Sportspiele kämpfen Jahr für Jahr mit dem Klischee der regelmäßigen Updates. Das ergeht der Formel 1 Serie von EA bzw. Codemasters genauso wie FIFA von EA, NBA 2K von 2K Games und eben auch der Motocross-Serie MXGP von Milestone sowie vielen weiteren Reihen. Doch wer genau hinschaut, der erkennt durchaus Veränderungen.
Milestone und die Motocross-Serien
Seit 2014 hat Milestone die Motocross-Serie MXGP mit im Programm. 2018 gesellte sich mit Monster Energy Supercross eine weitere Serie hinzu, welche sich thematisch mit Motocross in ausverkauften Stadien beschäftigt. Mit MotoGP und Ride hat der Publisher weitere hochkarätige Motorrad-Simulationen im Programm. Das nötige Know-how für den Motorsport auf zwei Rädern sollte daher definitiv vorhanden sein.
MXGP 2021: Ein genauerer Blick
Und da gerade Ride in der Vergangenheit überzeugen konnte, sollte MXGP 2021 doch im gleichen Licht stehen, oder? „Die Karriere soll noch realistischer und aufregender sein“, dies war unter anderem ein Versprechen, welches uns Milestone vorab gab. Ich habe die Karriere mehr oder weniger durchgespielt. Zunächst einmal wirkt die Präsentation okay. Jedoch nicht mehr und nicht weniger. Wir bekommen vor den Rennen ein paar Impressionen von und neben der Strecken, was noch recht angemessen ist. Doch damit punkteten bereits die Vorgänger. Deshalb hätte man den nächsten Schritt wagen können, um ein frischeres Erlebnis zu präsentieren, schließlich tragen wir hier die Weltmeisterschaft im Motocross aus. An dieser Stelle würde ich mir etwas mehr Atmosphäre wünschen. Kommentator, Lichtshow und eventuell auch die Einbindung des Fahrerlagers habe ich im Sinn. Rivalitäten zwischen Fahrern, Interviews geben, um im Ansehen bei anderen Teams zu steigen oder zu sinken, Mechaniker, die einen beim Erstellen eines Setups mit an die Hand nehmen, wären weitere mögliche Optionen gewesen.
Dennoch ist der Karriere-Modus alles andere als langweilig. Wir unterschreiben zunächst einen Vertrag bei einem der weniger großen Teams in der MX2. Durch gute Leistungen und einem möglichst schnellen Aufstieg im Fahrerlevel, bekommen wir nach und nach neue Vertragsangebote. Zwischendurch erhalten wir auf unserem fiktiven Smartphone die eine oder andere Nachricht von weiteren Fahrern, welche uns herausfordern. Mal treten wir gegen einen Kontrahenten an, ein anderes Mal messen wir uns im Zeitfahren. Das alles passiert aber „out of nowhere“ - ohne irgendwelche Zusammenhänge. Und hier kommen wir wieder zu meinen Vorschlägen, eine Rivalität unter Fahrern hinzuzufügen und das Fahrerlager sowie die Teams mehr mit einzubeziehen. Haben wir eine Saison erfolgreich beendet, erfolgt der verdiente Aufstieg in die MXGP.
Umfang und Abwechslung
Für Abwechslung sorgt ein alles in allem recht großer Umfang. Wir können einen einzelnen Grand Prix fahren oder auch im Zeitfahren versuchen, unsere Bestzeiten Stück für Stück zu unterbieten. Der eben von mir beschriebene Karriere-Modus ist genauso an Board wie der Playground. Diesen darf man sich im Prinzip als kleines offenes Gelände vorstellen, wo wir abgesteckte Strecken befahren können oder einfach frei durch die Wildnis hechten. Auch ein Streckeneditor ist in MXGP 2021 wieder mit dabei, um neue, eigene Strecken zu entwerfen. Der Kreativität sind zwar auch hier Grenzen gesetzt, austoben kann man sich aber allemal.
