Die besten Motocross-Spiele für PC im Test

Dank des jährlich erscheinenden, voll lizenzierten Videospiels des italienischen Rennspielentwicklers Milestone haben wir nun wieder einmal die Möglichkeit, uns selbst in einer Motorsportdisziplin zum Champion zu küren.

MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame

Milestone und Motocross? Da war doch was. Richtig, neben der MXGP-Weltmeisterschaft gibt es auch noch Monster Energy Supercross, die amerikanischen Motocross-Meisterschaft, aus der Rennspielschmiede. Anfang November ging die offizielle Weltmeisterschaft der Motocrosser in Italien zu Ende. Wie in der Formel 1 konnte sich auch in der MXGP mit Jeffrey Herlings ein Niederländer den Titel sichern.

Karrieremodus

Herzstück des Spiels ist dabei natürlich der obligatorische Karrieremodus, der uns in die Welt der MXGP eintauchen lässt. Dabei beginnen wir, recht typisch für eine Karriere, zunächst in der leistungsschwächeren Klasse MX2, um uns mit guten Ergebnissen für die Königsklasse, die MXGP, zu empfehlen. Nach einem kurzen Tutorial-Rennen, in dem uns die Steuerung nähergebracht wird, stehen wir direkt vor der Wahl unseres fahrbaren Untersatzes. Entscheiden wir uns für ein bestehendes Team aus der Serie an den Start zu gehen, so brauchen wir uns sonst um nichts zu kümmern. Wie gewohnt haben wir im eigenen Team die Option, unser Motorrad auch mit Teilen aufzurüsten, das nötige Kleingeld natürlich vorausgesetzt. Serientypisch kann auch wieder unser Fahrer selbst mit anderem Equipment ausgestattet werden.

Zur Wahl stehen Helme, Brillen, Rennanzüge und Stiefel, allesamt lizenziert von namhaften Ausrüstern der Szene. Die Mittel, um die Teile zu bezahlen, verdienen wir über gute Platzierungen in den Rennen. Zusätzlich erhalten wir für unsere Ergebnisse Erfahrungspunkte, die uns rudimentär in einem Rangsystem aufsteigen lassen. Ähnliches kennt man beispielsweise aus der Forza-Reihe. Über die Levelaufstiege werden weitere Geldpreise ausgeschüttet. Denn im Laufe der Meisterschaft können wir auch unseren Arbeitgeber wechseln. Unterbrochen wird die Saison immer mal wieder durch Herausforderungen von einzelnen Fahrern aus der Meisterschaft. Hier müssen wir dann im Eins gegen Eins unser Talent unter Beweis stellen, wobei die KI-Jungs durchaus nicht langsam sind.

MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame lässt sich sowohl arcadig als auch als Simulation erleben. Während wir im Simulationsmodus sogar die Neigung unseres Fahrers unabhängig zum Motorrad vornehmen müssen, übernimmt das in der Standard-Version die KI für uns. Und das müssen wir zunächst auch, denn die Steuerung der Motocross-Motorräder verlangt etwas Eingewöhnungszeit. Ein nicht unerheblicher Faktor stellt dabei nämlich die Bodenbeschaffenheit dar. So gilt es mehr als einmal, den idealen Weg durch eine Kurve erst einmal zu finden. Verschiedene Erdwälle mit unterschiedlichen Radien laden dazu ein, sich richtig schön in die Kurve zu legen. Zum Glück setzt uns das Spiel ohne großen Zeitverlust wieder auf den Kurs zurück.

Ein großer Pluspunkt von MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame sind die lizenzierten Kurse der 2021er Saison. Diese sind detailreich umgesetzt und verlangen uns einiges ab. Manche der Kurse, wie der Grand Prix der Niederlande in Oss, gleichen wahren Achterbahnen, in denen es nicht gerade kleine Höhenunterschiede zu bewältigen gilt. Das stellt uns mehr als einmal vor die Herausforderung, dass wir die nach einem mächtigen Sprung folgende Kurve nicht einsehen können und somit erst einmal lernen müssen, wie der Streckenverlauf genau ist.

