Viele Autofahrer sprechen auch heute immer noch von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief. In den neuen Formularen finden sich unter der aktuellen Bezeichnung "Zulassungsbescheinigung" auch in Klammern die alten Begriffe, die sich im Sprachgebrauch etabliert haben.
Warum wurde aus dem Fahrzeugschein die Zulassungsbescheinigung Teil I?
2005 wurden in der Europäischen Union die Dokumente Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief von Zulassungsbescheinigung Teil I und Zulassungsbescheinigung Teil II abgelöst. Ziel dieser Maßnahme war, die Dokumente stärker zu vereinheitlichen und fälschungssicherer zu machen. Der Fahrzeugschein ist seit 2005 ein blassgrünes, gefaltetes Kärtchen im DIN-A7-Format auf Spezialpapier. Der neue Fahrzeugbrief wird im DIN-A4-Format, ebenfalls auf Spezialpapier ausgegeben. Die alten Fahrzeugpapiere behalten weiterhin ihre Gültigkeit.
Nur bei Verlust oder beim Ummelden des Fahrzeugs müssen sie seit dem Stichtag 1. Oktober 2005 durch die neuen Zulassungsbescheinigungen ersetzt werden. Dabei werden sowohl Teil I als auch Teil II der Zulassungsbescheinigung gleichzeitig als Paar neu ausgestellt.
Der Fahrzeugschein ist eine Art "Personalausweis" des Fahrzeugs - er enthält neben persönlichen Daten des Fahrzeughalters vor allem technische Angaben zum Fahrzeug. Der Fahrzeugschein dokumentiert daneben die amtliche Genehmigung für die Teilnahme des Fahrzeugs am Straßenverkehr.
Im Rahmen der Vereinheitlichung, zur Vermeidung eventueller Sprachprobleme innerhalb der EU-Mitgliedstaaten und zur Vereinfachung von Fahrzeugkontrollen, haben die Behörden für bestimmte Angaben EU-weit einheitliche und gültige Nummerierungen (Codes) festgelegt.
Die EU-weiten Codes bestehen aus Buchstaben und gegebenenfalls aus Unternummern, wie zum Beispiel:
- C.1.1 Name oder Firmenname
- C.1.2 Vorname
- E Fahrzeug-Identifizierungsnummer
- P.3 Kraftstoffart oder Energiequelle
Weiterhin finden sich auch national relevante Angaben im Fahrzeugschein. Diese werden durch andere - in Klammern dargestellte Nummerierungen - kenntlich gemacht.
Im Fahrzeugschein steht der Hubraum unter P.1. Es ist die allererste Angabe im Fahrzeugschein. Viele Autobesitzer rechnen noch in PS um. Dazu muss die kW-Zahl mit 1,36 multipliziert werden.
