Wir alle kennen das Gefühl, wenn eine Batterie ausfällt. Irgendwann ist es jedem von uns schon mal passiert, dass wir unser Motorrad starten wollten und feststellen mussten, dass die Batterie vollkommen leer war. Die Motorrad-Batterie ist ein entscheidender Bestandteil dessen, was wir das Machtdreieck des Motorrads nennen. Das Machtdreieck besteht aus Anlassermotor, Lichtmaschine und der Batterie an sich.
Die Bedeutung der Motorradbatterie
Ein Motorrad wird im Allgemeinen als Saisonfahrzeug verwendet und wird über längere Zeiträume nicht benutzt. Es passiert häufig, dass Fahrer beim ersten Anlassen nach einer längeren Lagerzeit Probleme haben. Eine Blei-Säure-Batterie ist nach Inbetriebnahme ein lebendiges Produkt, das ständig elektrische Energie abgibt. Selbst wenn sie aus dem Motorrad entfernt wird, entlädt die Batterie bei einer von der Batterietemperatur abhängigen Rate. Je wärmer die Umgebung, umso schneller entlädt die Batterie.
Neben der natürlichen Selbstentladung muss die Batterie womöglich auch elektrische Verbraucher unterstützen, zum Beispiel Sicherheitssysteme, Wegfahrsperren und ECU-Speicher. Einige Fahrer entscheiden sich daher dafür, die Batterie auszubauen. Mit dem Aufkommen intelligenter Ladegeräte können Motorradfahrer ihre im Motorrad eingebaute Batterie jetzt sicher überwachen und warten. Wenn Sie bei längeren Lagerzeiten ein intelligentes Ladegerät anschließen, sorgen Sie nicht nur dafür, dass die Batterie ihre optimale Spannung erhält, sondern auch dafür, dass die Sicherheitssysteme und ECU-Speicher aktiv bleiben.
Die Entwicklung der Yuasa Motorrad-Technologie
Die Yuasa Motorrad-Technologie wurde mit der Zeit weiterentwickelt und verbessert, um die wachsenden Ansprüche von sowohl Motorradherstellern als auch Verbrauchern zu erfüllen. Ursprünglich waren trocken geladene Batterien mit einem Eindrückdeckel für Wartungszwecke und einer offenen Entlüftung in die Atmosphäre ausgestattet. 1983 führte Yuasa trocken geladene, VRLA (Ventil regulierte Blei-Säure), verschlossene, wartungsfreie Batterietypen ein. Der Vorteil dieser Batterien liegt in einer Verringerung von Gewicht und Größe sowie der Entfernung der offenen Entlüftung.
Ab 1999 wurde der werkseitig aktivierte, YTZ verschlossene, wartungsfreie Hochleistungs-Nassbatterie-Typ eingeführt. Bei einigen Motorrädern ist der Einbau eines Batterietyps verbesserter Spezifikation möglich, Sie sollten aber im Voraus die Einbaukompatibilität prüfen. Die meisten Motorrad-Batterien sind trocken geladen und enthalten zum Kaufzeitpunkt keinen Elektrolyt. Das bedeutet, dass sie erst nach Inbetriebnahme funktionsfähig sind.
Gründe für einen Batterieausfall können sein:
- Abweichen von dem korrekten Elektrolyt-Füllvorgang.
- Nicht lange genug warten, bis der Elektrolyt vollständig absorbiert ist.
- Keine Topladung vor Installation.
Aufgrund des Herstellungsprozesses sind Motorrad-Batterien vor der Inbetriebnahme nicht in vollständig geladenem Zustand und benötigen daher vor der Installation eine Topladung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Batterie Wechseln
Alte Batterie ausbauen
Bevor Sie Ihre neue Batterie einbauen, müssen Sie die alte natürlich entfernen. Dieser Vorgang ist relativ einfach. Zunächst schalten Sie die Zündung aus und trennen dann den Minuspol, den Pluspol, Haltewinkel und Entlüftungsschlauch (falls vorhanden) in genau dieser Reihenfolge.
