Seit mehr als 100 Jahren begeistern sich Menschen für den Radrennsport. Die faszinierende Technik, große Bilder und Emotionen tragen ihren Teil dazu bei. Die Tour de France ist das Spiegelbild des Radsports mit all seinen Extremen. Auf rund 4.500 Kilometern verlangt sie den Fahrern und neuerdings auch Fahrerinnen alles ab.
Dieser unvergleichliche Spitzensport hat bereits einige Berühmtheiten hervorgebracht. Diese lebenden Legenden werden von unzähligen Menschen bewundert und gelten in ihrer Heimat als Nationalhelden. Denn ihre Leistungen sind unerreicht und zeigen die Möglichkeiten der menschlichen Leistungsfähigkeit in aller Deutlichkeit auf. Im Folgenden werden einige der größten Radrennfahrer aller Zeiten vorgestellt:
1. Eddy Merckx
Edouard Louis Joseph Baron Merckx, kurz Eddy, wird am Mittwoch 70 Jahre alt. Der belgische Radsportler gilt weltweit als der beste und erfolgreichste Radfahrer des Jahrhunderts. Sein Siegeshunger und seine unvergleichliche Dominanz in so gut wie jedem Rennen brachten ihm den Spitznamen der Kannibale ein. Die Ära Merckx von 1968 bis 1975 war geprägt von zahlreichen Siegen. Fünfmal gewann der Alleskönner aus Flämisch-Brabant die Tour de France, fünfmal den Giro d’Italia und einmal die Vuelta. Insbesondere seine Leistung bei der Tour de France 1969 ist bis heute unvergleichlich und unerreicht.
Denn der Sieg allein genügte dem jungen Belgier nicht. Er traf mit 18 Minuten Vorsprung im Ziel ein und sicherte sich neben dem gelben und dem Sprintertrikot auch die Bergwertung, die Kombinationswertung und den Preis für den kämpferischsten Fahrer. Eine Leistung, die angesichts der heutigen Maßstäbe im Radsport gänzlich unvorstellbar ist. Das Erfolgsrezept des Kannibalen, sich selbst mehr zu quälen als alle anderen, verhalf ihm zu Siegen, die nach wie vor unerreicht sind. Daher ist der Alleskönner bis heute ein Nationalheld in seiner Heimat und gilt weltweit als der größte Radfahrer aller Zeiten.
Neben Eddy Merckx gibt es nur drei Fahrer - Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain - die die schwerste Rundfahrt der Welt fünfmal gewannen. Ob die Tour de France, die Vuelta a España oder der Giro d’Italia - Eddy Merckx gewann mehrfach bei allen drei großen Etappenrennen. Auch bei den fünf Monumenten des Radsports trug er Siege davon. 525 Siege fuhr Merckx zwischen 1966 und 1978 auf der Straße ein - bis heute hat ihm das keiner nachgemacht! Dazu kommen 98 Siege auf der Bahn und zwei Siege bei Querfeldein-Rennen.
Das Thema Doping streifte auch Eddy Merckx´ Karriere: 1969 wurde der Belgier wegen Dopings vom Giro d‘Italia ausgeschlossen - die genauen Umstände sind bis heute unklar. Auch 1973 und 1977 wurde Merckx bei der Lombardei-Rundfahrt und dem Flèche Wallonne positiv getestet.
Wussten Sie’s? Ja, richtig gelesen: Eddy Merckx ist ein „Baron“ - 1996 wurde der berühmte Landessohn vom belgischen König in den Adelsstand erhoben.
2. Jacques Anquetil
Der Franzose Jacques Anquetil (1934-1987) war einer ihrer größten Helden. Als erster Radsportler überhaupt fuhr Anquetil fünf Siege bei der Tour de France ein. 1957 triumphierte der große Blonde mit den blauen Augen gleich bei seiner ersten Teilnahme. Mehr noch: Anquetil siegte auch beim Giro d’Italia (1960 und 1964) sowie bei der Vuelta (1963). Basis dieser Erfolge waren seine Qualitäten als Zeitfahrer.
Bedeutende Siege: 5x Tour de France (1957 und 1961-1964), 2x Giro d’Italia (1960, 1964), 1x die Vuelta a España (1963).
Wussten Sie’s? 1956 gelang ihm ein weiterer Sieg über Coppi: Anquetil übertraf dessen 14 Jahre zuvor aufgestellten Stundenweltrekord (Zur Erklärung: In einem Zeitfahren versucht ein Fahrer, innerhalb einer Stunde eine möglichst lange Strecke auf einer Radrennbahn zurückzulegen). Zu seiner ersten Tour de France trat der junge Normanne ohne wesentliche Bergerfahrung an. Doch die erste Alpen-Etappe meisterte der Neuling mit Bravour. Mehrmals sicherte er sich das gelbe Trikot; ab der 10.
