Barracuda Motorrad Griffe: Test und Vergleich

Die Wahl der richtigen Motorradgriffe kann das Fahrerlebnis erheblich beeinflussen. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle von Barracuda und anderen Herstellern verglichen, um Ihnen bei der Auswahl der optimalen Griffe für Ihr Motorrad zu helfen.

Design und Verarbeitung

Rizoma Limit: In Sachen Verarbeitung, Funktion und Optik ist der Rizoma Limit ganz weit vorne. Solvente Edelbiker freuen sich allerdings über die vielen Verstellmöglichkeiten sowie die gute Sicht nach hinten, denn der Ausleger kann je nach Einstellung ordentlich in die Breite gehen. Allerdings kostet der Satz inklusive Adapter auch stramme 320 Euro, hier bezahlt man ganz klar fürs schicke Italo-Design.

Magazi: CNC-gefrästes Alu, eine vergleichsweise robuste Oberfläche und gleich zwei beigelegte Adapter machen den massigen Magazi attraktiv. Zudem gefällt die intelligent geschnittene Spiegelfläche: Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern wird die nach außen hin breiter, die Sicht im relevanten Bereich ist besser. Der schicke Ausleger ist zwar steif, aber ausreichend lang.

LSL Clubman: In Sachen Qualität und Optik macht den Krefeldern niemand etwas vor, der Clubman ist makellos verarbeitet. Was bei einem Preis von rund 80 Euro auch zu erwarten ist. Ein nettes Feature ist das blau getönte Spiegelglas. Das Design ist zeitlos, so passt das edle Aluteil an fast jedes Motorrad. Gut: Der Clubman sitzt relativ hoch, so fällt der Blick in den Spiegel leichter.

Weitere Modelle:

  • R-Version: Wer bereit ist, etwas mehr auszugeben, kann aber auch hier bedenkenlos zugreifen - der R-Version ist ein sehr sauber verarbeiteter Spiegel mit robustem Ausleger und edlem Design. Das Paar ist zwar 20 Euro teurer als die X-Versions, was allerdings auf das massive, hochwertige Alugehäuse zurückzuführen ist.
  • Elegant: Ein leichter Sport-Spiegel gängiger Machart, der sich keine größeren Schwächen erlaubt. Der dürre Ausleger dürfte ein wenig länger sein. Auf der anderen Seite ist der Elegant sehr günstig, das Material wirkt im Vergleich robust und kratzfest, die Passform stimmt. Echtes Carbon ist in dieser Preisklasse natürlich nicht drin, bei genauerem Hinschauen wirkt der Pseudo-Kohlenstoff billig.
  • Class: Konstruktiv, preislich, qualitativ und von der Sicht her am ehesten mit dem LSL Clubman vergleichbar. Alles sitzt sauber, nichts wackelt, der Class ist solide und edel. Die Optik ist moderner, der Preis noch ein wenig höher: Fast 100 Euro für simple Rundspiegel sind kein Pappenstiel. Doch die Verarbeitung stimmt.
  • Montana: Eine einfache Konstruktion, die man an so ziemlich jedes Naked Bike schrauben kann. Ein Vorteil des Montana ist das zweite Gelenk am Stiel, das die Höhenverstellung ermöglicht, aber leider etwas Spiel hat. Und auch hier ist der Ausleger nicht lang - wer ihn für gute Sicht weit herunterklappt, hat den Spiegel direkt über dem Lenkergriff. Glücklich werden hier wohl in erster Linie Piloten mit breiten Lenkern.
  • Victory: Auf den ersten Blick gefallen das glänzende Finish und der fesch geschnittene Ausleger. An breiten Lenkern ist der Victory wegen seines kurzen Stiels am besten aufgehoben, die Sicht ist leicht eingeschränkt - praktische Vorteile gegenüber dem Serienteil gibt's am Testbike deshalb nicht. Als Chromversion passt er prima an Cruiser.

