Bad Tölz: Motorrad-Sehenswürdigkeiten und Routen

Bad Tölz, ein heilklimatischer Kurort, der weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt ist, bietet eine ideale Ausgangslage für Motorradtouren durch das bayerische Voralpenland. Ritter Hainricus de Tolnze soll im Mittelalter den Grundstein der Kurstadt gelegt haben, vor allem die Flößerei auf der Isar wurde für Tölz zu einem entscheidenden Faktor der Stadtentwicklung. Bis nach Wien und Budapest schwammen die Flöße aus dem Isarwinkel. Eine neue Zeit brach an, als 1845 die Jodquellen am Sauersberg entdeckt wurden, ab 1860 begann der Badebetrieb mit Kurgarten, Kursaal und bestimmt auch unzähligen „Kurschatten“.

Das Tölzer Land ist Bayern, wie aus dem Bilderbuch. Hier pendeln wir sozusagen von einer Postkarten-Idylle zur nächsten. Das vor allem auch rund um den 1. Mai, wenn die berühmten Maibäume aufgestellt - und nächstens dann wieder geklaut - werden. Von Frühling bis weit in den Spätherbst begeistert die Region durch ihre Kurven, ihre weiten Hügel und reich verzierten Dörfer. Gibt es eine schönere Region in Deutschland?

Deutsche Alpenstraße: Eine Panoramaroute

Sie verbindet die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bayerns miteinander: die Deutsche Alpenstraße. Auf 484 Kilometern verläuft die älteste Ferienstraße Deutschlands von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee. Durch das Allgäu geht es über Scheidegg - eingerahmt von saftgrünen Wiesen - nach Pfronten mit der höchstgelegenen Burgruine Deutschlands und weiter nach Füssen mit dem berühmten Schloß Neuschwanstein. Authentisch präsentiert sich Oberammergau mit seinen Lüftlmalereien und dem Passionstheater.

In Garmisch-Partenkirchen lohnt eine Fahrt auf die Zugspitze mit Panoramablick vom höchsten Punkt Deutschlands. Die historische Altstadt von Bad Tölz lädt zum Flanieren und das Rottach-Egern zu allerlei kulinarischen Genüssen. Fahrspaß pur bietet die Sudelfeldstraße in Richtung Oberaudorf. Auf der Zielgeraden liegt das traditionelle Reit im Winkl. Die Route der Bayerischen Originale, wie die Deutsche Alpenstraße auch genannt wird, reiht eine Sehenswürdigkeit von Weltrang an die andere.

Doch trotz aller Berühmtheit zeigt sich der Freistaat entlang der Deutschen Alpenstraße sehr authentisch: „Wer sich für Bayern interessiert, sollte unbedingt diese Strecke abfahren. Auf kaum einer anderen Route kann man die Landschaft und Kultur so intensiv erleben“, sagt Franz Reil, Projektleiter des Bayerischen Fernwege e.V.. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen den Almwiesen und Hügellandschaften des Voralpenlands und den steilen Berggipfeln wie der Zugspitze, mit 2962 Metern Deutschlands höchster Berg. Über 25 Burgen, Klöster und Schlösser entlang der Strecke legen Zeugnis von Bayerns Geschichte ab.

Berichten zufolge bereiste schon der bayerische König Maximilian II. die Strecke, die den gesamten deutschen Alpenbogen umfasst. Im Gegensatz zum Jahr 1858 ist die Straße mittlerweile allerdings bestens ausgebaut. Eine lückenlose Beschilderung in beide Richtungen weist den Weg, der komplett über mautfreie Straßen verläuft. Wer plant, die Deutsche Alpenstraße entlangzufahren, kann sich die GPS-Daten der Strecke herunterladen und auf sein Navigationsgerät übertragen.