3. Bernard Hinault
Stark und mit eisernem Willen gesegnet - die Radsportlegende Bernard Hinault erhielt nicht umsonst den Spitznamen „der Dachs“. In den 12 Jahren, die seine Radsport-Karriere dauerte, konnte der Franzose über 200 Siege verzeichnen. Neben den drei großen Etappenrennen brillierte er auch in Straßenrennen wie Lüttich-Bastogne-Lüttich und Paris-Roubaix - und das, obwohl er das Kopfsteinpflaster hasste.
Insgesamt fünfmal gewann er die Tour, dreimal den Giro d’Italia und zweimal die Spanien-Rundfahrt. Trotz seiner Abneigung gegen Kopfsteinpflaster erkämpfte sich der Bretone getrieben von einem unerbittlichen Ehrgeiz auch den Sieg beim Paris-Roubaix im Jahr 1981. Besonders spannend der Zweikampf des Champions mit einem damals noch jungen Talent bei der Tour de France 1986. Da der Dachs im Jahr zuvor den Sieg nur dank seines Teamkollegen Grad LeMond erringen konnte, versprach er diesem als Dank im Folgejahr, dass er ihm den Titel überlassen würde. Doch Hinault bewies direkt in der ersten Rennetappe, dass er sein Versprechen nicht allzu ernst nahm. Unerwartet brach der Franzose aus und erarbeitete sich einen Vorsprung. Dieser Angriff führte zu einem erbitterten Zweikampf der beiden Größen, aus welchem LeMond als Sieger hervorging.
Wussten Sie’s? Paris-Roubaix, April 1981: Alles scheint sich gegen den „Dachs“ verschworen zu haben. Es regnet, das Kopfsteinpflaster ist matschig, rutschig und fordert zahlreiche Stürze. Hinault stürzt selbst mehrmals, aber auch eines der Begleitmotorräder bleibt einmal mitten auf dem Weg liegen. Der „Dachs“ schultert kurzerhand sein Fahrrad und trägt es über einen Acker, dann geht die wilde Jagd weiter. Doch als würde das nicht reichen, rennt ihm dreizehn Kilometer vor dem Ziel ein Hund vors Fahrrad und lässt ihn erneut stürzen. Es sieht nicht danach aus, als könnte der Favorit und amtierende Straßen-Weltmeister Bernard Hinault das Rennen Paris-Roubaix noch gewinnen. Trotz seines Sieges war Hinault kein großer Fan des Straßenrennens Paris-Roubaix, das den Beinamen „Hölle des Nordens“ trägt - im Gegenteil.
4. Miguel Indurain
Der Baske Miguel Indurain war zwar nicht der erste Radrennfahrer mit fünf Tour-de-France-Siegen, aber der erste, der diese fünf Siege in Folge erzielte. Zu Beginn seiner Radsportkarriere hätten ihm das nicht viele zugetraut - Indurain wurde in den 1980er Jahren vor allem als Mannschaftshelfer in seinem Team eingesetzt und verhalf seinem Kapitän Pedro Delgado 1988 zum Sieg bei der Frankreichrundfahrt.
Wussten Sie’s? Ähnlich wie Jaques Anquetil war der Baske Indurain stark im Kampf gegen die Uhr. Im Einzelzeitfahren gewann er sowohl eine Weltmeisterschaft als auch Gold bei Olympia. Dem erfolgreichen Radsportler wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. So wurde Indurain 1992 mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet. Der Baske war bekannt für seine defensive Fahrweise sowie seine große Ruhe und Leidensfähigkeit. 1996 beendete Miguel Indurain seine Karriere: Der sechste Sieg bei der Tour de France blieb ihm verwehrt und die Vuelta a España musste er abbrechen.
5. Alberto Contador
Ein weiterer spanischer Radsportheld schafft es auf Platz fünf der besten Radrennfahrer aller Zeiten: Alberto Contador, gebürtig aus Pinto bei Madrid, schaffte es als fünfter Fahrer bei allen drei Grand Tours zu siegen. Er gewann sogar jede davon mehrmals, so dass er in die Fußstapfen des großen Franzosen Bernard Hinault trat.