Schlüsselnummern: So lesen Sie den Fahrzeugschein
Die Buchstabenfelder und ihre Bedeutung:
| Feld | Bezeichnung |
|---|---|
| B | Datum der Erstzulassung |
| D.1 | Marke |
| D.2 | Typ/Variante/Version |
| D.3 | Handelsbezeichnung(en) |
| E | Fahrzeug-Identifizierungsnummer |
| F.1 | Technisch zul. Gesamtmasse in kg |
| F.2 | Im Zulassungsmitgliedsstaat zulässige Gesamtmasse in kg |
| G | Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs in kg (Leermasse) |
| H | Gültigkeitsdauer |
| I | Datum dieser Zulassung |
| J | Fahrzeugklasse |
| K | Nummer d. EG-Typengenehmigung/ABE |
| O.1 | Technisch zulässige Anhängelast gebremst in kg |
| O.2 | Technisch zulässige Anhängelast ungebremst in kg |
| P.1 | Hubraum in cm³ |
| P.2/P.4 | Nennleistung in kW/Nenndrehzahl bei min¹ |
| P.3 | Kraftstoffart oder Energiequelle |
| Q | Leistungsgewicht in kW/kg (nur bei Krafträdern) |
| R | Farbe des Fahrzeugs |
| S.1 | Sitzplätze einschließlich Fahrersitz |
| S.2 | Stehplätze |
| T | Höchstgeschwindigkeit in km/h |
| U.1 | Standgeräusch in dB (A) |
| U.2 | Drehzahl in 1/min zu U.1 |
| U.3 | Fahrgeräusch in dB (A) |
| V.7 | CO₂ (in g/km) kombinierter Wert |
| V.9 | Für die EG-Typengenehmigung maßgebliche Schadstoffklasse |
Die Ziffernfelder und ihre Bedeutung:
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| (2) | Hersteller-Kurzbezeichnung |
| (2.1) | Code zu (2) |
| (2.2) | Code zu D.2 mit Prüfziffer |
| (3) | Prüfziffer zur Fahrzeug-Identifizierungsnummer |
| (4) | Art des Aufbaus |
| (5) | Bezeichnung Fahrzeugklasse/Aufbau |
| (6) | Datum zu K |
| (7) | Technisch zulässige maximale Achslast/Masse je Achsgruppe in kg |
| (7.1) bis (7.3) | Achse 1 bis Achse 3 |
| (8) | Zulässige maximale Achslast im Zulassungsmitgliedsstaat in kg |
| (8.1) bis (8.3) | Achse 1 bis Achse 3 |
| (9) | Anzahl der Antriebsachsen |
| (10) | Code zu P.3 |
| (11) | Code zu R |
| (12) | Rauminhalt des Tanks bei Tankfahrzeugen in m³ |
| (13) | Stützlast in kg |
| (14) | Bezeichnung der nationalen Emissionsklasse |
| (14.1) | Code zu V.9 oder (14) |
| (15) | Bereifung |
| (15.1) bis (15.3) | auf Achse 1 bis Achse 3 |
| (16) | Nr. der Zulassungsbescheinigung Teil II |
| (17) | Merkmal zur Betriebserlaubnis |
| (18) | Länge in mm |
| (19) | Breite in mm ohne Spiegel und Anbauteile |
| (20) | Höhe in mm |
| (21) | Sonstige Vermerke |
| (22) | Bemerkungen und Ausnahmen |
Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN)
Die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN), international als Vehicle Identification Number (VIN) bekannt, ist eine individuelle Seriennummer, die jedes Fahrzeug eindeutig kennzeichnet. Sie wird seit 1981 einheitlich von allen Autoherstellern genutzt.
Vor 1981 sprach man von der Fahrgestellnummer. Sie stand meist auf einer Plakette im Motorraum. Das führte zu vielen Fälschungen.
Heute wird die Fahrzeugidentifikationsnummer aufwändig ins Blech gestanzt. Das soll verhindern, dass gestohlene Fahrzeuge weiterverkauft werden. Über die Fahrzeugidentifikationsnummer können Ermittler den richtigen Eigentümer finden.
Die FIN ist am Fahrzeug und in den Papieren zu finden.
Die Fahrzeugidentifikationsnummer steht in den Kfz-Papieren, im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II).
Sie ist auch auf dem Fahrzeugrahmen zu finden: Das kann auf dem Türrahmen, im Motorraum, im Kofferraum, unter der Motorhaube, am Armaturenbrett, unter der Windschutzscheibe oder in der Fahrertüre sein.
Die Fahrzeugidentifikationsnummer steht bei Krafträdern (Motorrad, Roller) am Lenkkopf oder auf der Gabel unter der Verkleidung. Die FIN deines Kraftrads steht auch im Fahrzeugschein. Die Nummer älterer Krafträder hat 11 Stellen, die von neueren Modellen 17 Stellen.
Die Fahrzeugidentifikationsnummer entschlüsseln
Die Fahrzeugidentifikationsnummer setzt sich aus Weltherstellercode, Baureihe, Modelljahr, Herstellungsort und Fahrzeugnummerierung zusammen. Sie kann nicht einheitlich entschlüsselt werden, weil das bei jedem Hersteller anders ist.