Motorradfreundliche Hotels findest du entlang der gesamten Deutschen Alpenstraße. „Für den gesamten Straßenverlauf empfehlen wir vier bis sieben Tage“, sagt Franz Reil, „so hat man genügend Zeit, die Strecke auch wirklich zu genießen.“ Um Übernachtungsgästen die Unterkunftssuche zu erleichtern, stellt der Bayerische Fernwege e.V. ein Verzeichnis von Partnerhotels direkt an der Strecke bereit. Gäste finden darin ausgewählte Betriebe, die hervorragenden Service, eine ausgezeichnete Küche und umfangreiche Wellnessbehandlungen bieten. Für Motorradfahrer:innen gibt es eine Auflistung der ADAC- geprüften motorradfreundlichen Betriebe. Diese verfügen unter anderem über einen Stellplatz und die Möglichkeit, Monturen zu trocknen.

Tourenvorschläge rund um Bad Tölz

Von Bad Tölz aus gibt es zahlreiche Möglichkeiten für abwechslungsreiche Motorradtouren. Hier sind einige Vorschläge:

  • Tölzer Land und Karwendel: Diese Tour kombiniert die idyllische Landschaft des Tölzer Landes mit den beeindruckenden Bergen des Karwendelgebirges.
  • Jachenau und Walchensee: Diese Route führt durch die idyllische Jachenau zum Walchensee.
  • Rißtal und Ahornboden: Entlang des Rißtals erreicht man den Ahornboden im Karwendelgebirge.

Touren Übersicht:

  • Vielseitige Rundtour von ca. 180 km, die Ihnen Seen, Flüsse, Berge und Hochgebirge bietet.
  • Ganztagestour - ca. 225 km - reine Fahrtzeit ca. 4 Std. - Empf. 10 Std. Panoramatour über den Tegern- und Spitzingsee, vor am Sudelfeld und dem Tatzelwurm nach Kufstein.
  • Tagestour ca. 200 km - Fahrtzeit ca. 4 Std. - empf. 8 Std. Rundtour über ca. 210 km, die Ihnen viel Natur, das „Bayerische Meer Chiemsee" und mit dem Besuch des Museum „automobile Kultur” bietet.
  • Anspruchsvolle Rundtour mit erlebnisreichen 260 km über den Achensee, Innsbruck - hinauf auf den Kühtaisattel (2.017 m). Danach über Telfs vorbei an der Leutaschklamm nach Mittenwald.
  • Herrliche Rundtour mit ca. 230 km, die sich an 7 oberbayerischen Seen orientiert.
  • Anspruchsvolle Panorama-Tour von gut 220 km in die Zillertaler Hochalpen.

Der Walchensee

Über Krün und Wallgau pendeln wir von einer Schräglage in die nächste zum Walchensee, dessen spontaner Anblick wohl jeden vor Begeisterung aus dem Sattel reißen kann. Die Uferstraße durch winzige Seeorte zählt zu den schönsten Bayerns. Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten besitzen herrliche Seeterrassen, auf denen Speis & Trank mit grandiosen Ausblicken gewürzt werden. Der Walchensee selbst ist einer der tiefsten und größten Bergseen Deutschlands.

Bis in das 18. Jahrhundert soll es üblich gewesen sein, geweihte Goldmünzen an der tiefsten Stelle des Sees zu versenken, um in und seine Seegeister gnädig zu stimmen. Und bis heute hält sich hartnäckig das „Gerücht“, dass im April 1945 die Wehrmacht zumindest ein Teil der Reichsbank-Goldreserven entweder entlang des Ufers vergraben, oder gar im See versenkt haben soll. Über 300 Säcke mit jeweils zwei Goldbarren sollen es gewesen sein, dazu viele Kisten mit Gold- und anderen Münzen. Bis heute wurde dieser Schatz niemals entdeckt.

