind die in den vergangenen Jahren immer weiter verbreiteten Aero-Laufräder mit den hohen Flanken. Das Ventil eines „normalen“ Schlauches ist möglicherweise nicht lang genug und würde im Innern der Felge verschwinden, sodass du zwar theoretisch über einen intakten Schlauch verfügst, diesen aber nicht nutzen kannst. Daher werden Schläuche mit entsprechend langen Ventilen angeboten, die auch durch die bis zu 80mm hohen Aero-Laufräder reichen. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung einer Ventilverlängerung. Auch diese werden in unterschiedlichen Längen angeboten.

Um eine Ventilverlängerung montieren zu können, musst du zunächst darauf achten, dass der Schlauch, den du gekauft hast, auch über einen herausschraubbaren Ventilkern verfügt. Ist dies der Fall, nutze einen 4er Inbus zum Herausschrauben des Kerns. Nun kannst du die Ventilverlängerung mit dem Gewinde, welches sich auf der unteren Seite des Röhrchens befindet, in das mit dem Schlauch verbundene Röhrchen einschrauben. Zum Festziehen der Verlängerung kannst du einen 5er Inbus nutzen. Nun kannst du den zuvor aus dem Schlauch entfernten Ventilkern von oben in die Ventilverlängerung einschrauben - fertig!

In jedem Fall solltest du bei der Nutzung von Aero-Laufrädern daran denken, einen Ersatzschlauch mit entsprechend langem Ventil dabei zu haben!

Blitzventil (Dunlop-Ventil)

Blitzventile waren vor allem früher dominant, sind in Deutschland aber trotz rückläufiger Verkaufszahlen immer noch am häufigsten verbreitet. Sie finden sich vor allem bei Fahrrädern für den alltäglichen Gebrauch.

Beim Aufpumpen eines Blitzventils entfernt man die Ventilkappe, setzt die Pumpe an und beginnt mit der Luftzufuhr. Beim Pumpvorgang benötigt man in der Regel einen größeren Kraftaufwand als bei den anderen Typen, da die Ventilöffnung nur freigegeben wird, wenn der Pumpendruck höher als der Luftdruck im Schlauch ist.

Will man Luft ablassen, muss man die Mutter lösen, die den Ventileinsatz hält. In der Regel wird dabei die gesamte Luft ausströmen, sodass man den Schlauch komplett neu aufpumpen muss.

Für die Montage eines Fahrradschlauchs mit Blitzventil muss man die Mutter, die den Ventilkern hält, abschrauben und das Ventil entfernen. Anschließend kann man das Röhrchen durch die vorgesehene Öffnung schieben und danach den Ventilkern wieder einsetzten. Die Fixierung erfolgt mit der Mutter.

Eng verwandt mit dem Blitzventil ist das sogenannte Dunlop-Ventil, benannt nach John Boyd Dunlop, der auch den gleichnamigen Reifenhersteller gegründet hat. Es besteht aus einem einfachen verschlossenen Röhrchen mit einem seitlichen Loch. Über dieses Röhrchen wird ein entsprechend enger Gummischlauch so geschoben, dass das seitliche Loch vom Gummischlauch verschlossen wird.

Handhabung des Fahrradventils

Um einen Schlauch mit Fahrradventil aufzupumpen, entfernst du, sofern vorhanden, die Ventilkappe. Dann kannst du die Pumpe ansetzen und zu pumpen beginnen. Das Ablassen von Luft ist hingegen nicht so einfach. Hierzu musst du den Ventilkern lose schrauben. Dies machst du, indem du die Überwurfmutter löst, die diesen hält. In den meisten Fällen wird nun die gesamte Luft aus dem Schlauch herausströmen und du wirst den Schlauch „von null“ befüllen müssen.

