Die Marke mit dem Kind im Logo berichtet noch heute davon. Wer sich durch die Webseite der Hartmannsdorfer klickt, stößt schnell auf die Hintergründe des Erfolgs: Man konzentriert sich auf Fahrräder mit Elektromotor und die meistverkauften Fahrradtypen - Trekkingräder und Citybikes.
Diamant E-Bikes: City und Trekking im Fokus
Diamant Ride+ Kategorie
Die eigenwillige Kategorisierung Ride+ ist weniger überraschend, denn das City- oder Trekkingbike gibt es als solches nicht. Diamant interpretiert sie viel realitätsnäher als unterschiedliche Zweirad-Typen, die durch bestimmte Rahmenformen und Spezifikationen mehr oder weniger zu den unterschiedlichen Bedürfnissen passen.
Die Kategorie "Ride+" ist eigentlich eine recht heterogene Flotte von alltagstauglichen Elektrorädern für die unterschiedlichsten Zwecke - kreuzbrav unterteilt in geschlechtsspezifische Damen- und Herrenrahmenformen und mit Bosch-Motoren aus der harmonischen Active- oder der sportlicheren Performance-(Speed-)Line ausgestattet. 27 Zweiradtypen sammeln sich derzeit unter dem Begriff Ride+, mit Diamantrahmen oder Tiefdurchstiegsrahmen, mit Unterrohr-Akkus vorne oder Antrieb am Gepäckträger.
Wer Rahmenflattern bei seinem E-Bike vermeiden möchte, muss sich an Magazinchecks orientieren, denn das Bewertungsbild bei Diamant fällt unterschiedlich aus. Das „sehr gute“ Diamant Onyx Deluxe + beispielsweise achtete die Fachwelt als „elegantes Elektrorad mit ausgewogenen, flatterfreien Fahrleistungen und sicheren Bremsen“ (ElektroRad 1/2014).
- Onyx Deluxe+
- Ride+ Komfort
- Ride+ Sport
City-Flotte von Diamant
Sportler mit Rennradoptik („127“) tummeln sich hier ebenso wie die klassischen Allzweckrahmenformen mit Diamantrahmen und Tiefeinsteiger, gerne im derzeit stark ausgerufenen Retro-Design mit umnähten Lenkergriffen oder und leichte Aluminiumbauweisen mit sportlichen Komponenten.
Topas Deluxe, CityElf und verschiedene Modelle für das Stadtleben repräsentieren derzeit die City-Flotte von Diamant, wobei die Gattungen erneut unspezifisch sind. In der City-Kategorie steht die ganze Bandbreite der Rahmenformen mit ihren konstruktiven Unterschieden zur Verfügung - Diamantrahmen für höhere Belastbarkeit, solche mit abgesenktem Oberrohr für leichteres Übersteigen und mehr Schrittfreiheit.
Wave- oder Tiefdurchstiegsrahmen, traditionell für Damen entwickelt und optisch an einer geschwungenen Welle ("Wave") orientiert, empfehlen sich für alle, die häufig auf- und absteigen müssen oder eine geringere Belastbarkeitserwartung an ihr Rad haben.
Trekkinglinie von Diamant
In der Trekkinglinie versammelt sich derzeit das größte Aufgebot an Tourenrädern. Die 37 verschiedenen Modelle richten sich an Leute, die ein flexibles Alltagsrad mit Tourentauglichkeit suchen - mit typischen Rahmenformen für Damen und Herren, die genau betrachtet aber nur typisierend sind und eher an unterschiedlichen Leistungsanforderungen und Komfortbedürfnissen als an Geschlechtern orientiert.
Wie bei den City-Bikes stehen alle Rahmenformen zur Auswahl, zu erkennen sind sie unter dem Begriff „Elan“ oder „Ubari“ im Produktnamen, und mit Zusätzen wie „Legere“ oder „Esprit“ attribuieren Chrakterisierungen wie "leicht" oder "sportlich". Das Elan Super Legere achtet die Fachpresse tatsächlich als „wahres Leichtgewicht unter den Trekkingrädern“ (aktivRadfahren 4/2013), das "Deluxe" aber ist offenbar eher ein Hinweis auf optische Aufwertung, da es zwar „schön durchgängig gestaltet“ sei, zu den Fahreigenschaften aber etwas konträr stehe (aktivRadfahren 4/2014).
