Die richtige Motorrad-Schutzbekleidung schützt dich nicht nur vor Wind, Wetter und Schmutz, sondern auch vor Verletzungen oder anderen Gefahrensituationen. Die richtige Motorrad-Schutzkleidung und der korrekte Helm können Leben retten und verhindern, dass im Fall eines Unfalls Ansprüche gekürzt werden. Doch was gehört eigentlich alles zur Schutzausrüstung dazu? Welche Schutzklassen für Motorradbekleidung gibt es und worauf solltest du beim Kauf achten?
Sicherheitsstandards und CE-Zertifizierung
Deshalb fällt Motorradbekleidung unter die Verordnung für persönliche Schutzausrüstung (PSA). Das bedeutet, dass sie bestimmte Tests bestehen muss, um als sicher zu gelten. Alle Teile müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um die CE-Zertifizierung zu erhalten. Das CE-Zeichen zeigt dir, dass die Bekleidung den europäischen Sicherheitsstandards entspricht und ist auf dem Etikett deiner Motorradbekleidung zu finden. Mit diesem Zeichen bist du also schon einmal auf der sicheren Seite.
Zusätzlich gibt es Schutzklassen, die dir zeigen, wie gut deine Schutzkleidung vor Abrieb und Stößen schützt. Diese sogenannten Zertifizierungsklassen helfen dir, die passende Ausrüstung für deinen Fahrstil zu finden. In Motorradbekleidung finden sich die oben abgebildeten Etiketten, welche die fünf Schutzstandards abbilden. Mithilfe der fünf Klassen, dargestellt durch die Buchstaben AAA, AA, A, B und C, können sich Käufer und Käuferinnen einen schnellen Überblick verschaffen, was die Klamotte leisten kann: C steht für reinen Aufprallschutz, B für reinen Abriebschutz und A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020.
Die Schutzklassen im Detail
- Schutzklasse AAA: Die Motorradbekleidung dieser Klasse bietet dir den höchsten Schutz. Sie ist besonders abriebfest und an den wichtigsten Stellen wie Rücken, Schultern und Knien mit umfassenden Protektoren für den bestmöglichen Schutz ausgestattet.
- Schutzklasse AA: Die Schutzklasse AA hat eine etwas geringere Schutzwirkung als die Schutzklasse AAA. Bist du schnell unterwegs und fährst gerne längere Strecken auf Landstraßen und Autobahnen? Aber auch hier bekommst du einen guten Abriebschutz und auch hier schützen Protektoren an besonders gefährdeten Stellen wie Schultern und Knien.
- Schutzklasse A: Die Schutzklasse A kann als Mindeststandard angesehen werden. Beim kombinierten Abrieb-/Aufprallschutz ist Klasse A quasi die Freizeitklamotte, die den höchsten Tragekomfort bietet, allerdings auch die niedrigste Schutzstufe.
- Schutzklasse B: Die Schutzklasse B bietet in erster Linie einen leichten Schutz gegen Abrieb, jedoch keinen Aufprallschutz.
- Schutzklasse C: Die Schutzklasse C umfasst nur Protektoren, die zusätzlich zur Motorradjacke und Motorradhose getragen werden. Bist du nur Stadt- oder Gelegenheitsfahrer?
Textil oder Leder?
Sicherheit ist käuflich - mit der richtigen Motorradkleidung. Doch die ist nicht leicht zu finden. Textil oder Leder? Worauf sollte man bei Protektoren und Anprobe achten? Und was bedeutet ein falscher Helm oder fehlende Schutzkleidung bei einem Unfall - wie wirkt sich das auf Schadensersatzansprüche, Mithaftung und Beweislast aus? ADAC Fahrzeugtechnik und Clubjuristen klären auf.
Der Siegeszug der Textilkombis scheint unaufhaltsam: Sie sind leicht, bequem, relativ wetterfest und haben ein hohes Sicherheitsniveau erreicht. Doch selbst hochwertigstes Kunstfaser-Gewebe erreichte bei ADAC Prüfungen nicht die Abriebfestigkeit eines guten Leders. Ein weiteres Argument spricht für Leder: Bei gut anliegenden Lederkombis sitzen die eingearbeiteten Protektoren zuverlässiger an ihrem Einsatzort als in den meist weiter geschnittenen Textilanzügen.
