Der ultimative Ratgeber für Sozius-Motorräder: Tests, Tipps und Empfehlungen

Motorradfahren mit Sozius ist eine besondere Herausforderung.

Damit Touren zu zweit nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Sozius Freude machen, sollten Sie folgende Regeln beachten.

Motorrad-Headsets im Test (2024)

Klarer Sound auf zwei Rädern: Mit dem richtigen Bluetooth-Headset bleiben Biker in Verbindung - ob mit den Begleitern, dem Navi oder dem Lieblingssong.

AUTO BILD hat beliebte Modelle in verschiedenen Preislagen getestet.

Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer.

Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten.

Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt.

Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.

Rechtliche Aspekte

Die Nutzung von Headsets beim Motorradfahren ist grundsätzlich gestattet, solange Umgebungsgeräusche weiterhin gut wahrnehmbar bleiben.

Deshalb sind handelsübliche Motorrad-Headsets mit integrierten Lautsprechern ausgestattet, die im Helm verbaut werden - statt mit abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.

AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet.

Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem.

Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.

Kritikpunkt Reichweite

Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert.

In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren.

Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.

Gut: die Akkulaufzeiten.

Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.

Testergebnisse im Überblick

Der Testsieger Sena 50R überzeugt mit einfacher Bedienung und exzellentem Klang durch Harmann-Kardon-Lautsprecher.

Die Geräuschunterdrückung ist effektiv, jedoch ist die mitgelieferte Quick-Start-Anleitung wenig hilfreich.

Das Albrecht BPA 600 ist unser Preis-Leistungs-Sieger.

Es bietet nützliche Funktionen wie Sprachsteuerung sowie die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig zu verbinden.

Die Verarbeitungsqualität ist eher einfach; die Taster und Lautsprecher wirken etwas billig, und die Lautstärkeregelung ist unpräzise.

Das Headset Packtalk Edge von Cardo fällt besonders durch seine einfache Montage mittels Magnetverbindung auf.

Die intuitive Bedienung und gute Geräuschunterdrückung sind weitere Pluspunkte, doch der Klang ist zu höhenlastig und die Bedienungsanleitung nicht zufriedenstellend.

Hersteller Cardo punktet in diesem Test gleich zweimal: Das Freecom 4x besticht mit einfacher Bedienbarkeit auch mit Handschuhen und zuverlässiger Sprachsteuerung.

Wie auch beim Packtalk Edge bleibt einzig der Klang - besonders im Bassbereich - etwas unter den Erwartungen, und die Bedienungsanleitung ist unzureichend.

Fodsports bietet mit seinem FX8 Pro einen guten Klang und nützliche Extras wie ein integriertes FM-Radio.

Trotzdem wird die Bedienung durch unklar gestaltete Taster erschwert, und die Bedienungsanleitung ist kaum hilfreich.

Insgesamt zeigen die getesteten Geräte durchweg gute Leistungen, wobei jedes Modell spezifische Stärken und Schwächen in Bedienung, Klangqualität und Benutzerführung aufweist.

Testsieger (2024): Sena 50R

Das Sena R50 hat unseren Test als das beste Motorrad-Headset gewonnen.

Es überzeugt durch herausragende Klangqualität, zuverlässige Bluetooth-Verbindung und effektive Noise-Cancelling-Technologie, die klare Kommunikation selbst bei hohen Geschwindigkeiten ermöglicht.

Preis-Leistungs-Sieger (2024): Albrecht BPA 600

Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig.

Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon.

Grundsätzlich kann das Albrecht-Headset seinen günstigen Preis nicht verbergen.

Die vier kleinen Taster lassen sich erst nach einiger Gewöhnung zuverlässig bedienen und wirken wackelig, die Lautsprecher sind scharfkantig, die Kabel dünner als bei den Konkurrenten.

Zudem erfolgt die Lautstärkeregelung in zu großen Schritten.

Auch ist das von ausgeprägten Höhen dominierte Klangerlebnis eingeschränkt.

Dagegen ist die Geräuschunterdrückung am Mikrofon sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten.

