Die Suche nach dem idealen Motorrad für die Stadt kann eine Herausforderung sein. Das Angebot reicht von wendigen Naked Bikes bis zu umweltfreundlichen Elektromotorrädern. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Modelle und ihre Eigenschaften, um die Entscheidung zu erleichtern.
Elektromotorräder: Die Zukunft der urbanen Mobilität
Das Angebot an Elektromotorrädern wächst stetig, und immer mehr Hersteller setzen auf den E-Antrieb. Noch sind rein elektrisch angetriebene Motorräder auf Deutschlands Straßen Exoten, da viele Motorradfahrer wegen der begrenzten Reichweite den Umstieg scheuen.
Doch viele kleinere Hersteller und Start-ups vertrauen auf die Weiterentwicklung der Akku-Kapazitäten und bieten reine Elektro-Modelle an. Die Größen der Motorradbranche halten sich mit eigenen Entwicklungen immer noch etwas zurück und beschränken sich vorerst auf Roller oder Leichtkrafträder. Doch langsam regt sich etwas in den Konzernregalen von Kawasaki, Harley Davidson, Honda und Co.
Interessante E-Bikes auf dem Markt
Hier sind einige der interessantesten E-Bikes, die in Deutschland aktuell oder demnächst erhältlich sind:
- NIU RQi Sport: Die Reichweite liegt bei ca. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Tempomat, ABS vorn und hinten, selbstrückstellende Blinker, Traktionskontrolle und ein topmodernes Display inklusive Dashcams. Dies ermöglicht im Dynamic-Modus echte 101 km/h, mittels einer Boost-Taste sind für 30 Sekunden sogar 126 drin.
- Can-Am Pulse und Origin: Die Bikes sind 2025 zu Preisen um 17.000 Euro in den Handel gekommen, beide auf der gleichen Antriebsbasis. Beide Versionen schaffen locker stattliche 129 km/h - von solchen Höchsttempi können verbrennende 125er nur träumen. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: 10,25-Zoll-TFT mit Apple-Carplay-Integration sowie Touchscreen-Funktionalität und einlegbarem rückwärtigem Kriechgang.
- RGNT Wildfire: Das Modell soll mit einer Ladung rund 250 Kilometer (nach WMTC) weit fahren. So motorisiert soll die Wildfire in 6,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. Unter der Sitzbank befindet sich ein 10-Liter-Staufach für Einkäufe oder ein Ladekabel.
- Silence S05 Weekender: Silence verspricht eine Reichweite von deutlich über 100 Kilometern. Für den Vortrieb sorgt ein ins Hinterrad integrierter Nabenmotor, der die Maschine auf bis zu 120 km/h beschleunigt.
- Kawasaki Ninja e-1 und Z e-1: Im Eco-Mode fährt die elektrische Kawa 64 km/h und mit Boost-Funktion bis zu 75 km/h schnell. Beim Road-Mode sind es 88 beziehungsweise 99 km/h. Außerdem gibt es einen Walk-Mode mit Rückwärtsgang als Schiebe- und Rangierhilfe für das 140 Kilogramm schwere Elektro-Bike.
- Honda EV Fun: Die mögliche Reichweite gibt der Hersteller allerdings mit 100 Kilometern an. Allerdings setzen die Japaner auf einen CCS-Ladeanschluss, der den Weg in die Welt der Schnelllader ebnet.
- Kymco RevoNex: Sie dürfte aber wie ihr Schwestermodell von Livewire eine Dauerleistung von 30 kW/40 PS, eine Spitzenleistung von 63 kW/84 PS sowie eine Reichweite von über 160 Kilometern haben.
- Tazzari Italian Volt Lacama: Für das große Batteriepaket im Zentrum des Bikes verspricht Italian Volt mehr als 200 Kilometer Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 230 km/h an.
- Livewire S2 Del Mar, Alpinista und Mulholland: Das ist auch gut so, denn der 10,5 kW fassende Akku liefert nach dem europäischen WMTC-Messverfahren im kombinierten Einsatz Energie für 111 (Del Mar) bis 122 Kilometer (Alpinista und Mulholland) Reichweite. Das Wiederaufladen erfolgt wahlweise über Nacht an der Haushaltssteckdose oder in zweieinhalb Stunden bei Level-2-Ladestationen.