Der Ahornboden

Gut gestärkt schwingen wir über die Mautstraße Wallgau - Vorderriß zum landschaftlichen Höhepunkt dieses Tourentages: dem Rißtal samt Großem Ahornboden. Nur 25 Kilometer lang, dafür von Frühling bis in den Herbst hinein als echter fahrerischer Leckerbissen vor allem auch für uns Motorradfahrer, präsentiert sich die Mautstrecke hinein ins Engtal. In prächtigen Rechts-Links-Kombinationen schwingen wir entlang der rauschenden Eng hinauf zu 500 Jahre alte Ahornbäume, die ganz am Ende der Strecke auf einem weiten Hochplateau, dem Großen Ahornboden, vor allem im Herbst eine einzigartige Farbenpracht entfalten. Das Ganze garniert mit den 2.600m aufragenden Felswänden des Karwendel-Massivs. Atemberaubend schön ist das. Und ganz am Ende der Strecke erwartet uns das Gasthaus in der Eng.

25 Kilometer lang und von Frühling bis Herbst ein fahrerischer Leckerbissen vor allem auch für uns Motorradfahrer, präsentiert sich die Mautstrecke hinein ins Engtal hinauf zu 500 Jahre alte Ahornbäume. Übrigens: die entfalten vor allem im Herbst eine einzigartige Farbenpracht garniert mit 2.600 m aufragenden Felswänden des Karwendel-Massivs.

Sylvensteinsee

Für diesen fjordartigen See musste 1957 das alte Bauern- und Jägerdorf Fall von den Landkarten getilgt werden. Ein Dorf, in dem unzählige prominente Persönlichkeiten seit Jahrhunderten zur Jagd anreisten, darunter Ludwig Ganghofer, Ludwig Thoma oder Paul von Hindenburg. Doch bei niedrigem Wasserpegel und günstigem Lichteinfall soll man das Dorf am Grunde des Sylvensteinsees auch heute noch erkennen können. Auch deshalb ist dieser geheimnisvolle See so beliebt bei Jung und Alt als Bade- und Schnorchel-Paradies.

Er ist mit gut 1.000 m nicht besonders hoch, er ist auch nicht besonders kurvenreich oder gar fahrerisch anspruchsvoll. Aber dennoch tanz hier an Sommerwochenenden auf der gesamten Strecke der bikende „Bär“, dann geht vor allem Richtung Bikertreff auf der Sylvenstein-Staumauer die berühmte „Post“ ab.

Kesselbergstraße

Der idyllische See ist nahezu ganzjährig ein äußerst beliebter Bikertreff, vor allem entlang der legendären Kesselbergstraße hinauf zum Walchensee. Aber Achtung: An Wochenenden und Feiertagen ist diese Richtung bergauf explizit für uns gesperrt. Unsinnig und diskriminierend zwar, aber was soll’s. Halten wir uns daran, ansonsten droht sogar Beschlagnahme des Bikes. Die entgegengesetzte Richtung ist übrigens frei befahrbar.

ist mit 106 Kurven auf 300 Höhenmetern die kurvenreichste Straße Deutschlands und war schon im Mittelalter eine wichtige Verbindung über die Alpen. Auf ein spannendes Stück Geschichte blickt auch die Kesselbergstraße in Oberbayern zurück: Die 240 Höhenmeter, die mit durchschnittlich vier Prozent Gefälle den Walchensee mit dem Kochelsee verbinden, waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts Austragungsort von Auto- und Motorradrennen.

Sudelfeldpass

Der Begriff Sudelfeld- und Tatzelwurmstrasse ist vielen Bikern bereits ein Begriff. Wer die Strecke kennt, weiß schnell warum die Straße nach dem Fabeltier benannt worden ist. Wie ein Wurm schlängelt sich die Straße bis hinauf auf den Pass, welcher auf 1.123 Metern Höhe liegt. Genau das macht diese Tour auch so reizvoll.

Der Sudelfeldpass selbst ist Teil der deutschen Alpenstraße und verbindet Bayrischzell mit dem Inntal. Wer eine längere Tour plant kann auch zum Beispiel vom Pass über Bayrischzell zum Schliersee fahren. Dort am glitzernden Wasser mit Bergpanorama eine kleine Rast einlegen und dann durch sanfte Hügel über Miesbach wieder nach Bad Tölz. Einfach herrlich.

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