Das Kulturland Kreis Höxter, zwischen Teutoburger Wald und Weserbergland gelegen, zählt zu den schönsten Motorradgebieten Deutschlands. In unserem Reiseführer finden Sie einige Informationen über Motorradtouren.
Historische Highlights und kulturelle Schätze
Entlang der Straße der Weserrenaissance zwischen Hann. Münden lassen sich heute noch so viele Renaissancebauten erleben wie im Weserraum. Der großartige Baustil dieser Zeit ist ein kunsthistorischer Leckerbissen. In keiner Region Deutschlands lassen sich heute noch so viele Renaissancebauten erleben wie im Weserraum.
Das Hermannsdenkmal
Wer auf Motorradtouren im Teutoburger Wald unterwegs ist, wird ihn früher oder später treffen - Hermann, den Cherusker. Jahrhundertelang wurde der Cheruskerfürst idealisiert und als Befreier Germaniens und Vaterlandsverteidiger gefeiert, der den Deutschen eine kulturelle Identität gab. Er wurde zur Symbolfigur für die Entstehung eines gemeinsamen Deutschlands. Der Kult ging so weit, dass 1875 das bekannte Hermanns-Denkmal eingeweiht wurde, das wir auf unserer Motorradtour im Teutoburger Wald zwingend ansteuern sollten.
Mittlerweile sieht die Forschung die Heldengestalt Hermanns wesentlich nüchterner. Bereits der Name Hermann entbehrt jeder Grundlage und ist eine deutsche Erfindung. In Wirklichkeit hieß der Mann Arminius und gehörte zu den führenden Familien des germanischen Stammes der Cherusker. Diese waren mit den Römern verbündet und stellten ihnen zeitweise Truppen zur Verfügung. Als der römische Statthalter in Germanien, Publius Varus, im Jahr 9 in das Land der Cherusker bis zur Weser vordringen wollte, rief Arminius weitere Stämme zu Hilfe, um gemeinsam Varus die Stirn zu bieten. Als Führer dieses Heeres legte er den auf dem Marsch befindlichen Römern einen Hinterhalt und schlug sie vernichtend: Drei Legionen, sechs Kohorten und drei Einheiten mit Hilfstruppen gingen verloren. Varus nahm sich noch auf dem Schlachtfeld das Leben.
Mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet, können wir auf unserer Teutoburger Wald Motorradtour perfekt vorbereitet das Hermanns-Denkmal besuchen. Stehen wir davor, kommen wir um eine gewisse Bewunderung nicht herum: Mit einer Figurhöhe von 26 Metern und einer Gesamthöhe von 53 Metern ist es nach wie vor die höchste Statue Deutschlands und war bis zur Schaffung der Freiheitsstatue in den USA (1886) sogar die höchste Statue der westlichen Welt. Eine gut ausgebaute Straße führt uns auf unserer Motorradtour von Hiddesen hinauf zu einem kostenpflichtigen Parkplatz wenige Meter unterhalb des Denkmals. Ab da sind es noch ein paar Meter zu Fuß, und man kann den Fotoapparat zücken. Denn die 360-Grad-Rundumsicht ist grandios. Die Figur selbst kann nicht betreten werden.
Technik-Tour durch das Tecklenburger Land
Die Technik macht’s. Sie macht diese Tagestour durch das Tecklenburger Land so interessant. Die Fahrtechnik nämlich, die die verschlungenen Sträßchen dieser Runde verlangt. Es wartet aber auch die Technik zum Anfassen. Motorräder, Industrie, Kanäle. Wir starten am südlichsten Punkt der Runde in Glandorf. Eine breite, vernünftig ausgebaute Straße trägt uns in Richtung Bad Laer. Der Asphalt wird mit einem Mal schmaler und schlechter. Der Teutoburger Wald naht, am Ortsrand von Hilter sind schon die ersten dunkelgrünen Höhenzüge zu erkennen. Schwungvoll geht es den Berg hinauf, einzelne Gehöfte liegen am Straßenrand. Geschmeidig wuselt die Fahrbahn zwischen ihnen hindurch. Öffnet runde und übersichtliche Kurven, vermeidet so gut wie jeglichen Gegenverkehr und setzt uns einen griffigen Belag unter die Räder. Die sporadisch auftauchenden Tempo-70-Schilder schmälern das Vergnügen minimal.