Die KI macht ebenfalls einen soliden Job und leistet sich ab und an auch selbst einmal Schnitzer, was zur Glaubwürdigkeit beiträgt. Extrem unterhaltsam sind auch die Starts in die Rennen. Das ergibt in den ersten Kurven ein herrliches Durcheinander und viele Möglichkeiten, um Plätze zu gewinnen, aber natürlich auch zu verlieren. Direkt nach dem Start zieht sich das Feld aber innerhalb weniger Kurven bereits stark auseinander. Deswegen kämpfen wir auch meist nur mit einigen wenigen Gegnern in kleineren Kampfgruppen um unsere Position.

Zusätzlich zu den offiziellen Kursen der Saison 2021 gesellen sich auch vier als Legacy betitelte Strecken ehemaliger Austragungsorte. Ein netter Service für Fans der Rennserie. Gewinnen wir mehrere Rennen, schalten wir zudem noch Karriereherausforderungen frei, welche in einem höheren Schwierigkeitsgrad auf uns warten und uns beispielsweise in ein anspruchsvolles Zeitfahren stürzen.

Insgesamt präsentiert sich der Karrieremodus also als typischer Vertreter seiner Zunft, ohne sonderlich in die Tiefe zu gehen. Interviews, Zwischensequenzen oder sonstige Auflockerungen, wie sie bei der Konkurrenz mittlerweile durchaus Standard sind, fehlen leider völlig. Auch ist nach dem Gewinn des Titels nicht mehr viel für uns zu tun.

Weitere Spielmodi

Neben dem Karrieremodus verfügt MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame natürlich noch über weitere Spielmodi. Neben unserem eigenen Avatar sind hier auch die offiziellen Fahrer der beiden Klassen MXGP und MX2 auswählbar.

Ein weiterer Spielmodus ist der Playground. Hier steht uns ein offenes Gebiet in Wales zur Verfügung, in dem wir uns nach Herzenslust austoben können. So finden wir neben einer stimmungsvollen Burgruine drei traditionelle Strecken, auf denen wir Rennen bestreiten können. Zudem gibt es einige Startpunkte für Wegpunkt-Rennen, die uns aus dem aktuellen Forza Horizon 5 bekannt vorkommen und vom Prinzip einfach schnelle Zeitfahrten querfeldein von A nach B darstellen.

Der Playground-Modus ist eine nette Erweiterung, fällt grafisch allerdings stark ab. Dies liegt vor allem an der eher trostlos wirkenden Umgebung, die zumeist aus einer grünen, grafisch sehr rudimentär dargestellten Grasfläche und einzelnen Feldwegen besteht. Zwar ist gerade die Burgruine ein nettes Highlight, einen wirklichen Grund, sie zu erkunden, haben wir aber eigentlich nicht.

Abgerundet wird MXGP durch einen umfangreichen Streckeneditor, der allerdings leider wie die Wegpunkte ebenfalls nur online nutzbar ist.

Grafik und Sound

Grafisch ist MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame ein zweischneidiges Schwert. Während die Motorräder durchaus mit tollen Details glänzen und das Spielgeschehen auch stets flüssig läuft, fallen die Umgebungsgrafiken etwas ab. Neben den Zuschauern, den mit Flaggen wedelnden Streckenposten und des ein oder anderen Feuerwerks wirken die Kurse ziemlich statisch.

Ein klarer Minuspunkt ist auf jeden Fall, dass unsere Motorräder und Fahrer kaum Schmutz aufsammeln. Selbst nach einigen Runden im Regen und auf schlammigem Untergrund sieht unser tapferer Motocrosser noch aus, als käme er gerade frisch aus der Reinigung. In Anbetracht dessen, dass permanent hinter den Motorrädern Schlamm und Kies aufgewirbelt wird und man gerade nach dem Start öfters mal mitten im staubigen Pulk fährt, wird hier einiges an der rauen Atmosphäre des Sports verschenkt. Immerhin hinterlassen unsere Motorräder deutliche Spuren im Untergrund, welche sich auch nach mehreren Runden noch optisch wiederfinden. Spielerische Auswirkungen haben die Spurrillen allerdings nicht.

Zudem entsteht gerade im Replay der etwas seltsame Effekt, dass das Vorderrad den Sand oder Kies mächtig nach unten drückt, so wie man es eigentlich nur von Schnee erwarten würde.

Während das Spielgeschehen im Rennen gut läuft, nerven zudem etwas die recht langen Ladezeiten sowie lang nachladende Texturen in den Menüs, wodurch unser Rennfahrer manchmal auch recht kopflos daherkommt.

