Seit einiger Zeit hat sich bei Motorradtouren ein Gruppensystem etabliert, das besonders bei großen Gruppen mit unterschiedlichen Fahrstilen sehr nützlich ist. Dieses System, bekannt als der belgische Kreisel, bietet eine strukturierte und sichere Möglichkeit, gemeinsam zu fahren.
Die Grundprinzipien des belgischen Kreisels
Im belgischen Kreisel gibt es zwei feste Positionen:
- Der Tourguide: Fährt vorneweg und gibt die Strecke vor.
- Der letzte Mann (oder die letzte Frau): Fährt generell und immer am Schluss der Gruppe.
Sobald von der Hauptstraße abgebogen wird, bleibt derjenige, der direkt hinter dem Tourguide fährt, an der Abbiegung stehen und zeigt dem Rest der Gruppe eindeutig, wohin gefahren wird. Wichtig dabei ist, dass man an einer Stelle stehenbleibt, wo man einerseits für die Folgenden gut sichtbar ist, diese aber nicht behindert.
Sobald der letzte Mann auftaucht, fährt der Streckenposten wieder los und reiht sich direkt vor dem letzten Mann wieder ein. An Verkehrskreiseln fährt der Streckenposten (also der Fahrer hinter dem Tourguide) durch den Kreisel und bleibt hinter der Ausfahrt stehen, aus der der Tourguide ausfährt.
Vorteile des belgischen Kreisels
Der belgische Kreisel kommt allen Ansprüchen entgegen, da jeder seinen Fahrstil fahren kann. Sehr oft möchte der eine bei einer Tour eher die Landschaft geniessen, der andere eher etwas mehr Fahrdynamik erleben und der Dritte macht beides gleichzeitig.
Damit das bei unterschiedlichen Fahrern funktioniert, ist in der Gruppe das Überholen generell erlaubt, wobei dabei natürlich auf die Sicherheit der Mitfahrer geachtet werden muss. Harakiri Überholmanöver müssen nicht unbedingt sein!
Jeder kann und soll sein Tempo fahren, niemand muss sich überfordert fühlen und niemand wird eingebremst (außer durch den Tourguide). Natürlich bedeutet das, dass die Gruppe sich oft etwas auseinanderzieht und ein Streckenposten an einer Abbiegung auch mal einen Moment warten muss.
Zusammenfassung der Vorteile:
- Flexibilität: Jeder Fahrer kann seinen eigenen Fahrstil beibehalten.
- Sicherheit: Überholen ist erlaubt, aber unter Berücksichtigung der Sicherheit.
- Kein Zwang: Niemand muss sich überfordert fühlen oder wird unnötig eingebremst.
- Verhindert Verluste: Kein Teilnehmer geht verloren, da an jeder Abzweigung ein "Hilfsguide" steht.
Erfahrungen und Anekdoten
Bisher war noch jeder, der zum ersten Mal mit uns und dem belgischen Kreisel unterwegs war, von diesem System begeistert. Ich habe es schon oft erlebt, dass in Gruppen einfach zu wenig Abstand eingehalten wird ... jeder will dranbleiben um die Abzweigung nicht zu verpassen ... und wie schnell ist dann was passiert. Nach den von Martin beschriebenen Regeln kann die Gruppe ruhig abreissen und jede/jeder seinen persönlichen Fahrstil fahren ... an jeder Abzweigung steht ein "Hilfsguide" und alle kommen an ...
Wenn ich mit einer Gruppe unterwegs bin sind es meist nur 5-6 Mopeds und da passt einfach jeder etwas auf seinen Hintermann auf. Ist sehr einfach und funzt schon seit Jahren.
Allerdings, wenn Du nur mit 5-6 Mopeds unterwegs bist und alle den gleichen Stil fahren ist es auch kein Thema, ist abr nur ein langsamerer dabei oder einer,der größere Abstände hält oder die Gruppe ist größer dann haste schon schlechtere Karten und im Kurvengeläuf dann auch keinen Überblick mehr ohne, dass Du Dich dabei selbst in Gefahr begibst!!!
Letzten Herbst erst, hat sich ein befreundter GS-Fahrer (kein Neuling) durch die Spiegelguckerei nach seinem Hintermann vertan - gestürzt - mehrer Rippen gebrochen, 3/4 Jahr Ausfall.
Bei meinem System, dass im übrigen nicht von mir ist, sondern nur von mir praktiziert wird, sieht man ja auch nicht auf der normalen Strecke nach dem Hintermann, obwohl man das was hinter einem ist auch immer Blick haben sollte, sondern an jeder Abbiegung achtet man darauf das der Hintermann nach kommt, so kann jeder fahren wie er will und das funzt schon seit fast 30 Jahre ohne Unfall.
Im übrigen bin ich nicht der Einzige der das so hält. ... das von Martin beschriebene Prinzip finde ich für größere Gruppen voll ok ... da geht niemand mehr verloren ... und kompliziert ist es wirklich nicht ... was in kleinen Gruppen (ca. 5 Motorräder) noch einwandfrei funktioniert haut in größeren Gruppen mit unterschiedlich ambitionierten Fahrerinnen und Fahrern nicht mehr hin.
Wenn ich früher mit meinen Freunden unterwegs war (wir hatten alle den gleichen Fahrstil)hatten wir sowas nicht gebraucht. Also ich bin auch noch nicht nach dem belgischen System mitgefahren.Es wurde mir bis jetzt nur positives berichtet und wenn ich die Beschreibungvon Martin durchlese macht es absolut Sinn bei größeren Gruppenbzw. wenn versch.
Ich kann nur an unsere letzte Ausfahrt erinnern (Herbst, Richtung Idar-Oberstein, Hunsrück) , ca. 20 Motorräder (schnellere Gruppe) und wir waren mit dem System schnell und zuverlässig unterwegs.
Variationen und alternative Bezeichnungen
Bei uns wurde das immer "der pälzer kreisel" genannt, da sogar ein pfälzer mit diesem einfachen system zurecht kommt. funktioniert wirklich simpel, ist aber erst ab 10-12 bikes praktikabel. ansonsten stehst du einfach zu oft.
Auch bei den Ausfahrten vom Rocksterforum praktizieren wir diese Methode, die dort "Fliegender Marschall" genannt wird.
Wichtige Hinweise
Was man bei diesem System natürlich nicht machen darf, ist den Schlussmann während der Tour einfach auszutauschen ohne den anderen Kollegen Bescheid zu geben. Sonst stehst du plötzlich mitten in Frankreich und weisst nicht mehr wohin und drehst deine Runden im Kreisel. Aber sonst funktioniert das System ganz gut.
Ab und an muss man aber schon zwei Mal schauen, wo sich der Kollege zum Anzeigen der Ausfahrt positioniert hat. Leider stellt sich der eine oder andere etwas zu weit in die Straße rein, so dass man ihn erst spät erkennt, wenn man z.B.
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