Motorradtransport mit der Bahn: Bequem und entspannt ans Ziel

Für viele Motorradfans ist der Nervenkitzel einer Fahrt auf Europas schönsten Strecken ein Muss. Doch gerade bei langen Anfahrten stellt sich oft die Frage: Muss man die gesamte Strecke auf dem Motorrad zurücklegen? Die Antwort lautet: Nein! Der Autozug bietet die ideale Lösung, um den Komfort eines bequemen Transports zu genießen und trotzdem das Motorrad-Abenteuer nicht zu verpassen.

Entweder geht die entschleunigte Anreise über reizvolle Strecken zulasten der ohnehin knappen Zeit am Urlaubsort oder aber der Wunsch nach möglichst schneller Ankunft fordert Nehmerqualitäten von Mensch und Material auf endlosen Autobahnetappen. Sich abends ins Bett zu legen und morgens am Ziel aufzuwachen, das wärs! Genau das versprechen Autozüge.

Vorteile des Motorradtransports mit dem Autozug

Der Transport Ihres Motorrads im Autozug hat viele Vorteile. Sie sparen nicht nur Kraftstoffkosten und vermeiden die Abnutzung durch lange Autobahnetappen, sondern reisen auch entspannter. Statt den ganzen Tag auf der Autobahn zu verbringen, können Sie sich im Zug erholen und starten am Zielort voller Energie.

Die Bahn-Anreise hat diverse Vorteile: Sie fährt nach Fahrplan, es kann auch die einfache Strecke gebucht werden, und am Ziel muss kein Transporter oder Auto mit Anhänger sicher geparkt werden. Die Nachteile: Man muss das persönliche Programm an die Abfahrtszeiten anpassen, und wer zu spät bucht, geht eventuell leer aus.

Anbieter von Autozug-Verbindungen für Motorräder

In Europa gibt es einige Anbieter für Motorradtransporte per Autozug. Der Urlaubs-Express ist einer der beliebtesten Anbieter und verbindet Deutschland mit beliebten Urlaubszielen wie Österreich, Italien und Kroatien. Auf diesen Strecken können Sie Ihr Motorrad sicher und bequem transportieren lassen.

  • Urlaubs-Express (UEX): Wichtigster Anbieter von Autozugverbindungen in Deutschland und Teil der Unternehmensgruppe Train4you. Abfahrtsbahnhöfe in Deutschland sind Hamburg und Düsseldorf.
  • ÖBB Nightjet: Der größte europäische Anbieter von Nachtzug-Verbindungen ist der ÖBB Nightjet; bei einigen Verbindungen besteht die Möglichkeit der Auto- und Motorrad-Mitnahme mit dem ÖBB Autoreisezug.
  • BTE Autoreisezug: Verkehrt zweimal pro Woche zwischen Hamburg und Lörrach in der Nähe von Basel.
  • Optima Express: Autozug-Verbindung von Villach in Österreich bis nach Edirne in der Türkei. Wöchentlich angeboten zwischen April und November.

Zwar stellte die Deutsche Bahn den Betrieb ihrer Autozüge im Jahr 2016 ein, einige Strecken werden aber weiterhin von privaten Unternehmen bedient. Neben der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) fahren die Urlaubs-Express-­Autoreisezüge (UEX) und der BTE AutoReiseZug deutsche Bahnhöfe an. Zwischen Tschechien und der Slowakei verkehren ebenso Autozüge wie innerhalb Griechenlands. Der Optima Express pendelt sogar auf der mehr als 1.300 Kilometer langen Strecke zwischen dem österreichischen Villach und Edirne in der Türkei.

Autozug-Verbindungen im Überblick

Hier eine Übersicht über einige Autozug-Verbindungen:

  • Hamburg - Lörrach: Die Autoreisezug-Verbindung zwischen Hamburg und München wird von zwei Anbietern angeboten - vom BTE AutoReiseZug sowie vom Urlaubs-Express (UEX). Die Züge verkehren 1-2 Mal pro Woche.
  • Hamburg - München: Die Autoreisezug-Verbindung zwischen Hamburg und München wird vom Urlaubs-Express angeboten.
  • Autozug Sylt: Neben der Fähre die einzige Möglichkeit, auf die Insel Sylt zu gelangen. Neben dem Sylt Shuttle der Deutschen Bahn verkehrt seit 2016 der blaue Autozug Sylt der Rail Development Corporation (RDC) nach Westerland. Der Autozug Sylt verkehrt alle 30 bzw.
  • Autozug Österreich: Mit dem Autozug vom Urlaub-Express kommen Sie von Hamburg und Düsseldorf über Nacht nach Innsbruck sowie nach Villach in Österreich.
  • Autozug Kroatien: Reisende aus Deutschland können mit dem Urlaubs-Express in Richtung Kroatien reisen. Verbindungen von Hamburg und Düsseldorf führen bis nach Villach in Österreich, das rund drei Autostunden von der kroatischen Küste entfernt liegt.
  • Autozug Türkei: Mit dem Optima Express Autozug geht’s in 35 Stunden von Villach in Österreich bis nach Edirne in der Türkei.