Der Weltherstellercode sind die ersten drei Ziffern der Fahrzeugidentifikationsnummer. Er wird international World Manufacturer Identifier (WMI) genannt.
Der Weltherstellercode zeigt den Produktionsort und die Marke des Kraftfahrzeugs. Er wird vom Verband der Automobilingenieure SAE International an Länder und Automarken vergeben.
Die Ziffern vier bis neun geben Auskunft über das Fahrzeug selbst: Sie enthalten Informationen zum Modell, der Baureihe oder zum Motortyp.
Die zehnte Ziffer der Fahrzeugidentifikationsnummer ist das Modelljahr. Jedes Modelljahr ist mit einem bestimmten Buchstaben oder einer bestimmten Ziffer gekennzeichnet. Verwechsle das Modelljahr nicht mit dem Baujahr oder dem Jahr der Erstzulassung.
Die elfte Ziffer der FIN zeigt den Herstellungsort des Fahrzeugs. Je nach Hersteller wird ein bestimmter Buchstabe oder eine Ziffer verwendet.
Die sechs letzten Ziffern (die Ziffern 12 bis 17) sind die individuelle Produktionsnummer. Sie ist für jedes Fahrzeug anders. Die Nummerierung wird laufend weitergeführt.
Baujahr des Fahrzeugs
Das Baujahr beeinflusst den Preis beim Autokauf und -verkauf. Laut Bundesgerichtshof dürfen bei einem neuen Pkw beispielsweise höchstens 12 Monate zwischen Baujahr und Erstzulassung liegen - sonst gilt das Auto nicht mehr als Neuwagen. Dieser wertmindernde Faktor beeinflusst wie das Baujahr den Kaufpreis. Deshalb solltest du die Angaben zum Baujahr im Fahrzeug und in den Dokumenten gründlich prüfen, bevor du einen Kaufvertrag unterschreibst.
Da es aussagekräftiger als Modelljahr und Erstzulassung ist, spielt das Baujahr auch beim Gebrauchtwagenkauf eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das tatsächliche Alter eines Fahrzeugs zu ermitteln. Bei einem Gebrauchtwagenkauf darf der Abstand zwischen Baujahr und Erstzulassung größer als ein Jahr sein.
Zusätzlich kannst du mit Hilfe des Baujahrs auch vom Verkäufer verschwiegene Unfälle aufdecken. Steht auf einigen Fahrzeugteilen zum Beispiel ein jüngeres Produktionsdatum, als das Auto an sich hat, wurden diese Teile vermutlich nachträglich eingebaut. Das kann darauf hindeuten, dass das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war - und demzufolge nicht als „unfallfrei“ deklariert werden darf.
Was ist der Unterschied zwischen Baujahr und Erstzulassung?
Die Begriffe Baujahr und Erstzulassung werden häufig synonym verwendet, wenn es um das Alter eines Autos geht. Auch das Modelljahr wird in diesem Zusammenhang oft genannt. Die drei Begriffe stehen aber für unterschiedliche Dinge.
Die Unterschiede zwischen Baujahr, Erstzulassung und Modelljahr:
- Das Baujahr ist das Jahr, in dem ein Auto produziert wurde. Ganz gleich, ob ein Auto im Januar oder Dezember 2021 produziert wurde - das Baujahr wird mit 2021 angegeben, da es sich auf das Kalenderjahr bezieht. Es weicht manchmal vom Jahr der Erstzulassung ab - und zwar, wenn ein Auto erst Monate oder Jahre nachdem es produziert wurde, verkauft wird.
- Die Erstzulassung ist das Datum, ab dem ein Fahrzeug für den Straßenverkehr zugelassen wird. Es wird im Fahrzeugschein beziehungsweise der Zulassungsbescheinigung Teil 1 angegeben.
