Motorradfahren mit Sozius ist eine besondere Herausforderung. Damit Touren zu zweit nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Sozius Freude machen, sollten einige Regeln beachtet werden.
Voraussetzungen für die Mitnahme eines Beifahrers
Generell gilt, dass ein Motorrad oder Motorroller über einen Soziussitz, Fußrasten und eine Haltevorrichtung verfügen müssen, damit eine zweite Person mitgenommen werden darf. Dass für die Fahrt mit Sozius grundsätzlich ein Beifahrer-Sitz, Fußrasten und Haltevorrichtung vorhanden sein müssen, ist klarerweise Voraussetzung.
Die richtige Ausrüstung für Fahrer und Sozius
Selbstverständlich sollte nicht nur der Fahrer, sondern auch der Sozius immer komplette Motorradschutzkleidung tragen. Ein Motorrad-Schutzhelm ist auch für den Sozius vom Gesetz vorgeschrieben. Der Helm muss perfekt passen und sollte über die aktuelle Prüfnorm verfügen, nur dann bietet er optimalen Schutz. Tragen Sie auf keinen Fall einen womöglich ausgemusterten oder zu großen Ersatz-Helm, denn der schützt nur vor einem Bußgeld, aber nicht bei einem Unfall.
Beifahrer sollten aus Sicherheitsgründen einen mindestens ECE 22.05-konformen Helm tragen. Weiterhin sind Bekleidung wie Handschuhe, eine dicke Jeans und eine Motorradjacke von Vorteil. Lederbekleidung und Motorradstiefel sind ebenfalls zu empfehlen. Informiere dich über die Gesetze und Vorschriften der Länder, in denen ihr unterwegs seid. Beispielsweise müssen Beifahrer in Frankreich Handschuhe mit CE-Kennzeichen tragen und in Belgien müssen Personen auf Motorrädern (einschließlich Beifahrern) Handschuhe, eine langärmelige Jacke und lange Hosen sowie Stiefel zum Schutz der Knöchel tragen. Die Bekleidung ist wesentlich für die Sicherheit von Beifahrern.
Anpassung des Motorrads vor der Fahrt
Vor der Fahrt mit Sozius/Sozia auf dem Motorrad müssen einige Anpassungen vorgenommen werden. Bevor es los geht, sollten einige Anpassungen erfolgen. Im Handbuch findest du ggf. • Kontrolliere den Reifendruck. Hast du einen Beifahrer dabei, brauchst du unter Umständen etwas mehr Druck.
Mit einem Sozius ändert sich das Fahrverhalten der Maschine je nach Gewicht sogar deutlich. Die Auswirkungen auf die Achslastverteilung und damit die Fahrphysik: Das Vorderrad wird entlastet und überträgt die Lenkbefehle weniger genau. Das Heck pumpt wegen des Mehrgewichts stärker und kann die Fahrlinie beeinflussen. Deshalb müssen vor einer Fahrt mit zwei Personen die Federelemente der Mehrbelastung angepasst werden. Vor allem im Heck müssen Federvorspannung und - sofern einstellbar - die Dämpfung erhöht werden.
Eine Erhöhung des Reifendrucks ist ebenfalls nötig. Mindestens 0,2 bar mehr als im Solobetrieb sind angebracht, der maximale Reifenluftdruck (siehe Betriebsanleitung) ist allerdings zu beachten. Bei Fahrten mit Sozius gewinnt die Hinterradbremse stark an Bedeutung. Die Bremslastverteilung verändert sich je nach Maschinentyp - von einem Verhältnis von Vorderrad zu Hinterrad von rund 80:20 bis hin zu 50:50. So oder so: Der Bremsweg zu zweit wird um einiges länger.
Fahrverhalten mit Sozius anpassen
Mit einem Beifahrer ändert sich das Fahrverhalten mit dem Bike wesentlich - setzen Sie sich deshalb zuvor mit den entsprechenden Anpassungen von Bremsen, Reifendruck und Dämpfung auseinander.
Denn die Einspurdynamik mit ihren hohen Beschleunigungs- und Verzögerungswerten sowie der Schräglage erschließt sich nicht von selbst. Auch ein Trockenkurs auf einem Parkplatz kann hilfreich sein, beispielsweise was das richtige Auf- und Absteigen betrifft, vor allem aber die richtige Sitzposition des Mitfahrenden. Damit es zu keinen unerwarteten Problemen kommt, sollte auch das Fahren mit Beifahrer geübt werden.
Nur wenn Fahrer und Sozius eine Einheit bilden, kommt es zu einem echten Fahrerlebnis. Der Sozius umfasst hierzu am besten die Taille des Fahrers, damit beim Beschleunigen und auch während der Fahrt enger Kontakt besteht. Beim Bremsen stützen sich die Hände des Beifahrers - falls möglich - am Tank ab.
