Seit Ende August 2019 ist die Garmin Fenix 6 auf dem Markt und besticht mit tollen Funktionen, die mich bewogen haben, meine Fenix 3 durch die Fenix 6s Pro zu ersetzen und zu testen. Ich habe die Uhr seit November 2019 mehrmals die Woche beim Biken, Wandern, Laufen oder Skifahren im Einsatz.
Fenix 6 Modellvergleich
Garmin hat die Produktpalette der Fenix mit dem letzten Release deutlich erweitert. Den Kunden stehen damit zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Preise (UVP) reichen dabei von 599,99 € für das “Einsteigermodell”, bis zum High End Modell mit Solar-Glas zum Nutzen von Sonnenenergie für stattliche 949,99 €. Mittlerweile sind die “Straßenpreise” aber deutlich niedriger.
Grundsätzlich gibt es die Fenix 6 in zwei Varianten: die “normale” und die Pro. Die Pro-Varianten beinhalten zusätzliche Features wie Karten, WLAN und das Speichern von Musik.
Bei der Größe gibt es drei Modellvarianten:
- Fenix 6s (klein)
- Fenix 6 (mittel)
- Fenix 6x (groß)
Wie sich das in Größe und Gewicht bemerkbar macht, zeigt dir folgende Tabelle:
| 42 mm | 47 mm | 51 mm | |
|---|---|---|---|
| Physische Größe | 42 x 42 x 13,80 mm | 47 x 47 x 14,70 mm | 51 x 51 x 14,90 mm |
| Anzeigegröße | 30,40 mm (1,20 Zoll) Durchmesser | 33,02 mm (1,30 Zoll) Durchmesser | 35,56 mm (1,40 Zoll) Durchmesser |
| Anzeigeauflösung | 240 x 240 Pixel | 260 x 260 Pixel | 280 x 280 Pixel |
| Gewicht | 61 g | 83 g | 93 g |
Da für mein schmales Handgelenk bereits die Fenix 3 zu Groß war, habe ich mich für das kleinste Modell mit einem Gehäusedurchmesser von 42 mm entschieden. Wie die Tabelle zeigt, müssen dabei aber Abstriche bei der Displaygröße gemacht werden. Im Vergleich zur Fenix 3 ist das Display der 6s aber exakt gleich.
Technische Daten: Fenix 6s Pro
- Größe: 42 x 42 x 13,80 mm
- Displaydurchmesser: 30,40 mm
- Auflösung des Displays: 240 x 240 px
- Gewicht: 61 g (mit Armband)
- Wasserdichtigkeit: 10 ATM
- Farbdisplay: Ja
- Speicher: 32 Gb
- Speicher erweiterbar: Nein
- Touchdisplay: Nein
Features und Funktionen
Es folgt eine Übersicht, der wichtigsten Features der Fenix 6s Pro. Falls du dich schon mit den Funktionen der Uhr befasst hast, kannst du auch direkt zum Test springen. Seit 2015 Jahren bin ich zufriedener Besitzer einer Garmin Fenix 3, die mir in Kombination mit einem Brustgurt zur Pulsmessung treue Dienste leistete.
Vorwiegend kommt die Fenix bei folgenden Aktivitäten zum Einsatz:
- Mountainbiken
- Laufen
- Wandern
- Skifahren
Der Hauptgrund mir eine Fenix zuzulegen ist ihre Vielseitigkeit. Strecken und Leistungsdaten aufzeichnen können auch deutlich günstigere Smartwatches. Letztendlich zum kauf meiner ersten Fenix hat mich allerdings die Navigationsfunktion bewogen.
Um den Lenker montiert hat bereits die Fenix 3 einen ordentlichen Job als “Navigationsgerät” gemacht.
Ebenfalls nützlich empfinde ich die frei konfigurierbaren Datenfelder, so habe ich beim Mountainbiken immer den Überblick über:
- Distanz, Zeit und Geschwindigkeit
- Puls
- Gefahrene Höhenmeter
- Verbrauchte Kalorien
- Höhenprofil
- Distanz bis zum Ziel
- Gefahrene Höhenmeter
Während Trittfrequenz und Wattzahlen für mich keine Rolle spielen, sind mir die Navigationsfunktionen deutlich wichtiger und hier spielt die Fenix 6s Pro ihr Stärken aus. Die Fenix 6s Pro hat in Sachen Navigation gegenüber der Fenix 3 nochmal deutlich zugelegt. Dank der vorinstallierten Karten geht die Navigation deutlich einfacher und dank der ClimbPro Funktion wird das Höhenprofil in einzelne Anstiege zerlegt, was einen deutlich genaueren Einblick in die zu fahrenden Anstiege ermöglicht.