- Das Modelljahr bezeichnet das individuelle Modelljahr des Herstellers. Je nach Hersteller beginnt das Modelljahr im Mai oder August des Vorjahres. Baut der Hersteller im April 2021 ein Auto, lautet das Modelljahr 2021. Baut er im Juni 2021 ein Fahrzeug, ist das Modelljahr 2022. Bei VW beginnt das Produktionsjahr zum Beispiel im Mai.
Steht das Baujahr im Fahrzeugschein?
Die Antwort auf diese Frage lautet: Der Fahrzeugschein weist das Modelljahr aus, aber nicht zwangsweise das Baujahr. Oft decken sich die Angaben - aber nicht immer. Der Fahrzeugschein kann nur Hinweise auf das Baujahr liefern, doch eindeutige Angaben findet man weder in der Zulassungsbescheinigung Teil I, dem ehemaligen Fahrzeugschein, noch in der Zulassungsbescheinigung Teil II, dem ehemaligen Fahrzeugbrief.
Hinweise auf das Baujahr liefert allerdings die Fahrzeugidentifikationsnummer, kurz: FIN. Diese findet sich an verschiedenen Stellen, zum Beispiel in den Fahrzeugpapieren, auf der Windschutzscheibe, im Motorraum oder auch an der Sitzkonsole.
Aus der Fahrzeugidentifikationsnummer lässt sich an der zehnten Stelle das Modelljahr ableiten. Dieses liefert einen Hinweis auf das Baujahr und grenzt damit den Bauzeitraum ein. In vielen Fällen deckt sich das Baujahr mit dem Modelljahr, die Daten können sich aber auch um ein Jahr unterschieden. Der Grund: Der Hersteller hat das Auto möglicherweise schon im Vorjahr produziert.
Motorrad Baujahr ermitteln
Um in dem Ersatzteilkatalog fündig zu werden, wird zunächst die richtige Modellbezeichnung benötigt. Diese kann in den Fahrzeugpapieren (KFZ-Brief, Fahrzeugschein oder Zulassungsbescheinigung) nachgelesen werden oder steht ganz einfach auf dem Motorrad. Die Modellbezeichnung reicht jedoch nicht allein, nun kommt es auf das Modelljahr an.
Das Modelljahr ist nicht mit dem Datum der Erstzulassung zu verwechseln! Ein Motorrad kann in einem Jahr produziert, aber erst ein Jahr oder mehrere Jahre später zugelassen werden. Somit ist es möglich, dass ein Motorrad mit der Erstzulassung von 2019 aus dem Modelljahr 2017 entstammt. Der umgekehrte Fall ist ebenso möglich.
Insbesondere bei Off Road Modellen kann dies zu Verwirrung führen. Bereits im Spätsommer werden die Off Road Modelle des darauffolgenden Modelljahres produziert und verkauft. Dadurch kann man im Herbst 2018 ein 2019er Modell kaufen und zulassen.
Die Fahrgestellnummer bzw. Rahmennummer, abgekürzt als VIN oder FIN steht rechts vorn am Steuerkopf und auf dem Typenschild des Motorrades. Unter dem Punkt E steht diese auch in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 als Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Im Fahrzeugschein unter Punkt 4 als Fahrzeug-Ident-Nummer. Die Fahrgestellnummer hat 17 Stellen und besteht aus Buchstaben und Zahlen.
An der 10. Stelle steht je nach Modelljahr eine Zahl oder ein Buchstabe. Steht dort beispielweise eine 9, dann handelt es sich um eine KTM Motorrad aus dem Modelljahr 2009. Steht dort zum Beispiel ein K, handelt es sich um ein KTM Motorrad aus dem Modelljahr 2019.
Was bedeutet VIN bzw. VIN ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung: vehicle identification number. FIN steht hingegen für die deutsche Bezeichnung: Fahrzeug-Identifikationsnummer.
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