Batterieladegeräte für Auto und Motorrad im Vergleichstest

Moderne Motorrad- und Autobatterien benötigen moderne Ladetechnik. Damit die erste Ausfahrt im Frühjahr nicht durch eine entladene Batterie getrübt wird, ist es ratsam, die Spannung über den Winter aufrechtzuerhalten. Wer seine Batterie pflegt, sorgt nicht nur für einen problemlosen Start, sondern senkt auch die Ersatzteilkosten, denn gepflegte Batterien halten länger.

MOTORRAD hat zusammen mit der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) 15 Batterieladegeräte getestet, die sich besonders gut für Motorradbatterien eignen.

Worauf sollte man beim Kauf eines Motorrad-Batterieladegeräts achten?

Ein intelligentes Batterieladegerät erkennt den Ladezustand selbstständig und passt den Strom darauf ab. Sobald die Batterie voll ist, wird automatisch von normalem Ladebetrieb auf Erhaltungsladung umgeschaltet. Es empfiehlt sich, beim Kauf auf die richtige Spannung zu achten. Üblich sind zwölf Volt, für ein Motorrad oder einen Roller können aber manchmal noch sechs Volt für den Akku nötig sein.

Ein Motorrad-Ladegerät muss einiges leisten und bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Neben der Betriebsspannung sind ein Kurzschluss- und Überlastungsschutz, eine automatische Abschaltung, eine Ladeerhaltung sowie ein Spritzwasserschutz wichtig.

Die Platzierungen der Batterieladegeräte im Detail

Im Folgenden werden die Top-platzierten Batterieladegeräte aus dem Test vorgestellt. Die GTÜ unterzog die Ladegeräte elektrischen und qualitativen Prüfungen. Wichtigstes Einzelkriterium war die Qualität des Lade- und Ladeerhaltungsverfahrens. Dabei geht es unter anderem darum, die Akkus möglichst schonend bis zur Ladeschlussspannung aufzuladen, eine Nachladephase einzuleiten und dann in einen Erhaltungsmodus zu wechseln, der die Batterie stets bei optimaler Leistungsfähigkeit hält. Techniker sprechen in diesem Zusammenhang vom „IUoU“-Ladeverfahren.

Platz 1: CTEK CT5 Powersport

Anbieter: CTEK / Preis: 89,99 Euro / Größe: 16,8 x 3,8 x 6,5 cm / Gewicht: 499 g

Einsatzbereich: Für 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure, WET, wartungsarme, AGM, Gel, Ca/Ca, wartungsfreie und wartungsarme) von 5 bis 25 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 2,3 A, Gehäuseschutz IP65, Einsatzbereich -20 bis +50 Grad, CAN-Bus kompatibel, wählbare Rekonditionierungsfunktion für tiefentladene Batterien

Auffälligkeiten: Isolierung der Polklemmen ist robust und kann nicht abgezogen werden, tiefentladene Batterien mit einer Restspannung von 3 V können problemlos geladen werden, wertige Verarbeitung

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Platz 2: Gys Gysflash 6.12

Anbieter: Gystech / Preis: 85,79 Euro / Größe: 19,0 x 10,0 x 5,2 cm / Gewicht: 770 g

Einsatzbereich: Für 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure, WET, Gel, wartungsfreie, AGM, Ca/Ca) von 1,2 bis 125 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 6 A, Gehäuseschutz IP65, kein Einsatzbereich angegeben (Kältetest bestanden), Erhaltungsladung bei Batterien bis 170 Ah möglich, CAN-Bus-kompatibel

Auffälligkeiten: Isolierung der Polklemmen ist robust und kann nicht abgezogen werden, tiefentladene Batterien mit einer Restspannung von 3 V können problemlos geladen werden, wertige Verarbeitung

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 3: Bosch C3 6V/12V

Anbieter: Bosch / Preis: 48,97 Euro / Größe: 18,5 x 8,1 x 5,5 cm / Gewicht: 700 g

Einsatzbereich: Für 6-Volt- und 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure, Gel, wartungsfreie, AGM, offen, VRLA) von 1,2 bis 14 Ah bzw. 1,2 bis 120 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 0,8 A/3,8 A (6/12 Volt), Gehäuseschutz IP65, Einsatzbereich bis +40 Grad (Kältetest bestanden), Leuchtdioden, separater Haken zur Befestigung

Auffälligkeiten: Ladestrom max. 0,8 A/3,8 A (6/12 Volt), Gehäuseschutz IP65, Einsatzbereich bis +40 Grad (Kältetest bestanden), Leuchtdioden, separater Haken zur Befestigung

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 4: Pro Charger 4000

Anbieter: Louis / Preis: 99,99 Euro / Größe: 21,2 x 7,8 x 5,7 cm / Gewicht: 690 g

Einsatzbereich: Für alle 12-Volt-Starterbatterien (Blei-Säure-, Gel, AGM, Ca/CA, Reinblei- und Lithium-Ionen) von 1,2 bis 60 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 4 A, Gehäuseschutz IP65, Einsatzbereich -15 bis +45 Grad, Leuchtdioden, CAN-Bus-kompatibel, austauschbare 10-A-Sicherung im Ladekabel

