Die besten Motorradfahrer aller Zeiten: Eine Liste der Legenden

Der Motorradrennsport blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits im Jahr 1949 traten die Fahrer erstmals zu einer Weltmeisterschaft für Straßenmotorräder an. Die Königsklasse des Motorradsports markiert die MotoGP, die erst im Jahr 2002 die bisherige Königklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft ablöste.

Doch wer sind die erfolgreichsten MotoGP-Fahrer aller Zeiten? Hier ist eine Liste einiger der größten Namen, die die Geschichte des Motorradrennsports geprägt haben.

Giacomo Agostini

Mit 15 Weltmeistertiteln und 122 Grand-Prix-Siegen ist Giacomo Agostini der erfolgreichste Motorradrennfahrer aller Zeiten. Im Laufe seiner aktiven Karriere zwischen 1963 und 1977 gewann Agostini ganze 122 Rennen und kürte sich (klassenübergreifend) 15 Mal zum Weltmeister. Allein acht Titel entfallen auf die MotoGP- bzw. 500ccm-Klasse wird angeführt vom Italiener Giacomo Agostini.

Noch im selben Jahr konnte der Italiener seinen ersten Sieg beim Grand Prix von Finnland feiern, der Rest ist Geschichte. Unglaubliche 22 Jahre lang war Rossi in der Königsklasse aktiv und krönte sich am Ende der Saison sieben Mal zum Weltmeister. Agostini gewann 68 Mal und Marquez steht bereits bei 64 Siegen.

Agostini beschreibt Marquez aus mentaler Sicht "wie einen Teufel". Fakt ist, dass Agostini, Rossi und Marquez die Geschichte des Motorradrennsports geprägt haben.

"Rossi war ein Ausnahmekönner und ein geborener Entertainer", sagt Agostini über seinen Landsmann. "Marquez imitiert ihn manchmal, aber ich glaube, seine Obsession gilt dem Wunsch, alle anderen hinter sich zu lassen."

"Das sind zwei Fahrer, die Geschichte geschrieben haben - sehr verschieden im Charakter und auf dem Motorrad. Aber jeder Fahrer ist einzigartig, angefangen beim Fahrstil. Für mich zählt am Ende nur die Strecke. Die Ergebnisse. Marc ist ein Ausnahmetalent."

"Und ich verstehe nicht, warum ihm so viel Hass entgegenschlägt", findet Agostini. "Die Kritik, die Kontroversen - hat er sich mit Rossi gestritten? Aber das sind persönliche Angelegenheiten, die sollten nichts auf der Rennstrecke zu suchen haben."

Valentino Rossi

Valentino Rossi hat neun Weltmeistertitel und insgesamt 115 Rennen gewonnen. Niemand startete häufiger als Rossi, der zwischen dem Jahr 2000 und 2021 aktiv war. 374 Starts kann der Italiener in der Königsklasse vorweisen und rangiert damit unangefochten auf dem Spitzenplatz.

Die Quote kann sich aber auch sehen lassen: 199 seiner Rennen beendete er auf dem Siegertreppchen, 89 davon sogar ganz oben als Sieger. Mittlerweile hat sich Rossi aus dem aktiven Sport zurückgezogen und fungiert als Chef seines eigenen Rennstalls und versuchte sich in seiner Karriere auch als Testfahrer für Ferrari in der Formel 1 und trat mehrmals in der WRC an, sollte dann aber doch in der MotoGP bleiben.

Marc Marquez

Marc Marquez steht bei acht Weltmeistertiteln und hat 90 Siege. In dieser Statistik könnte der Spanier bald die Nummer zwei sein. Seit 2013 ist Márquez in der MotoGP aktiv und startete seither zu 199 Rennen.

Ganze 68 davon konnte der bislang gewinnen, landete 119 Mal auf dem Podium und krönte sich unglaubliche sechs Mal zum Fahrerweltmeister (2013, 2014, 2016, 2017, 2018 und 2019). Mentalitätswechsel bei Marc Marquez Aber die Verletzungen und die schwierigen Jahre haben den Spanier auch geprägt.

Er tritt jetzt anders auf und kontrolliert die Rennen bewusster. Diesen Mentalitätswechsel erkennt auch Agostini, vor allem im Vergleich zum jungen Marquez von vor zehn, zwölf Jahren. "Als er in die MotoGP kam, war Marquez 21 Jahre alt - mit dem jugendlichen Leichtsinn, dem es egal ist, zu stürzen. Das hat über viele Jahre hinweg gut funktioniert, ohne Probleme. Aber Jesus hat immer ein Auge auf dich."

Setzt Marquez seine Erfolgsserie fort, sind die Weltmeistertitel in diesem und im nächsten Jahr möglich. Dann wäre er Ende 2026 zehnmaliger Weltmeister und hätte vermutlich mehr als 100 Grands Prix gewonnen. Dann wäre nur noch Agostini in der ewigen Bestenliste vor ihm.

"In diesem Jahr will er seinen neunten WM-Titel gewinnen und damit Rossi einholen." "Wenn ihm das gelingt, wird das nächste Ziel der zehnte Titel sein - an etwas anderes wird er nicht denken", ist Agostini überzeugt und kennt dieses Gefühl aus seiner eigenen Karriere.

"In seiner Lage würden wir alle dasselbe tun. Gewinnen ist etwas Wunderschönes." "Nur: Irgendwann dreht sich Jesus weg - ein einziger Moment genügt. Das lernt man mit der Zeit, mit dem Älterwerden."

Weitere bemerkenswerte Fahrer

Neben den bereits genannten Fahrern gibt es noch viele weitere, die im Motorradrennsport herausragende Leistungen erbracht haben. Hier eine kleine Auswahl:

  • Mick Doohan (Australien) - 54 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Jorge Lorenzo (Spanien) - 47 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Casey Stoner (Australien) - 38 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Mike Hailwood (Großbritannien) - 37 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Eddie Lawson (USA) - 31 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Dani Pedrosa (Spanien) - 31 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse
  • Francesco Bagnaia (Italien) - 29 Siege in der 500er/MotoGP-Klasse

Die erfolgreichsten Hersteller

Auch die Hersteller spielen eine wichtige Rolle im Motorradrennsport. Honda ist der erfolgreichste Hersteller, dessen Fahrer sich bis zum Ende der Saison 2022 ganze 25 Mal zum Weltmeister kürten. Auf Platz 2 folgt MV Augusta aus Italien mit 16 Titeln, auf Platz 3 Yamaha mit 14.

46-Mal fuhr der MotoGP-Weltmeister ein Bike aus Japan, damit liegt das Land des Lächelns unangefochten an der Spitze.

Tabellenübersicht

Die folgende Tabelle zeigt die Top 10 der Fahrer mit den meisten Siegen in allen Klassen:

Platz Fahrer Land Siege
1 Giacomo Agostini Italien 122
2 Valentino Rossi Italien 115
3 Ángel Nieto Spanien 90
3 Marc Marquez Spanien 90
5 Mike Hailwood Großbritannien 76
6 Jorge Lorenzo Spanien 68
7 Mick Doohan Australien 54
7 Dani Pedrosa Spanien 54
9 Phil Read Großbritannien 52
10 Jim Redman Rhodesien 45
10 Casey Stoner Australien 45

(Stand: nach dem Grand Prix von Argentinien 2025)

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