In Sachen Features hat Garmin in den letzten Jahren ganz schön rangeklotzt. Die Auswertungen werden immer detaillierter und der Funktionsumfang immer größer.
Ein kurzer Überblick:
- 🛰 GPS / GLONASS / Galileo
- 🔋 Akkulaufzeit
- ☞ Kartennavigation
- ↺ Routenvorschläge (RoundTrip-Routing)
- 🧭 Kompass / Höhenmesser / Barometer
- ♬ Musikstreaming
- € Garmin Pay
- ↗ PacePro & ClimbPro
- 💗 Herzfrequenzmessung
- ♥ Pulsoxymetrie (Pulse Ox)
- ↔ Verbindungen
- ⌛ Body Battery Energielevel
- 🗣 Atemfrequenz
- 💨 VO2max
- 😓 Trainingseffekt
- 📢 Trainingsvorschläge
- 🚵 MTB Dynamics
Auf einige Funktionen gehe ich weiter unten im Artikel genauer ein.
🛰 GPS / GLONASS / Galileo
Zur Navigation und Aufzeichnung stehen bei der Fenix 6 drei Systeme GPS, GLONASS. Und Galileo zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können.
🔋 Akkulaufzeit
Die Batterielaufzeit hat sich im Vergleich zur Fenix 3 von 20 auf 25 Stunden bei der Nutzung von GPS verbessert. Aber auch bei der Fenix 3 bin ich mit der Akkulaufzeit immer sehr zufrieden gewesen. Ein Energiesparmodus soll bei der Fenix 6 für noch längere Akkulaufzeiten sorgen. Dabei werden nur Zeit, Datum und Akkustand angezeigt. In Kombination mit GPS nennt Garmin das “Expeditionsmodus”.
Akkulaufzeit:
- Smartwatch: 9 Tage
- mit GPS: 25 h
- mit GPS + Musik: 6 h
- GPS Expeditionsmodus: 20 Tage
- im Batteriesparmodus: 34 Tage
- Power Manager: Ja
☞ Kartennavigation
Garmin liefert bei der Fenix 6s pro vorinstalliertes topologisches Kartenmaterial für ganz Europa mit. Zusätzlich gibt es über 40.000 Golfplätze und 2.000 Karten für Skigebiete in der ganzen Welt.
↺ Routenvorschläge (RoundTrip-Routing)
Anhand der Distanz, die du Laufen oder Biken möchtest macht dir die Fenix 6 Routenvorschläge. Mit dieser Funktion bin ich allerdings noch nicht richtig warm geworden, da die Berechnung der Routen sehr lange dauert und nicht immer die schönsten Strecken vorgeschlagen werden.
🧭 Kompass / Höhenmesser / Barometer
Zur Orientierung verfügt die Fenix 6s pro über einen Kompass, einen Höhenmesser und ein Barometer.
♬ Musikstreaming
Bis zu 2.000 Titel können auf der Smartwatch gespeichert werden. Diese werden entweder per USB-Kabel (und Garmin Express) oder über einen Streaming-Dienst wie Amazon, Deezer oder Spotify übertragen. Ich nutze regelmäßig Spotify auf der Fenix und bin damit sehr zufrieden. Die Playlist werden automatisch, wenn die Uhr auflädt (oder manuell) aktualisiert.
€ Garmin Pay
Mit Garmin Pay bietet Garmin die Möglichkeit mit der Fenix 6 per NFC kontaktlos zu bezahlen. Um Garmin Pay zu nutzen, benötigst du aber einer digitale Mastercard, die du bei VIMpay kostenlos bekommst. Ich habe Garmin Pay noch nicht genutzt.
↗ PacePro & ClimbPro
ClimbPro zeigt dir automatisch den verbleibenden Ansteig und die aktuelle Steigung an. PacePro hilft dir dabei, die richtige Geschwindigeit beim Laufen zu halten.
💗 Herzfrequenzmessung
Die Fenix 6s pro verwendet einen optischen Herzfrequenzsensor der dritten Generation zur Herzfrequenzmessung.
♥ Pulsoxymetrie (Pulse Ox)
Nicht nur die Herzfrequenz, sondern auch die Sauerstoffsättigung (SpO2%) des Bluts wird bei der Fenix 6s pro am Handgelenk gemessen. Dadurch sollst du erkennen können, wie gut dein Körper (z. B. in der Höhe) Sauerstoff aufnimmt.
↔ Verbindungen
Die Fenix 6s pro lässt sich über Bluetooth, ANT+ und WLAN mit anderen Geräten (z. B. Trittfrequenzmessern am Mountainbike) verbinden.
