Die Geschichte und Modelle von Beta Motorrädern

Beta wurde 1904 als Fahrradhersteller unter dem Namen „Società Giuseppe Bianchi” gegründet.

Vom Fahrrad zum Motorrad

Mit der zunehmenden Motorisierung wandelte sich die Firma Ende der 40er Jahre zum Motorradhersteller.

Der Firmenname BETA entstand aus den Initialen der beiden Gesellschafter, Enzo Bianchi und Arrigo Tosi.

Seit den frühen 80ern ist Beta auch im Trialsport aktiv, neben der Produktion von Offroad-Fahrzeugen.

Beta im 21. Jahrhundert

Die Tatsache, dass die Roten aus Italien nicht umsonst Gas geben, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein.

Deshalb ist die beachtliche Liste an Neuerungen für das Modelljahr 2026 definitiv bemerkenswert.

Nicht nur das, sondern auch die Preise purzeln bei den Italienern aus Florenz und zeigen damit Schulterschluss zu den Kunden, die ebenfalls unter der aktuellen Inflation zu leiden haben.

Die Neuausrichtung mit der RR X-Pro Modellreihe

Mit dem Slogan „Ride like an X-PRO“ verkündete Betamotor 2025 die neue Ausrichtung seiner Standard RR-Modellreihe, die seitdem unter der Bezeichnung RR X-Pro geführt wird.

Die RR Racing Modelle bleiben natürlich weiterhin uneingeschränkt bestehen, um den reinen Racer anzusprechen.

Beta’s Ziel während der Weiterentwicklung war eine Neuausrichtung für Extremenduro auf Profi-Niveau.

Jeder Fahrer, unabhängig von der Leistungsklasse, sollte jederzeit das passende Setup finden können.

Besonderheiten der 2025er Modelle

Als die absolute Besonderheit dürfte die neue ZF-SHC-Gabel bezeichnet werden.

Denn bei dieser sitzt die Dämpfungseinheit im linken Gabelholm und die Gabelfeder im rechten Holm.

Eigentlich hat sich dieses System nicht wirklich im Endurosport oder Motocross in den vergangenen Jahren durchgesetzt, nachdem schon einige Hersteller diesen Ansatz verfolgten und wieder aufgaben.

Dafür aber hatte das System umso mehr im Mountainbike-Segment seinen Erfolg.

Somit waren die Erwartungen doch etwas skeptisch seitens der geladenen Pressevertreter.

Zumal man auch die Sitzhöhe um 20 Millimeter abgesenkt hatte, womit die Enduromodelle noch kompakter wurden.

SHC-Gabel mit optimierter Federführung zur Verbesserung der Ölschmierung an den mechanischen Komponenten.

Erste Testfahrten und Eindrücke

Zunächst ging es auf eine ordentliche einstündige Aufwärmrunde hoch auf über 1000 Meter auf den legendären Spuren der österreichischen Hardenduro Szene.

Das Rennen, das vor wenigen Wochen stattfand, führte zu massiven Beschleunigungswellen in den langen, steilen Zufahrten, gespickt mit unzähligen Wurzeln und dem gleichen wieder steil bergab.

Ideal, um das Fahrwerk, den Motor und die Bremsen auf Herz und Nieren zu prüfen.

Mit der 200er Zweitakt ging es mit Vollgas als Erstes bergauf, während die Gänge nur so flogen, um dann über eine Welle einen gut fünf Meter weiten Sprung aufs Parkett zu legen.

Man musste noch vor der Landung hart ans Gas gehen, da es weiterhin steil bergauf ging.

Jetzt hieß es festhalten, denn die gut 30 Zentimeter tiefen aufeinander folgenden Wellen würden die 200er sicherlich aushebeln.

Doch zu meiner Überraschung dämpfte das neue Fahrwerks-Setup diese gekonnt weg, die Traktion blieb erhalten und es ging in eine scharfe Rechtskurve mit reichlich Überschuss-Tempo den Hang hinauf - die 200 gab dabei mit Höchstdrehzahl alles.

Was für eine geniale Geräuschkulisse.

Jetzt hieß es nochmal richtig festhalten, Tank zwischen die Knie nehmen, denn die steile Abfahrt war durch das vorangegangene Rennen komplett beackert worden und mit Bremswellen und offen liegendes Wurzelwerk nur so gespickt.

Erneut überraschten die ZF-Fahrwerkskomponenten und dämpften diese Unwägbarkeiten einfach weg.

Die 200 blieb gut kontrollierbar und das setzte sich auch bei Highspeed im fünften Gang fort.

Überrascht von dieser so nicht erwarteten Performance mit der 200, die mittlerweile zu meinem persönlichen Lieblingshubraum gehört, hieß es anschließend Testkilometer am laufenden Band absolvieren.

Immerhin warteten noch drei Zweitakter - 125, 250, 300 - und drei Viertakter - 350, 390, 430 , 480 - auf mich.

Bei Viertaktern hatte es mir die 390er absolut angetan.

Es war ein absoluter Genuss in diesem einzigartigen Gelände bei schönstem Wetter die neuen Beta X-Pro ums Eck zu scheuchen und ans Limit zu führen.

Im Vergleich zu den 2024er Modellen hat man sich Fahrwerksseitig in meinen Augen definitiv positiv weiterentwickelt.

Die Motorleistung bei den Viertaktern war stets gut dosierbar und begeisterte gerade im engen Geläuf bei niedriger Geschwindigkeit mit ihrem seidenweiches Drehmoment.

Auch war die MXGP-Rakete RX 450 mit vor Ort, die ich natürlich ebenfalls ins Gebet nahm.

Um nicht zu stark ins Detail zu gehen, kann man hier schon festhalten, dass die neuen Roten aus Italien einen guten Weg eingeschlagen haben.

Die 2025 Pro-X Modelle werden definitiv ihren Platz im Extremenduro-Segment finden, aber auch für nahezu jeden dort draußen - egal welcher fahrerischer Level vorherrscht - ein interessantes Untersatz darstellen.

Der perfekte Kompromiss für Fahrer, die etwas mehr Dampf benötigen, denen die 300er aber zu heftig ist.

Probefahrten und Bringservice nach Rücksprache möglich in Buchholz.

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