Neue Batterie installieren
Vor Installation Ihrer neuen Batterie prüfen Sie, dass sie die korrekte Spezifikation und Größe für Ihr Motorrad hat. Sie können das mit Yuasas Online-Batteriesuche tun. Befestigen Sie die Batterie mit dem Haltewinkel sicher an Ihrem Motorrad, vergewissern Sie sich dabei, dass sie fest sitzt und sich nicht bewegen oder übermäßig vibrieren wird. Befestigen Sie die Klemmen, wobei Sie mit der positiven beginnen, bringen Sie dann die Klemmabdeckung wieder an.
Wenn Ihre Batterie mit einem Vinyl-Entlüftungsschlauch geliefert wurde, fügen Sie ihn sicher in den Abgaskrümmer der Batterie ein. Über 90 % der Motorradhersteller entscheiden sich für Yuasa als Erstausrüstungslieferanten, es ist also sehr wahrscheinlich, dass Ihr Motorrad bei der Fertigung mit einer Yuasa Batterie ausgestattet wurde.
Yuasa Batterietechnologien
Yuasas weltberühmte YTZ Hochleistungsbatterie-Baureihe ist bei Powersport-Liebhabern besonders beliebt. Die YTZ ist die einzige Motorrad-Batterie der Welt, die eine erweiterte Plattentechnologie einsetzt und Motorradfahrern maximale Startleistung in kleiner und leichter Verpackung schenkt.
Yuasa wartungsfreie VRLA-Batterien sind ideal für diejenigen, die besseres zu tun haben, als ihre Batterie zu warten. Yuasas YuMicron-Baureihe hat ein verstärkendes High-Tech-Design und ist ideal für Tourenräder und geänderte Fahrzeuge.
Wichtige Hinweise zur Batteriepflege
Damit eine Motorrad-Batterie lange zuverlässig funktioniert, müssen einige Dinge beachtet werden. Die Batterie muss immer in bestem Zustand sein, damit sie auch bei kalter Witterung ausreichend Energie vor allem beim Startvorgang liefern kann: Elektrostarter, Zündung, elektrische Anlage und Einspritzung verlangen Saft, Saft, Saft!
Heutige Maschinen haben ein 12-Volt-Bordnetz; Veteranen dagegen sowie ältere 50er und 80er eines mit 6 Volt. Für 6- und 12-Volt-Batterien gelten die gleichen Pflegevorschriften.
Batteriekapazität
Die volle Batteriekapazität wird vor allem für den Startvorgang benötigt; sie richtet sich sowohl nach dem Hubraum als auch der Art des Motors: Ein japanischer 1200er-Vierzylinder kommt mit einer relativ kleinen Batterie aus (12/12 Ah oder 12 V/10 Ah), während ein 1200er-Zweizylinder-Boxer oder ähnlich großer V-Motor eine große Batterie braucht, die um die 19 Amperestunden liefert. 600er-Vierzylinder haben sehr kleine 12 V/10 Ah- oder 12 V/8 Ah-Batterien, die zudem noch schräg oder sogar quer liegend eingebaut sind; einer 125er genügt oft eine 6-Ah-Batterie.
Wenn ein Batteriespannband vorgesehen ist, sollte es auch eingehängt sein, sonst hoppelt die Batterie in ihrem Sitz herum.
Egal ob Gel-Batterie, wartungsfreie MF- oder Blei-Säure-Batterie: Eine Batterie muss geladen werden, wenn ihre Spannung weniger als 12,3 Volt (beziehungsweise 6,3 Volt) beträgt. Dies ist am »müden« Elektrostarter zu spüren, wenn dieser den Motor nicht mehr richtig durchdreht (oder am flackernden Licht, wenn der Motor mit niedriger Drehzahl läuft). Zum Messen des Ladezustands bleiben die Kabel an den Batteriepolen angeschlossen. Entsprechende Messgeräte sind im Kfz- oder Motorradzubehörhandel erhältlich.