Und was ist mit dem Hitzestau im Sommer? Perforierungen und "Cool Leather", das dank Spezialbehandlung die Sonnenstrahlung abweist, sollen hier helfen. Weiterer Trend: Hydrophobiertes (wasserabweisendes) Leder in Verbindung mit innen aufgebrachter Funktionsmembran (z.B. GoreTex). Das hält auch längeren Regengüssen stand. Übrigens: Bei strammem Dauerregen ist eine gute Regen-Überziehkombi immer noch die dichteste aller Lösungen.
Bei der Frage nach der richtigen Motorradkleidung gehen die Meinungen auseinander. Der große Vorteil des Naturmaterials Leder ist die hohe Abriebfestigkeit, wodurch es sich ideal für Motorradkombis eignet. Dadurch dass die Leder-Motorradbekleidung eng anliegt, sitzen die Motorrad Protektoren immer an der richtigen Stelle, was die Schutzwirkung dieser Motorradbekleidung weiter erhöht. Zudem wird durch die enge Passform ein Flattern der Kleidung vermieden und die Aerodynamik verbessert. Textil-Motorradbekleidung ist für gewöhnlich weiter geschnitten als Leder-Modelle. Das mag für viele komfortabler sein, kann allerdings auch dazu führen, dass die Protektoren verrutschen. Ein Vorteil der Textilkombis ist, dass sie alltagstauglich sind.
Die Textilkombis bringen einig Vorteile mit sich, allen voran der bessere Komfort im Vergleich zur Leder Motorradbekleidung. Und natürlich kostet es manches mal Überwindung, sich bei heißen Temperaturen in die Lederkombi zu pellen. Die höhere Abriebfestigkeit und ideal sitzende Protektoren können dafür sorgen, dass du unbeschadet wieder aufstehen kannst. Für helmexpress.com ist die Sache eindeutig: Uns liegt Eure Sicherheit am Herzen, deshalb empfehlen wir klar die Lederkombi.
Schutzpolster und Protektoren
Den Namen "Protektor" dürfen streng genommen nur Schutzpolster tragen, die nach der europäischen Norm 1621-1, -2 und -3 geprüft sind. Beworben werden diese Protektoren als "CE-geprüfte Protektoren". Ihre Aufgabe: Beim Sturz die Aufprallenergie aufnehmen, auf eine größere Fläche verteilen und das Durchschlagen spitzer Gegenstände vermeiden. Ganz einfach: Je dicker ein Protektor ist und je größer die Fläche, die er abdeckt, desto höher die Sicherheit bei einem Unfall. Gut ausgerüstete Kombis müssen dabei keineswegs unbequem sein. Immer häufiger kommen Hightech-(PU-)Schaumstoffe zum Einsatz, die beim Tragen flexibel sind und sich erst beim Aufprall verhärten.
Vorsicht vor dünnen Rückenprotektoren in zweiteiligen Low-Cost-Kombis: Sie sind nicht selten aus billigem Schaumstoff gefertigt und decken wichtige Bereiche der unteren Wirbelsäule gar nicht ab. Hier hilft nur eines: Diese Pseudo-Schützer entfernen und einen separaten, hochwertigen Rückenprotektor unter der Kombi-Jacke tragen! Und wo sollte ein sicherer Motorradanzug Protektoren haben? Am besten an Schulter, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Gesäß, Knie, Schienbein und Fußknöchel.
Ein Motorradanzug sollte Protektoren haben - am allerbesten an Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüften, Knien, Schienbeinen und Knöcheln. Wer einen Fahreranzug ohne solche Schutzpolster besitzt, der kann meist nachrüsten. Weil Sie nicht an der Sicherheit sparen sollten, sind Protektoren nach der europäischen CE-Norm 1621 empfehlenswert. Das garantiert, dass die Aufprallenergie auf eine größere Fläche verteilt wird und spitze Gegenstände nicht eindringen. Aber auch der beste Protektor nützt wenig, wenn er im Fall eines Sturzes verrutscht. Deshalb sollten Sie Nachrüstprotektoren wählen, die sicher an Ort und Stelle bleiben. Die beste Lösung: Protektoren, die in Unterziehkleidung eingearbeitet sind. Rückenprotektoren, die vornehmlich beim Rutschen über den Asphalt schützen, sollten unbedingt auch die untere Wirbelsäule abdecken.
