Motorradbatterien: Typen und Unterschiede

Wenn wir von Motorradbatterien reden, meinen wir besonders kompakt gebaute Starterbatterien. Ihre Hauptaufgabe ist das Starten des Verbrennungsmotors. Die Mottradbatterie ist meist als eine reine Starterbatterie konzipiert, die den benötigten Strom für den Anlasser liefert und auch eine wichtige Rolle bei der Zündelektronik moderner Zweiräder und Quads einnimmt.

Die Wahl der richtigen Motorradbatterie ist entscheidend, um die Zuverlässigkeit und Sicherheit deines Motorrads sicherzustellen.

Im Benutzerhandbuch sind meist die wichtigsten technischen Daten genannt: die Spannung (Volt), die Kapazität (Ah) und der Kälteprüfstrom (A(EN)), z. B. Bequemer geht das mit unserem Batteriefinder. Hier gibst du Marke, Modell und Baujahr an und erhältst eine Liste aller Batterien, die du in dein Motorrad einbauen kannst.

Zuerst einmal, muss eine Batterie in dein Motorrad hineinpassen, d.h. die Abmessungen, Anschlüsse und technischen Daten müssen stimmen. Aber selbst wenn das geklärt ist, bleibt die Qual der Wahl: Meist kannst du mehrere Motorrad-Batterie-Typen einbauen. Eine klassische, nasse Blei-Säure-Batterie hat dabei andere Vor- und Nachteile als eine AGM-, GEL- oder Lithium-Batterie. Welche für dich besser geeignet ist, kommt darauf an, wie du dein Motorrad nutzt.

Bei uns findest du eine vielfältige Auswahl an Motorradbatterien, die sich durch ihre Technologie und Preisgestaltung unterscheiden. Unser Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Batterietypen zu geben, damit du die perfekte Wahl für dein Motorrad treffen kannst.

Als Motorradbatterie werden meist Blei-Säure-Akkus als Nass-, versiegelte Gel- oder auch AGM-Batterien eingesetzt. Moderne Motorradbatterien sind schon seit längerer Zeit für 12V-Bordnetze konzipiert. Allerdings kann bei älteren Fahrzeugen auch eine 6V-Batterie zum Einsatz kommen.

Du findest zum Beispiel auf den YUASA-Batterien eine spezifische Typenbezeichnung wie YTB9, YTR4A-BS oder YTX14AH-BS. Darüber hinaus gibt es herstellerübergreifende Bezeichnungen wie 53030 oder HVT8. Diese Bezeichnungen sind universell, ähnlich einer DIN-Norm, sodass du dir sicher sein kannst, dass Polungen und Abmessungen übereinstimmen, wenn du eine neue Motorradbatterie kaufen möchtest.

Wenn in deinem Motorrad beispielsweise eine YTX9-BS verbaut ist, kannst du ohne Bedenken eine YUASA-Motorradbatterie mit derselben Bezeichnung wählen.

Um die richtige Batterie für dein Fahrzeug zu finden, nutzen wir umfangreiche Daten von Batterieherstellern. Aufgrund der Vielzahl an Batterie- und Fahrzeugmodellen können jedoch Fehler nie ganz ausgeschlossen werden.

Häufig kündigt sich das Versagen einer Motorradbatterie über einen längeren Zeitraum an. Diese Hinweise deuten oft darauf hin, dass die Batterie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, besonders wenn sie älter als drei Jahre ist. Planst du eine längere Fahrt, solltest du den Akku unbedingt vorher gründlich überprüfen. Der Zeitpunkt für den Kauf einer neuen Motorradbatterie ist gekommen.

Wenn du den Akku selbst wechseln möchtest, solltest du zunächst die Spezifikationen deines Motorrads genau prüfen. Achte beim Kauf einer neuen Motorradbatterie auch auf die Kapazität, die den Anforderungen deines Motorrads entsprechen sollte. Damit der Akku problemlos eingebaut und später einwandfrei genutzt werden kann, muss er natürlich in das Batteriefach passen. Die korrekte Polanordnung und der geeignete Batteriepoltyp sind ebenfalls wichtig, um eine reibungslose Installation und eine optimale Verbindung zu gewährleisten.

Klassische Blei-Säure-Batterie

Die klassische Starter-Batterie für Verbrennungsmotoren ist eine nasse Blei-Säure-Batterie: ein Gehäuse, gefüllt mit Säure und Blei-Gittern. Strom entsteht nahezu automatisch. Der Vorgang kann umgekehrt werden: Durch Stromzufuhr wird die Batterie geladen. So weit, so gut.

Es gibt sie bereits seit den 1850er Jahren, und sie wurde seitdem ständig verbessert.

Als Standard-Batterie-Technologie bei Motorrädern ist die intAct Bike-Power Classic vor allem die günstigere Alternative zur GEL- oder AGM-Batterie gleicher Größe und vor allem günstiger als eine Lithium-Batterie.