Motorradbatterie ausbauen
Die Zündung ist ausgeschaltet! Batteriefach öffnen: Es ist meist irgendwo unter der Sitzbank oder einem Seitendeckel zu finden; ab und zu auch unterm Tank (in der Betriebsanleitung nachsehen). Zuerst den Minuspol der Batterie abschrauben (schwarz), dann den Pluspol (rot). Sicherungsband abnehmen, Batterie ganz herausnehmen.
Motorradbatterie laden
Wenn Sie im Schuppen von Opa ein Ladegerät finden, mit dem dieser früher die Batterie seines Traktors geladen hat, dann hängen Sie daran keine Motorradbatterie, denn es kann sein, dass sie dann während eines Ladevorgangs kaputtgeht. Kaufen Sie sich ein Batterieladegerät speziell für Motorradbatterien, bei dem sich kleine Ladeströme einstellen lassen. Es gibt auch ganz prima elektronische Batterieladegeräte, die nach dem Anschließen zunächst einige Zeit mit der Batterie korrespondieren und deren Lade- und Allgemeinzustand abchecken. Aufgrund dieser Ergebnisse werden Ladestrom und Ladezeit automatisch eingestellt (»Ladekurve«).
Ausgebaute Batterie unter fließendem warmen Wasser reinigen, Wurzelbürste zu Hilfe nehmen. Batterie gut abtrocknen. Polanschlüsse mit einer Messingbürste oder mit Schmirgelleinen blank putzen. Batterie an Ladegerät anschließen: zuerst Pluspol anklemmen, dann Minuspol.
Bei Blei-Säure-Batterien unbedingt ALLE Stopfen entfernen! Ladegerät einschalten, Batterie mit kleiner Ladespannung laden. Beim Laden dürfen die auf der Batterie (oder im Beipackzettel einer neuen Batterie) angegebenen Ladeströme und Ladezeiten nicht überschritten werden, weil durch zu hohen Ladestrom und zu lange Ladezeit die Batterie beschädigt werden kann.
Normalladung mit 1/10 der Amperestärke der Batterie, Ladezeit 5 bis 10 Stunden. Wenn am Batterieladegerät die kleinste einzustellende Ladespannung 1 Ampere beträgt, sollte man die Batterie damit aufladen. Dies gilt auch für eine 6- oder 9-Ah-Batterie, die ja nur mit 0,6 bzw. 0,9 Ampere geladen werden sollte. Eine Schnellladung darf nur im Notfall stattfinden, ein langsames Laden ist vorzuziehen.
Batterie von Ladegerät abklemmen: zuerst Minuspol abklemmen, dann Pluspol. Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.
Motorradbatterie einbauen und anschließen
Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben. Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden.
Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen. Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen.
Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor. Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern. Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken. Deckel des Batteriekastens schließen.
Entlüftungsschlauch bei MF-Batterie
Sollte Ihr Motorrad mit einer wartungsfreien MF-Batterie ausgestattet sein und Sie sind aus irgendeinem Grund einmal gezwungen, eine nicht wartungsfreie Bleibatterie anstatt einer wartungsfreien Batterie einzubauen, wird ein Entlüftungsschlauch benötigt. Dieser muss unbedingt knickfrei nach unten verlegt werden, und sein Ende muss so ins Freie gelangen, dass austretende Dämpfe mit keinem Teil des Fahrzeugs in Berührung kommen, sonst entstehen an der Maschine in kürzester Zeit hässliche Säureschäden.
Wartungsfreie MF-Batterien
Seit vielen Jahren sind wartungsfreie, versiegelte MF-Batterien auf dem Markt, sie haben die klassische Blei-Säure-Batterie mit den farbigen Stopfen auf der Oberseite und dem seitlich aufgesteckten Entlüftungsschlauch nahezu verdrängt. »MF« bedeutet »Maintenance free«, was so viel heißt wie »wartungsfrei«. Doch dieses Versprechen ist trügerisch, denn ab und zu muss die Batterie ausgebaut, gereinigt und geladen werden.
