Mit dem Fahrplanwechsel der Bahn zum 15. Dezember können Fahrradtickets im Fernverkehr bis zu 12 Monate im Voraus gebucht werden. Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für 2025 haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.
Fahrradtickets im Fernverkehr
Jedes Fahrrad braucht ein eigenes Ticket und eine Stellplatzreservierung. Eine Fahrradkarte im Fernverkehr kostet innerhalb Deutschlands ab 7,99 Euro. Online können Tickets für bis zu fünf Fahrräder gebucht werden - wer mehr Plätze reservieren möchte, muss die Service-Telefonnummer 030-2970 anrufen oder am Schalter buchen.
Vorlaufzeiten und Kapazitäten
Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember können Radreisende Fahrradtickets im Fernverkehr der Deutschen Bahn bis zu 12 Monate im Voraus buchen. ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler sagt: „Die Bahn ist das ideale Transportmittel für Radreisende, denn sie ermöglicht eine umweltfreundliche An- und Abreise. Die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse zeigen, dass immer mehr Radreisende die Bahn nutzen. Viele von ihnen sind aber unzufrieden mit dem Angebot und dem Service der Bahn. Es ist gut, dass die Bahn mit dem Fahrplanwechsel die Vorbuchungsfrist für Fahrkarten und Fahrradtickets von sechs auf zwölf Monate verlängert. Das erleichtert etwa Familien die Planung für die Sommerferien.
Platzangebot und Reservierung
Wie viele Plätze es auf einer Verbindung gibt, hängt vom Zugtyp ab. ICs und ECs haben acht bis 16 Stellplätze, in den neueren ICE-4-Modellen gibt es 8 Stellplätze, in manchen älteren gar keine. Gerade in den Sommermonaten sind die verfügbaren Plätze schnell ausgebucht.
Fahrradmitnahme im Nahverkehr
Im Nahverkehr gibt es kein festgelegtes Stellplatzangebot und keine Zugbindung und Reservierungspflicht. Hier gilt: Wenn voll ist, ist voll. Radreisende sollten deshalb Stoßzeiten, etwa im Berufsverkehr oder an Wochenenden, Feiertagen und Schulferien vermeiden. Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos.
Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Die Preise für die Fahrradmitnahme in den Verbünden weichen oft von den Tarifen der Deutschen Bahn ab. Achtung: Preise und Regelungen sind in den einzelnen Bundesländern und Verkehrsverbünden unterschiedlich.
- Kaufen Sie ein Fahrrad-Tagesticket für den Nahverkehr am Automaten, im DB Reisezentrum oder online.
Deutschlandticket und Fahrrad
Die Kombination aus Fahrrad und Deutschlandticket bietet ideale Voraussetzungen, um Deutschland günstig und flexibel zu erkunden. Doch viele Radfahrer fragen sich: Darf ich mein Fahrrad kostenlos mitnehmen oder brauche ich ein zusätzliches Ticket? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Die Mitnahmeregeln unterscheiden sich je nach Bundesland, Verkehrsverbund und Strecke. Wer Bahn und Fahrrad clever kombiniert, spart nicht nur Geld, sondern reist auch stressfreier.
Mit dem Deutschlandticket nutzt du für 58 Euro im Monat bundesweit alle Nahverkehrszüge, S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen der teilnehmenden Verkehrsunternehmen. Doch die Fahrradmitnahme ist nicht überall kostenlos. In einigen Bundesländern - darunter Thüringen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz oder das Saarland - darfst du dein Fahrrad in Regionalbahnen und S-Bahnen ganztägig ohne Aufpreis mitnehmen. In anderen Regionen, wie etwa in Berlin oder Brandenburg, benötigst du eine zusätzliche Fahrradkarte. Diese kostet zum Beispiel im Nahverkehr der DB aktuell 7 Euro pro Tag und gilt deutschlandweit.
Im HVV (Hamburg) ist die Fahrradmitnahme im Nahverkehr (S-Bahn, U-Bahn, Regionalbahn und Fähren) im Regelfall kostenlos möglich. Es gelten jedoch einzelne Ausnahmen, zum Beispiel in Bussen während bestimmter Zeiten. Bitte informiert euch zusätzlich beim HVV über aktuelle Sonderregelungen.
Besonders zu beachten: Manche Verkehrsverbünde schränken die Fahrradmitnahme während der Hauptverkehrszeiten ein. Vor allem morgens, wenn Pendler unterwegs sind, kann es Sperrzeiten geben.
Eine häufige Frage lautet: Kann ich mein Fahrrad im Nahverkehr reservieren? Die Antwort lautet: Nein. Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gibt es keine Reservierungsmöglichkeit für Fahrräder. Gerade an Wochenenden und bei schönem Wetter sind Fahrradabteile schnell voll. Ein früher Einstieg und die Wahl weniger frequentierter Züge helfen, um die Mitnahme deines Rads zu sichern.
Wichtig für alle, die mit Fahrrad und Deutschlandticket reisen: Fahrräder dürfen nur in den dafür vorgesehenen Bereichen der Züge transportiert werden. Diese sind an Symbolen an den Türen erkennbar. Achte darauf, dein Rad mit Gurten zu sichern oder zusätzlich ein Schloss zu nutzen. Vor allem bei voller Zugauslastung ist es ratsam, auf andere Fahrgäste Rücksicht zu nehmen und das Rad möglichst platzsparend abzustellen.