In Borgloh weisen Schilder mit der Aufschrift Osnabrück und Kloster Oesede den weiteren Weg. Neues Ziel, derselbe Fahrspaß. Nächster Ort Georgsmarienhütte. Was für ein Name. Fast so lang wie die Ortsdurchfahrt. Das Wort Hütte weist darauf hin, dass hier früher Eisen verarbeitet wurde. Die Hütten schmolzen das aus dem Boden geförderte Eisenerz, veredelten das Eisen zu Stahl und belieferten damit Fabriken, die den Stahl walzten, pressten, schnitten und hämmerten. Heute ist die schmutzige der sauberen Industrie gewichen. Weiß gestrichene Gewerbebauten säumen die Straße. Die Gedanken sollten nun wieder von der Eisen verarbeitenden zur Motorrad fahrenden Technik wandern. Denn die Waldstrecke nach Bad Iburg schießt ein wahres Feuerwerk von Bögen, Kurven und Kehren ab. Berg rauf, Berg runter.
Folgender Abzweig Holperdorp. Ein gepflegtes Sträßchen visiert in beeindruckenden Kehren und Serpentinen den Ort Lienen an. Spitzkehren so weit oben im Norden? Wer hätte das gedacht. Von Lienen nach Lengerich geht es endlich wieder einmal ein Stück geradeaus. Wir folgen dem Hinweis zum Zentrum von Lengerich und rollen eine Weile entlang der Bahngleise. Sie werden sowohl von der Bundesbahn als auch von der TWE, der Teutoburger-Wald-Eisenbahn, benutzt. Nach der Bahnunterführung kommt rechts der Abzweig nach Lotte. Er führt zu einem Waldsträßchen, das in der für diese Tour typischen Art und Weise zuerst den Rücken des Teutoburger Waldes erklimmt, um danach wieder das Flachland anzupeilen. Das nördlichste aller großen deutschen Mittelgebirge erstreckt sich ja bekanntlich recht schmal von Nordwesten nach Südosten.
An einer Kreuzung ist Tecklenburg beschildert. Blinker links und hinein in einen Traum von einer Motorradstrecke. Zügig zu fahren, mit wenig Verkehr und viel Übersicht versehen, schneidet die Fahrbahn durch die Landschaft wie das Messer durch die Butter. Tecklenburg mit seiner von Fachwerk gesäumten Fußgängerzone ist ein echtes Kleinod. Denkmalgeschützte Bürgerhäuser gruppieren sich um den Marktplatz mit seinem Brunnen. In Richtung Ibbenbüren verlassen wir Tecklenburg. Auf der linken Seite bietet der Parkplatz Münsterlandblick interessante Aussichten auf Gegend und Technik: Sonntags versammeln sich hier die Kollegen von der Zweiradfraktion. Mit einem Abschwung lässt die Route das Gebirge hinter sich und nähert sich zügig Ibbenbüren. Auf der B 219 geht es asnchließend nach Saerbeck. Nach der Teutoburger Kurverei eine Erholung für Mensch und Mechanik.
Im Zentrum von Saerbeck zweigt die Straße nach Lengerich ab. Eine kilometerlange Allee, die genau am Dortmund-Ems-Kanal endet. Gleich hinter der Brücke führt ein Fahrweg zum Wasser hinab. Das ideale Fleckchen, um sich in aller Ruhe den Kanal und seinen Schiffsverkehr zu betrachten. 1899 wurde die 280 Kilometer lange Wasserstraße gebaut, um die Kohlehalden des Ruhrgebietes mit der Nordsee zu verbinden. Ihr Bett ist ca. 30 Meter breit und nimmt Schiffe von einer Tragkraft bis 600 Tonnen auf. Über die Imkerstadt Ladbergen geht es zurück nach Glandorf. Schneller Asphalt mit flüssigen Kurven.
Routenübersicht
Glandorf - Bad Laer - Hilter - Kloster Oesede - Georgsmarienhütte - Bad Iburg - Lienen - Lengerich - Leeden - Tecklenburg - Ibbenbüren - Saerbeck - Ladbergen - Glandorf (ca.
Motorradmuseum Ibbenbüren
Ein kurzes Stück vor Ibbenbüren kommt das Schild Motorradmuseum in Sicht. Und nach wenigen Minuten parken wir die Maschine auf dem Parkplatz der alten Ibbenbürener Schule. Dort stellen Vater und Sohn Stockmann in fünf Räumen insgesamt 170 zwei- und dreirädrige Motorräder aus. Ob Wankel-Bike, DDR-Relikt oder Münch-Mammut - die komplette deutsche und europäische Motorradgeschichte steht hier beieinander. Blickfang unter den Gespannen ist das Zündapp KS 750 Wehrmachtsgespann.