Dann bleibt sie auch mehr als nur zwei oder drei Jahre lang voll gebrauchstüchtig. Eine Batterie kann bei guter Pflege 6 oder 7 Jahre alt werden! Das »wartungsfrei« bezieht sich also vorwiegend darauf, dass kein destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss, weil aus ihr keines verdunstet.
Vorteile von MF-Batterien
Eine versiegelte MF-Batterie hat keinen Entlüftungsschlauch, weil bei richtiger Ladung nur Sauerstoff entsteht (im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien, die auch Wasserstoff freisetzen). Dieser reagiert an der Minusplatte mit dem dort gebundenen Wasserstoff und verwandelt sich wieder in Wasser. So bleibt der Flüssigkeitsstand der Batterie stets konstant. Bei Überladung kann jedoch auch Wasserstoff entstehen.
Vorteil dieses Prinzips ist die bessere Ausnutzung des Raums, denn es wird kein Sicherheitspolster (»Ausdehnungsvolumen«) benötigt. Eine MF-Batterie baut kleiner und ist leichter. Zur Sicherheit ist ein Ventil eingebaut, das bei Überdruck öffnet und bei Erreichen des Normaldrucks wieder schließt. Zusätzlich befindet sich unter dem Deckel auf dem Sicherheitsventil ein Keramikfilter, der als Schutz gegen Entzündung oder Explosion dient.
Vorbereitung einer neuen Batterie
Eine neue Batterie muss vor ihrem Einbau zunächst mit Säure befüllt und dann geladen werden. Dies gilt bei einer »nicht wartungsfreien« Blei-Säure-Batterie genauso wie bei einer wartungsfreien MF-Batterie. Beide sind zwar trocken vorgeladen und nach der Erstbefüllung mit Säure theoretisch sofort einsatzbereit, doch je sorgsamer eine neue Batterie auf ihren ersten Einsatz vorbereitet wird, desto länger lebt sie.
Bei einer Bleibatterie muss die Batteriesäure mithilfe eines Trichters in die einzelnen Zellen eingefüllt werden. Bei einer wartungsfreien MF-Batterie ist es etwas einfacher:
- Klebestreifen über den Einfüllöffnungen der Batterie entfernen.
- Schutzfolie vom Säurebehälter abziehen.
- Säurebehälter genau auf die Einfülllöcher der Batterie ansetzen und gleichmäßig eindrücken. Wichtig: Säuremenge und Fließgeschwindigkeit sind exakt auf die Batterie abgestimmt. Die Behälter NICHT anstechen in dem Glauben, dass die Säure nur dann fließt! Wenn der Säureabfluss stockt, Behälter leicht mit einem Finger anstoßen.
- Nach circa einer Stunde ist die Säure in die Batterie gelaufen: leeren Säurebehälter von der Batterie abziehen. Stopfenleiste fest aufdrücken, gegebenenfalls mit Gummihammer leicht nachklopfen.
- Batterie vorschriftsmäßig laden, danach mindestens 30 Minuten ruhen lassen, dann einbauen.
Wichtige Hinweise für Blei-Säure-Batterien
Eine nicht wartungsfreie Bleibatterie ist mit Batteriesäure (Schwefelsäure) gefüllt. Der Flüssigkeitsstand sinkt mit der Zeit durch Verdunstung ab. Wenn er sich unterhalb der auf der Batterie angebrachten Markierung befindet, muss destilliertes Wasser aufgefüllt werden. KEINE Säure zum Nachfüllen verwenden!
Einer neuen, nicht wartungsfreien Batterie ist ein Entlüftungsschlauch beigepackt, der sehr eng zusammengewickelt ist. Dem gerollten Schlauch kann das Ringeln abgewöhnt werden, wenn man ihn mit einem Föhn erhitzt und gerade zieht; er behält danach seine Form.