Wussten Sie’s? Mit Doping wurde Contador zum ersten Mal 2006 in Verbindung gebracht: Mit vier seiner Teamkollegen und zahlreichen weiteren Fahrern wurde er von der Tour de France 2006 ausgeschlossen, da er mutmaßlich in den Dopingskandal Fuentes verwickelt war. 2010 wurde durch den Internationalen Sportgerichtshof eine Dopingsperre Alberto Contador verhängt, dann vorübergehend aufgehoben und Anfang 2012 erneut verhängt, rückwirkend auf zwei Jahre. Nach der Spanienrundfahrt 2017 beendete Alberto Contador seine Radsportlaufbahn. Neben Rang 5 in der Gesamtwertung gewann er die Wertung als „Kämpferischster Fahrer“ - ein würdiger Abschluss seiner Karriere. Im April 2020 versteigerte der Ex-Radprofi sein Rennrad, mit dem er 2011 unter anderem den Giro d'Italia für sich entschieden hatte.
6. Sean Kelly
Er liebte die härtesten Rennen und bewies sich als erfolggekrönter Klassikerjäger: Auf Platz sechs der erfolgreichsten Radrennfahrer der Welt steht der Ire Sean Kelly.
Wussten Sie’s? Entdeckt wurde Kelly in den Siebzigern von Jean De Gribaldy, nachdem er sich als Amateur bei mehreren Rennen bewiesen hatte. Zäh und willensstark: King Kelly schreckten auch harte Rennen nicht ab, im Gegenteil.
7. Fausto Coppi
Der Italiener, den seine Landsleute stolz „il Campionissimo“ nannten, war einer der beliebtesten und erfolgreichsten Rennradfahrer aller Zeiten.
Wussten Sie’s? Neben den Grand Tours brillierte Coppi viermal als italienischer Meister; 1953 wurde er Straßenweltmeister. Früher Tod: 1960, im Alter von nur 40 Jahren, verstarb Fausto Coppi an Malaria. Weitere Ehrungen der italienischen Radsportlegende: Der Asteroid 214820 wurde 2017 „Faustocoppi“ getauft.
UCI Weltrangliste 2024: Top 10
Die Radsportwelt sah 2024 den bisher besten Tadej Pogacar der Geschichte. Satte 11.655 Punkte sammelte der 26 Jahre alte Slowene in dieser Saison. Seit (Wieder-)Einführung der UCI Weltrangliste im Jahr 2015 schaffte kein anderer Fahrer einen auch noch annähernd ähnlichen Wert. Selbst seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr (7695,86 Punkte) pulverisierte Pogacar und packte fast 4000 Zähler obendrauf - nochmal rund ein Drittel mehr.
Er war der Dominator der Saison und so ist es auch kein Wunder, dass Tadej Pogacar die Saison 2024 einmal mehr an der Spitze der UCI Weltrangliste abschließt. Der Gewinn des Giro d’Italia, der Tour de France, der Weltmeistertitel, dazu die Monumente Lüttich-Bastogne-Lüttich und Lombardei-Rundfahrt. Insgesamt siegte der Profi des Teams UAE Emirates 25 Mal in der abgelaufenen Saison, 24 Erfolge davon erzielte er auf World-Tour-Niveau.
Wohin die Reise bei Pogacar noch gehen kann, ist offen. Kürzlich verlängerte er seinen Vertrag bei UAE Emirates bis 2030, davor hatte er die Chancen für ein Grand-Tour-Triple ausgelotet und eine entsprechende Leistung als “möglich” bewertet. 2024 war es jedenfalls nahezu unmöglich, ihn zu besiegen. Das zeigt auch der Abstand in der Weltrangliste zu Pogacars verfolgern.
Die Top 10 der UCI Weltrangliste 2024:
| Rang | Fahrer (Team/Land) | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Tadej Pogacar (UAE Team Emirates/Slowenien) | 11.655 |
| 2 | Remco Evenepoel (Soudal - Quick Step/Belgien) | 6072,57 |
| 3 | Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck/Belgien) | 4790 |
| 4 | Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale/Australien) | 4096 |
| 5 | Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck/Niederlande) | 4053 |
| 6 | Marc Hirschi (UAE Team Emirates/Schweiz) | 3568 |
| 7 | Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike/Dänemark) | 3536 |
| 8 | Primoz Roglic (Red Bull Bora-Hansgrohe/Slowenien) | 3471 |
| 9 | Biniam Girmay (Intermarche-Wanty/Eritrea) | 3352 |
| 10 | Wout Van Aert (Visma | Lease a Bike/Belgien) | 2925 |
Neben dem Gesamtranking führt die UCI auch gesonderte Weltranglisten für Eintages- und Etappenrennen. Beide werden wenig überraschend ebenfalls von Pogacar angeführt. In den Top 10 der Eintagesrennen haben sich Maxim van Gils (Lotto-Dstny), Toms Skujins (Lidl-Trek), Michael Matthews (Team Jayco-AlUla) und Pedersen platziert, die nicht vorne im Gesamtranking auftauchen. Politt ist hier als bester Deutscher Zwölfter. Das Ranking für die Etappenrennen sieht Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers), Enric Mas (Movistar Team), Yates, Richard Carapaz (EF Education EasyPost) und Mikel Landa (Soudal - Quick Step) weit vorne, die nicht zur Top 10 der Gesamtwertung gehören. Hier ist Florian Lipowitz (Red Bull Bora-Hansgrohe) als bester Deutscher auf Platz 27 zu finden.