Tipps zur Anprobe
Absolutes Muss: kompetente Beratung und kein Zeitdruck! Ein guter Verkäufer muss erkennen, was der Kunde wirklich benötigt, welcher Fahrertyp er ist, welche Schutzkleidung für ihn sinnvoll ist. Unbedingt mehrere Anzüge - und das stets auch auf dem Motorrad - anprobieren. Dabei kontrollieren: Drücken Falten in den Kniekehlen oder im Beckenbereich? Dann ein prüfender Blick auf Reißverschlüsse und Nähte: Sind sie stabil? Grundsätzlich gilt: Viele Nähte, viele Schwachstellen! Bei Textilanzügen lohnt ein Blick auf herausnehmbare Protektoren: Tragen sie das CE-Zeichen? Weiter wichtig: Sitzt die Textilkombi noch gut, wenn das Innenfutter entfernt ist? Und passt unter das Leder-Outfit noch wärmende Funktionskleidung?
Der Helm: Lebensretter Nummer Eins
Hast du deine Schutzausrüstung und die passende Schutzklasse für deinen Fahrstil gefunden? Dann kann dir ja eigentlich nichts mehr im Wege stehen, um dich endlich auf die Straße zu wagen. Doch bevor du das machst, solltest du dir den wichtigsten Teil deiner Schutzausrüstung besorgen: den Helm. Dieser schützt deinen Kopf - und er hat schließlich oberste Priorität.
Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro droht, wenn während der Fahrt kein oder kein geeigneter Schutzhelm getragen wird. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden. Außerdem ist in vielen europäischen Reiseländern diese Norm ohnehin zwingend und wer ohne einen so gekennzeichneten Helm fährt, dem drohen hohe Bußgelder oder sogar Einziehung seines Motorrades! Man sollte also darauf achten, dass der Helm in jedem Fall einen entsprechenden Aufnäher im Helmfutter oder auf dem Kinnband hat.
Für Helme gibt es prinzipiell drei Arten der Normung, die Prüfung nach ECE, DOT oder SNELL. In Deutschland wird in der Regel ein Integralhelm mit Sicherheitszertifikat, geprüft nach ECE-Zertifizierung, gefordert. Motorrad Schutzkleidung mit CE-Zertifizierung ist ebenso wichtig wie ein gut geprüfter Helm. Am Kinnriemen des Helms befindet sich ein Label mit dem Prüfsiegel des Helms. Integralhelme sind nach der europäischen Norm ECE22-06 (teilweise auch noch ECE22-05) geprüft. Diese Norm stellt jedoch nur Mindestanforderungen an das Material und die Eigenschaften eines Helms.
Unabhängig davon gilt: Eine helle, kontrastreiche Farbgebung des Motorradhelms macht ihn auffälliger. Motorradhelme sollen sicherheitshalber rechtzeitig erneuert werden, denn Helme altern. Damit nimmt dann auch die Schutzwirkung der Helme ab. Eigentlich sollte es jedoch im Interesse eines jeden Motorradfahrers - oder Beifahrers - liegen, nur mit einem funktionstüchtigen Helm auf Tour zu gehen. Das belegen Statistiken sehr nachdrücklich: Bei rund 40% der Motorradunfälle droht dem Fahrer ein Schädel-Hirn-Trauma. Nach einem überstandenen Sturz oder Unfall sollte man sich ohnehin sicherheitshalber nach einem neuen Helm umschauen.
Weitere wichtige Aspekte der Schutzkleidung
- Motorradkleidung ist auch für den Sozius obligatorisch
- Unterwäsche: Die richtige Unterbekleidung sorgt beim Motorradfahren nicht nur für einen Temperaturausgleich bei wechselnden Witterungsbedingungen. Neben den atmungsaktiven Eigenschaften dient sie bei einem Unfall auch dazu, die Haut zu schützen.
- Sturmhaube: Wer unter dem Helm eine Sturmhaube trägt, schützt sich nicht nur vor dem kühlen Wind: Eine Sturmhaube ist auch leichter vom Schweiß zu reinigen als das Helmpolster.
- Nierengurt: Hauptaufgabe eines Nierengurts ist es, den Nierenbereich vor Unterkühlung durch Fahrtwind zu schützen.
- Nässeschutz: Weil nicht alle Touren in Südkalifornien stattfinden, wo es angeblich nie regnet, ist Nässeschutz für Motorradler notwendig.