Gameplay und Technik
Beim Gameplay bin ich wirklich sehr zufrieden. Zumindest nehme ich einen Unterschied wahr, ob ich auf Schotter, Sand oder im Matsch unterwegs bin. Die Bikes fühlen sich auf dem jeweiligen Untergrund immer etwas anders an, was authentische Fahrten widerspiegelt. Wenn es regnet und der Schlamm tief ist, fühlt sich das Motorrad beispielsweise schwerfälliger an.
Was mir hingegen negativ aufgefallen ist, sind die Streckenbegrenzungen. Es ist nur normal, diese auch einmal nicht einzuhalten und kurz von der Strecke abzukommen. Zumeist habe ich nur bis zu 5 Sekunden Zeit, auf die Strecke zurückzukehren, ohne bestraft zu werden. Gelingt es mir nicht, werde ich an anderer Stelle sofort wieder zurückgesetzt, was mir einen gehörigen Nachteil verschafft.
Und wenn wir gerade schon die Technik ins Augenmerk nehmen, fallen noch weitere Schwächen wie aber auch Stärken auf. Ich habe in meiner Testphase die Xbox One Version genauer beäugt und muss sagen, dass die Motorräder und Fahrer wirklich gut und detailreich wirken. Auch der Schlamm sieht feucht und dreckig aus, sodass ich das Gefühl habe, wirklich schmutzige Finger zu bekommen, wenn ich den Bildschirm berühre. Was hingegen weniger scharf und dafür wirklich matschig wirkt, sind die Bodentexturen. Dies fällt zwar erst beim genauen Hinsehen auf, kennzeichnet aber für ein Spiel, welches Realismus suggerieren will, eine Schwäche. Im Fotomodus ist dies beispielsweise stark ausgeprägt, während der Rennen jedoch eher passiver Natur, da genügend Aktion auf der Strecke abläuft. Was man hingegen trotz aller Aktion mitbekommt, sind Bäume und Schatten, die sich vor uns aufbauen bzw.
Sounddesign
Beim Sound haben die Entwickler eine solide Arbeit abgeliefert. Das Highlight in MXGP 2021 sind die unterschiedlich und wirklich gut klingenden Motorräder. Ob Yamaha, KTM, Honda oder Suzuki, den Unterschied bekommt man optimal zu hören. Zuschauer hingegen wirken monoton und geben keinen besonderen Jubel oder andere Reaktionen von sich. Auch einen Kommentator vermisst man, was letztlich zu steril wirkt.
Monster Energy Supercross 25: Ein neuer Teil der Serie
Mit Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game fügen die Rennspielexperten von Milestone ihrem Portfolio an Zweirad-Videospielaction ein neues Kapitel hinzu. Dabei sind seit dem letzten Teil, damals noch mit der „6“ im Titel, immerhin schon zwei Jahre vergangen, stammt dieser doch aus dem Jahre 2023. Für Milestone ist es nun also an der Zeit, zurückzuschlagen.
Karrieremodus und Social Media
Genretypisch findet sich in Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game natürlich ein Karrieremodus. Ganz traditionell arbeiten wir uns im Kampf um Ruhm, Ehre und Erfolg dabei von unten nach oben, also vom hoffnungsvollen Nachwuchstalent bis an die Spitze der US-amerikanischen Königsklasse. Den Einstieg in die Karriere bilden zunächst drei Rennen der fiktiven Futures-Klasse, in der wir gegen andere Nachwuchsfahrer antreten. Ganz im Stile der ebenfalls aus dem Hause Milestone stammenden MotoGP-Serie ist die Komponente Social Media nun ein prominenter Faktor. Über gute Ergebnisse generieren wir Follower sowie Ansehen bei anderen Teams und Herstellern. Auf Posts von Rivalen können wir ebenfalls reagieren, wobei unsere Antwortmöglichkeiten auf eine nette, respektvolle Weise erfolgen können oder wir alternativ einen arroganten Sack porträtieren dürfen. Je nach Auswahl werden vereinzelte Fahrer dann zu wohlwollenden Kontrahenten oder erbitterten Feinden, die uns auf der Strecke keinen Zentimeter Platz mehr gönnen. Insgesamt ist die Social-Media-Kampagne ein nettes Gimmick, das allerdings auch getrost ignoriert werden kann.