Montage bzw. Demontage des Fahrradventils

Hierzu schraubst du die Überwurfmutter, die den Ventilkern an seiner Stelle hält, ab, und nimmst das Ventil heraus. Nun kannst du das Röhrchen durch das Ventilloch schieben. Anschließend setzt du den Ventilkern ein und sicherst ihn mithilfe der Überwurfmutter.

Weitere Ventilarten

Eine weitere Ventilart ist das seltene Reginaventil, auch italienisches Ventil genannt. Es ähnelt vom Aufbau und Abmessungen dem französischen Ventil, ist aber hierzulande kaum zu finden. Daher sind auch Pumpen mit einem passenden Aufsatz eine Seltenheit.

Heute werden Dunlop-Ventile nur noch selten eingesetzt, da der Pumpdruck zum Überwinden der Vorspannung des Gummischlauches recht hoch ist. Außerdem versprödet der Gummischlauch im Lauf der Zeit.

Eine Sonderform des Dunlop-Ventils nennt sich Blitz-Ventil.

Tabelle der Fahrradventil-Typen und ihre Einsatzgebiete

Ventilart Einsatzgebiet
Französisches Ventil Rennrad und Mountainbike
Autoventil Reiserad und Mountainbike
Dunlopventil City- und Trekkingbike

Tipps zu Fahrradpumpen

Beim Kauf einer Fahrradpumpe sollte man darauf achten, dass sie für alle drei Ventilarten verwendet werden kann. Bei guten Pumpen ist dies inzwischen Standard.

Auch Nichtautoventile lassen sich mit einem Autoventilstutzen aufpumpen, wenn man einen Adapter verwendet. Dann ist auch nur ein Pumpenkopf erforderlich.

Innovation: Das Schwalbe Clik Ventil

Ein innovatives Produkt auf dem Markt ist das Schwalbe Clik Ventil. Dieses Ventil ermöglicht ein einfaches Aufstecken des Pumpenkopfes ohne Schrauben oder Hebel; ein leichtes "Klicken" signalisiert die korrekte Verbindung. Ein weiterer Vorteil des Clik Ventils ist der um 50 Prozent höhere Luftdurchfluss im Vergleich zu herkömmlichen Ventilen, was das Aufpumpen insbesondere bei Tubeless-Reifen erleichtert.

Das Schwalbe Clik Ventil kann unabhängig vom aktuell verwendeten Ventil- oder Pumpentyp nachgerüstet werden, da es passende Umrüstsets für alle gängigen Fahrradventile gibt. Der Wechsel ist unkompliziert: Bei Sclaverand-, Dunlop- und Tubeless-Ventilen muss lediglich der Ventileinsatz ausgetauscht werden, während für Autoventile (Schrader) ein Adapter zur Verfügung steht, der einfach aufgeschraubt und bei Bedarf wieder entfernt werden kann - beispielsweise, um weiterhin Tankstellenpumpen nutzen zu können.

Auch der Pumpenkopfadapter lässt sich flexibel in bestehende Pumpenköpfe integrieren, entweder durch Spannen oder Einschrauben, so dass sowohl Standpumpen als auch Handpumpen kompatibel bleiben.

Pumpen und Adapter

Welche Pumpen und Adapter brauchst du für die Ventile?

  • Die meisten Pumpen können für alle drei Ventilformen genutzt werden
  • Bei Ventilköpfen mit zwei Löchern: großes Loch: Autoventil; kleines Loch: Französisches Ventil und Fahrradventil
  • Bei einigen Handpumpen muss das Dichtgummi entsprechend des Ventiltyps angepasst werden
  • Lohnenswert: Adapter zum Befüllen von Schläuchen mit Französischem Ventil oder Fahrradventil an der Tankstelle!

Die meisten Radpumpen sind dazu geeignet, Schläuche mit allen drei Ventiltypen zu befüllen. Einzig die langen Plastikpumpen, die noch an einigen älteren Rädern zu finden sind, können ausschließlich für Fahrradventile genutzt werden.