Zudem führt die UCI kontinentale Rankings. Die Punkte dafür entsprechen dabei denen aus der Weltrangliste. Damit hat Pogacar die UCI Europe Tour gewonnen, O’Connor das Ozeanien-Ranking und Girmay die Africa Tour. Matteo Jorgenson (Visma | Lease a Bike) schrammte als Sieger der America Tour als 13. mit 2702,14 Punkten nur knapp an den Top 10 im World-Ranking vorbei. Asien-Champion Alexey Lutsenko (Astana Qazqastan Team) ist dort mit 549,43 Zählern erst auf Rang 187 geführt.
Die Punktevergabe der UCI ist extrem komplex. Über allen anderen Rennen steht dabei die Tour de France. Der Gesamtsieger erhält 1300 Punkte, für den Zweiten gibt es noch 1040, für den Dritten 880. Insgesamt werden die Top 60 der Gesamtwertung belohnt, 15 Punkte gibt es dabei mindestens. Etappensiege bringen 210 Zähler, der 15. der Tageswertung bekommt noch fünf. Der Gewinner der Bergtrikots oder der Punktewertung wird gleichermaßen belohnt wie ein Etappensieger. Doch schon bei Giro d’Italia und Vuelta Espana sieht es anders aus. Während die Gesamtsieger mit 1100 Punkten belohnt werden, bekommen die Etappensieger 180.800 Punkte gibt es für einen Sieg bei einem der fünf Monumente. Und, obwohl allesamt World-Tour-Rennen, bekommt der Sieger der Santos Tour Down Under beispielsweise mehr Punkte als der Gewinner der Baskenland-Rundfahrt. Auch der Sieg bei den Cyclassics wirft mehr ab als der bei Eschborn-Frankfurt. Zwischen 500 und 300 Zähler bringen die Siege bei den einzelnen Rennen der World Tour. Alle Rennen der Pro Series hingegen sind wieder einheitlich bewertet und bringen 125. Auch die .1- und .2-Events werden einheitlich belohnt.
Punkte gibt es ebenfalls für das Tragen des Leadertrikots in allen Etappenrennen und für den Sieg bei nationalen Meisterschaften. Radsportler stellen bei jedem Wettkampf ihr Leistungsvermögen auf faszinierende Art und Weise zur Schau. Sie gehen an die Grenzen des Menschenmöglichen, fahren vorbei an tiefen Schluchten und bewegen sich immer ganz nah an einem totalen Zusammenbruch.
In der Vergangenheit wurde die Leistung auch mit nicht legalen Mitteln gefördert. Das ist grundsätzlich abzulehnen. Der Sportler von damals mussten sich gegen Mitbewerber durchsetzen, von denen sehr viele ebenfalls gedopt waren. Auch wenn also nicht alle dieser Helden stets eine reine Weste hatten, so können sie doch auf Leistungen zurückblicken, die kein anderer in dieser Form je erbracht hat.
Sollte zwei Fahrer exakt zeitgleich sein, entscheiden zunächst die Zehntelsekunden aus dem Zeitfahren bzw. die Addition der Etappenplatzierungen (ausgenommen ist in diesem Fall das Mannschaftzeitfahren). Den Rekord für das häufigste Tragen des Gelben Trikots hält Eddy Merckx. Die belgische Radsportlegende streifte sich das prestigereiche Hemd insgesamt 96 Mal über. Der beste Sprinter der Tour erhält das Grüne Trikot. Bei Zielankünften und Zwischensprints sammeln die Fahrer je nach erbrachter Leistung Punkte. Der beste Kletterer der Tour wird mit dem rot gepunkteten weißen Trikot belohnt. Die Gipfel teilen sich dabei in fünf Kategorien auf, eingeordnet nach dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad. Bei Punktegleichheit entscheidet als erstes Kriterium die Anzahl der Siege an HC-Bergwertungen, anschließend wird die Zahl der Siege an Bergwertungen der 1. bis zur 4. Der beste Nachwuchsfahrer der Tour de France bekommt das Weiße Trikot verliehen. In dieser Wertung werden alle U25-Fahrer berücksichtigt. Im Jahr 2019 das also diejenigen Fahrer, die nach dem 1. Januar 1994 geboren sind. In der Mannschaftswertung werden die Zeiten der drei stärksten Fahrer jedes Teams auf jeder Etappe addiert. Sollte ein Fahrer gleich mehrere Wertungen für sich entscheiden, hat das Gelbe Trikot immer Priorität.