⌛ Body Battery Energielevel
Anhand von Puls und Sauerstoffsättigung im Blut ermittelt die Fenix 6 deine “Body Battery”, die dir helfen soll den richtigen Zeitpunkt für dein nächstes Training zu finden.
🗣 Atemfrequenz
Dabei wird Atemhäufigkeit pro Minute gemessen. Der Wert wird einerseits kontinuierlich aufgezeichnet, kann aber auch als Datenfeld in einer Aktivität angezeigie maximale Sauerstt werden, um zu sehen, ob es Auffälligkeiten in der Atmung beim Training gibt.
💨 VO2max
Die Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) gab es bereits bei den Vorgängermodellen. Sie gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit bei Ausdauersportlern. Um die VO2max beim Radfahren/Mountainbiken zu ermitteln ist jedoch ein Powermeter nötig.
😓 Trainingseffekt
Die Fenix ermittelt anhand der zurückgelegten Distanz, dem Puls und der Geschwindigkeit sowohl den aeroben als auch den anaeroben Trainingseffekt und gibt Hinweise zur Regenerationszeit.
📢 Trainingsvorschläge
Um ausgewogen zu trainieren bietet Garmin personalisierte Trainingsvorschläge. Sie basieren auf Metriken wie Leistungszustand, Belastung in den letzten Tagen, dem VO2max Wert und weiteren. Das Ziel dieser Vorschläge ist es, deine Leistung kontinuierlich zu verbssern. Mir gefällt das gut, weil ich so Trainingsanweisungen bekomme, ohne einen bestimmten Trainingsplan verfolgen zu müssen. Die Trainingsvorschläge stehen aber nur für die Sportarten Laufen udn Radfahren zur Verfügung (beim Radfaren wird ein Leistungsmesser benötigt).
🚵 MTB Dynamics
Die MTB Dynamics verraten dir, wie flüssig du einen Trail gefahren bist und wie schwierig er war.
Personalisierung
Nahezu alle Smartwatches von Garmin lassen sich je nach Geschmack personalisieren.
QUICKFIT Armbänder
So lassen sich die Armbänder über einen QUICKFIT genannten Mechanismus schnell und einfach tauschen. Auf eBay oder Amazon findest du eine große Anzahl an Armbändern für jeden Geschmack.
Widgets
Widgets dienen der Visualisierung von Daten oder der Steuerung der Musik. Sie ermöglichen dir schnellen Zugriff auf Daten wie:
- Wetter
- Puls
- Höhe
- Kompass
- Deine letzte Aktivität
- uvm
Es gibt zahlreiche vorinstallierte Widgets, die du nach Belieben ein- oder ausblenden kannst. Im Garmin Connect IQ Store findest du zusätzliche Widgets von Garmin selbst oder von Drittanbietern.
Apps
Durch zusätzliche Apps kannst du den Funktionsumfang deiner Fenix deutlich erweitern. So lassen sich beispielweise Timer oder Dienstleister wie Komoot mit deiner Fenix verbinden.
Watch Faces / Ziffernblätter
Das Watch Face ist sozusagen der Home-Bildschirm deiner Garmin Uhr. Auch er lässt sich je nach Geschmack individualisieren. Doch nicht nur die Optik, sondern auch welche Daten auf deinem Watch Face angezeigt werden sollen, lässt sich nach Belieben Einstellen.
Datenfelder
Jede Aktivität, die mit der Fenix aufgezeichnet werden kann verfügt über Datenfelder, die unterschiedliche Leistungsdaten wie Geschwindigkeit, Puls oder Strecke anzeigen. Für jede Aktivität kannst du selbst eintscheiden, welche Datenfelder angezeigt werden sollen. Während der Aktivität kannst du durch die Datenfelder navigieren und hast so immer alle Daten im Blick. Im Connect IQ Store findest du unzählige zusätzliche Datenfelder, mit denen du die Daten nach deinen Wünschen visualisieren kannst.
Das Einrichten von Apps, Watch Faces oder Datenfeldern erfolgt entweder via Smartphone und der Garmin Connect App oder über den PC mit Garmin Express.
Fenix 6s Pro im Test
Mittlerweile war die Fenix 6s pro auf zahlreichen Mountainbike Runden, Läufen und Wanderungen dabei, Zeit für ein erstes Fazit.
Unboxing
Die Fenix 6s pro kommt in einem schicken grauen Karton. Er enthält lediglich die Uhr, ein USB-Ladekabel (ohne Netzstecker) und eine kurze Anleitung.