Ausgehend von Hagen, Frankfurt, Nürnberg oder Dachau kostet der Transport nach Sardinien hin und zurück 550 Euro, Übergabepunkt auf Sardinien ist der Flughafen in Olbia. Andere Abholpunkte in Deutschland sind gegen Aufpreis möglich.

Kosten für den Motorradtransport

Die Kosten für den Motorradtransport im Autozug variieren je nach Anbieter, Strecke und Saison. Angesichts der Ersparnis an Benzin, Reifenverschleiß, Mautgebühren und Sitzfleisch klingt das sehr verlockend. Die Transportkosten für Motorräder liegen etwa bei der Hälfte des Preises für Autos, abhängig vom Anbieter. Der Urlaubs-Express bietet oft saisonale Angebote, die eine frühzeitige Buchung lohnenswert machen. Für eine einfache Fahrt von Hamburg nach Innsbruck beginnen die Preise für Motorräder ab etwa 139 €.

Die Mitnahme eines Motorrads ermöglicht die ÖBB zuzüglich zu den normalen Tickets übrigens ab 29,90 Euro. Per BTE AutoReiseZug wird das Motorrad für 169,-- Euro von Hamburg nach Lörrach transportiert. Pro Person kommen nochmals 200,-- Euro hinzu. Der Motorradtransport schlägt dafür mit 199,-- Euro zu Buche, das Einzelticket nochmals mit 109,-- Euro.

Mehr Mitspracherecht gewährt die ÖBB ihren Kunden, indem das Maß an Reisekomfort für jeden Geldbeutel gestaffelt werden kann. Natürlich reist es sich auf einem Sitzplatz am günstigsten, doch 40,-- Euro Aufpreis zum Liegewagen oder gar 70,-- Euro zum Schlafwagen können der Anreise einen Hauch von Luxus verleihen.

Preisbeispiele

Hier einige Preisbeispiele verschiedener Anbieter:

  • Motorail Slowakei ÖBB Nightjet:
    • Prag - Košice/Humenné: Motorrad + 1 Person: 59,-- Euro, Motorrad + 2 Personen: 79,-- Euro
    • Prag - Poprad-Tatry: Motorrad + 1 Person: 49,-- Euro, Motorrad + 2 Personen: 69,-- Euro
    • Humenné - Bratislava: Motorrad + 1 Person: 29,-- Euro, Motorrad + 2 Personen: 44,-- Euro
  • ÖBB Nightjet:
    • Tickets für die Fahrzeugmitnahme sind ab 39,90 Euro erhältlich, von/nach Split ab 79,90 Euro (Motorrad)
  • UEX - Urlaubs-Express:
    • Bordfrühstück am Platz (8,90 Euro, Bordpreis 9,50 Euro)
    • Motorrad: 199,-- Euro
    • Einzelplätze: 109,-- Euro
    • Gesamtsumme: 308,-- Euro
  • BTE AutoReiseZug:
    • Motorrad: 169,-- Euro
    • pro Person: 200,-- Euro
    • ADAC-Mitglieder sparen 15,-- Euro pro Buchung und Strecke
  • Optima Express:
    • Ein Ticket für eine Person samt Motorrad ab 436,-- Euro

Vorbereitung und Ablauf des Motorradtransports

Für den Motorradtransport im Autozug gelten bestimmte Maße und Gewichtsbeschränkungen, um eine sichere Verladung zu gewährleisten. Diese Maße beziehen sich auf Standard-Bikes, Cruiser oder Reise-Enduros und können je nach Anbieter leicht variieren. Schwere Motorräder bis zu einem Gewicht von rund 400 kg sind in der Regel ebenfalls zugelassen, jedoch sollten Fahrer die genauen Anforderungen bei der Buchung prüfen.

Urlaubs-Express: Die maximale Höhe, inklusive aller Anbauten, darf 155 cm nicht überschreiten. Wenn Sie mit Beiwagen reisen, geben Sie dies bitte bei der Buchung unbedingt an.