Allerdings muss diese Art von Batterie selber mit Säure befüllt werden. Im Regelfall werden die Blei-Säure-Motorradbatterien trocken vorgeladen mit einem separatem Säurepack geliefert. Aufgrund der verwendeten und schon seit langem genutzen Technologie verfügen diese Batterien über eine sehr gute Kaltstartleistung und sind meist wartungsfrei. Sollte trotzdem etwas Wasser verdunsten muss dieses ggf. nachgefüllt werden.

Mit Inkrafttreten der neuen Verordnung 2019/1148 im Februar 2021 ist die Abgabe von Schwefelsäure in einer Konzentration von über 15% nur noch mit Sondergenehmigung erlaubt. Da Batteriesäure ca. 37,5% Schwefelsäure enthält, darf diese nicht mehr verkauft und verschickt werden. Eine Ausnahme hat der Gesetzgeber nur gestattet, wenn diese sich bereits in der Batterie befindet und diese fest verschlossen und versiegelt ist. Aus diesem Grunde werden bei uns im Hause alle Batterien nach Eingang der Bestellung von unserem Fachpersonal frisch befüllt, nach dem ersten Entgasen verschlossen und versiegelt. Da auch die Entgasungsöffnung mit einem Stopfen verschlossen werden muss, verzichten wir aus Sicherheitsgründen auf das erste Aufladen hier vor Ort. So ist ebenfalls ein schneller Versand (i.d.R. am selben Tag) gewährleistet. Bei Ihnen angekommen, brauchen Sie die Batterie nur noch auszupacken, den Verschlussstopfen der Entgasung an der Seite zu entfernen und die Batterie zum ersten Mal komplett zu laden. Sie sparen sich somit das umständliche und nicht ganz ungefährliche Befüllen mit der Batteriesäure und erhalten trotzdem eine frische neue Batterie.

Ihr Nachteil: Man muss sich mehr um sie kümmern, als um andere Motorrad-Batterien und wenn dein Bike umkippt, läuft eventuell Säure aus und dadurch leidet nicht nur der Lack, sondern auch die Leistungsfähigkeit deiner Batterie. Außerdem müssen nasse Blei-Säure-Batterien kurz vor dem Einbau mit Säure befüllt werden. Das können seit 2021 nur noch Fachbetriebe.

Wichtig:Eine Blei-Säure Motorradbatterie sollte niemals tiefentladen werden! Sollte das Motorrad über länger Zeit, z.B. über den Winter, nicht gefahren werden, sollte die Batterie unbedingt abgeklemmt und herausgenommen werden.

Der Umgang mit Säure ist gefährlich und aufwändig, inzwischen für Privatpersonen sogar gesetzlich stark eingeschränkt.

AGM-Batterie

Die Abkürzung AGM bei Batterien steht für "Absorbent Glass Mat" und bedeutet soviel wie "aufsaugendes Glasvlies". Bei diesem Batterietyp ist im Gegensatz zur Standard-Nassbatterie die Batteriesäure in einem Vlies als Gel gebunden, was die AGM-Batterie praktisch auslaufsicher und ausgasungsdicht macht.

Die AGM (Absorbent Glass Mat) Motorradbatterie zeichnet sich durch ihre auslaufsichere und gasungsdichte Konstruktion aus. Die Säure ist in einem Glasvlies gebunden, was die Batterie besonders robust gegenüber Erschütterungen macht. Sie bietet hohe Kaltstartströme und ist ideal für Motorräder mit hohem Energiebedarf.

Weitere Vorteile sind hohe Kaltströme sowie die hohe Zyklen- und Rüttelfestigkeit. Die AGM Motorradbatterie ist absolut Wartungsfrei und wurde speziell für Motorräder mit hohem Energiebedarf entwickelt.

Obwohl AGM- und GEL-Batterien als wartungsfreie Batterien oft gemeinsam genannt werden, gibt es auch hier wichtige Unterschiede. Durch die aufgequollenen Separatoren, in denen der Elektrolyt aufgesaugt ist, hat die AGM eine besonders hohe Startleistung und sie nimmt Ladung gut wieder auf.

Ein wichtiger Unterschied zur GEL-Batterie ist die Auslaufsicherheit. Die aufgequollenen Separatoren der AGM-Batterie funktionieren ähnlich wie ein Schwamm. Wird die Batterie länger gekippt, “sackt” der Elektrolyt zur Seite. Anders als bei einer GEL-Batterie liegen bei längerer Schräglagerung die Gitter teilweise frei und nehmen Schaden.

Die intAct Bike-Power SLA ist unsere Empfehlung für Kurzstrecken, Gerade für Roller, die vor allem im Stadtverkehr genutzt werden, ist sie bestens geeignet.

Zu Beachten ist jedoch, dass AGM Batterien empfindlich auf Hitze reagieren können und absolut wartungsfrei sind.