Regionale Besonderheiten
Die Fahrradmitnahme in Bayern ist in der Regel kostenpflichtig (Ausnahmen). Dabei bieten Ihnen alle Züge des Nahverkehrs im Freistaat die Möglichkeit, Ihr Rad mitzunehmen. Ausgeschlossen sind die Hauptverkehrszeiten in den S-Bahnen München (vor- und nachmittags) und Nürnberg (vormittags)*. Bitte beachten Sie generell, dass es an besonders schönen Sonnentagen zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Eine Fahrradmitnahme kann daher nicht garantiert werden. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Reiseplanung.
Zusätzlich zu den Taktzügen des Regelverkehrs verkehren in touristisch bedeutenden Regionen im Bahnland Bayern Ausflugszüge.
Das BaSTi (R) ist ein durch die bayerische Staatsregierung gefördertes bayernweit gültiges Tarifangebot, das allen Reisenden bei Fahrten mit den Zügen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Bayern zu bestimmten Zeiten die preisgünstige Mitnahme ihres Fahrrades ermöglicht und somit einen Beitrag zur ökologischen Verkehrswende leistet.
Im VBB-Gebiet stehen dir folgende Fahrradtickets zur Verfügung:
- Einzelfahrausweis Fahrrad für eine Fahrt im VBB-Gesamtnetz: 4,30 Euro
- 24-Stunden-Karte Fahrrad für beliebig viele Fahrten im VBB-Gesamtnetz: 6,50 Euro
- Monatskarte Fahrrad für beliebig viele Fahrten im Geltungszeitraum; 28,60 Euro
Darüber hinaus gelten die VBB-Fahrradtickets für die Tarifbereiche Berlin sowie für die kreisfreien Städte.
Für beliebig viele Fahrten mit den Nahverkehrszügen am Geltungstag:
- Gültig im gesamten Geltungsbereich des Niedersachsentarifsvon 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages bzw. bis zur letzten, im Fahrplan als Nachtzug bezeichneten Fahrt.
Für die Radmitnahme in diesen Zügen ist eine Fahrradtageskarte Niedersachsentarif notwendig.
Tipps für eine entspannte Reise mit dem Fahrrad
- Steigen Sie in geordneter Reihenfolge möglichst zügig ein bzw. aus.
- Sichern Sie Ihr Rad gegen Umfallen.
- Stellen Sie es in die vorhandenen Ständer, an die Abteilwand, oder lehnen Sie es platzsparend in Gegenrichtung an ein anderes Rad.
- Klären Sie mit den anderen Radler(innen) ab, wer wo aussteigt.
- Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus.
- Seitengänge, Einstiegsbereiche und ggf. die Tür zum Lokführerstand müssen Sie freihalten.
- Sie haben Ihr Fahrrad sicher abgestellt? Dann können Sie auf einem freien oder auf Ihrem reservierten Sitzplatz im Fahrradwagen Platz nehmen.
- Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können.
- Nehmen Sie Gepäck und Satteltaschen ab und bereiten Sie den Ausstieg in Absprache mit den Mitreisenden frühzeitig vor.
Vorbereitung der Reise
Bevor die Reise losgeht, lohnt sich ein Online-Check der Bedingungen am Abfahrts- und Zielbahnhof. Sind die Bahnsteige barrierefrei erreichbar? Gibt es ausreichend große Aufzüge, Rolltreppen, Auffahrrampen? Am Gleis selbst sollte man vorab schauen, wo das Fahrradabteil ist - etwa über den Wagenstandsanzeiger im Aushang auf dem Bahnsteig oder über die App - und von vorneherein im richtigen Gleisabschnitt auf den Zug warten.
Sie brauchen einen stufenfreier Zugang zum Start- und Zielbahnhof? Auch die App "DB Bahnhof Live" hilft bei der Reiseplanung.
Was für Fahrräder dürfen mitgenommen werden?
- Ein handelsübliches, einsitziges Fahrrad mit zwei Rädern.
- Das Fahrrad muss in die vorhandenen Fahrradständer gestellt werden.
- Ein Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog. Pedelec).
- Ein Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
- Ein zusammengeklapptes Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden.
- Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden.
- Zusammengeklappte (Kinder- oder Lasten-)Fahrradanhänger können Sie im Zug wie Gepäck mitnehmen.
Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.
Alternativen zur Fahrradmitnahme im Zug
Wer das eigene Fahrrad nicht in der Bahn mitnehmen will oder kann, kann es bei der Bahn auch als Gepäckstück aufgeben, dafür muss das Rad aber in der Regel teilweise auseinandergebaut werden. Eine andere Option ist, am Urlaubsort ein Fahrrad auszuleihen. In den meisten Regionen, die auf Touristen eingestellt sind, gibt es Leihradanbieter.
An immer mehr Bahnhöfen und in vielen Orten können Sie Fahrräder ausleihen. Viele Fahrradvermieter bieten gut gewartete Tourenräder, Kinderfahrräder und oft auch E-Bikes für Ihre Tour. Das Ausleihen ist am Bahnhof in vielen Fällen per App möglich. Bei Fahrradvermietern vor Ort ist meistens eine vorherige Reservierung notwendig.
Hinweis: Die Angaben im Beitrag basieren auf dem Stand Juni 2025. Regionale Änderungen sind möglich.
Der ADFC ist mit über 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
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