Unterm Strich kann das Gerät alles, was man von ihm erwartet und wird zu Recht Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

Fahrverhalten mit Sozius anpassen

Mit einem Sozius ändert sich das Fahrverhalten der Maschine je nach Gewicht sogar deutlich.

Die Auswirkungen auf die Achslastverteilung und damit die Fahrphysik: Das Vorderrad wird entlastet und überträgt die Lenkbefehle weniger genau.

Das Heck pumpt wegen des Mehrgewichts stärker und kann die Fahrlinie beeinflussen.

Deshalb müssen vor einer Fahrt mit zwei Personen die Federelemente der Mehrbelastung angepasst werden.

Vor allem im Heck müssen Federvorspannung und - sofern einstellbar - die Dämpfung erhöht werden.

Eine Erhöhung des Reifendrucks ist ebenfalls nötig.

Mindestens 0,2 bar mehr als im Solobetrieb sind angebracht, der maximale Reifenluftdruck (siehe Betriebsanleitung) ist allerdings zu beachten.

Bei Fahrten mit Sozius gewinnt die Hinterradbremse stark an Bedeutung.

Die Bremslastverteilung verändert sich je nach Maschinentyp - von einem Verhältnis von Vorderrad zu Hinterrad von rund 80:20 bis hin zu 50:50.

Denn die Einspurdynamik mit ihren hohen Beschleunigungs- und Verzögerungswerten sowie der Schräglage erschließt sich nicht von selbst.

Auch ein Trockenkurs auf einem Parkplatz kann hilfreich sein, beispielsweise was das richtige Auf- und Absteigen betrifft, vor allem aber die richtige Sitzposition des Mitfahrenden.

Nur wenn Fahrer und Sozius eine Einheit bilden, kommt es zu einem echten Fahrerlebnis.

Der Sozius umfasst hierzu am besten die Taille des Fahrers, damit beim Beschleunigen und auch während der Fahrt enger Kontakt besteht.

Beim Bremsen stützen sich die Hände des Beifahrers - falls möglich - am Tank ab.

Der Blick des Mitfahrenden über die Schulter des Fahrers verhindert das Zusammenschlagen der Helme und führt automatisch zur richtigen Haltung bei der Kurvenfahrt in Schräglage.

Dabei muss der Sozius immer über die Fahrerschulter blicken, die sich zur Innenseite der Kurve neigt.

Wichtigste Regel für Mitfahrer: Bei Schräglage nie dagegen legen, das kann bis zum Sturz führen.

Vertrauen schaffen und erhalten

Der Fahrer sollte niemals das Vertrauen seines Sozius enttäuschen.

Wilde Ritte und Kurvenkratzen auf der Fußraste sind tabu, sie führen zu Angst und Verkrampfung.

Grundsätzlich sollte der Fahrer defensiv und vorausschauend fahren.

Vor allem bei längeren Touren sollten Sie nicht nur die Etappenlänge vor Fahrtbeginn absprechen.

Wer keine Helmsprechanlage besitzt, kann auch mit zuvor vereinbarten Zeichen (z.B. Technik & MotorMotor).

Worauf muss ich beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?

Beim Kauf eines Bluetooth-Motorrad-Headsets ist es wichtig, auf Klangqualität und effektive Geräuschunterdrückung zu achten, besonders für klare Kommunikation bei hohen Geschwindigkeiten.

Achten Sie auch auf eine lange Batterielaufzeit, Kompatibilität mit Ihrem Helm und anderen Geräten sowie einfache Bedienbarkeit, idealerweise auch mit Handschuhen.

Motorradfahren mit Kind

Motorradbegeisterte nehmen auf Touren gerne auch mal den Nachwuchs mit.

Ein Kind als Beifahrer ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

  • Motorrad-Kindersitz benötigt Fußstützen und Festhaltemöglichkeit
  • Körperliche und geistige Reife des Kindes ist entscheidend
  • Kind ohne Helm als Beifahrer: 60 Euro Bußgeld

Kinder als Beifahrer auf dem Motorrad sind prinzipiell nicht verboten.

Will man einigermaßen sicher unterwegs sein, gibt es aber vieles bei der Ausstattung und Ausrüstung zu beachten.