Im Karrieremodus hatten wir nach einer Herausforderung zudem den Bug, dass wir das nächste reguläre Rennen nicht mit der 450er Honda unseres Teams, sondern mit der deutlich schwächeren 125er KTM aus der Herausforderung angehen mussten.

Fazit zu MXGP 2021

Bei einem jährlichen Update einer Lizenzspielreihe lohnt sich natürlich auch immer der Blick auf den Vorgänger. In diesem Bezug hat MXGP 2021 - The Official Motocross Videogame leider keinen Sprung nach vorne gemacht.

MXPG 2021 - The Official Motocross Videogame zeigt sich im Test als ordentliches Lizenzupdate, welches für sich betrachtet gerade mit dem guten Fahrgefühl und den lizenzierten Strecken punkten kann. Fans der Rennserie können somit zugreifen, sofern ihnen das Upgrade auf die aktuelle Saison wichtig ist. Wer bisher noch keinen MXGP-Titel gespielt hat, den erwartet ein grundsolides Rennspiel ohne große Schwächen, allerdings auch ohne echte Highlights. Denn dafür ist das Spiel in seiner Gesamtheit letztlich zu trocken präsentiert.

Monster Energy Supercross 5 - The Official Video Game

Motocross Spiele wie Monster Energy Supercross 5 - The Official Video Game waren schon immer eher ein nieschiges Vergnügen. Dennoch beglückt man uns nun schon mehrere Jahre in Folge mit einer offiziell lizenzierten Umsetzung zur Monster Energy Motorsportserie. Nachdem Entwickler Milestone zuletzt mit Hot Wheels richtig begeistern konnte, waren die Erwartungen vor diesem Test hoch.

Auf diversen klassischen Motocross Strecken, in Hallen und im Freien, jagt euch das Spiel auf einer beliebigen lizenzierten Crossmaschine ins Feld. Es gilt die Konkurrenz im eigenen Staub stehen zu lassen und Rennen zu gewinnen. In der Karriere gibt es außerdem auch weitere kleine Herausforderungen.

Monster Energy Supercross 5 setzt hierbei nicht auf feste Rundenzahlen, sondern dem realen Vorbild entsprechend auf einen herablaufenden Timer. Kommt dieser bei Null an muss der Führende die Ziellinie noch zweimal passieren, um das Rennen gewonnen zu haben. Wer den Sport als solchen nicht kennt, der dürfte hiervon überrascht werden.

Leider war es das auch schon, mit Realität. Das Fahrverhalten der Maschinen fühlte sich für uns im Test auf keinen Fall realistisch an. Ihr seid versehentlich auf einem Gegner gelandet, oder der auf euch? Keine Angst vor schlimmen Verletzungen, ein solcher Fall ist im Spiel schlicht nicht vorgesehen.

Ironie der Sache: Monster Energy Supercross 5 wirbt sogar damit, dass man im Verlauf der Karriere Verletzungen überstehen muss. Die gibt es auch, aber so kommen sie eben nicht zustande.

Abgesehen von Schwierigkeitsgraden, drei Rennklassen in der Karriere, wobei eine eher als spielbares Tutorial zu verstehen ist, gibt es lediglich noch Einzelevents und Zeitfahren im Gesamtpaket. Haben Motorrad und Boden verbindung? Und warum ist der Boden so „flach“? So richtig gut sieht das Spiel nie aus.

Auf den irgendwie nutzlos wirkenden Skillbaum möchten wir gar nicht als „Inhalt“ eingehen. Der wirkt sich zwar positiv aufs Fahrverhalten eures Karriere Fahrers aus, da dieses insgesamt aber nicht gut getroffen scheint, kann es auch nie wirklich gut werden.

Natürlich gibt es als letzten Hoffnungsschimmer auch einen Onlinemultiplayer für bis zu 12 Spieler. Der funktioniert, kann das Spiel aber nicht grundlegend retten.

Motorensound, Stadionsprecher und solcherlei Effekte sind bei Monster Energy Supercross 5 durchaus in Ordnung, wenn auch nicht erstklassig. Als passend empfinden wir die rockige musikalische Untermalung.