Der Blick des Mitfahrenden über die Schulter des Fahrers verhindert das Zusammenschlagen der Helme und führt automatisch zur richtigen Haltung bei der Kurvenfahrt in Schräglage. Dabei muss der Sozius immer über die Fahrerschulter blicken, die sich zur Innenseite der Kurve neigt. Wichtigste Regel für Mitfahrer: Bei Schräglage nie dagegen legen, das kann bis zum Sturz führen.
Kommunikation und Vertrauen
Der Fahrer sollte niemals das Vertrauen seines Sozius enttäuschen. Wilde Ritte und Kurvenkratzen auf der Fußraste sind tabu, sie führen zu Angst und Verkrampfung. Grundsätzlich sollte der Fahrer defensiv und vorausschauend fahren.
Vor allem bei längeren Touren sollten Sie nicht nur die Etappenlänge vor Fahrtbeginn absprechen. Wer keine Helmsprechanlage besitzt, kann auch mit zuvor vereinbarten Zeichen (z.B. ein Mal auf die Schulter klopfen für langsamer, zwei Mal klopfen für anhalten) für die nötige Kommunikation unterwegs sorgen und so zum gemeinsamen Fahrspaß beitragen.
Die Abstimmung mit Beifahrern ist stets wichtig, wenn man zu zweit auf dem Motorrad unterwegs ist. Erkundige dich regelmäßig bei Beifahrern, ob diese Bedenken hinsichtlich der Sicherheit haben. So stellst du deren Komfort und Wohlbefinden sicher. Vergewissere dich, dass sie mit deinem Fahrstil einverstanden sind, insbesondere mit der Beschleunigung, dem Bremsen und der Kurvenfahrt. Die Abstimmung mit Beifahrern ist besonders zu Beginn der Fahrt und auf längeren Touren unerlässlich.
Möglicherweise solltest du dir ein Bluetooth-Kommunikationssystem anschaffen. So können sich Fahrer und Beifahrer jederzeit unterhalten, was die Kommunikation vereinfacht und Touren insgesamt angenehmer macht. Eine weitere Möglichkeit der Kommunikation sind Handzeichen oder ähnliches, z. B. um anzugeben, dass alles in Ordnung ist.
Besonderheiten beim Mitnehmen von Kindern
Kinder dürfen als Beifahrer auf dem Motorrad nur hinter dem Fahrer sitzen. Für verantwortungsbewusste Eltern stellt sich in erster Linie die Gewissensfrage: Kann und will ich das deutlich erhöhte Unfallrisiko auf dem Motorrad akzeptieren? Falscher elterlicher Ehrgeiz ist dabei völlig fehl am Platz: Ohne den ausdrücklichen Wunsch und Zustimmung des Kindes geht nichts und ohne spezielle Heranführung ans Motorradfahren ebenfalls nicht.
Die Beifahrersicherheit ist besonders wichtig, wenn Kinder mitfahren. Das gesetzliche Mindestalter für Beifahrer ist landesabhängig. Ist dieses erfüllt, gilt es mit einigen Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Kinder sicher sind.
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
- Das Kind trägt einen geeigneten Helm.
- Das Kind kann so auf der Sitzbank des Motorrads sitzen, dass es die Füße auf den Fußrasten platzieren kann (eventuell muss die Höhe entsprechend angepasst werden).
- Das Kind kann sich sicher festhalten.
- Das Kind trägt Schutzkleidung (z. B. Jacke, Hose, Handschuhe, Stiefel und Warnweste).
- Du hast die Erlaubnis der Eltern minderjähriger Beifahrer. Diese muss erteilt werden.
- Du bist im Besitz eines gültigen Führerscheins und hast eine Versicherung, die die Beförderung von Beifahrern abdeckt.
Der kleine Beifahrer sollte genau wissen, was bei Kurvenfahrt in Schräglage passiert und wie er sich zu (ver-)halten hat.
Weitere wichtige Aspekte
Nicht zuletzt gilt auch für den Beifahrer auf dem Motorrad: Sicherheit ist oberste Priorität! Ein Helm ist dabei Vorschrift, selbst, wenn die Strecke noch so kurz ist. Übrigens: Inwieweit Ihr Sozius bei Ihnen im Falle eines Falles mitversichert ist, sollten Sie vor Ihrem Ausflug prüfen. In der Regel greift Ihre Versicherung für Ihren Sozius nur dann, wenn alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.
Wie auch beim Pkw verändert sich das Fahrverhalten eines Motorrads unter größerer Last. Doch nicht nur der Bremsweg wird länger, auch das generelle Fahrgefühl ist ein anderes. Mit einem Sozius zu fahren ist auf einem Zweirad eine größere Umstellung, da Balance hier eine gänzlich andere Rolle spielt als bei einem Auto. Allein das beliebte „in-die-Kurve-legen“ muss mit dem Soziusfahrer auf dem Motorrad geübt werden.