Prüfung der Säuredichte
Zum Prüfen der Säuredichte wird ein Säureheber, auch Aärometer genannt, benötigt. Damit man an die Säure rankommt, müssen die Stopfen aus den Bohrungen entweder ausgezogen oder ausgedreht werden.
- Säuredichte beträgt 1,26 Gramm pro cm³: Batterie ist in Ordnung.
- Säuredichte weniger als 1,18 Gramm: Batterie ist defekt und muss erneuert werden.
Umbau auf Gel-Batterie
Bei Gel-Batterien lagert die Säure in Form von dickflüssigem Gelee in der Batterie. Bei modernen Motorrädern mit elektronischen Ladestrom-Reglern wird grundsätzlich eine Gel-Batterie eingebaut.
Ausbau und Lagerung der Batterie
Mit Hilfe richtiger Wartung und Pflege können Sie die Lebensdauer Ihrer Batterie entscheidend verlängern. Unsere Experten raten dringend, bei einer Einmottung von Motorrad oder Roller die Batterie auszubauen, sie vollzuladen und an einem kühlen Ort (bei etwa zehn Grad Celsius) zu lagern.
Beim Ausbau der Batterie sollten Sie immer den Minuspol zuerst abklemmen und beim Einbau auch als letztes wieder anklemmen. Damit wird vermieden, dass das Werkzeug an dem Pluspol bei Berührung des Rahmens einen Kurzschluss erzeugt. Beim Einbau der Batterie sollten Sie die Klemmen an die sauberen und fettfreien Pole montieren und danach erst mit Polfett schützen.
Wird die Batterie im eingebauten Zustand geladen, darf auf keinen Fall die Zündung eingeschaltet werden! Sonst drohen Schäden an Motorsteuergeräten.
Steht das Fahrzeug in der Winterpause in einem Raum mit Temperaturen über zehn Grad, können Sie die Batterie auch im Fahrzeug lassen. Allerdings darf kein Dauerverbraucher (z.B. Warnanlage) angeschlossen sein. Da die Verbraucher meist nicht abschaltbar sind, sollten Sie zumindest das Batteriekabel am Minuspol abschrauben. Auch wenn die Batterie im Fahrzeug bleibt, muss sie entsprechend gewartet werden. In vielen Fällen ist dies aufgrund der Lage der Batterie allerdings nur mit zusätzlichen Kabelverbindungen möglich, so dass der Ausbau meist die bequemere Methode ist.
Laden der Batterie
Die Säure, mit der klassische "trockene" Batterien nach dem Kauf üblicherweise befüllt werden, dürfen seit 2021 nur noch an gewerblichen Endkunden verkauft werden. Hintergrund ist die Verordnung (EU) 2019/1148, die den Vertrieb von "Ausgangsstoffen für Explosivstoffe" an "Mitglieder der Allgemeinheit" verbietet.
Aus diesem Grund dürften diese klassischen Batterien mit zugänglichen Zellen, die vom Anwender mit Flüssigkeit (Anfangs Säure, später nur destilliertes Wasser) befüllt werden können, nach und nach verschwinden. Ersatzweise verbreiten sich vollständig verschlossenen, wartungsfreie Gel- oder Vlies-Batterien. Für diese beschränkt sich die Wartung auf das regelmäßige Laden und äußerliche Reinigung.
Bei herkömmlichen Standardbatterien sollten Sie den Säurestand kontrollieren. Fehlt der Batterie Flüssigkeit, korrigieren Sie den Stand mit destilliertem Wasser. Ganz wichtig: Erst nach dem Ladevorgang, denn die Säure gewinnt beim Laden an Volumen und ihr Pegel steigt.
Die Batterie muss immer vollständig geladen werden. Teilweises Laden ist ebenso schädlich wie eine Überladung. Wer eine Fahrpause von rund drei Monaten einlegt, der sollte die Batterie zwischendurch mindestens einmal mit einem Ladegerät laden, um wieder 100 Prozent der Kapazität zu erreichen. Selbstverständlich gilt dies auch fürs Ende der Standzeit. Der Ladevorgang sollte in einem rund 20 Grad warmen Raum laufen, jedoch nicht in Wohn- oder Schlafräumen.