Haben wir die Ziele der Futures-Saison erfüllt, so öffnet sich uns die nächste Klasse, in diesem Fall die 250er in den Regionen Ost oder West, sowie danach dann die 450er als Königsklasse. Ab den 250ern dürfen wir wahlweise für eines der offiziellen Teams antreten oder aber für einen namhaften Sponsor in die Lenkstange greifen, wodurch wir quasi unser eigenes Team managen. Je nach Wahl werden andere Saisonziele formuliert. Selbstredend geht die Performance unseres fahrbaren Untersatzes einher mit den Zielen.
Fahrzeugentwicklung und Fortschritt
Glücklicherweise bleibt unser Bike aber nicht dauerhaft auf dem gleichen Stand, was Fahrleistungen angeht. In den Rubriken Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling und Bremsen dürfen wir jederzeit eine Entwicklung starten, die innerhalb der nächsten Ingame-Wochen eine Verbesserung unseres Feuerstuhls bringt. Doch nicht nur unter der sprichwörtlichen Motorabdeckung dürfen wir Veränderungen herbeiführen. Jeder Hersteller, sei es Yamaha, Kawasaki, Honda oder KTM, hat einen eigenen Erfahrungspunktebalken. Treten wir für einen Konstrukteur an, so erhalten wir Punkte, die uns bei diesem Hersteller im Rang aufsteigen lassen. Somit lohnt es sich definitiv, hier ab und an mal den fahrbaren Untersatz zu wechseln. Besonders löblich: Diese Punkte lassen sich sowohl im Karrieremodus als auch in den zahlreichen anderen Einzelspielermodi jederzeit sammeln. Somit erhalten wir Fortschritt für alles, was wir in Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game unternehmen.
Mit Stufenaufstiegen schalten wir neues Zubehör frei, beispielsweise Auspuffanlagen, andere Räder, Bremssysteme oder Lenkstangen. Wie gesagt motiviert dieses System vom Start weg, da es recht schnell Belohnungen für den Spielfortschritt gibt. Auch vor unserem eigenen Charakter macht dieser Modus nicht halt, denn zusätzlich zu den Herstellern steigen wir selbst ebenfalls im Rang auf.
Editoren und Individualisierung
Aus dem typischen Milestone-Baukasten für Videospiele präsentieren sich die zahlreichen Editoren, die in Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game zu finden sind. Hier seien auf jeden Fall die Möglichkeiten genannt, Helme, Anzüge oder Motorraddesigns selbst zu entwerfen, abzuspeichern sowie mit der Community zu teilen. Hat man einen der letzten Milestone-Titel, beispielsweise Ride 5, bereits gespielt, so findet man sich in den Editoren sofort zurecht. Prinzipiell ist dies eine Art Markenidentität, gleichzeitig kommt aber irgendwie das Gefühl auf, dass die Spiele immer mehr schlicht aus Bausätzen zusammengesetzt werden. Ein etwas anderes Interface hätte diesen Effekt sicherlich negieren können. In jedem Spielmodus stehen wir immerhin dann vor der Wahl, ob wir mit den vorgefertigten Presets der offiziellen Teams antreten oder auf unsere eigenen Designs zurückgreifen wollen.
Streckeneditor und Rhythm-Attack-Events
Neben den offiziellen Pisten der 2025er Saison haben es auch ein paar richtig gelungene Milestone-Eigenkreationen ins Spiel geschafft, diesmal in Form von sechs Motocross-Pisten, die uns abseits der eigentlich spielbestimmenden Arenen durch die Wildnis führen. Diese Kurse punkten dabei mit tollen Streckenführungen und richtig schönem Design. Der Editor präsentiert sich dabei als recht eingängig. Zunächst einmal müssen wir einen Startbereich festlegen, von dem aus das Feld die wilde Hatz beginnt. Nach Setzung des Punktes für die Holeshot-Wertung steigen wir dann komplett ein. Wir können verschiedene Kurvenradien festlegen, Brücken integrieren und natürlich jede Menge Hubbel und Sprünge einbauen. Der Kreativität sind dabei nur insofern Grenzen gesetzt, dass wir uns stets auf eines von vier Arena-Szenarien beschränken müssen.