- Elan Super Legere
- Damen GOR
Diamant 365 Deluxe: Ein Lifestyle-E-Bike im Test
Das Pedelec Diamant 365 besteht aus einem in Deutschland gefertigten Rahmen. Urban Bikes oder Lifestyle-Räder wie das Accolmile E-Road (Testbericht), das Urtopia Carbon 1 (Testbericht) oder das Fiido C21 (Testbericht) sind gewichtsoptimierte Pedelecs für kurze Strecken.
Sie kommen meist ohne Gepäckträger, teilweise sogar ohne Schutzbleche aus und wiegen in der Regel unter 20 kg. Das Diamant 365 ist ein solches Urban Bike und wird nicht in China gefertigt, sondern in der Nähe von Chemnitz von den dort ansässigen Diamantwerken hergestellt. Das Traditionsunternehmen existiert bereits seit 1885 und zählt zu den ältesten deutschen Fahrradherstellern.
Bereits 2003 wurde das sächsische Unternehmen vom US-Hersteller Trek übernommen. Am Standort bei Chemnitz produzieren 500 Mitarbeitern täglich über 1200 Räder. Eines davon ist das Diamant 365 mit einem Gewicht von nur 17 kg. Das Rad bietet zwar Schutzbleche, aber keinen Gepäckträger.
Aufbau und Verarbeitung
Im Unterschied zu vielen E-Bikes aus China wird das Diamant 365 nahezu komplett montiert zum Kunden geliefert. Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die Schweißnähte sind im oberen Bereich an Gabel und unterhalb der Sattelstütze geschliffen, sodass man sie auch dank der schwarzen Lackierung kaum erkennt.
Lediglich im unteren Bereich sind sie wie bei E-Bikes aus China unbehandelt. Der stabile Rahmen aus Aluminium trägt Personen bis maximal 119 kg bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 136 kg. Die Schutzbleche bestehen aus Metall und die Pedale aus Plastik. Beim Fahren wackelt oder klappert nichts.
Gegenüber einem günstigen E-Bike aus China ist das Kabelmanagement beim Diamant 365 vorbildlich. Die vorderen Kabel und Bremszüge der hydraulischen Bremse verschwinden in der Gabel und im Rahmen. Die Verkabelung für das Rücklicht verläuft unsichtbar in der Innenseite des hinteren Schutzblechs.
Lenker, Licht und App
Der Lenker wirkt angenehm aufgeräumt. Das liegt auch daran, dass das Diamant 365 kein Display bietet. Wer auf die im Computer gespeicherten Daten wie gefahrene Kilometer zugreifen möchte, muss das Rad mit der App Hyena Rider Assistant (HRA) des Motorenherstellers koppeln. Für die Nutzung der App muss man sich registrieren.
Eingeschaltet wird das Rad über das Bedienpanel auf der linken Seite am Lenker, das insgesamt drei Tasten bietet. Ein langes Drücken der Einschalttaste aktiviert das Rad. Im Panel leuchten dann zwei unterschiedliche LED-Anzeigen: Eine zeigt den aktuellen Batterieladestatus (grün), während die andere die gewählte Unterstützungsstufe (rot) signalisiert.
Mit der Plus- und Minus-Taste kann man letztere anpassen. Nach dem Einschalten des Rads leuchten Vorder- und Rücklicht. Mit einem langen Drücken der Plus-Taste kann man das Licht aus- und wieder einschalten.
Ergonomie
Der Winkel und die Höhe des Vorbaus lassen sich über ein Gelenk anpassen, das ist hervorragend. Zusammen mit dem ausreichend höhenverstellbaren Sattel bietet das Diamant 365 damit eine gute Ergonomie.
Wir haben das Rad mit hohem Rahmen getestet. Zur Auswahl steht aber auch noch eine Variante mit Trapez-Rahmen, der einen deutlich niedrigeren Zustieg bietet, fast wie bei einem echten Tiefeinsteiger. Letzteren werden vermutlich vor allem Rock-tragende Frauen sowie ältere Menschen oder Personen mit körperlicher Beinträchtigung zu schätzen wissen, die Schwierigkeiten haben, ihr Bein zum Aufsteigen über das Rad zu schwingen.