Gel-Batterie

Bei einer Gel-Batterie wird die flüssige Batteriesäure in einen dauerhaft Gelförmigen, fast festen Zustand überführt. Gel Motorradbatterien eignen sich besonders für den harten Dauereinsatz z.B. im Motocrossbereich.

Die Gel Motorradbatterie wandelt die flüssige Säure in einen gelartigen Zustand um, was sie extrem robust und auslaufsicher macht. Sie kann in verschiedenen Positionen montiert werden und eignet sich hervorragend für den Einsatz unter extremen Bedingungen. Ihre hohe Zyklenfestigkeit macht sie zu einer langlebigen Investition, obwohl sie in der Anschaffung etwas teurer sein kann.

Sie sind extrem robust und können durch die Gelfüllung in allen Lagen montiert werden. Selbst wenn das Gehäuse der Batterie zerstört worden ist, läuft dieser Batterietyp nicht aus.

GEL-Batterien sind wie AGM-Batterien absolut wartungsfrei, d.h. nie wieder Nachfüllen. Durch den eingedickten Elektrolyten sind sie außerdem auslaufsicher. Schräg einbauen?

Das eingedickte GEL kann aber noch mehr: Es sorgt für eine deutlich geringere Selbstentladung als bei klassischen Blei-Säure-Batterien oder AGM-Batterien.

Die intAct Bike-Power GEL kombiniert die GEL-Batterie-Vorteile mit hoher Startleistung. Sie ist die hochwertige Motorrad-Batterie-Alternative, vor allem in Bikes mit viel Ausstattung, wie ABS, Griffheizung und ähnlichem. Wir empfehlen die intAct Bike-Power GEL für nahezu alle Motorräder, außer bei vielen Kurzstrecken. Vor allem für gelegentlich genutzte Roller ist sie die beste Wahl.

Gegenüber Tiefentladung (>50%) reagiert die Gelbatterie verhältnismäßig unempfindlich. Auch größere Hitze macht ihr nichts aus.

Heavy-Duty-GEL-Batterie

Bei der speziellen Heavy-Duty-GEL-Batterie ist die gesamte Bauform kompakter und zusätzlich verstärkt. Das sorgt für noch mehr Leistung auf gleichem Raum. Unsere intAct Bike-Power GEL HVT-HD und die intAct Bike-Power HVT (auf AGM-Basis) sind Beispiele hierfür.

Lithium-Ionen-Batterie

Lithium Batterien haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber allen anderen Motorrad-Starterbatterien: Sie sind extrem leicht. Konkret heißt das, das eine Lithium Batterie ca. zwei Drittel leichter ist als ein vergleichbarer Akku. Bei Renn- und Sportfahrern sind die Lithium-Leichtgewichte daher im Moment schwer angesagt - denn leichter lässt sich Gewicht nicht einsparen.

Im Gegensatz zu traditionellen Batterietypen nutzt sie Lithium-Ionen-Technologie, um eine längere Lebensdauer und schnellere Ladezeiten zu bieten. Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Entladungsraten macht sie ideal für Motorräder mit vielen elektronischen Extras.

Lithium-Batterien haben auch eine besonders hohe Start-Leistung und sie können ohne Schaden nahezu auf 0% Ladung geleert werden. Sie laden zwar schneller bis zur vollen Ladung auf als Blei-Säure-Batterien, allerdings gleichmäßig.

Bei Lithium-Ionen-Akkus, welche im Motorradbereich eingesetzt werden, handelt es sich um sogenannte Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4). Diese gelten, im Gegensatz zu anderen Lithium-Batterien, als ausgesprochen sicher. Neben dem niedrigen Gewicht der Batterie haben sie noch weitere Vorteile: so können Lithium-Motorradbatterien in jeder beliebigen Position eingebaut werden, da keine Säure enthalten ist. Weiterhin lassen sie sich in kürzester Zeit aufladen und vertragen sehr hohe Ladeströme. Die Selbstentladung ist gering was zu einer hohen Lebensdauer führt.

Die intAct Bike-Power Lithium ist die perfekte Wahl für Custom Bikes oder andere Situationen, in denen Gewicht und Platz eine große Rolle spielen.

Obwohl die Anschaffungskosten höher sein können, profitieren Nutzer von der längeren Lebensdauer und dem geringeren Wartungsaufwand. Beachten sollte man, dass sie eine spezielle Ladetechnik benötigen.

Kurzstrecken und Batterieauswahl

Kurzstrecke mit dem Motorrad? Beide sind nicht ideal, wenn du viele Kurzstrecken fährst.

In den 1970er Jahren wurde die extrem kompakte Lithium-Batterie entwickelt, um Strom für Handys, Werkzeuge, Elektrofahrzeuge und vieles mehr zu liefern. Mit Blei und Säure hat sie gar nichts mehr zu tun.

Du siehst, jeder Batterie-Typ hat seine Berechtigung.

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