Gerade das Zusammenführen unserer Strecke mit dem Startbereich erweist sich im Test jedoch als etwas fummelig. Oft ist nicht so ganz klar, warum wir die letzte Gerade nicht so setzen dürfen, wie wir möchten. Ein wenig Ausprobieren und ein oder zwei Winkelveränderungen bringen dann aber meist das erhoffte Ergebnis. Ebenfalls individualisieren lassen sich die Begrenzungen sowie Start- und Zielbereich. Haben wir die Piste finalisiert, so müssen wir noch eine Demorunde drehen, damit gewährleistet ist, dass die KI-Kollegen problemlos den angestrebten Weg finden. Und damit wäre unser Projekt schon abgeschlossen. Der Streckeneditor ist angenehm eingängig und erlaubt sowohl sehr simple als auch extrem komplexe Verläufe. Etwas schade ist jedoch, dass wir außerhalb der Streckenführung sowie des Designs der Begrenzungen keine optischen Veränderungen vornehmen können.
Für zusätzliche Abwechslung, sei es im Karrieremodus als auch im traditionellen Einzelspielerbereich, sorgen wieder die Rhythm-Attack-Events. Milestone hat dabei vier eigene Streckenabschnitte designt, die uns unter anderem sogar durch das Kennedy-Space-Center führen und somit optisch einiges zu bieten haben. Die Grundprämisse ist dabei recht einfach erklärt. Einen besonderen Kniff erhält dieser Spielmodus aber durch die zahlreichen Erdhügel auf unserem Weg zum Ziel, die für verschiedene Sprünge sorgen. Wie auf den regulären Rennstrecken gilt hier, möglichst wenig Airtime zu haben, da man in der Luft ja schlecht beschleunigen kann. Somit kann es bei der Rhythm-Attack manchmal sogar von Vorteil sein, vor einem Sprung vom Gas zu gehen, denn wenn man ungünstig in einer Steigung des nächsten Streckenabschnitts landet, dann ist der ganze schöne Schwung dahin.
Grafik und Präsentation
Mit Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game vollzieht Milestone einen Engine-Wechsel auf die fünfte Unreal-Version. Dementsprechend sieht das Spiel natürlich eine ganze Ecke besser aus als es das dritte Spiel vor ein paar Jahren auf unserer damals bereits betagten PS4. An der grundsätzlichen Präsentation der Stadionaction hat sich jedoch wenig geändert. Wieder einmal stimmen uns kurze Kamerafahrten voller Feuerwerk auf das bevorstehende Rennen ein, während unser Fahrer fröhlich in die Menge winkt. Und dies, obwohl man nun zwei Jahre Entwicklungszeit seit dem letzten Ableger hatte. An der Stelle hat Milestone definitiv eine Chance vertan, der Serie frischen Wind einzuhauchen.
Auf der Piste wiederum hat sich dann allerdings doch etwas getan. So sehen die Motorräder nun nochmal deutlich schicker aus. Ebenso kann sich die Fahrbahn sehen lassen und glänzt im Rennverlauf sogar mit einem sich leicht veränderten Untergrund, je nachdem, welche Fahrspuren von den KI-Rivalen gewählt wurden.
KI und Realismus
Apropos KI-Rivalen: Milestone wirbt mit einer Neuerung, nämlich der Neuralen AI, die sich noch mehr auf euer Verhalten auf der Piste einstellen soll. Die Computergegner fahren nach wie vor nicht stur hintereinander her, sondern wählen in jeder Runde andere Linien und kämpfen untereinander um Positionen. Speziell der Holeshot, also die gemeinsame Anfahrt im Pulk auf die erste Kurve sorgt in jedem Rennen für einen ordentlichen Adrenalinschub.
