Motorradgespanne sind optisch etwas ganz Besonderes, sie sind irgendwie kultig. Praktisch ist, dass sie Standsicherheit geben. Vor allem aber: Man kann endlich auch einen Beifahrer bequem mitnehmen!
Die Wahl des richtigen Gespanns
Der wichtigste Tipp für den Kauf eines Gespanns ist sicherlich: Treffen Sie Ihre Entscheidung nicht nach der Optik, sondern nach pragmatischen Gesichtspunkten. Bei Ihrer Entscheidung sollten Sie generell bestimmte Punkte auf Ihrer „Checkliste“ haben. Zunächst einmal gilt es eine Entscheidung zu treffen, ob Sie ein neues oder ein gebrauchtes Gespann kaufen und ob Sie eventuell ein schon vorhandenes Motorrad umrüsten möchten. Das ist gerade in finanzieller Hinsicht natürlich eine wichtige Frage. Welches Gespannrad ist für Sie das Beste? Viele dieser Entscheidungen hängen davon ab, wie Sie Ihr Gespann nutzen möchten und was Ihnen persönlich am meisten liegt.
Neues oder gebrauchtes Gespann?
Bei der Wahl Ihrer Motorradversicherung sollten Sie unbedingt abklären, ob und wie ein Gespann versichert werden kann. Das gilt auch, wenn Sie bereits ein Motorrad besitzen.
Fahrtechnik und Sicherheit
Wer vom klassischen Motorrad auf ein Motorrad-Gespann umsteigen möchte, stellt sich oft eine Frage: Ist Gespannfahren schwer? Die Antwort lautet: Es ist anders - aber nicht schwer. Ein Motorrad mit Beiwagen ist kein Motorrad im klassischen Sinn - und auch kein Auto. Das Gespann kippt nicht in die Kurve, sondern wird über Lenken und Gewichtsverlagerung gefahren. Die Umgewöhnung dauert bei den meisten Fahrern nur wenige hundert Kilometer. Gespannfahren ist nicht schwer - es ist nur ungewohnt. Mit etwas Übung wirst du das Fahrverhalten schnell beherrschen und ganz neue Seiten des Motorradfahrens entdecken.
Die größte Gefahr bei Gespannen liegt im Fahren der Kurven: Das will geübt sein. Bei starren Gespannen, bei denen eben die Verbindung zwischen Motorrad und Boot (der „Passagierkabine“) starr ist, besteht in Rechtskurven die Gefahr, dass der Beiwagen abhebt. Das gilt für Fälle, in denen der Beiwagen rechts montiert ist, wie in Deutschland üblich. Das Fahren der Kurven will also geübt sein. Generell empfehlenswert ist es, dass Sie, wenn Sie Ihr Gespann erworben haben, erst einmal ausschließlich mit Gespann fahren, bis Sie sich sicher fühlen.
Schwenker vs. Starr
Ein Schwenker unterscheidet sich vom starren Gespann dadurch, dass das Motorrad in Kurven kippt, während der Beiwagen gerade bleibt. Das gibt dem Motorradfahrer ein sportlicheres Gefühl, es bleibt mehr von ursprünglichen Motorradfeeling erhalten. Dennoch sollte das sportliche Gefühl nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Schwenkergespann natürlich ebenfalls grundlegend andere Fahreigenschaften hat als ein Solomotorrad. Da der Beiwagen quasi „gerade weiterfährt“, ist in Kurven jeweils ein Gegenlenken notwendig.
Tipps für die Fahrpraxis
Hier folgen ein paar Tipps für die Fahrpraxis. Kurz und knapp, Klaus fährt vorwiegend allein und merkt es weniger, aber diese Kombination ist mit Passagier eher unglücklich. Deutlich wird das in zwei Situationen. Dann kommt das Boot wieder hoch, und erst dann liegt das Gewicht von Seitenwagen und Passagier an. sich kein sicheres Fahrgefühl ein. Gleichzeitig federt das Motorrad wegen der höheren Belastung ein. Noch deutlicher wird es bergab.
In Linkskurven (bei rechts angeschlagenem Seitenwagen) droht anderes Ungemach. Wenn die Fliehkraft zu groß wird, „stempelt” (im günstigeren Fall) das Gespann zur Seite. Sogar über die Seitenwagen-Nase überschlägt. Es erfordert Fahrwerks-Geometrie. Wenn diese Punkte beachtet werden, ist die nötige Sicherheit machbar. Motorrad- oder Autofahren zu tun! Wer damit anfängt, sollte sich genug Zeit für die Fahrpraxis nehmen. 1.000 km genügen da nicht. alle einig. unerwarteten und kritischen Situationen. Merke: Eine vorrausschauende und defensive Fahrweise ist auch später absolut wichtig!
Besonderheiten und Herausforderungen
Dreiräder sind bei Glatteis genauso gefährdet wie Autos mit vier Rädern, haben aber nur drei Räder als Auflage und wiegen weniger. Und das ist nicht lustig, weil der Fahrer praktisch ungeschützt auf dem „Moped” sitzt. Der Verfasser ist bei der Auffahrt auf eine Bundesstraße schon einmal bei an sich nicht besonders kaltem Wetter in diese Situation gekommen. Die Ursache waren eiskalte Winde an einer offenen Stelle.
Bereifung
Bereift - das tut. Der Seitenwagenreifen muss sich jedoch erst noch etwas platter fahren. vergleichbarer Größe. Das macht sich auch auf trockener Straße sehr angenehm bemerkbar, vor allem durch die deutlich bessere Bodenhaftung.
Gespannfahren lernen
Die dreibeinige Asymmetrie muss nicht nur technisch kompensiert werden, sondern auch fahrerisch. Unvorbereitete Motorradfahrer erleben meist bereits in der ersten Kurve den ultimativen Adrenalinstoß. Aber die Sache ist kein Hexenwerk, sondern erlernbar. Optimalen Einstieg bietet ein Lehrgang oder ein Schnuppertraining. Im Frühjahr bieten viele Gespannhersteller denen diese Anfangsschwierigkeiten sehr bewusst sind Instruktionstage mit Übungsfahrzeugen an.
Lehrgangskomponenten
- Geradeausfahrten in engen Pylonengassen (Abmessungen einschätzen)
- Richtungswechsel im Slalomparcours
- Zielgenaues und richtungsstabiles Bremsen
- Schnelle Ausweichmanöver
Fachbücher und weitere Informationen
Es gibt diverse Fachbücher, die wertvolle Informationen und Tipps für Gespannfahrer bieten. Diese Bücher behandeln Themen wie Gespannanschlusstechnik, Vorschriften, Zulassungsbestimmungen und Konstruktionstechniken.
Verwandte Beiträge:
- Motorrad mit Beiwagen mieten in Ihrer Nähe: Anbieter & Preise
- Motorrad Beiwagen Nachrüsten: Kosten, Aufwand & Tipps
- Russische Motorräder mit Beiwagen: Geschichte, Modelle & Kauftipps
- Motorrad mit Beiwagen: Dreirad oder Zweirad? Zulassung & Versicherung
- Unschlagbare DEVK Motorrad Tarife – Jetzt Kfz-Versicherung zum Top-Preis sichern!
- Fahrradkette BMX: Die wichtigsten Unterschiede & Top-Arten für dein Bike!
Kommentar schreiben