Die meisten aktuellen Radpumpen verfügen jedoch über einen Kopf mit zwei Löchern - einem etwas größeren - dieses ist für Autoventile - und einem etwas schmaleren für Französische Ventile und Fahrradventile. Je nachdem, über welchen Ventiltyp dein Fahrrad verfügt, musst du den entsprechenden Eingang des Pumpenkopfes wählen. Dabei kannst du nicht viel falsch machen, denn das Autoventil ist zu dick für den schmalen Eingang, wenn du ein schmales Ventil hingegen in den breiten Eingang für Autoventile schiebst, wird der Pumpenkopf keinen Halt finden.

Etwas komplizierter ist es bei einigen Handpumpen, die zum Mitführen auf dem Rad gemacht sind. Um Platz zu sparen, verfügen diese lediglich über einen einzigen Eingang. Um diesen an unterschiedliche Ventiltypen anzupassen, musst du das Dichtgummi des Pumpenkopfes in jeweils einer bestimmten Richtung im Kopf verbauen. Dies wird jedoch in der Anleitung dieser Pumpen genauer beschrieben.

Weiterhin lassen sich die unterschiedlichen Ventiltypen durch spezielle Adapter „transformieren“. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn du dein Rennrad oder Mountainbike, welches mit Französischen Ventilen ausgestattet ist, nicht mühsam von Hand aufpumpen möchtest, wenn du mal einen Platten hast. Mithilfe eines Adapters von Französischem Ventil auf Autoventil wird der Kompressor an der Tankstelle zu deinem Helfer. Im Hinblick auf Rennrädern ist jedoch zu beachten, dass diese Kompressoren oft nur 5bar Druck erzeugen können. Du solltest dich also auch als Besitzer eines solchen Helfers nicht alleine auf die Tankstelle verlassen.

Ventilkappen und Muttern

Diese beiden Fragen spalten die Radwelt!

Entnimmst du einen Schlauch mit Französischem oder Autoventil aus der Verpackung, ist auf dem Röhrchen meist auch noch eine Mutter aufgeschraubt, die du abschrauben musst, bevor du das Ventil durch die dafür vorgesehene Bohrung in der Felge schieben kannst. Aber wohin dann mit der Mutter?

Ventilkappen haben zwei Funktionen. Die erste und scheinbar offensichtliche: Das Ventil im eingebauten Zustand vor Dreck zu schützen. Die zweite, gelegentlich unterschätzte: den Schlauch, wenn er im zusammengerollten Zustand als Ersatz mitgeführt wird, vor den Kanten des Ventils schützen.

Es ist, selbst beim Einsatz im tiefen Schlamm, so gut wie nie vorgekommen, dass ein Ventil ohne die schützende Kappe Schaden genommen hat. Der Schutz des Ventils ist also nicht wirklich nötig.

Hingegen können zahlreiche Radfahrer davon berichten, dass der über viele Kilometer mitgeführte und nie benötigte Ersatzschlauch seinen großen Auftritt verpasst hat, weil er durch ein ungeschütztes Ventil durchgerieben worden ist. Daher ist die Ventilkappe auf dem Ersatzschlauch wichtig, um dessen Dichtigkeit zu garantieren. Am eingebauten Schlauch kannst du sie hingegen getrost weglassen.

Nicht ganz so kontrovers diskutiert ist die Nutzung der Sicherungsmutter bei Französischen und Autoventilen. Diese wird bei den meisten Schläuchen mitgeliefert. Doch wofür eigentlich? Sie erfüllt ihre Funktion ebenfalls vor allem beim Einbau. Sie kann erstens dazu genutzt werden, den Schlauch beim Einbau gegen das Verrutschen zu sichern. Zweitens verhindert das Aufschrauben dieser Mutter, dass das Ventil beim Aufpumpen in die Felge gedrückt wird. Ist der Schlauch jedoch erst einmal aufgepumpt, erfüllt diese Mutter keine Funktion mehr und kann zusammen mit der Ventilkappe in den Ruhestand gehen.

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