Hier eine Übersicht über den Ablauf des Motorradtransports:

  • Vorbereitung: Vor der Verladung sollten Sie das Motorrad gründlich überprüfen und losen Zubehör wie Helme oder Seitentaschen entfernen oder gut sichern.
  • Ankunft am Verladebahnhof: Planen Sie genügend Zeit für die Anreise und den Check-in ein. Generell wird empfohlen, mindestens 60 bis 90 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit des Autozugs am Terminal zu sein.
  • Check-in: Bei der Ankunft erfolgt zunächst ein Check-in, bei dem Ihre Buchungsdaten und die Fahrzeugdokumente überprüft werden.
  • Verladeprozess: Am Bahnhof wird das Motorrad auf spezielle Plattformen oder Anhänger verladen, die eine sichere Befestigung ermöglichen. Hierbei übernehmen oft speziell geschulte Mitarbeiter das Verzurren, um das Bike während der Fahrt vor Umkippen oder Beschädigungen zu schützen.
  • Sicherung des Motorrads mit Gurten: Mitarbeiter befestigen das Motorrad mit mehreren stabilen Gurten, die an strategischen Punkten wie dem Rahmen und den Rädern angebracht werden. Diese Gurte verhindern, dass das Motorrad während der Fahrt kippt oder sich verschiebt.
  • Nutzung von speziellen Halterungen: Zusätzlich werden bei einigen Anbietern spezielle Halterungen oder Haltevorrichtungen genutzt, die das Motorrad zusätzlich stabilisieren.
  • Kontrolle und Nachsicherung: Vor Abfahrt des Zuges wird das Motorrad von den Mitarbeitern noch einmal gründlich überprüft. Sollten Teile locker sitzen oder eine zusätzliche Sicherung notwendig sein, wird diese nachjustiert.
  • Fahrt und Entladung: Während der Zugfahrt reisen Sie im Passagierabteil, und Ihr Motorrad ist sicher auf dem Transportwaggon verstaut.

Die Sicherung des Gepäcks und anderer empfindlicher Teile ist beim Verladen des Motorrads essenziell. Schutzmaßnahmen: Decken oder Planen bieten zusätzlichen Schutz vor Kratzern.

Alternativen zum Autozug

Glücklicherweise bieten nun private Firmen Autozugverbindungen an, momentan allerdings nur zu wenigen Destinationen. Weitere Möglichkeit: Man vertraut sein Motorrad einem der diversen Motorrad-Transporteure an, die zahlreiche Ziele in Europa anfahren, teilweise sogar im Linienverkehr. Dritte Variante: mit Anhänger oder Transporter selbst fahren.

Als Alternative zum Autoreisezug bieten sich zahlreiche Firmen an, die das eigene Motorrad ans Wunschziel bringen. Hier gibt es diverse Varianten: Das Motorrad wird wie bei einer Spedition an eine Adresse geliefert, was ebenso eine Privatadresse wie ein Hotel sein kann, oder in ein Lager, etwa an einem Flughafen, wo man sein Motorrad im Zielgebiet abholen kann. Bei einigen Angeboten kann die Besatzung auch im selben Transport mitreisen.

Auf stapelbaren Spezialpaletten können die Bikes sicher verzurrt an jeden Ort der Welt reisen.

Motorrad-Transporteure in Deutschland (Auswahl)

Hier eine Auswahl von Motorrad-Transporteuren in Deutschland, sortiert nach Regionen:

  • Norddeutschland:
    • Reitwagen Hamburg (Hamburg)
    • MoTomotion (Stuhr bei Bremen)
    • Spedimoto (Coppenbrügge bei Hameln)
    • mototransporter.de (Bremen)
    • Wallner Motorradlogistik (Appel nahe Hamburg)
  • Mitteldeutschland:
    • Spedition Engemann (Hilden bei Düsseldorf)
    • Spedition M.S.L. Lemgo (Lemgo)
    • Spedition SKS (Mogendorf)
    • K.-H. Weithe (Moppettkutsche) (Wetter an der Ruhr)
    • Bike Shuttle Team (Emmerzhausen)
    • Flexi-Reisen (Dortmund)
    • Roadroom (Berlin)
    • Siggis Bikes (Solms, Hessen & Alhaurin de la Torre, Málaga)
    • MZD-Motorradreisen (Dinslaken)
    • Shuttle Service Siepe (Attendorn im Sauerland)
    • motorradtransporte.org (Insul in der Eifel)
  • Süddeutschland:
    • Spedition Mammut Cargo Transport (Filderstadt nahe Stuttgart)
    • Zweiradtransport24.de (Eglfing, Bayern)
    • Oscar Reisen (Augsburg)
    • Rider’s Projekt (Kooperationspartner von Oscar Reisen)
    • Sarda Moto Tours (Nürnberg)
    • Top Guide Travel (Seligenstadt)
    • bmwbiking.com (Lenggries in Oberbayern)
    • 2radtransporte.de (Geretsried, Oberbayern)
    • Haueis Motorradtransport (Wielenbach, Bayern)
    • Iloxx (Nürnberg)

Aufpassen und genau die jeweiligen Bestimmungen lesen sollte man beim Thema Versicherung. Teilweise wird standardmäßig nur eine Transportversicherung über zehn Euro pro Kilogramm Fahrzeuggewicht angeboten. Für ein Bike mit 250 Kilogramm gibt es so im Schadenfall nur 2.500 Euro, unabhängig vom tatsächlichen Wert. Hier empfiehlt sich eine Zusatzversicherung, die den Wert der Maschine berücksichtigt.

Fazit

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0