Batterie-Ladegeräte für Motorrad und Roller
Standard-Batterien können Sie mit nichtautomatischen Ladegeräten laden, die günstig zu haben sind (ab zehn Euro). Dabei muss allerdings nach der Formel "maximaler Ladestrom = maximal 1/10 der Batteriekapazität" die Ladezeit errechnet und die Batterie beobachtet werden. Wenn die Säure zu gasen beginnt, müssen Sie den Akku vom Netz nehmen.
Bei Fahrzeug-Ruhezeiten von mehr als drei Monaten müssen Batterien zum Erhaltungsladen dauerhaft an spezielle Motorradbatterie-Ladegeräte angeschlossen werden, damit Schäden durch die sogenannte Tiefentladung vermieden werden. Von amperestarken Auto- oder Baumarkt-Ladegeräten ist abzuraten, sie können die kleine Motorradbatterie schädigen oder zerstören.
Die richtige Wahl ist ein Automatik-Ladegerät mit Regelelektronik, das sich selbständig der Größe der Batterie und deren Ladungszustand anpasst. Für die in neueren Motorrädern zunehmend eingebauten wartungsfreien Gel- und Microvlies-Batterien sind solche intelligenten Ladegeräte zu Preisen zwischen 15 und 30 Euro zwingend nötig: Eine Sichtkontrolle der Batterieflüssigkeit ist schließlich nicht möglich.
Wer die Batterie seines Motorrades oder Rollers noch schonender über einen langen Winter oder andere lange Standzeiten bringen will, der sollte ein automatisches Gerät mit zusätzlicher Be- und Entlade-Funktion wählen. Solche Geräte simulieren den Rhythmus des alltäglichen Fahrbetriebs: Ist die maximale Ladespannung erreicht, wird die Batterie wieder entladen. Das ständige Formieren der Zellen schützt die Batterie und verlängert deren Lebensdauer.
Ein solches Gerät ist im Fachhandel zu Preisen zwischen 40 und 60 Euro zu bekommen. Es lohnt sich übrigens auch für Wenig-Fahrer und Zweirad-Fans, die während der Saison längere Pausen einlegen.
Für die immer populärer werdenden Lithium-Ionen-Batterien sind besondere Ladegeräte bzw. Ladetechniken erforderlich. Hierzu sollte der Fachhändler befragt werden.
Zusätzliche Tipps
Batterien dieser Bauart können trotz relativ geringer Selbstentladung allein durch die schwache Last stiller Verbraucher (Alarmanlage, Wegfahrsperre etc.) nach relativ kurzer Standzeit (wenige Wochen) entladen sein.
Wenn die Batterieleistung nicht ausreicht, den Anlasser zügig durchzudrehen und gleichzeitig die Netzspannung ausreichend hoch zu halten, um einen stabilen Zündfunke an den Zündkerzen entstehen zu lassen, kann das Bordnetz durch einen Startbooster oder ein Starthilfegerät so weit gestützt werden, dass der Motor doch noch anspringt. Dieses Vorgehen macht nur Sinn, wenn anschließend bei normalen Motordrehzahlen so lange gefahren wird, dass die Batterie wieder vollständig geladen werden kann.
Ist bei einem Startversuch erkennbar, dass die akute Batteriekonstitution die Maschine nicht in Gang bringt, sollte von weiteren Startversuchen unbedingt abgesehen werden oder der genannte Startbooster verwendet werden. Bei zu langer und intensiver Belastung der Batterie kann diese nachhaltig und irreversibel geschädigt werden.
Die sich hartnäckig haltende Empfehlung, den Motor der abgestellten Maschine von Zeit zu Zeit im Leerlauf laufen zu lassen, halten unsere Motorrad-Experten für den größten Fehler bei einer Winterpause ohne Batteriepflege. Denn das hilft nicht bei der Batterie-Ladung und ist für das restliche Motorrad sogar richtig schlecht.