Und: Ein Kind muss grundsätzlich hinter dem Fahrer bzw. der Fahrerin sitzen.

Helmpflicht auch für Kind

Selbst wenn nur wenige Runden um einen Häuserblock geplant sind, ist das Tragen eines Motorradhelmes auch für das mitgenommene Kind unverzichtbar.

Ein Fahrradhelm reicht übrigens nicht aus, weil er im Ernstfall keinen ausreichenden Schutz bietet.

Im Fachhandel werden geeignete Kinderhelme angeboten.

Kinderhelme sind leichter als die für Erwachsene.

Damit wird eine unnötige Belastung im Nacken- und Schulterbereich des Kindes vermieden.

Die Schale von Kinderhelmen ist allerdings auch deutlich kleiner als bei normalen Helmen, was weniger Schutz bedeutet.

Dafür passt er aber besser.

Motorradbekleidung für kleine Beifahrer

Wie Erwachsene brauchen auch Kinder unbedingt eine spezielle Schutzausrüstung.

Dazu gehören eine extra verstärkte Motorradhose und -jacke sowie robuste, mindestens halbhohe Stiefel und atmungsaktive Motorradhandschuhe.

Kinderhandschuhe mit entsprechendem Schutz werden in vielen Variationen angeboten und sind unbedingt zu empfehlen.

Winterhandschuhe als Ersatz sind nicht ratsam.

Mit ihnen findet das Kind keinen sicheren Halt, und im Falle eines Ausrutschers schützen sie nicht optimal.

Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass die Motorradbekleidung optimal passt.

Ist sie zu klein oder zu groß, ist das Kind nicht ausreichend geschützt.

Vorsicht bei Funktionskleidung aus Polyamid oder Polyester (Ski-Anorak o.ä.): Diese Kleidung ist nicht geeignet, da sie im Fall eines Sturzes rutscht, schnell erhitzt und sich auf der Haut einbrennen kann.

Den besten Schutz und eine größere Flexibilität als Lederbekleidung bietet Textilbekleidung mit abriebfesten Fasern wie Cordura.

Diese Kleidung ist allwettertauglich, bietet ein herausnehmbares Innenfutter und auch Weitenregulierung.

Richtiges Verhalten üben

Vor der ersten Ausfahrt sollten Eltern und Kind gemeinsam das richtige Verhalten besprechen und einüben.

Dabei ist es wichtig, dem kleinen Mitfahrer bzw. der kleinen Mitfahrerin zu erklären, mit welchen Fahrmanövern sie rechnen müssen, und wie sie sich beispielsweise in Kurven richtig verhalten.

Sinnvoll ist es auch, vor der Fahrt Klopfzeichen zu vereinbaren, damit das Kind signalisieren kann, wenn es anhalten möchte.

Absolut empfehlenswert: eine Gegensprechanlage, damit der Fahrer bzw. die Fahrerin mit dem Nachwuchs während des Trips stets in Kontakt bleiben kann.

Mit dem Kind als Sozius ins Ausland

Wer im Auslandsurlaub sein Kind auf dem Bike mitfahren lassen will, sollte bedenken: Dort gelten zum Teil andere Regelungen und Bestimmungen im Straßenverkehr, die teilweise auch den Beifahrer bzw. die Beifahrerin betreffen.

In manchen Ländern ist die Mitnahme von ganz jungen Kindern ausdrücklich verboten.

Die besten Motorrad-Headsets im Überblick

Die Auswahl auf dem Markt für Motorrad-Headsets ist groß.

Im Vergleich werfen wir deshalb einen Blick auf die Möglichkeiten verschiedener Preis- und Funktionsbereiche!

Sena 20S EVO HD Bluetooth-Kommunikationssystem

Der Technik-Hersteller Sena beeindruckt in einigen Motorad-Headset-Tests mit dem Bluetooth-Kommunikationssystem Sena 20S EVO.

Es ist das Nachfolgemodell des ersten 20S.

Verbesserungen sieht man vor allem im Design und der Intercom-Funktionalität.

Das Bluetooth-Motorrad-Headset ist mit hochwertigen HD-Lautsprechern ausgestattet.