Fahreigenschaften
Aufgrund der starren Gabel spürt man Unebenheiten auf der Fahrbahn deutlicher als bei Rädern mit einem gefederten Vorderrad. Anderseits vermittelt das Diamant 365 mit seinen 28 Zoll großen und 40 mm breiten Reifen einen direkten Straßenkontakt und lässt sich in jeder Situation sicher fahren.
Es ist natürlich nicht ganz so flexibel wie ein Rad mit kleineren Rädern, ist dafür aber spurtreu und bleibt auch in Kurven sicher beherrschbar. Im Zusammenspiel mit dem großen und gut gepolsterten Selle-Royal-Vivo-Sattel bietet es trotz starrer Gabel noch einen guten Fahrkomfort.
Elektronik und Akku
Den 250-Watt-Motor mit seinen 40 Nm haben Diamant und Trek zusammen dem taiwanischen Hersteller Hyena entwickelt. Er beschleunigt angenehm flott bis zur gewählten Höchstgeschwindigkeit und bleibt dabei sehr leise. Auch moderate Steigungen sind kein Problem.
Positiv ist die gute Abstimmung zwischen Drehmomentsensor und Motorsteuerung. Während man bei anderen E-Bikes mit Hinterrad-Nabenmotor oft mehrmals treten muss, damit der Motor seine Kraft entfaltet, greift die Motorunterstützung beim Diamant 365 sofort.
Der Akku sitzt schick integriert im Rahmen, kann zum Laden aber nicht entnommen werden. Laut Hersteller kann man mit dem Diamant 365 bis zu 60 km fahren, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss. Im Test mit einem 90 kg schweren Fahrer stellt der Akku nach knapp 37 km den Betrieb ein.
Diamant Beryll Esprit Gen3 im Test
Wartungsfrei, komfortabel und langlebig soll das aktuelle Beryll Esprit Gen3 vom Traditionshersteller Diamant sein. Stimmt das wirklich? Wir haben das Diamant Beryll Esprit in unserem E-Bike-Test auf die Straße geschickt.
Design und Antriebssystem
Im aktuellen Beryll Esprit ist Boschs aktueller 545 natürlich komplett im Unterrohr verschwunden und die Übergänge vom Akkuschacht zum Tretlager bis zum Hinterbau und der Sattelstütze fließen geschmeidig ineinander über. Ein Highlight ist der Verschluss des Akkuschachtes: Das Cover wird lediglich mit einem Magnet am Rahmen gehalten und verleiht dem Wave-Rahmen dadurch eine cleane Oberfläche.
Nach und nach bettet Antriebsgigant Bosch alle seine Drive Units in das Smarte System ein. So erfährt auch der Performance Line Klassiker der Generation 3 eine digitale Vernetzung. Gehirn des Antriebssystems ist die LED-Remote, mithilfe dessen sich das System auch ohne das abnehmbare Intuvia 100 Display aktivieren lässt.
Wartungsarmer Antriebsstrang
Der Riemenantrieb Gates aus dem Hause Fallbrooks hat sich inzwischen im E-Bike und im Fahrradbereich ein großes Stück vom Kuchen genommen. Gerade bei Rädern, die, wie das Diamant, einen hohen Nutzcharakter bieten, ist der Gates-Riemen perfekt aufgehoben. Die Kombi mit der ebenso wartungsarmen Nexus 5-Gang-Schaltung macht das City E-Bike besonders pflegeleicht.
Komfort und Fahrwerk
Komfortabilität wird beim Beryll Esprit großgeschrieben: Zum einen bietet die aufrechte Sitzposition eine gute Übersicht über den umliegenden Verkehr und entlastet zusätzlich die Schulter- und Handmuskulatur. Die Wirbelsäule erfährt durch die gefederte Sattelstütze zusätzliche Dämpfung.