- Strümpfe: Spezielle Strümpfe für Motorradfahrer sind dort gepolstert, wo Belastungen bei Fahrmanövern entstehen.
Unfall ohne Schutzkleidung
Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen. Dabei spielt unter anderem eine Rolle, ob der Unfall innerorts oder außerorts passierte und um welche Art von Fahrzeug es sich handelte.
Nach einem Motorradunfall ergeben sich für den Geschädigten immer wieder Probleme bei der Frage, in welchem Umfang ein beschädigter Sturzhelm oder beschädigte Kleidung zu ersetzen ist. Fest steht, dass der Motorradfahrer nach einem unverschuldeten Unfall Anspruch auf Schadensersatz hat. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Zustand hergestellt werden muss, der vor dem Unfall bestand. Da eine Reparatur des Helmes oder der Kleidung praktisch nicht möglich ist, ist der Motorradfahrer darauf beschränkt, einen Ersatz zu beschaffen.
Aus diesem Grund geht es sehr oft um die Frage, ob der Motorradfahrer sich bei der Berechnung des Schadensersatzanspruchs einen so genannten Abzug "neu für alt" entgegenhalten lassen muss. Das Oberlandesgericht Celle (Az.: 14 U 293/01) entschied, dass ein Abzug vorzunehmen ist. Dabei ging das Gericht davon aus, dass die übliche Nutzungsdauer der Schutzbekleidung und des Helmes 8 Jahre betrage und je nach Alter ein prozentualer Abschlag vorzunehmen sei.
Mit einem Urteil entschied das Oberlandesgericht München (Az.: 10 U 2581/13), dass ein solcher Abzug nicht zulässig ist, "da ein kontinuierlicher Wertverlust durch Altern einerseits und eine Vermögensmehrung des Geschädigten bei Neuanschaffung andererseits nicht eintritt, da die Schutzkleidung eines Motorradfahrers (einschließlich des Kradhelms) ausschließlich der Sicherheit dient".
Motorradkleidung in der Fahrschule
Früher musste der Bewerber bei Prüfungen der Klassen A, A1, A2 und AM geeignete Motorradschutzkleidung, bestehend aus einem passenden Motorradhelm, Motorradhandschuhen, einer eng anliegenden Motorradjacke, einem Rückenprotektor (falls nicht in Motorradjacke integriert), einer Motorradhose und Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz tragen. Diese Pflicht gibt es nicht mehr. Allerdings sind hierzulande inzwischen auch andere Prüfzeichen zulässig.
Die ECE-Norm gilt dagegen für die gesamte EU. Der Vorteil neuerer Helme besteht häufig in einem geringeren Gewicht. Es ist ratsam, die infrage kommenden Helme im Geschäft jeweils wenigstens 10 Minuten lang auf dem Kopf zu behalten.
Schutzstandards: AAA, AA, A, B und C
Seit einigen Jahren wird Motorradbekleidung nach fünf Schutzstandards zertifiziert. Diese Standards geben Käufern einen schnellen Überblick darüber, was die Kleidung leisten kann. Die fünf Klassen werden durch die Buchstaben AAA, AA, A, B und C dargestellt. C steht für reinen Aufprallschutz, B für reinen Abriebschutz und A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020.
Die verpflichtenden Standards erleichtern es, das individuell passende Schutzlevel auszuwählen, von der kurzen Fahrt zur Eisdiele über die flotte Landstraßenrunde bis hin zum Rennwochenende. Händler und Hersteller dürfen in ihrem Angebot nur noch nach EN 17092 zertifizierte Schutzkleidung als Motorradbekleidung anbieten. Bisher war eine CE-Kennzeichnung ausreichend, um Ware in Umlauf bringen zu dürfen.
Zusammenfassung der Schutzklassen
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Schutzklassen zusammenfasst:
| Schutzklasse | Schutzwirkung | Geeignet für |
|---|---|---|
| AAA | Höchster Schutz, besonders abriebfest | Lange Strecken, hohe Geschwindigkeiten |
| AA | Guter Abriebschutz, Protektoren an gefährdeten Stellen | Landstraßen, Autobahnen |
| A | Mindeststandard, kombinierter Abrieb-/Aufprallschutz | Freizeitfahrten |
| B | Leichter Abriebschutz, kein Aufprallschutz | Stadtfahrten |
| C | Nur Protektoren | Zusätzlicher Schutz |
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