Schlankes Antennendesign mit einer feststehenden Haifischflossen-Antenne macht die Gegensprechanlage besonders stabil.

Ganz anders als bei seinem Vorgänger mit aufklappbarer Antenne.

Amazon-Rezensionen vergeben 4,5 begeisterte Sterne für dieses Universal-Intercom.

Cardo Freecom Gegensprechanlage

Mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis will das Freecom 2x Intercom-Headset von Cardo überzeugen.

Dazu wartet es mit einem 40-mm-Lautsprecher des Sound-Experten JBL auf.

Der speziell abgestimmte Musikprozessor mit drei unterschiedlichen Audioprofilen sorgt für ein einzigartiges Klangerlebnis während der Fahrt mit dem Motorrad.

Die Motorrad-Gegensprechanlage will zusätzlich mit einer stabilen Bluetooth-Verbindung punkten, die sich selbstständig wiederherstellt - geeignet für zwei Personen auf eine Distanz von bis zu 1,2 km.

Dazu ist das Freecom 2x ist gegen alle Witterungsverhältnisse gewappnet, egal ob Regen, Schnee, Staub oder Wind.

Dank Software-Updates bleibt das Headset stets aktuell.

Über die Cardo Conntect App werden Updates direkt auf dem Gerät installiert - kein Kabel nötig.

Lexin Helm Interkom

Besonders starke Reichweite, besonders viele Kommunikationskanäle - das Bluetooth Motorrad-Headset von Lexin will mit vielen Funktionen beeindrucken.

Darunter die Möglichkeit, Musik zu teilen und Bluetooth 5.0 für eine besonders klare Verbindung zwischen den einzelnen Personen.

Hinzu kommt die CVC- und DSP-Rauschunterdrückung, die Wind- und Motorgeräusche um über 90 Prozent reduzieren soll.

So kann man während der Fahrt mit den anderen kommunizieren, oder über die T-COM SC Headsets Musik teilen.

Das LCD-Display sorgt für eine einfache Bedienung im Vergleich zur displaylosen Konkurrenz.

Hier lässt sich die Akkulaufzeit von zehn Stunden Gesprächszeit und 300 Standby-Zeit im Auge behalten.

Das Aufladen dauert zwei bis drei Stunden.

Zusätzliche Benefits: Das Headset kommt mit eingebautem FM-Radio und GPS-Navigation.

Das wasserdichte Gehäuse macht Ausflüge bei jedem Wind und Wetter möglich.

Die digitale Rauschunterdrückung soll 80 Prozent der Umgebungsgeräusche bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h herausfiltern.

Was ist ein Motorrad-Headset?

Ein Motorrad-Headset ist dazu geeignet, während der Fahrt mit der hinten mitfahrenden Person oder anderen Motorradfahrenden zu kommunizieren.

So kann man Missverständnisse vermeiden und gleichzeitig das Fahrerlebnis miteinander teilen.

Je nach Preis gibt es große Unterschiede in der Funktionsbreite und Handhabe.

Moderne Motorrad-Headsets funktionieren mit Bluetooth-Verbindung und werden am Motorradhelm befestigt.

So kann man während der Fahrt über das Mikrofon digitale Konferenzen zwischen einer anderen oder auch mehreren Personen führen.

Besonders praktisch: Viele Geräte ermöglichen über eine passende App die Steuerung von Smartphones.

Bereits sehr empfehlenswert ist das Kommunikationssystem und Headset von Cardo.

Außerdem passt das Motorrad-Headset die Lautstärke der Übertragung selbstständig den Umgebungsgeräuschen an.

Über die Cardo Connect App lassen sich iOS-Geräte und Android-Smartphones bequem fernsteuern.