Weniger schön ist jedoch, dass die Verschmutzungsoptionen im Rennverlauf sehr rudimentär daherkommen. Da wir immer auf staubigen oder schlammigen Pisten unterwegs sind, ist es eigentlich logisch, dass unser zu Rennbeginn porentief reiner Pilot nebst Gefährt zum Ende des Rennens hin ein richtiger Schmutzfink ist. Hier lässt das Spiel aber eine ganze Menge Atmosphäre liegen, da es selbst nach einem Regenrennen letzten Endes kaum Dreck an unserer Maschine gibt. Und auch unser Fahrer ist noch einigermaßen vorzeigbar.
Und wenn wir schon einmal am meckern sind: Zum Release hat Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game dann doch so ein paar kleine Fehlerchen, die zwar nicht extrem ins Gewicht fallen, in Summe aber einfach vermeidbar gewesen wären. Während kleinere Wortfehler (Stichwort: Anzung) noch verschmerzbar sind, ändert das Spiel unseren aktuell favorisierten Fahrer nebst Bike bei gefühlt jedem Menüwechsel.
Umfang und Modi
Auf der Umfangseite wiederum kann der Titel in diesem Jahr aber absolut überzeugen. Neben der Karriere können wir natürlich selbst zusammengestellte Meisterschaften oder Einzelrennen bestreiten.
Manchmal tut eine zweijährige Pause der ein oder anderen, jährlich erscheinenden Rennspielserie sicherlich gut. Dies gilt in Teilen auch für Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game. Der Wechsel auf die neuste Unreal-Engine bringt Verbesserungen bei der Grafik, während das restliche Spielgefühl wie schon in den vorherigen Teilen definitiv überzeugen kann. Dank diverser Editoren gibt es einiges an Individualisierungsoptionen. Zudem sei hier der sehr gute Streckeneditor genannt, der zwar letztlich recht rudimentär ausfällt, aber seinen Zweck dennoch mehr als erfüllt. Und auch der Rhythm-Attack-Modus sorgt gerade im Karrieremodus für schöne Auflockerung sowie überraschend spannende Duelle bis zum Zielstrich.
MXGP 2020: Matsch und Staub in Next-Generation
Milestone ist als Herausgeber und Entwickler für seine Motorcross-Spiele bereits bekannt und sorgt mit MXGP 2020 für ein neues, dreckiges Rennspektakel. Dreckig geht es in dieser Rennsportart wortwörtlich zu, denn auf den Rennstrecken bleibt kein Stein auf dem anderen. MXGP 2020 bietet eine große Auswahl an lizensierten Motorcross-Bikes und Teams, bei denen die Spieler:innen vor dem Start einer Karriere sich für einen Vertrag entschieden müssen. Der Test bezieht sich auf die Next-Gen-Version des Spiels, genauer gesagt um die PlayStation 5 Version, welche etwas später erschien. Die Ursprungsversion hatte bereits im Dezember 2020 ihren Start. Besitzer der Vorgängerversion erhalten hier ein kostenloses Next-Gen-Upgrade. Ein löblicher Schachzug für eifrige Vorbesitzer und Fans der Serie.
Spielmodi in MXGP 2020
MXGP 2020 enthält neben der wichtigen Karriere mehrere Spielmodi, wie Schnellmodi, Playground, einen Streckeneditor und ein spannender Mehrspielermodus. Die Auswahl an Spielvarianten fällt in diesem Ableger der MXGP-Serie somit besonders großzügig aus.