Andererseits gleitet das Beryll stoisch souverän geradeaus und ist folglich gerade für Neueinsteiger auf jeden Fall eine Empfehlung. Prima gefallen hat uns auch der tiefe Durchstieg, der sich vor allem im städtischen Getümmel beim regelmäßigen Anhalten mit gutem Handling präsentierte.
Das Fahrwerk mit den 27,5er-Laufrädern und den üppigen Bontrager-Pneus rollt leichtgängig auf Asphalt und konnte auch auf dem flachen Feldweg noch verhältnismäßig locker im Off-Modus getreten werden. Im welligen Terrain spielt der gewohnt kräftige Bosch Performance Line seine Stärken aus und verschafft dem Pedaleur den nötigen Schub auch an steilen Anstiegen.
Diamant Rubin Legere: Ein Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort
Die Basis des Rubin ist ein echt leichter und dank großvolumigen und/oder querovalisierter Rohre sehr steifer Alurahmen samt Gabel; schaut man sich Reach und Stack-Werte an, liegt das Rad auf dem Level von Rose und Koga, man sitzt aber deutlich aufrechter drauf.
Dank dem Kabeltunnel und den Spacern oberhalb des Steuerrohrs sowie dem recht stark erhöhenden Lenker wird aus dem sportlichen Rahmen eher ein Cityrad mit extrem wendigen und dynamischen Fahreigenschaften. Das erleichtert nicht nur das Vorankommen und schnelle Manöver durch die Innenstädte der Republik, die riesige Kassette und die rekordverdächtige Zuladung mit maximal 136 Kilo Systemgewicht wollen geradezu bepackt und durch die Lande pedaliert werden.
Fahreigenschaften und Ausstattung
Im Gegensatz zu echten Citybikes kann man in dem Setup des Diamant Rubin sogar recht einfach im Wiegetritt fahren, da die Griffe verhältnismäßig hoch, aber nicht so nah dran sind am Körper. So aufgerichtet, leidet die Biomechanik beim wirklich harten Reintreten etwas, das kann man aber umgehen, indem man die große Übersetzungsbandbreite voll ausnutzt.
Von den elf Ritzeln wird man im Alltag aber eher nur sieben oder acht nutzen, und selbst da könnte man sich berghoch die eine oder andere Zwischengröße wünschen. Man kommt zwar (fast) überall hoch, aber zum Klettern und hoch sportlichen Radeln ist das Setup nicht perfekt. Das will man in der Haltung aber auch selten, der Mix passt also so weit ziemlich gut, einschließlich der Verkehrsausstattung.
Als einziges Rad im Test kommt dieses mit voller Verkehrsausstattung daher, durfte deshalb auch bis 14 Kilo wiegen. Diese Tatsache ordnet das Rubin noch mehr als Cityflitzer und leichtes Komfortreisebike ein. Noch bemerkenswerter ist die saubere Kabelführung, bedenkt man das Mehr an elektrischer Leitung, die das Rad zu verstecken hat.
Bei der vorderen Hydraulikleitung hat es der Monteur mit der Länge etwas übertrieben. Solch aufgeräumte Optik hat man mit Nachrüstlicht, -blechen und -trägern selten. Uns völlig unbekannte ESI-Rundgriffe überzeugen mit handschmeichelndem Komfort, und das ohne jegliche Ergo-Formen.
Fazit zum Diamant Rubin Legere
Wo ein Koga oder Rose mangels Zuladung bei der Tourentauglichkeit leiden, gehen dem Diamant durch die Komforthaltung Sportlichkeitspunkte durch die Lappen. Aber: Genau wie nicht jeder gleich auf Bikepacking-Tour gehen will, steht nicht jedem der Sinn nach Geschwindigkeit. Das Rubin Legere ist hier ein wunderbarer Kompromiss.
Das nicht rekordverdächtig, aber ausstattungsbereinigt leichte Bike ist zudem ein Preishammer und hat 40 Jahre Garantie! - Timo Dillenberger, MYBIKE-Redakteur
Die wichtigsten Infos zum Diamant Rubin Legere
- Gewicht: 13,2 kg
- Preis: 1099 Euro
- Maximales Systemgewicht: 136 kg
- Antrieb: Shimano Deore 1 x 11 Gänge
- Bremsen: Shimano MT201 hydr.
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