Grafisch vermag Monster Energy Supercross 5 keine Bäume auszureißen. Die Serie ist dafür bekannt nur wenige Fortschritte in Grafik zu machen und bleibt sich hier leider treu. Umso erstaunlicher sind replizierbare Framedrops auf unserem Testgerät, immerhin einer Xbox Series X. Ohne erkennbare Ursache kommen die gerne an immer denselben Stellen vor. Hier fehlt wohl etwas an Feinschliff.

Trials Rising

"Trials Rising" ist mehr Geschicklichkeits- als Rennspiel: Ein falscher Tastendruck und der Fahrer liegt unterm Motorrad. Zum Schluss fällt man immer auf die Nase. Weil man mit dem Motocross-Motorrad gegen eine Wand rast, in einen Haufen explodierender Fässer springt oder von einem Krankenwagen überfahren wird. Der Zieleinlauf in "Trials Rising" ist eine Art Panorama tödlicher Unfälle: je absurder, desto besser.

Man fällt aber auch davor sehr häufig hin. Und leider weiß man auch immer, warum: Weil man etwas falsch gemacht hat. Zu viel Gas gegeben, falsch gebremst, einen Sprung falsch eingeschätzt.Aber man wird es wieder versuchen. "Trials Rising" ist eines der Spiele, die einen nicht aufgeben lassen - weil man ahnt, dass man sie beherrschen könnte."Trials Rising" ist der neueste Teil der vom finnischen Redlynx-Studio entwickelten "Trials"-Reihe.

In ihr geht es darum, ein Motocross-Motorrad über eine Strecke zu bringen, die mit Hindernisparcours nur unzureichend beschrieben wäre. Das klingt erstmal nach einem Spiel für eine sehr spezielle Zielgruppe, schließlich ist Motocross nicht unbedingt der populärste Sport der Welt. Auf den zweiten Blick aber wird klar, warum die Reihe so beliebt ist und weshalb so viele Fans darauf gewartet haben: "Trials Rising" ist extrem herausfordernd, aber nie unfair.

Eingabemöglichkeiten gibt es nicht viele: Gas geben, bremsen, den Oberkörper der Fahrer nach vorn und hinten bewegen, in der Spur bleibt das Bike von allein. Viel mehr Möglichkeiten hat man nicht. Eigentlich aber sind das mehr als genug. Schließlich spricht das Motocross-Bike sehr schnell an, mit leichtem Knopfdrücken schafft man sehr viel Bewegung.

Die Strecken von "Trials Rising" sind anspruchsvoll: Hohe Sprünge wechseln sich mit Bodenwellen ab, die mit schnellen Bewegungen ausgeglichen werden müssen. Für die eigentlich interessante Umgebung hat man erst einmal wenig Sinn. Ob man durch eine alte russische Raketenbasis steuert, ein Hollywood-Filmset zerstört oder in Spanien ein Tomatenfest durchspringt: Zuerst einmal zählt das Durchkommen, die Umgebung sickert erst nach und nach ins Bewusstsein. Und wird dadurch eigentlich noch spektakulärer.

Etwas penetrant ist das ständige Aufploppen von Lootboxen, also Schatzkisten mit digitalen Belohnungen, die man gefühlt nach jedem Rennen bekommt und die man alternativ kaufen kann, was bei einem 40-Euro-Spiel ein fragwürdiges Nebengeschäft ist. Da es aber beim Inhalt um rein kosmetische Dinge ohne direkt Einfluss aufs Spiel geht - Kleidung für den Fahrer, Siegermoves oder Verzierungen für das Bike etwa - kann man sie auch einfach ignorieren. Das Spiel wird durch diesen Zusatzinhalt nicht besser oder leichter.

Alles in allem ist "Trials Rising" ein Fest, wenn man Spiele mag, die bislang unentdeckte Fähigkeiten fordern.

Monster Energy Supercross 25

Monster Energy Supercross 25 greift diesen einen Aspekt auf, der in etlichen Rennspielen immer noch zu kurz kommt: das Nachahmen des Bodens, auf dem man fährt. Dabei ist das gerade dort nicht neu, wo es um das Wühlen im Sand geht. Immerhin gab es schon in der coolen Neuauflage von Sega Rally Spurrillen, die sich mit fortschreitendem Rennverlauf ändern. Und in Milestones neuer Motorrad-Simulation gibt es das nun also auch.

Wobei deren Monster Energy Supercross 25 gegenüber den erwähnten älteren Dreckschleudern aus rein technischer Sicht natürlich etliche Schippen drauflegt. Einen Teil trägt der Umstieg auf Unreal Engine 5 dazu bei und einen anderen Teil die nach dem Vorgänger verbesserte Physik.