Karrieremodus
Hier muss zu Beginn ein Rookie erstellt werden, also einen noch relativ unerfahrenen Motorcross-Fahrer. Neben personellen Daten wie Name und Herkunft kann der waghalsige Fahrer auch optische Anpassungen erhalten. Hautfarbe, Motorhelm und sogar die Rennnummer kann frei gewählt werden. Viele Anpassungen können auch nachträglich verändert werden. Anschließend geht es zur Auswahl der anfangs erhältlichen Bikes für die kommenden Rennen. Bekannte Firmen wie KTM, Yamaha und Husqvarna sind in der üppigen Liste vertreten. Im Test habe ich mich für KTM 250 SX-F entschieden, die auch im Anschluss die eine oder andere optische Anpassung erhalten hat. Nach der Unterzeichnung, bei einen der verfügbaren Rennteams, kann es direkt losgehen. Insgesamt gehen glatte 20 Rennfahrer an den Start. Für Einsteiger und auch um ein Gefühl für das Handling zu bekommen gibt es vor dem ersten großen Rennen ein Zeitrennen. Von nun an gilt es sich in der Rennsaison 2020 an die Spitze zu drängeln und Karrieremeister zu werden.
Schnelle Spielmodi
Unter den "Schnellen Spielmodi" befinden sich die drei Unterteilungen: Zeitrennen, Grand Prix und Meisterschaft. Vor allem der Grand Prix und die Meisterschaft bieten eine spannende Rennunterhaltung. Zeitrennen sind hingegen eher als eine praktische Übungseinheit zu sehen, in denen der Fahrstil im Alleingang verbessert werden kann.
Playground und Multiplayer
Der Playground bietet die Möglichkeit sich frei in einer offenen Welt auszutoben. Egal ob die Spieler:innen brav die Straßen und Waldwege abfahren oder sich wild im Offroad austoben, hier ist so gut wie alles erlaubt. Ein Hindernis stellen dabei meist zu grobe Felsbrocken oder Felsvorsprünge dar, da es hier leider zu oft zu einer ungewollten Kollision kommt. So ganz Offroad wie bei manchen "Red Bull" Events ist das Gameplay dann doch wieder nicht. Neben der freien Erkundung kann auch der Waypoint-Modus an bestimmen Punkten gestartet werden. Fahrt eine beliebige Strecke ab, hinterlässt bis zu 100 Strecken-Checkpoints und vollendet die selbstkreierte Rennstrecke mit einem Ziel. Schnappt euch einen Freund und erkundet die Wildnis ganz einfach zusammen. Der Multiplayer ist diesmal nicht nur eine Weltrangliste, in MXGP 2020 werden Online-Rennen live und direkt mit bis zu 12 Spielern ausgetragen. Das lässt das Herz eines Motorcross-Fans schnell höherschlagen!
Streckeneditor
Der Streckeneditor bietet die Wahl zwischen 4 verschiedenen Umgebungen. Egal ob auf dem Flachland oder durch Hügellandschaften, in diesem Editor geben die Spieler:innen die Strecke vor. Die abgespeicherten Kreationen können problemlos online geteilt werden. Zudem lassen sich erstellte Rennstrecken von anderen Spielern herunterladen. Dadurch gibt es schier unendlich viele Rennstrecken und das Erstellen einer solchen Strecke geht überraschend einfach von der Hand. Schon in kürzester Zeit lassen sich eigene Ideen rasch umsetzen.
Gameplay und Steuerung
Wie von den meisten befürchtet ist diese Rennsportart nicht gerade die einfachste und das ist auch virtuell der Fall. Wobei schon nach ein paar Runden das richtige Timen von Schlüsselpunkten gefunden sein wird. Die ersten Kurven werden keine leichten sein und oft fährt man über das Ziel hinaus, doch Übung macht den Meister und nach einer halben Stunde hat man den Dreh raus. Der Frustfaktor hält sich in MXGP also in Grenzen, zumal es auch eine Rewind-Funktion per R1-Taste gibt. Mit diesem Feature können Fahrfehler mit dem Zurücksetzen der Zeit ausgebessert werden. Das erspart so Manchen den kompletten Neustart eines Rennevents. Diese fallen stellenweise ziemlich lange aus. Das Handling der Cross-Bikes fällt überraschend feinfühlig aus, nur ab und zu kommt, trotz korrekter Fahrweise, zu einem Zusammenstoß eines Gegenstandes, obwohl weit und breit nichts zu sehen war. Diese Spielfehler sind zwar ärgerlich, können aber ebenfalls mit der Rewind-Funktion ausgebessert werden.