Fragen, die Sie sich vor dem Kauf eines Motorrad-Headsets stellen sollten

  • Möchte man das Motorrad-Headset zur Unterhaltung mit der mitfahrenden Person oder zur Gruppenkommunikation nutzen?
  • Wie viel technisches Knowhow bringt man für die Installation des Headsets im Motorradhelm mit? Das Einrichten kann je nach Hersteller komplex ausfallen. Wem einfaches Handling wichtig ist, sollte sich über diesen Part informieren.
  • Welche Reichweite möchte man zu anderen Motorrädern haben? Bei dieser Frage helfen Praxistests, da die Herstellerangaben teils von der realen Reichweite der Bluetooth-Headsets abweichen.
  • Wie viel Wert legt man auf Audio-Qualität und ein klares Motorrad-Kommunikationssystem? Im Motorrad-Headset-Vergleich zeigen manche Geräte eine deutlich verringerte Qualität bei erhöhter Fahrgeschwindigkeit. Je nachdem, welches Fahrverhalten man vorzieht, kann die Geschwindigkeitsempfindlichkeit bei der Kaufentscheidung wichtig sein.
  • Akku und Ladezeit: Amazon-Rezensionen geben einen guten Eindruck darüber, wie realistisch die Akkulaufzeit-Angaben der Hersteller sind. Vor dem Kauf eines Headsets fürs Motorrad sollte man sich hier unbedingt eine Meinung abholen.

Ist es erlaubt, mit Kopfhörern Motorrad zu fahren?

Ein wichtiger Hinweis für alle Technikbegeisterten: Grundsätzlich ist das Fahren eines Motorrads mit Kopfhörern erlaubt.

Sollte sich aber ein Unfall ereignen, kann das Hören von Musik während der Fahrt zu einer Teilschuld führen.

Sicherer fährt also, wer auf Kopfhörer mit geringerer Geräuschunterdrückung zurückgreift und das Headset nur zur Kommunikation nutzt.

Welches ist das beste Urlaubsreise-Motorrad?

Welches ist das beste Urlaubsreise-Motorrad, und welches passt zu wem? Fragen, die nur unterwegs beantwortet werden können.

Yamaha Tracer 9 GT

Die Koffer sind gepackt, die Abwesenheitsnotiz eingerichtet, das Smartphone stumm geschaltet - es kann losgehen.

Im Hof erwachen früh morgens vier Motoren - zweimal zwei- und zweimal dreizylindrig.

Der nominell stärkste unter ihnen ist der CP3-Triple der Yamaha Tracer 9 GT mit 890 Kubikzentimeter Hubraum, der samtig aber mit rauer Stimme vor sich hin säuselt und wenig später bei Ortsgeschwindigkeit fast vibrationslos dahingleitet.

Gasbefehle nimmt er ruckfrei entgegen und drückt schon aus niedrigen Drehzahlen verhältnismäßig vehement vorwärts.

Die Tracer 9 GT surft erhaben auf bulligem Drehmoment.

Die Seele baumeln lassen, kein Problem.

BMW F 900 XR

Wer Entspannung dagegen der Definition gemäß auslegt, fühlt sich auf der BMW F 900 XR eindeutig am wohlsten: Ihr Reihentwin mit V2-Hubzapfenversatz ist der Inbegriff von Unaufgeregtheit und Berechenbarkeit.

Die BMW malt nicht nur eine schnurgerade Leistungslinie auf das Prüfstandsprotokoll, sondern läuft dazu noch sehr vibrationsarm, braucht für den Gangwechsel nur wenig Kraft und geht wie auch die Tracer 9 GT besonders weich vom Schiebe- in den Lastbetrieb über.

Ducati Multistrada 950 S

Ein nochmals völlig anderes Gefühl genießt dahinter der Fahrer der Ducati Multistrada 950 S.

Unter ihm werkelt ein echter 90-Grad-V-Twin mit allem, was dazugehört.

Als da wären: mächtiger Punch aus der Mitte, rhythmische Schwingungen über das gesamte Drehzahlband und mäßige Laufkultur unterhalb von 4.000/min.

So mächtig die Ducati aus mittleren Drehzahlen an der Konkurrenz vorbeizuziehen vermag, so ruppig holpert sie auch durch die Ortschaften.

Sitzpositionen, Komfort, Handlichkeit

Aber die Freiheit genießt man nicht innerorts, sondern in der unbesiedelten Natur.

In bewaldeten Tälern, zwischen Feldern, auf schmalen Pässen.