Das ist ja längst nicht so einfach, wie es vielleicht den Anschein hat - jedenfalls nicht für mich als vorwiegend auf Asphalt rasenden Rennthusiasten. Was einiges an Umgewöhnung erfordert! Zumal es da diesen kurzen Punkt gibt, an dem die Maschinen bei zu viel Gas binnen eines Wimpernschlags massiv übersteuern - oft dann, wenn man aus einer Kurve herausbeschleunigen will, um die folgende Anhöhe zu überspringen.

Ein gut getimter Sprung ist ja entscheidend dafür, dass man auch die nächsten Buckel mit Schwung nehmen kann, anstatt beim Landen auf deren Anhöhen zum Stillstand zu kommen. Gibt man in der Kurve vor einer Geraden aber zu viel Gas, kippt ein bereits schief stehendes Motorrad schon mal komplett um. Oder aber man katapultiert es quer zur Fahrbahn, sprich ins Aus. Es ist gar nicht so leicht, den Sweet Spot genau dazwischen zu finden.

Und genau das ist in Supercross 25 leider ein Problem. Denn so genau die Bikes auf Eingaben reagieren und so deutlich man die mit steigender Renndauer immer tiefer werdenden Spurrillen spürt - beziehungsweise, gerade weil man das tut -, so wenig unterstützt einen das Programm in diesen kritischen Momenten.

Das schnelle Fahren der agilen Zweiräder ist nun mal so knifflig, dass es die Freude an den Sandrennen deutlich schmälert, wenn man nicht mit lebhaftem Schwung einfach daran Spaß haben kann. Dabei ist Supercross 25 ja keine Hardcore-Simulation, die ohnehin nur eingefleischte Könner anspricht. Deshalb spielt das richtige Timing am Start zum Beispiel nicht die geringste Rolle, weil man schon vor dem Herunterklappen der Tore einfach nur Vollgas halten muss, und in der Qualifikation erfindet das Programm Rundenzeiten für die Konkurrenten, anstatt deren gefahrene Leistung zu messen.

Nun lassen sich Fehler immerhin ausgleichen, indem man jederzeit und relativ weit zurückspulen darf, um es anschließend besser zu machen. Das ist entscheidend, um den ganz großen Frust zu vermeiden. Gleichzeitig kommt man auf diese Art aber freilich kaum in einen dauerhaften Flow. So richtig rund ist Monster Energy Supercross 25 also nicht.

Ich will aber auch unbedingt darauf hinweisen, dass es sich immer dann dafür richtig klasse anfühlt, wenn man dann doch mal im Flow ist. Zumal man sich dank fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade stets einer passenden Herausforderung gegenübersieht. Dabei musste ich mich auch an die ganz leichte vielleicht zwei Stunden lang erst herantasten. Die Motoren knattern dabei auch herrlich tief. Nur die müden Wassertropfen auf der Kamera sind mir als Darstellung des Regens eine Idee zu… trocken.

Außerdem ist es klasse, dass durch flatternde Trikots der Eindruck von starkem Gegenwind erzeugt wird. Schade nur, dass das nach wie vor nicht durch physikalisch berechnete Kleidung, sondern einen beim genauen Hinsehen dezent befremdlichen Effekt dargestellt wird. So wirkt es jedenfalls.

Das Programm von Supercross 25 sieht mit engen Stadionkursen (die machen das Gros aus), relativ weiten Wald- und Wiesenstrecken sowie speziellen Duellbahnen, auf denen man ähnlich wie in Drag-Rennen gegen nur einen einzigen Kontrahenten antritt, eine halbwegs abwechslungsreiche Karriere plus natürlich davon unabhängige Einzelrennen oder Turniere vor.

Immerhin nutzt Milestone die offizielle Lizenz einschließlich realer Strecken und Fahrer. Auch in Online-Wettläufen tritt man an; offene Partien habe ich zum Zeitpunkt des Tests allerdings noch keine gefunden.