Next-Gen-Features
Die Next-Gen-Version hat noch mehr zu bieten. Zu den spezifischen Tech-Features der PlayStation 5 und Xbox Series X gehören:
- saubere 4k Auflösung
- stabile Framerates (höhere fps)
- Dual Sense Support
- extrem schnelle Ladezeiten
- höhere Spieleranzahl im Multiplayer
Vor allem die Trigger-Funktion gibt dem Spiel ein richtiges Rennfeeling. Bei Gas- und Bremsvorgängen geben die L2- und R2-Tasten einen deutlich spürbaren Widerstand. Beim Überdrehen des Motors rattert die R2-Taste und der Bodenkontakt wird mit speziellen Vibrationen gekonnt simuliert. Der Unterschied zur "normalen" Version ist optisch deutlich zu erkennen und vom Feeling her zu 100% spürbar. Das Upgrade lohnt sich in jedem Fall!
Grafik und Sound
Die Grafik wird durch mehr Details im Streckenverlauf und einer besseren Weitsicht gegenüber der "normalen" Version stark verbessert. Neben den enorm kurzen Ladezeiten bereitet vor allem der matschige Untergrund ein breites Grinsen im Gesicht. Nie hat ein Motorcross-Spiel so gut ausgesehen. Eingefahrene Furchen, spiegelnde Pfützen und ins Gesicht spritzender Dreck sehen enorm gut aus. Die vollgefüllten Kulissen runden das schöne Grafikpanorama ab. Auch die Bikes und Fahrer selbst kommen detailreichrüber. Stellenweise kommt es allerdings zu kleineren Grafikbugs, die kaum eine Rede wert sind. Dafür ist die 4k HDR Abstimmung nicht so gut gelungen. Der Kontrast zwischen den enorm hellen und dunklen Bereichen fällt einfach zu stark aus, was das Gesamtbild etwas künstlich wirken lässt. Eine kleine Abhilfe verschafft das ändern der HDR-Einstellung von 2000 auf 1000 Nits (Einheit für Leuchtdichte). Dadurch fällt der Kontrast etwas natürlicher aus. Auch ein paar kleine Änderungen im TV-Menü können Abhilfe schaffen.
Der Motorensound ist leider nicht so ganz das Gelbe vom Ei und reist einen einfach nicht vom Hocker. Zwar verhält sich der Sound passend zu den Gas-Attacken, doch ist das Klangerlebnis nicht ganz so abgerundet, als wie man das von einem Motorcross-Game erwarten würde. Dazu gibt es auch eine passende Playlist, die sich genretypisch im Hardrock-Sektor wiederfindet. So müssen Motorcross-Events sein.
Weitere Motocross-Spiele und Alternativen
Neben den bereits genannten Titeln gibt es auch andere interessante Optionen für Motocross- und Motorrad-Enthusiasten auf der PS4:
- Das offizielle Videospiel der Motocross-Meisterschaft: Bietet alle Fahrer, Motorräder und Teams aus der MXGP und MX2 2020.
- MONSTER ENERGY SUPERCROSS - THE OFFICIAL VIDEOGAME 4: Mit mehr als 100 offiziellen Fahrern der 450SX und 250SX East- und West-Klassen.
- RIDE 5: Konzentriert sich auf Straßen-Motorräder namhafter Hersteller und bietet eine gehörige Portion Realismus.
- Trials Rising: Ein Plattformer mit Motorrädern, der ein fesselndes und abwechslungsreiches Spielerlebnis bietet.
- MX vs ATV Legends: Bietet Motorräder, ATVs und UTVs sowie riesige, neue Geländen.
Fazit
Die Welt der Motocross-Spiele auf der PS4 ist vielfältig und bietet sowohl realistischen Simulationsspaß als auch actiongeladene Arcade-Erlebnisse. Egal ob MXGP, Monster Energy Supercross oder andere Alternativen, für jeden Motorrad-Fan ist das passende Spiel dabei. Die genannten Titel überzeugen mit lizenzierten Strecken, detaillierten Motorrädern und spannenden Karrieremodi.
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