CAN-Bus-Systeme
Batterie und CAN-Bus haben nichts miteinander zu tun. Laut RepROM ist beim Batterietausch dazu als Folgearbeit nur das Prüfen und ggf. die Uhrzeit einstellen notwendig.
Es ist nicht belegbar, dass beim Tausch zu einer anderen Batterie Type ohne anlernen etwas geändert wird. Die ZFE interessiert es nicht die Bohne, was für eine Batterie verbaut ist. Der Ladestrom wird nicht Batteriespezifisch geregelt...die GS(A) hat "noch" kein Batterie Management System.
Überwinterung der Batterie
Wenn Minusgrade herrschen, ist es auch bei häufiger Nutzung des Motorrades am besten, die Batterie über Nacht auszubauen und am nächsten Tag vor der Fahrt wieder einzubauen.
Nachdem Sie die Motorradbatterie ausgebaut haben, laden Sie diese zuallererst wieder auf. Nachdem Sie nach dem Aufladen den Säurestand getestet haben, füllen Sie die Batterie bis zum Erreichen des Maximums - siehe: Anzeige bzw. Strich bei "Max" - mit destilliertem Wasser auf. Anschließend legen Sie die Motorradbatterie an einem Ort mit Raumtemperatur ab und lagern die Batterie dort.
Damit die Motorradbatterie einwandfrei überwintern kann, ist es wichtig, dass Sie diese mitten in der Winterpause (z. B.
Verschiedene Starterbatterien
Neben der seit Jahrzehnten weit verbreiteten Blei-Säure-Batterie gibt es eine Vielzahl neuer Starterbatterien, mit denen Motorräder ausgestattet sein können. Es handelt sich zwar ebenfalls um Blei-Akkus, allerdings sind diese anders konstruiert und wartungsfrei. Anders als die übliche Blei-Säure-Batterie haben die Blei-Gel- und die AGM-Akkus einen gebundenen Elektrolyten. Dieser Elektrolyt hat keine freie Flüssigkeit, sondern z. B. eine in einer Glasfasermatte gebundene Flüssigkeit.
Grundsätzlich lassen sich die vorhin genannten Hinweise zur Batteriepflege auf alle Motorradbatterien beziehen, was die wartungsfreien Blei-Akkus einschließt. Haben Sie also eine AGM- oder Blei-Gel-Batterie in Ihrem Motorrad, dann bauen Sie diese ebenfalls für die Winterpause aus und laden sie innerhalb der Winterpause bis zu 3x auf.
Ladevorgang
Sie klemmen zum Laden zuerst den Minus- und dann den Pluspol ans Ladegerät. Dann schließen Sie das Ladegerät per Netzstecker an den Strom an. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich zum Laden ein Automatik-Ladegerät kaufen. Dieses erkennt, wie viel Strom die Batterie zum vollständigen Aufladen braucht, und passt die Ladeströme dem Ladevorgang an. Sobald die Batterie aufgeladen ist, nehmen Sie das Ladegerät aus der Steckdose und klemmen die Batterie ab.
Unter den automatischen Ladegeräten gibt es sogenannte Erhaltungsladegeräte; diese weisen die Besonderheit auf, dass die Batterie die ganze Zeit angeschlossen ist und mit geringeren Strömen geladen wird. Unter allen Umständen raten wir Ihnen davon ab, Standard-Ladegeräte zu kaufen, die nicht automatisiert funktionieren.
Achten Sie darauf, dass die Batteriepole richtig eingesetzt werden. Mit der Maßnahme, die Batteriepole einzufetten, tragen Sie zu einer verzögerten Oxidation an den Polen der Batterie bei. Die Oxidation ist bei Blei-Akkus einer der größten Gründe dafür, dass eine Batterie an Lebensdauer einbüßt.
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