- Royal Enfield Flying Flea C6: Die C6 soll ab 2026 im Leistungssegment der 125er-Klasse antreten und im Stadtverkehr eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern bieten. Trotz einiger extravaganter Lösungen wie der schicken Trapezgabel soll die C6 bei rund 7000 Euro starten.
- Zero Motorcycles: Von der Reiseenduro DS über das Adventure-Bike Zero DSR/X und die Naked Bikes Zero S und SR verfügen sämtliche Maschinen über einen Gitterrohrrahmen aus Stahl. Die Batterie stellt 17,3 kWh bereit, die im City-Modus für rund 290 Kilometer reichen.
Naked Bikes: Agilität und Fahrspaß pur
Naked Bikes bieten eine perfekte Kombination aus Leistung, Agilität und Fahrspaß. Du suchst nach der perfekten Kombination aus Leistung, Agilität und Fahrspaß, ohne gleich in die High-End-Preisklasse zu rutschen? Du suchst das passende Motorrad für den Einstieg oder den Neustart? Trotz der sportlichen Abstimmungen und Sitzpositionen werden Naked´s nicht nur für kurze Hatzerl gebaut.
Dank etlicher Einstellmöglichkeiten am Motorrad selbst und einer Vielzahl an Zubehörpaketen werden auch kompromisslose Naked Bikes immer mehr zu Allrounder. Trotzdem werden keine Kompromisse gemacht. Die sportlichen Bikes können nicht nur auf Landstraßen prahlen, mit ihnen können Piloten auch ohne weiteres bei Ringveranstaltungen ihr Bestes zeigen. Vor Jahren noch unvorstellbar, heute gang und gäbe.
Top 5 Allround-Naked Bikes
Hier sind fünf Allround-Naked Bikes, die sich für die Stadt eignen:
- Triumph Speed Triple 1200: Grandioser Dreizylinder, fantastische Fahrleistungen, herrlicher Sound. Die Speed Triple 1200 gibt es als nackte RS und als RR im modernen Café-Racer-Style. Klares Ziel: Erster an jeder Ampel und Schnellster in den Kurven. Gemächlich kann die "Speedy" aber auch.
- Honda CB 650 R: Markant, minimalistisch, zeitlos. Mit seiner Neo-Sports-Café-Familie ist Honda ein großer Wurf gelungen. Die 650 zählt zu den meistverkauften Bikes in Deutschland. Perfekt verarbeitet, anspruchslos, zuverlässig - und sauschön.
- Benelli Leoncino 500: Roadster-Charme trifft Retro-Style. In Italien ist die Marke wieder schwer angesagt. Gitterrohrrahmen, kompakte Maße, robuste Erscheinung. Auch bei uns legt sie zu dank breitem Neuheiten-Portfolio.
- Yamaha MT-07: CP2 - dieses Kürzel steht für die Allzweckwaffe von Yamaha, den "Crossplane"-Motor mit aktuell 73 PS. A2-Aufsteiger lieben die MT-07 für ihre zutrauliche, gleichwohl sportliche Art. Der Zweizylinder hängt kernig am Gas, entwickelt früh Drehmoment und verzichtet auf aufwendige Elektronik. Seit Jahren ein Bestseller.
- Kawasaki Z900: Gäbe es die große BMW GS nicht, wäre die Z900 Deutschlands meistverkauftes Motorrad. Kawasaki trifft mit seiner 900er seit Jahren den Zeitgeist. Wer optisch kein Bike von der Stange will, sitzt hier richtig. Der Motor gehört zu den besten Performern auf dem Markt.
Voge 300 AC: Eine chinesische Alternative im Test
Die Voge 300 AC ist ein weiteres interessantes Motorrad für die Stadt. Mit ihrem leicht scramblerisierten und retrofizierten Design gefällt sie den meisten auf den ersten Blick. Im Urbanen lässt sich die Voge 300 AC so souverän durch die Unwägbarkeiten des täglichen Feierabendgewusels zirkeln, und genau dort finden solche Kraftrad-Portionierungen ja auch oft ihr ideales Einsatzspektrum.
Dazu passt der kultivierte Einzylinder, der mit seiner nicht ganz leisen Knurrigkeit aber mehr Power suggeriert, als er tatsächlich hat. Wäre das kurzwegige Getriebe weniger kraftaufwendig beim Hochschalten, gäbe es beim stilsicheren Stadtritt nur wenig zu vermissen. Ein bisschen mehr als bei der 500er muss das Toleranzkonto bei der Voge 300 AC schon angezapft werden.