Hier thront der Multistrada-Pilot über allen anderen.

Als Einzige trägt die Multi ein 19-Zoll-Vorderrad, positioniert den Fahrer oder die Fahrerin dazu am moderatesten mit im Vergleich weit vorne angebrachten Rasten.

Während die drei Konkurrentinnen kurz beschrieben Naked Bikes mit hohem Lenker, bequemer Sitzbank, Windschutz und Koffern sind, baut die Ducati auf dem Grundgerüst einer Reiseenduro auf.

Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht auch sportlich könnte.

Ohne viel Kennenlernzeit gibt die Duc schnell großes Vertrauen in Schräglage.

Weil sie der anvisierten Linie stets treu ist und mit steigendem Tempo trotz des großen Vorderrads sehr handlich bleibt.

Über den breiten Lenker lässt sie sich easy manövrieren, egal ob gediegen oder flott.

Fahrwerk und Dämpfung

Nach ein paar sportlich gerittenen Passagen überkommt die Crossover-Reisegruppe wieder das Verlangen nach genussvollem Touren.

Wo die Straßen schmaler werden und der Asphalt löchriger wird, ist die Landschaft doch oft am schönsten.

Mit ihren langen Federwegen von vorne und hinten 170 Millimetern hat die Multistrada 950 hier gute Karten.

Das semiaktiv dämpfende Fahrwerk schluckt im soften Modus Schläge jeder Härte zuverlässig.

Der Einstellbereich der Öhlins-Hardware ist außerdem sehr breit, weshalb auch das erwähnte flotte Fahren mit straffem Setup kein Problem ist.

Ebenfalls semiaktiv dämpfen die von Kayaba stammenden Federelemente der Yamaha Tracer 9 GT.

Die zwei zur Verfügung stehenden Automatik-Modi unterscheiden sich vor allem darin, dass im softeren von beiden ("A2") die Dämpfung über den Federweg weniger progressiv aufgebaut wird, während das härtere Setup ("A1") das Abtauchen der Gabel beim Bremsen und das Einsacken des Hecks beim Beschleunigen deutlich einbremst.

In beiden Einstellungen liegt die Tracer satt, kann aber auch wegen der kürzesten Federwege (vorne 137, hinten 130 Millimeter) beim Komfort nicht ganz mit der Ducati mithalten.

Und auch nicht mit der BMW, die ebenfalls lange Federwege (170 und 172 Millimeter) besitzt, allerdings die Dämpfung nur hinten semiaktiv anpasst.

Beide Dämpfungsmodi, "Dynamic" und "Road", werden ihren Bezeichnungen absolut gerecht (Dynamic führt die Hinterhand deutlich straffer), allerdings harmoniert die softere Road-Abstimmung insgesamt besser mit dem Setup der nicht einstellbaren Gabel.

Brems-Performance der Crossover-Bikes

Auf der letzten Etappe windet sich eine gut ausgebaute Straße den Berg hinauf und wieder hinab.

Vor engen Kehren heißt das für die Allrounder wiederholt hart den Anker werfen.

Die Bremse der Multistrada 950 S mit top Brembo-Hardware packt initial am heftigsten zu und lässt sich am feinsten dosieren.

Die Stopper von Yamaha und BMW fühlen sich trotz ebenfalls vorbildlicher Verzögerung weniger knackig an, und bei der MV Agusta steht zur Dosierung nur wenig Hebelweg zur Verfügung.

Außerdem regelt das ABS des Crossovers aus Varese recht früh.

Das kann vor allem die Tracer 9 GT besser, deren Blockierverhinderer das Heck gerade so am Boden hält.

Dass ihr ABS als einziges keine verschiedenen Modi bietet, fällt deshalb kaum auf.

Empfehlungen für Naked Bikes mit guter Soziustauglichkeit (bis 2.000€)

Einige der im Forum genannten Motorräder, die für gelegentliche Ausfahrten zu zweit geeignet sein könnten:

  • Suzuki GSX750
  • Honda Sevenfifty
  • Moto Guzzi Breva 750
  • Suzuki SV650
  • Suzuki Bandit 650 ABS

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