Die Karriere gefällt mir aber. Weder macht sie etwas neu noch wird sie über Interviews erzählt oder Ähnliches. Mir ist eine nüchterne Präsentation in einem halbwegs realen Sportspiel aber ohnehin lieber. Schließlich darf man an dafür vorgesehenen Punkten Team und Sponsor wechseln, steigt dadurch vom Nachwuchs- zum 250cc- sowie 450cc-Star auf und entwickelt die Eigenschaften des aktuellen Motorrads langsam weiter, indem man bei jedem Schritt entscheidet, ob Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, Handhabung oder Bremse verbessert werden sollen.

Die Konsolenfassungen von Monster Energy Supercross 25 - The Official Video Game sind sowohl digital als auch im Handel erhältlich, während die PC-Version ausschließlich digital per Steam und im Epic Games Store vertrieben wird. Letztere schlagen mit knapp 60 Euro zu Buche, auf PlayStation 5 und Xbox Series S/X fallen knapp 70 Euro an.

Über gut beschriebene Setup-Einstellungen kann man das Bike zudem vor jedem Lauf variabel einstellen (ich wünschte nur, das Programm würde beim Speichern von sich aus einen Dateinamen vorschlagen, den man nur noch „returnieren“ müsste) und vor jedem Rennwochenende hat man nicht zuletzt die Wahl, ob man komplette Veranstaltungen samt aller Heats erleben, nur Qualifikation und Hauptrennen fahren will oder sich gar alleine mit Letzterem zufriedengibt.

Worauf ich hätte verzichten können, ist dagegen der Messenger: eine Art Social-Media-Plattform, auf dem ständig dieselben Nachrichten reinkommen („Du hast mich gerammt, verdammt!“), die man dann erstens liken oder disliken und oft genug auch mit ebenso einförmigen Antworten kommentieren kann. So entstehen Rivalitäten oder Freundschaften.

Ach, und eins noch, der Vollständigkeit halber… Um Himmels Willen, Milestone: Übernehmt die gewählte Auflösung doch nicht bei jedem Schritt, um den ich sie erhöhe, sondern erst dann, wenn man auf „Übernehmen“ klickt! Wenn man das erste Mal auf Steam Deck gespielt hat und dann zum PC wechselt, ist das nämlich eine unsägliche Prozedur. Das ist ein typischer Mangel etlicher Spiele, die neben dem Gamepad gleichzeitig die Maus abfragen.

Ich will das auch abseits dieser Ärgernisse eher unbequeme Menü gar nicht in die Wertung einfließen lassen. Ich will aber auch nicht unerwähnt lassen, dass es stellenweise so wirkt, als hätten die Entwickler noch nie zuvor am PC gespielt.

Im Grunde steckt also mehr in Supercross 25 als die Entwickler rausholen, denn solange man sich schwungvoll durch den Dreck wühlt, spielt die feine Physik große Stärken aus - spätestens in den letzten Runden, wenn man geschickt durch tiefe Spurrillen lenken muss. Die umfassende Lizenz und eine nüchterne, aber gelungene Karriere runden das Zweiradfahren auf gelungene Art ab. Auf das nervtötende Messenger-System hätte ich zugunsten besserer Fahrhilfen allerdings gerne verzichtet, denn die gleichen häufige Fehler nicht gut genug aus, damit auch Gelegenheits-Biker so richtig auf ihre Kosten kommen. Der Sprung auf ein neues technisches Level ist Milestone also gelungen.

Weitere erwähnenswerte Motocross-Spiele

  • MotoGP 25: Bietet mehr Realismus und ist einsteigerfreundlicher.
  • The Crew Motorfest: Ein Open-World-Rennspiel mit verschiedenen Modi und Fahrzeugen, darunter Motorräder.
  • Mario Kart World: Einsteigerfreundlich, mit vielen Neuerungen und abwechslungsreichen Kursen.
  • Road Rash: Ein Action-Racer, der Beat-'em-up-Elemente mit Hochgeschwindigkeitsrennen kombiniert.
  • Excitebike 64: Ein Arcade-Racer mit abwechslungsreichen Umgebungen.
  • GTA IV: Lost And Damned DLC: Bietet ein präzises Handling für Motorräder.
  • RIDE 5: Konzentriert sich auf Straßen-Motorräder und bietet eine beeindruckende Grafik.
  • MotorStorm: Apocalypse: Ein chaotisches Kampfspiel mit Off-Road-Fahrzeugen und Erdbeben.
  • MX vs ATV Legends: Bietet Motorräder, ATVs und UTVs in riesigen, neuen Geländen.

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