Funktionalität und Sicht

Gut durchdacht ist das Spiegelglas, das nach außen hin großflächiger wird - die Sicht ist gut. Der verstellbare Ausleger gefällt ebenso, das anfangs lockere Kugelgelenk lässt sich problemlos straffer stellen. Aber wer genauer hinschaut, erkennt deutlich den Materialmix aus eloxiertem Alu, poliertem Alu und beschichtetem Kunststoff - nichts für detailversessene Edeltuner.

Die Sicht geht auch ohne zusätzliche Verstellmöglichkeiten in Ordnung, das Konstrukt ist vergleichsweise breit und das Kugelgelenk bietet ausreichend Spielraum. Angesichts des Preises hätten wir uns ein Alu-Gehäuse gewünscht, doch auch die matte Kunststoff-Oberfläche wirkt hochwertig - erst beim Anfassen fällt der Sparkurs auf. Insgesamt stimmt das Paket also, dürfte aber günstiger sein.

In Sachen Baubreite liegt er im Mittelfeld - ein, zwei Zentimeter mehr könnten an unserem Testbike nicht schaden. Auch läuft der Spiegel nach außen spitz zu. Leider ist der mattschwarze Lack ein wenig kratzempfindlich und der Stiel wirkt eher billig.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Preisspanne bei Motorradgriffen ist breit gefächert. Während der Rizoma Limit mit rund 320 Euro zu den teuersten Modellen gehört, gibt es auch günstigere Alternativen, die dennoch eine gute Qualität bieten.

LSL Clubman: Was bei einem Preis von rund 80 Euro auch zu erwarten ist. Ein nettes Feature ist das blau getönte Spiegelglas.

Lenkerumbau und Montage

Beim Umbau des Lenkers gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um eine optimale Fahrposition und Sicherheit zu gewährleisten.

  • Montagehinweise: Erst die Kupplungsarmatur aufstecken, dann den Gasgriff und danach erst festklemmen. Sonst wirds sehr eng mit den Gaszügen.
  • Bohren: Insgesamt müssen 3 Löcher in den Lenker gebohrt: 2x Ø5mm für die Schaltereinheiten links und rechts, und dann noch 1x Ø4mm für den Gasgriff. Lieber 2x zu viel messen und auch mal vorab dran halten, ob die Positionen so hinkommen (auch von Neigungswinkel etc.).
  • Bohrschablone: Hab mir eine eigene Bohrschablone mit Ø4mm und Ø5mm Bohrbuchsen gebastelt, geht bestimmt auch ohne Bohrschablone, aber dann muss man schon arg aufpassen dass man nicht abrutscht.

Erfahrungen und Empfehlungen

Viele Motorradfahrer haben positive Erfahrungen mit Lenkern von Rizoma gemacht und sind zufrieden mit der sportlicheren Sitzposition. Der etwas breitere Lenker macht sie etwas agiler ohne dass sie dabei nervös werden würde. Man sitzt jetzt mehr "drinnen" als nur drauf.

Tipps zur Montage:

  • Zwischen Gasgriffhülse und Lenker etwas Graphit-Spray, damit alles gut flutscht.
  • Tipp zum aufziehen der Griffe: Lenker/Gasgriffhülse mit Haarspray einsprühen (aber nicht zwischen Gasgriffhülse und Lenker sprühen!). Die Gummis flutschen dann wesentlich besser drüber und wenn das Haarspray trocken ist, verrutschen die Griffe auch nicht mehr. Großer Vorteil: sie lassen sich mit Druckluft wieder demontieren.

Zusätzliche Aspekte

Bei der Auswahl von Motorradgriffen und Lenkern sollten auch die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben berücksichtigt werden. Eine Probefahrt mit verschiedenen Modellen kann helfen, die optimale Lösung zu finden. Die Langstreckentauglichkeit konnte ich jetzt nicht testen, bin da aber guter Dinge. Wer schonmal auf einer BMW K1300R gesessen hat, das ist ungefähr vergleichbar von der Sitzposition jetzt.

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