Erster Eindruck
Zunächst war ich von der geringen Größe der Uhr überrascht. Im Vergleich zur Fenix 3 wirkt die 6s pro fast schon wie eine Kinderuhr. Was mir aber bei einem Handgelenkumfang von mickrigen 16,5 cm sehr entgegenkommt. Der Größenunterschied macht sich auch im Gewicht (61 g vs. 82 g) bemerkbar.
Die meisten Einsparungen wurden dabei an der Lünette vorgenommen, die im Gegensatz zu den größeren Fenix Modellen deutlich weniger wuchtig ist. Optisch ist das sicher Geschmackssache, ich bin aber froh, dass es nun auch Fenix Modelle gibt, die nicht so sehr auftragen.
Kopplung mit dem Smartphone
Da die Fenix ja eine Smartwatch ist, will sie auch mit dem Smartphone gekoppelt werden, um mit der Garmin Connect App zu syncronisieren und Push-Benachrichtigungen anzeigen zu können. Die Kopplung mit meinem iPhone 8 stellte sich allerdings als schwierig heraus. Immer wieder kam die Meldung “Beim Auffinden des Geräts sind Probleme aufgetreten”. Nach dem dritten Reset der Uhr hat es dann endlich geklappt und die Uhr ist zuverlässig mit dem Smartphone verbunden.
Wlan Verbindung
Auch nicht ohne Hindernisse verlief die Verbindung mit dem WLAN. Das Einrichten ging zwar über die Garmin Connect App schnell, beim Versuch Musik auf die Uhr zu laden kam es aber Anfangs zu Problemen. So verweigerte die Uhr die Verbindung mit unserem Router und wollte nur über den Repeater mit dem WLAN kommunizieren. Das wurde aber offensichtlich mit einem Update in der Zwischenzeit behoben,j jedenfalls funktioniert das Wlan nun einwandfrei.
Das Display
Das Farbdisplay der 6s lässt sich sehr gut ablesen, auch für die Navigation (wenn die Uhr am Lenker ist). Da das Display von Haus aus entspiegelt ist, ist auch direkte Sonneneinstrahlung kein Problem. Es handelt sich dabei um kein Touchdisplay. Zum Glück. Die Bedinung mit haptischen Tasten während einer Sporteinheit ist deutlich einfacher als bei einem Touchdisplay.
Das Menü
Aufgrund des Funktionsumfangs der Uhr gleicht das Menü einem Dschungel. Ich habe bei der Fenix 3 lange gebraucht, bis ich mit der Menüführung zurechtgekommen bin. Durch den erweiterten Funktionsumfang muss ich auch bei der 6er einiges neu Lernen.
Einige Dinge haben sich jedoch verbessert. Ein langes Drücken auf die “Licht”-Taste führt in ein Favoriten-Menü, in dem schnell auf wichtige Funktionen zugegriffen werden können. Die Widgets zeigen deutlich mehr Informationen an, ohne dass sie geöffnet werden müssen.
GPS-Genauigkeit
Eine der wichtigsten Funktionen einer Sportuhr ist die Genauigkeit der aufgezeichneten Daten. Wie schon bei meiner Fenix 3 lasse ich auch bei der Fenix 6 GPS und GLONASS parallel laufen. Bei einer Fahrt habe ich beide Uhren dabei gehabt, um einen Vergleich zu bekommen. Dabei war die Fenix 3 am Lenker montiert und die Fenix 6 am Handgelenk.
| Fenix 3 | Fenix 6s Pro | |
|---|---|---|
| Distanz | 26.38 km | 26.25 km |
| Höhenmeter | 186 m | 199 m |
| Ø HF | 119 bpm | 124 bpm |
| Max. HF | 160 bpm | 161 bpm |
| Maximale Geschwindigkeit | 31.1 km/h | 32.0 km/h |
| Kalorien | 931 | 963 |
Obwohl zwischen beiden Modellen einige Jahre liegen, sind sich die Daten recht ähnlich. Das zeigt, dass beide Fenix Modelle auf recht hohem Niveau arbeiten und keine allzu großen Verbesserungen zu erwarten sind.
Bei einer kurzen Tunnelfahrt (ca. 100 Meter) verlieren beide Uhren das Signal, die Fenix 6 findet das Signal allerdings recht schnell wieder. Die Fenix 3 ist zunächst orientierungslos und zeichnet mehr Daten auf.
Auch beim Laufen ist mir aufgefallen, dass die Fenix 6s pro das Satellitensignal recht schnell verliert, beispielsweise unter Brücken. Bis das Signal wieder gefunden ist, kommt es zu Ungenauigkeiten in der Aufzeichnung.
Im folgenden Kartenausschnitt liegt der linke Weg auf einem Trail im Wald, während der rechte Weg ein breiter Forstweg ist.
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