Batterieerfahrungen bei Harley Davidson Softail und Dyna

Dieser Artikel befasst sich mit den Erfahrungen verschiedener Harley-Davidson-Fahrer mit unterschiedlichen Starterbatterien in Softail- und Dyna-Modellen. Dabei werden sowohl OEM-Batterien als auch Alternativen von Drittherstellern wie Yuasa und Motobatt betrachtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Lebensdauer, der Startleistung und den Vor- und Nachteilen verschiedener Batterietypen.

Erfahrungen mit OEM- und Yuasa-Batterien

Ein Fahrer berichtet von seinen Erfahrungen mit einer OEM-Batterie in seiner Dyna aus dem Jahr 2010, die erst nach neun Jahren Anzeichen von Schwäche zeigte. Er betont, dass diese Batterie stets gut gepflegt und regelmäßig an ein Erhaltungsladegerät angeschlossen wurde. Die Softail seiner Frau erhielt nach sechs Jahren eine neue Batterie, da der Kaltstartstrom stark eingebrochen war. Auch diese Lebensdauer wurde als zufriedenstellend empfunden.

Angesichts der hohen Preise der OEM-Batterien entschied sich der Fahrer für eine Yuasa YTX20HL-BS Batterie für die Softail. Diese Batterie ist für ihren hohen Startstrom (310A) bekannt und war für rund 90 Euro erhältlich. Dank eines separaten Säurepacks spielte das Produktionsdatum keine Rolle, da die Alterung erst nach dem Befüllen beginnt.

Der Kaltstartstrom wurde mit einem Batterietester "Panter" gemessen, der über die Messung der Impedanz einen Näherungswert ermittelt. Hier sind die gemessenen Startstromwerte bei Raumtemperatur:

BatterieAlterStartstrom
Softail 19Ah3 Jahre495A
Softail 19Ah6 Jahre245A
Dyna 19Ah5 Jahre400A
Dyna 19Ah9 Jahre230A
Yuasa 19AH0 Jahre500A

Zum Vergleich: Der spezifizierte Startstrom nach SAE bei -18°C beträgt bei der OEM-Batterie 315A und bei der Yuasa-Batterie 310A.

Diese Messungen zeigen, dass der Startstrom der Softail-Batterie nach sechs Jahren deutlich nachgelassen hat und fast so schwach ist wie die neun Jahre alte Dyna-Batterie. Die neue Yuasa-Batterie hingegen liefert einen Startstrom von 500A. Es wird vermutet, dass OEM-Batterien im Neuzustand ähnliche Werte aufweisen und der altersbedingte Abfall des Startstroms erst nach etwa vier Jahren beginnt.

Probleme und Erfahrungen mit Motobatt-Batterien

Einige Fahrer berichten von Problemen mit Motobatt-Batterien. Ein Fahrer hatte eine "gelbe" Motobatt, die nach nur vier Wochen den Dienst quittierte. Das Problem war eine schlechte Kontaktierung im Inneren des Akkus, die zu einem hohen Innenwiderstand führte. Ein anderer Fahrer hingegen ist mit seiner dritten Motobatt zufrieden, allerdings halten die Batterien aufgrund der klimatischen Bedingungen nur etwa zwei Jahre.

Es wird erwähnt, dass die schwarze Ausführung der Motobatt rüttel- und temperaturfester sein soll und speziell für Harleys entwickelt wurde (MBTX20UHD = schwarz, MBTX20U = gelb). Allerdings werden auch die "gelben" Batterien auf der MotoBatt-Seite als für Harley geeignet beworben.

Ein Fahrer erhielt den Tipp, dass die Motobatt (insbesondere die gelbe) eine sehr gute und langlebige Motorradbatterie sei. Er lobt die Verpackung, das Zubehör und die vier Pole der Batterie. Ein anderer Fahrer hat seit drei Jahren eine gelbe Motobatt in seiner Maschine und bisher keine Probleme.

Alternativen: Hawker- und LiFe-Batterien

Ein Fahrer berichtet von einer Hawker PC 545 Batterie in seiner Softail FXST aus dem Jahr 2001, die seit 2003 installiert ist und ca. 80.000 km Laufleistung aufweist. Allerdings wird die Batterie nach jeder Tour an ein Optimate II Frischhalte-Ladegerät angeschlossen.

Ein anderer Fahrer hat in seiner Roadking eine Shido LIX30L-BS Q LiFe-Batterie verbaut, die nur 1,8 kg wiegt und eine anständige Stromlieferung bietet. Er ist von LiFe-Batterien überzeugt und hat sie in allen seinen Motorrädern verbaut. Allerdings sind diese Batterien für echte Winterfahrer nicht die erste Wahl, da die Leistung bei Frost stark einbricht.

AGM- und LiFe-Batterien von Harley-Davidson

Original Harley-Davidson bietet sowohl AGM- als auch LiFe-Batterien an. LiFe-Lithiumbatterien bieten mehr als die doppelte Batterielebensdauer und mehr Anlasser-Stromstärke als standardmäßige AGM-Batterien. Zudem sind sie deutlich leichter: Auf Touring-Modellen sparen sie 8 kg, auf Softail-, Dyna- und V-Rod-Modellen 5,5 kg und auf Sportster- und Street-Modellen 4 kg.

LiFe-Batterien haben eine sehr langsame Selbstentladung und sind bei richtiger Trennung 12 Monate wartungsfrei. Sie nutzen 85 % der Ampere-Kapazität im Vergleich zu nur 10 % bei einer AGM-Batterie. Die LiFe-Batterie verfügt über hochwertige Messingkontakte und ein eingebautes Prüfgerät zur Anzeige des Ladestands. Für den perfekten Einbau werden Caddies mitgeliefert.

Pflege und Wartung von Motorradbatterien

Um die maximale Lebensdauer und Leistung einer Harley-Davidson Batterie zu gewährleisten, ist die richtige Pflege entscheidend. Harley-Davidson bietet speziell entwickelte Dual-Mode-Ladegeräte an, die sowohl AGM- als auch LiFe-Batterien effizient und sicher laden. Diese Ladegeräte sorgen dafür, dass die Batterie stets optimal geladen ist, wodurch die Startkraft und die Lebensdauer erheblich verbessert werden.

Einige Tipps zur Batteriepflege:

  • Verwenden Sie ein geeignetes Ladegerät für den Batterietyp.
  • Vermeiden Sie Tiefentladung.
  • Lagern Sie die Batterie bei Nichtgebrauch an einem kühlen, trockenen Ort.
  • Reinigen Sie die Batteriepole regelmäßig.
  • Prüfen Sie die Ladespannung des Reglers.

Einige Fahrer empfehlen, die Batterie im Winter am Erhaltungsladegerät angeschlossen zu lassen, um die Lebensdauer zu verlängern. Allerdings ist es wichtig, ein Ladegerät zu verwenden, das mit dem Can-Bus-System von Harley-Davidson kompatibel ist, um eine korrekte Ladung zu gewährleisten.

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