Wer auf dem Motorrad oder Moped mitfährt, wird als Sozius bzw. Sozia bezeichnet. Zum einen muss Ihr Motorrad für das Mitnehmen einer weiteren Person geeignet sein: Ein Beifahrersitz, zwei Fußstützen und entsprechende Haltegriffe sind ein Muss. Ohne die passende Schutzkleidung sollte Ihr Soziusfahrer keinesfalls aufsteigen.
Da beim Motorradfahren die Balance die Hauptrolle spielt, sollten Fahrer und Sozius sich gut aufeinander einstimmen und auf dem Bike eine Einheit bilden. Konkret heißt das: Absprachen über die Kommunikation und Fahrweise sind im Vorhinein zu treffen. Aber auch die Frage, wo Sie sich als Motorrad-Beifahrer festhalten können, wird vor der Fahrt geklärt.
In der Regel sitzen Sie als Sozius sehr nah am Fahrer und legen die Arme um dessen Hüfte bzw. Taille. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten können Sie sich durchaus an den hinteren Haltegriffen festhalten, um für kurze Zeit die Sitzposition zu verändern. In den Kurven bewegen Sie sich bestenfalls mit dem Fahrer mit - das geht am leichtesten, wenn Sie mit dem Kopf über die kurveninnere Seite des Fahrers schauen. Ihre Füße stehen während der gesamten Fahrt auf den Fußstützen und Ihre Knie liegen am Motorrad an.
Übrigens: Sich am Fahrer festzuhalten hat noch einen weiteren Vorteil - bei einer plötzlichen Bremsung können Sie sich mit einer Hand direkt auf dem Benzintank des Motorrads abstützen.
Sich auf einem Motorrad mitnehmen zu lassen, erfordert beiderseitiges Vertrauen. Sie müssen sich auf den Fahrer verlassen können und er sich auf Sie. Überraschen Sie den Fahrer deshalb nicht mit plötzlichen Bewegungen oder einer ruckartigen Gewichtsverlagerung. Sie verändern als Motorrad-Beifahrer das Fahrverhalten bereits mit Ihrem bloßen Gewicht maßgeblich, plötzliche Bewegungen bedeuten eine erhöhte Unfallgefahr.
Es bietet sich natürlich an, die Verkehrssituation über die Schulter der fahrenden Person zu beobachten. Reagieren Sie jedoch erst mit dem Motorradfahrer und nicht vor ihm. Soll heißen: Selbst, wenn Sie eine Kurve vor sich sehen, legen Sie sich nicht bereits hinein, bevor der Fahrer es tut.
Während Absprachen mit einem Teenager oder erwachsenen Sozius leichter zu treffen sind, muss ein Kind auf eine besondere Art und Weise über die Verhaltensweisen als Beifahrer informiert werden.
- Richtige Vorbereitung: Alle technischen und mechanischen Sicherheitsvorkehrungen sollten getroffen werden.
- Vertrauen schaffen: Fahrer und Sozius sollten umsichtig und vorausschauend agieren. Überraschende Aktionen und kopfloses Verhalten sind im Verkehrsgeschehen nie angebracht, beim Motorradfahren ist beides lebensgefährlich.
- Ego zuhause lassen: Hohe Geschwindigkeiten, eine besondere Schräglage in der Kurve und dann noch ein Wheelie - das mag für Adrenalinfans und eingefleischte Biker vielleicht spannend sein.
- Einheit bilden: Die größte Freude am Fahren haben Sozius und Fahrer als eingeschworenes Team und bei direktem (Körper-)Kontakt.
- Nicht gegenlenken: Gerade als Frischling kann das Mitfahren als Sozius sehr aufregend sein. Trotz möglicher Skepsis sollte sich ein Motorrad-Beifahrer jedoch niemals aus der Kurve lehnen, bzw. sich entgegen der Neigung des Fahrers bewegen. Auf diese Weise kann dieser nämlich die Kontrolle über das Bike verlieren.
- Sitzen bleiben: Das Motorradfahren bringt den meisten Bikern ein wunderbares Freiheitsgefühl - unabgesprochenes Aufstehen während der Fahrt ist trotz aller Begeisterung jedoch generell keine gute Idee.
- Zeichen vereinbaren: Vor der Fahrt einige Notfallzeichen zu klären, ist sehr hilfreich. „Du fährst mir zu schnell!“ oder „Können wir hier mal anhalten?“ sind Nachrichten, die sich gut in Klopfzeichen an Taille, Arm, Schulter oder Helm klopfen lassen.
- Grenzen respektieren: Egal, ob bei der Geschwindigkeit, dem generellen Fahrverhalten oder der Fahrdauer - äußert der Sozius Überforderung, Anstrengung oder Sorge, sind diese ernst zu nehmen.
- Übung macht die Meister: Mit Sozius auf dem Motorrad unterwegs zu sein, will gelernt werden! Kurze Strecken eignen sich hervorragend, um ein Gefühl für das Miteinander und das Bike zu bekommen.
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