Auffälligkeiten: Isolierung der Polklemmen kann nicht abgezogen werden, tiefentladene Batterien mit einer Restspannung von 3 V können problemlos geladen werden, insgesamt wertige Verarbeitung

MOTORRAD-Urteil: gut

Platz 5: Kooroom TKB7 6V/12V

Anbieter: Polo / Preis: 64,90 Euro / Größe: 18,3 x 6,9 x 4,65 cm / Gewicht: 575 g

Einsatzbereich: Für 6-Volt- und 12-Volt Starterbatterien (Blei-Säure, WET, AGM, wartungsfreie, Gel) von 1,2 bis 120 Ah empfohlen

Besonderheiten: Ladestrom max. 0,8 A/3,8 A (6/12 Volt) Gehäuseschutz IP65, LC-Display, keine Angabe zum Einsatzbereich (Kältetest bestanden)

Auffälligkeiten: Isolierung der Polklemmen ist sehr robust und kann nicht abgezogen werden, tiefentladene Batterien mit einer Restspannung von 3 V können über die Verwendung des 6-V-Modus geladen werden

MOTORRAD-Urteil: gut

Die Anpassung der Ladeleistung an unterschiedliche Akkugrößen und somit auch die unbedingte Eignung für Motorradbatterien stellten hingegen alle getesteten Lader unter Beweis. Fast alle Testgeräte sind in der Lage, selbst auf bis zu drei Volt tiefentladene Batterien wieder mit neuem Saft zu versorgen. Nur bei hi-Q, der Eigenmarke von Polo, und dem Ladegerät Dino liegen diese Grenzen mit 4,5 bzw. sechs Volt etwas höher.

Nur die als sehr gut und gut bewerteten Batterielader von CTEK, Gys, Bosch und Dino beherrschen daneben auch die Anpassung der Ladekennlinie an gängige Akkutypen wie Nass-, Gel- und AGM-Batterien in Perfektion und eignen sich obendrein mit ihrer wahlweise erhöhten Ladespannung von 14,7 Volt zur vollständigen Aufladung von AGM-Akkus.

Noch einen Schritt weiter gehen CTEK und Dino mit der speziellen Regenerierungsfunktion, mit welcher bereits angeschlagene Batterien unter Umständen zu einem zweiten Leben verholfen werden kann. Dabei wird über eine zeitlich limitierte Spannungserhöhung auf maximal 15,8 Volt die Batterie kurzfristig zum Gasen gebracht. Auf diese Weise kann eine mögliche Säureschichtung aufgebrochen und dadurch die Kapazität der Batterie wieder erhöht werden.

So wurde getestet

MOTORRAD und die Sachverständigenorganisation GTÜ sorgten dafür, dass sich die Elektronik-Profis vom Kraftfahrtechnischen Prüf- und Ingenieurzentrum FAKT im bayerischen Heimertingen intensiv um die im freien Handel erworbenen Ladegeräte kümmerten.

Die in fünf Obergruppen aufgeteilten Prüfkriterien (Sichtprüfung, Bedienung, Funktionsumfang, elektrische Prüfungen, Qualitätsprüfung) wurden um ein Preis-Leistungs-Kapitel ergänzt, in dem die in den Leistungskriterien erzielten Punkte ins Verhältnis zum Kaufpreis gesetzt wurden, was den Testkandidaten wiederum mehr oder weniger Zusatzpunkte bescherte.

Als letzte Prüfung unterwarfen die GTÜ-Ingenieure alle Kandidaten einem potenziell zerstörerischen Falltest aus einem Meter Höhe auf knallharten Betonboden. Nur wenn keine Beschädigungen auftreten und das Gerät anschließend noch uneingeschränkt funktioniert, gibt es hier volle Punktzahl. Immerhin acht Geräte haben diese Härteprüfung ohne jegliche Einschränkungen überstanden. Nur zwei Akku-Lader, nämlich AEG und Shido, waren danach gar nicht mehr zu gebrauchen.

Wie lädt man eine Motorradbatterie richtig auf?

Die Motorradbatterie sollte zuerst ausgebaut, gereinigt und dann mit einem geeigneten Motorrad-Batterieladegerät verbunden werden. Dann geht es folgendermaßen weiter:

  1. Ladegerät einstecken und Batterie anklemmen
  2. Einschalten und Spannung regulieren
  3. Ladevorgang checken
  4. Batterieladung kontrollieren
  5. Ladegerät abklemmen

Achtung: Das Ladegerät darf auf keinen Fall während des Ladevorgangs auf die Batterie gelegt werden!

Kann man ein Autobatterie-Ladegerät fürs Motorrad nutzen?

Grundsätzlich ist es möglich, ein Autobatterie-Ladegerät auch für Motorradbatterien zu verwenden. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt werden. Entscheidend ist, dass das Ladegerät die für Motorräder üblichen Spannungen von 6 V oder 12 V unterstützt und über eine geeignete Ladecharakteristik für kleinere Batteriekapazitäten verfügt.