Alltagstaugliche Enduros für Stadt und Gelände
Für diejenigen, die ein Motorrad sowohl für die Stadt als auch für leichtes Gelände suchen, sind Enduros eine gute Wahl. Hier sind einige Optionen:
- Husqvarna 701 Enduro: Sie bietet einerseits mehr Federweg als die KTM, bleibt aber trotzdem auf derselben Sitzhöhe ein Pluspunkt für die Fahrt im Gelände. Ausgereifte Technik macht die Husqvarna sehr alltagstauglich, normale Serviceintervallen schonen das Geldbörserl.
- KTM 690 LC4 Enduro: Mit einer Leistung von eingetragenen 63 PS hat die 690 Enduro damals alles auf den Kopf gestellt, ernstes Gelände ist für sie nämlich kein Problem. Gleichzeitig schlägt sie sich im Stadtverkehr sehr wacker und kann ohne Bedenken für den Weg zur Arbeit verwendet werden.
- Honda CRF 1000 L Africa Twin: Mit all ihren ausgefeilten Fahrhilfen kann man richtig schnell im Gelände unterwegs sein und dabei sogar Hard Enduros herbrennen. Für den Wiederverkauf empfiehlt es sich zur Vollausstattung zu greifen mit DCT, Traktionskontrolle und ABS.
- BMW G 650 Cross Challenge: Mit Serviceintervallen von 10.000 km war die BMW G 650 Cross Challenge deutlich alltagstauglicher als die Konkurrenz. Man findet sie zwar schon zwischen 5.000 und 6.000 Euro, die Auswahl ist aber gering.
- Yamaha WR 250R: Im Gelände und in der Stadt brilliert die Viertelliter Yamaha, vor allem mit ihrem niedrigen Gewicht. Trotzdem ist sie eine sehr solide Enduro, mit der auch Einsteiger ihren Spaß haben können.
Handling-Test: Agilität im Fokus
Ein Handling-Test verschiedener Motorräder zeigt, dass Handlichkeit und Fahrspaß nicht zwangsläufig mit hoher Leistung einhergehen müssen. Hier sind einige Ergebnisse:
- KTM 390 Duke: Die neue Entdeckung der Leichtigkeit. Hurtige Schräglagenwechsel im moderaten Bereich bis rund 35 Grad hingegen zaubert die KTM mit der erwarteten Lässigkeit auf den Asphalt.
- Triumph Street Triple: Die feine englische Art, um die Kurven zu bügeln. Mit ihren simplen, aber ausreichend effektiven Schwimmsattelbremsen, die auf Wunsch mit einem ABS aufgewertet werden können, schickt sich die kleine Engländerin an, auch Neu- und Wiedereinsteiger zu begeistern.
- Ducati Hypermotard SP: Rot, rassig, edel - und teuer. Die leichtgängige Lenkung und das daraus resultierende blitzartige Abklappen in Schräglage, mit Sicherheit eine Folge des handlingfreundlichen hohen Schwerpunkts und der leichten Schmiederäder.
- Honda CB 1000 R: Eine solide Fahrmaschine im schicken Outfit. Aufsteigen, losfahren und voll drauf abfahren. Was ist verwerflich daran, wenn die CB 1000 R schon in der dritten Kurve mit den Rasten kratzt, weil man sich aus dem Stand so wohl und sicher fühlt, wie auf keinem anderen Motorrad?
- Aprilia Tuono V4 R APRC: Das Superbike mit fantastischem V4-Motor. Stabilität, Lenkpräzision, Rückmeldung und nicht zuletzt die Handlichkeit setzen Maßstäbe.
Verwandte Beiträge:
- Bestes Mountainbike unter 1000€: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Bestes Mountainbike für 2000 Euro: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Bestes Mountainbike bis 500€: Test & Kaufberatung für Einsteiger
- Bestes MTB Navi 2024: Vergleich & Kaufberatung für Mountainbiker
- Shimano Ultegra Brems-/Schalthebel reparieren: Anleitung & Tipps
- Alu-Laufradsätze im Test: Mavic Aksium vs. Konkurrenz – Welcher gewinnt den Vergleich?
Kommentar schreiben