Beim Einzelzeitfahren auf der Tour de France rasen die Profis ohne Windschatten möglichst schnell von A nach B. 2021 gewann Wout van Aert das Zeitfahren von Libourne nach Saint-Émilion (30,8 Kilometer).
Nice to know: Beliebter als Jacques Anquetil war unter den Franzosen allerdings der „ewige Zweite“ Raymond Poulidor (1936-2019).
Das Leben und die Erfolge der in Kirgisistan geborenen Kristina Vogel sind surreal. 2008 wurde die Bahnradspezialistin in gleich drei Disziplinen Junioren-Weltmeisterin. Kein Jahr später beendete ein schrecklicher Trainingsunfall beinahe alle Träume, als sie mit Tempo 50 in einen Kleinbus prallte. 2012 wurde sie gemeinsam mit Miriam Welte in London Olympiasiegerin in der neuen Disziplin Teamsprint. 2016 folgte eine weitere olympische Goldmedaille: In Rio siegte sie im Sprint. Im März 2018 krönte sich Kristina Vogel schließlich zur größten Bahnradsportlerin der Welt. In Holland gewann die Erfurterin ihren elften WM-Titel - nur die Australierin Anna Meares darf auf die gleiche Erfolgsbilanz stolz sein. Dann kam der Tag, der alles veränderte: Am 26. Juni kollidierte Vogel beim Training in Cottbus mit einem anderen Fahrer. Seitdem ist die Ausnahmeathletin querschnittsgelähmt. Für ihren Sport begeistert sie sich aber nach wie vor.
Nice to know: Nach den Kommunalwahlen in Thüringen zog Kristina Vogel 2019 in den Stadtrat von Erfurt ein.
Als Jan Ullrich 1997 als bislang einziger Deutscher die Tour de France gewann, fieberte das ganze Land mit. Der damals 23-jährige Rostocker hatte Bjarne Riis, dem Kapitän des Team Telekom, im Jahr zuvor zum Gewinn der Tour verholfen - nun schlug auf der zehnten Etappe seine Stunde. Weder Riis noch die Konkurrenten Marco Pantani oder Richard Virenque konnten ihm folgen. Was Jan Ullrich in den Jahren 1999 und 2000 leistete, ist sensationell. Ein Sturz bei der Deutschland-Tour zwang ihn zur Absage der Tour de France. Doch zum Saisonende war er voll da: Er gewann die Vuelta, das 3.592-Kilometer-Rennen durch Spanien. Sein Blick ging aber schon Richtung Sydney: Am 27. September 2000 kürte er sich zum Olympiasieger im Straßenrennen, drei Tage später verpasste er Gold im Zeitfahren um acht Sekunden. Der Lohn: „Ulle“ stand auf Platz 1 der UCI-Radsport-Weltrangliste.
Neben den Rundfahrten durch Frankreich, Spanien und Italien existieren fünf sogenannte „Klassiker“. Gleich zwei dieser Eintagesrennen, die auch schon vor dem Ersten Weltkrieg stattfanden, konnte John Degenkolb aus Gera 2015 gewinnen. Im April setzte er sich im Sprint auf der Strecke Paris-Roubaix durch.
Doch zurück zur Tour de France: Neben dem gelben Trikot des Führenden in der Gesamtwertung wird nach jeder Etappe das grüne Trikot des Punktbesten vergeben. Eddy Merckx ist der Einzige, der alle drei mehrfach gewinnen konnte. Rekordsieger des grünen Trikots ist seit 2019 der Slowake Peter Sagan. Siebenmal konnte er es mitnehmen - sechsmal ging es an Erik Zabel.
Must-know: Peter Sagan ist nicht nur Rennradspezialist. Seine Karriere begann er früh auf Cyclocrossrädern und Mountainbikes.
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