Viele Autobatterie-Ladegeräte sind auf größere Akkus ausgelegt und liefern entsprechend hohe Ladeströme, was bei kleinen Motorradakkus zu einer Überladung führen kann. Empfehlenswert sind daher Modelle mit automatischer Ladeerkennung und Erhaltungsladefunktion, die sich flexibel an unterschiedliche Batterietypen anpassen.

Wie lange muss eine Motorradbatterie laden?

Die genaue Ladezeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Batterie-Typ, dem Ladestand, dem Alter des Akkus und der Kraft des Ladegeräts. Im Schnitt kann man aber von etwa zwölf Stunden ausgehen, bis die Batterie wieder vollständig aufgeladen ist.

Wichtig: Das Ladegerät sollte nur so lange angeschlossen bleiben, wie zwingend nötig. Einzig mit einem Erhaltungsladegerät dürfen Motorradbatterien auch länger am Strom hängen, da der Akku zwar permanent geladen wird, sich das Gerät aber automatisch abstellt, sobald die volle Kapazität erreicht ist.

Wie oft soll man Motorradbatterien laden?

Sobald man weiß, dass das Motorrad eine Woche oder länger nicht benutzt wird, empfiehlt sich das Laden der Batterie. Die Fahrzeugelektronik verbraucht auch im Stand ständig etwas Energie. Dadurch entlädt sich die Batterie - wenn auch sehr langsam.

Wichtig: Frühzeitig laden! Ist die Batteriespannung einmal auf null gefallen, die Batterie also tiefentladen, kann der Akku Schäden davontragen. Im schlimmsten Fall ist die Batterie dann nur noch als Briefbeschwerer zu gebrauchen.

Wo kann man die Motorradbatterie laden?

Die meisten Motorradbatterien sind relativ leicht auszubauen. Da ist es sinnvoll, den Akku vor der Winterpause zu demontieren, damit er im warmen Keller oder Haus überwintern kann. Falls das nicht möglich oder gewünscht ist, kann er auch eingebaut bleiben. In diesem Fall sollte man die Batterie aber, falls möglich, permanent an ein Erhaltungsladegerät anschließen oder, falls nicht möglich, einmal wöchentlich mehrere Stunden lang laden.

Ist eine "wartungsfreie" Motorradbatterie tatsächlich wartungsfrei?

Jein. Die Bezeichnung ist etwas irreführend und trifft nur bedingt zu. Als "wartungsfrei" wird eine Motorradbatterie bezeichnet, die komplett verschlossen und so konzipiert ist, dass ein Auffüllen von destilliertem Wasser nicht möglich ist. Ein Nachladen kann jedoch trotzdem erforderlich sein, etwa, wenn das Motorrad längere Zeit nicht bewegt wird. Dann ist es ratsam, den Akku an ein Erhaltungsladegerät zu klemmen.

Beliebte Batterieladegeräte im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht beliebter Batterieladegeräte mit ihren wichtigsten Eigenschaften:

Modell Spannung Stromstärke Geeignet für Besonderheiten
CTEK MXS 5.0 12 Volt 5 Ampere Pkw, große Motorräder, Blei-Gel-, Gel-, AGM- Batterien Flexibel im Einsatz, schnelle Ladung, geeignet für tiefentladene Batterien
Black+ Decker BDV 090 6 und 12 Volt 2 Ampere Gel-, AGM-, WET- Batterien Für Motorräder und Pkw, sehr günstig
Einhell CE-BC 10 M 12 Volt 10 Ampere Pkw, Bleisäure-, Gel-, AGM- Batterien Hochwertige Steuerungselektronik, vielfältige Anwendungsbereiche, praktische Anzeige
AEG 97025 LT 20 12 und 24 Volt 20 Ampere Großmotorrad, Pkw, Wohnmobil, Lkw, AGM-, Blei-Calcium-, Gel- Batterien Detaillierte Anzeige, sehr großer Funktionsumfang, schnelle Ladung großer Batterien
Ansmann ALCS 2-24 A 2, 6, 12 und 24 Volt 0,9 Ampere Roller, Motorrad, Pkw, Bleisäure-, Gel-, AGM- Batterien Leicht und kompakt, lädt während des Betriebs

Welches ist das beste Batterie-Ladegerät für mein Auto oder Motorrad?

Denn in der Regel ist jedes Ladegerät nur für ganz bestimmte Batterien geeignet. Ob ein Ladegerät für eine Batterie geeignet ist, hängt zuallererst von der Voltzahl ab. Üblicherweise sind in Pkw 12-Volt-Batterien verbaut. Manche Oldtimer und Motorräder besitzen 6-Volt-Batterien, während einige Lkw mit 24-Volt-Batterien ausgestattet sind.

Diese klassischen Standardbatterien sind günstig in der Anschaffung und heutzutage meist wartungsfrei (früher musste man regelmäßig destilliertes Wasser nachfüllen). Ihr Nachteil liegt in der geringen Energiedichte. Außerdem neigen sie zur schnellen Selbstentladung und sind empfindlich gegenüber Vibrationen.

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