AX Lightness Laufräder im Test: Aerodynamik, Gewicht und Performance

Laufräder mit Carbonfelgen sind längst keine Luxusartikel mehr. Mittlerweile existieren zahlreiche Modelle mit Profi-Optik, die für deutlich weniger als 1000 Euro erhältlich sind. Doch wie schneiden sie im Vergleich zu Profi-Material ab? Ein Test von verschiedenen Modellen liefert die Antwort.

Ultra Disc 45C TLR: Vollkommene Neuentwicklung

Der Ultra Disc 45C TLR ist eine vollkommene Neuentwicklung. Dank CfD-optimierten Felgenprofil bieten die AX 45C TLR Clincher Felgen eine ausgesprochen gute, Windkanal-erprobte Aerodynamik, die Felgen mit deutlich tieferen Profil in Nichts nachstehen. Das niedrige Gewicht, welches sonst nur Schlauchreifenfelgen vorbehalten war, macht sie zu wahren Beschleunigungswundern. Die hohe Stabilität lässt dennoch kein Quentchen Energie verpuffen oder Lenkpräzision vermissen. Die große Gesamtbreite von 26mm ist für eine Stabilität und Steifigkeit verantwortlich.

Die neue Version weist ein komplett neu designtes Felgenbett auf und erlaubt dadurch auch die Verwendung von Schlauchlos-reifen (TLR, tubeless ready). Die ausgeprägten und einteilig geformten Haken der Felge bieten dem Reifen besten Halt und somit eine maximale Sicherheit und leichtere Abdichtung im Falle von Tubeless-Reifen. Der Laufradsatz wird ab Werk mit Tubeless-Felgenband ausgeliefert - ist aber selbstverständlich nach wie vor auch mit herkömmlichen Reifen/Schlauch-Kombinationen erhältlich für maximale Flexibilität.

Die Felgen werden vor der Auslieferung einzeln bis 12 bar getestet, was ein Zeugnis für ihre extreme Stabilität ist.

AX Lightness Strassen-Clincher haben ihre Leistungsfähigkeit und extreme Robustheit längst bereits unter Beweis gestellt durch die beste Wertung im jüngsten Carbon-Laufradsatz-test des Tour Magazins (Ausgabe 10/2017) - als sie als eines von lediglich fünf der 22 getesteten Sätze den Impact-Test bestanden haben, und das als Abstand leichtester Satz.

Engage 50C: Preiswerte Alternative mit Fokus auf Allroad

Hier wird das Modell Engage 50C vorgestellt. Mit der Untermarke Engage zielt der deutsche Carbon­spezialist AX-Lightness auf den Markt für hochwertige und dennoch erschwingliche Laufräder. Auch die Bikes der Marke Benotti aus gleichem Haus werden mit dem Laufrad-Portfolio zu attraktiven Angeboten. Optisch präsentiert sich der schlicht 50C genannte Laufradsatz in einem matten UD-Finish mit gelaserten Engage-Logos vergleichsweise nobel.

Die aufwendig gefräste Nabe bietet einen modernen Zahnscheiben-Freilauf. Aufgebaut mit hauseigenen leichten Naben und Sapim CX Sprint-Speichen, wird der Satz respektabel leicht, allerdings nicht sehr verwindungssteif, was ihn auch ein paar Bewertungspunkte kostet. Trotz der Freigabe für sehr schwere Fahrer (oder leichtere mit Gepäck am Rad), würden wir ihn deshalb eher für leichtere Piloten empfehlen. Die breiteste Felge in diesem Vergleich eignet sich laut Hersteller für Allroad und Gelände und für ­Reifen zwischen 28 und 45 Millimetern Breite.

Aerodynamik im Fokus: Watt sparen mit Aero-Laufrädern

Im Falle von Aero-Laufrädern kommt ein weiteres Argument hinzu: Man kann einige Watt Leistung sparen. Wie viel Watt-Spar-Potenzial bieten Aerolaufräder mit Felgenhöhen zwischen 45 und 50 Millimetern? Das war die Ausgangsfrage zu diesem Test.

Seit Jahren wird beim Konstruieren und Entwerfen von Radsport-Material darauf geachtet, dass alles glattflächig und damit strömungsgünstig ist. Jede Kante und jeder Absatz verursacht Luftwirbel, die den Vortrieb bremsen. Die Rechnung ist so simpel wie logisch: Ein aerodynamisch optimiertes System „Rennrad plus Fahrer“ fährt bei gleicher Tretleistung schneller.

Aero-Laufräder besitzen hohe Felgen, Aero-Helme weisen weniger Lüftungsöffnungen auf, um eine glatte Oberfläche zu erzeugen. Aero-Trikots sitzen hauteng und faltenfrei. Laufräder sind die Nachrüstungskomponenten Nummer Eins. Es liegt daher nahe, die Qualität ihres aerodynamischen „Vorsprungs“ gegenüber „normalen“ Laufrädern im Windkanal gründlich zu untersuchen.

Vollcarbon vs. Hybrid

Bei Aero-Laufrädern finden wir zwei Bauweisen: Vollcarbon und Hybrid. Bei letzteren wird innen an der Alufelge ein Aeroring aus Carbon aufgeklebt. Von Vorteil sind hier das gewohnte gute Bremsverhalten der Alubremsflanken sowie der günstigere Preis. Nachteilig ist das höhere Gewicht. Bei Vollcarbon-Laufrädern sind Felge und Aeroring dagegen aus einem Stück gefertigt. Die Carbon-Bremsflanke erfordert spezielle, oftmals weichere Bremsbeläge.

Viele Aeroringe sind aus aerodynamischen Gründen rund ein bis zwei Millimeter breiter als die Bremsflanke. Der Luftstrom bleibt somit insbesondere bei Seitenwind länger an der Felge, reißt also später ab. Dieser Umstand wiederum soll den Luftwiderstand minimieren.

Reifenbreite und Felgen

Grundsätzlich sollten Reifen und Felge zueinander passen. Die von den meisten Sportlern genutzten 25 Millimeter breiten Reifen harmonieren am besten mit Felgen gleicher Breite, da keine Kanten am Übergang entstehen, die verlustbehaftete Luftwirbel erzeugen.

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