Weitere Touren und Routen im Überblick
Im Teutoburger Wald finden Sie zahlreiche reizvolle Motorrad-Strecken mit schattigen Alleen, reizvollen, kurvenreichen Straßen über Mittelgebirgs-Kämme und landschaftliche Weite:
- Pilgern mit PS - unterwegs in der Klosterlandschaft Marienmünster (243,58 km)
- Querbeet durchs Land - von Hofläden, Gemüsekisten, Käsetheken und anderen Leckereien Nieheim (164,11 km)
- Märchen und Sagen - Begegnungen mit Dornröschen, Schneewittchen & Co. Höxter (202,42 km)
- Berg und Tal - Erlebnisse über und unter Tage Warburg (221,70 km)
- Zum PS.SPEICHER in Einbeck Willebadessen (196,44 km)
- Technik-Tour Höxter (288,08 km)
- Sommer-Seen-Tour - So oder so: Abkühlung garantiert! Höxter (139,90 km)
Der Soleweg - Nördlicher Rundkurs
Diese Tour beschreibt den nördlichen Rundkurs des Solewegs ab Vlotho zu den Thermalbädern Bad Oeynhausens über die magischen Wasser der Aqua magica in Löhne und entlang des Weserufers zurück nach Vlotho. Der Tourentipp "Soleweg - Nördlicher Rundkurs" startet am Bahnhof Vlotho. Kurz hinter Vlotho begleiten Sie dann die Weser Richtung Norden bis zum Werre-Weser-Kuss, einem Aussichtspunkt, an dem die Werre in die Weser mündet. Entlang der Werre machen Sie sich flussaufwärts auf durch den Oeynhausener Sielpark mit seinen Gradierwerken in das Stadtzentrum von Bad Oeynhausen. Ab hier führt der Soleweg entlang des historischen Kurparks mit seinen Badehäusern und Thermen direkt in die ehemalige Landesgartenschau Aqua magica. Weiter erradeln Sie die sanften Hügel des Wittekindslandes mit seinen typischen Sattelmeierhöfen und Mühlen.
Wegpunkte
- Start: Vlotho, Nähe Bahnhof
- Ziel: Vlotho, Nähe Bahnhof
Weitere Infos / Links
Tipp des Autors: Besuchen Sie nach Ihrer Tour eine Varietévorstellung im GOP im Kaiserpalais Bad Oeynhausen!
Für jede Motorradtour durch NRW hat der ADAC Tipps für eine Unterkunft im Hotel oder eine Empfehlung für eine Gastronomie.Die Motorrad-und Oldtimer-Tourenkarten sind sehr praktisch für die Planung und übersichtlich für unterwegs. Es verspricht jede Menge Fahrvergnügen durch kurvige Strecken und verbindet Kultur und Sehenswürdigkeiten mit bilderbuchartigen Landschaften.
Empfehlungen für Pausen und Einkehrmöglichkeiten
- Lienen: Café Pellemeier, am Beginn des Holperdorper Tals, schöne Terrasse.
- Ein großes Grundstück mit Wiese, Bach, Wald, Grillplatz und Platz zum Zelten - damit eignet sich das Café Alte Schule Motorradfahrern bestens für eine ausgedehnte Pause in malerischer Umgebung.
- Die Pfannenkuchenmühle liegt direkt an der B478, einer kurvenreichen Straße inmitten eines Landschaftsschutzgebietes.
- Für den Biker-Treff Nordkirchen in der Bergstraße lohnt sich ein kleiner Abstecher ins malerische Münsterland.
- Der Sorpesee ist bei Motorradfahrern sehr beliebt und wird gerne als Ziel angefahren.
Rücksichtsvolles Miteinander
Damit der Fahrspaß nicht zu einer Belastung für Anwohner und Anwohnerinnen wird, appelliert der ADAC in NRW an alle Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen, vernünftig, leise und umweltverträglich zu fahren. Vor allem ein starkes und damit lärmintensives Beschleunigen direkt nach einer Ortschaft ist zu vermeiden.
Das Kulturland Kreis Höxter ist nicht nur bei Motorradfahrern beliebt, sondern auch andere Gäste wie z.B. Damit die Saison neben euch Bikern auch weiterhin allen anderen Freude bereiten kann und zum Genuss wird, haben wir eine große Bitte an euch: Seid rücksichtsvoll, achtsam und leise unterwegs. Immer mehr Initiativen gegen Motorradlärm stellen Forderungen nach Maßnahmen. Wir möchten euch aber weiterhin gerne in unserer Region willkommen heißen; schließlich sind wir stolz auf unsere Heimat und möchten euch diese auch zeigen.
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