Irgendwann kommt die Zeit, da müssen Sie sich leider von Ihrem Auto trennen. Sei es, weil das Auto nicht mehr zu den eigenen Anforderungen passt oder weil das Fahrzeug nicht mehr durch die Hauptuntersuchung (TÜV) gekommen ist. Ein neues Auto muss her und das alte muss weg. Ist das Automobil aber zu schade für die Schrottpresse, wird es eben verkauft. Das ist allerdings kein leichtes Unterfangen.
Mit Kleinanzeigen hast du den besten Platz für den Verkauf oder Kauf eines Autos gefunden - es ist Deutschlands größter Gebrauchtwagenmarkt von Privatanbietern. Hier befindest du dich in bester Gesellschaft und auf der sicheren Seite. Dennoch gilt nicht nur im Straßenverkehr die goldene Regel: Augen auf. Denn auch beim Autokauf und -verkauf gibt es einige Risiken. Und Betrüger machen es sich zunutze, dass andere weniger Erfahrung haben.
Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht - das ist auch beim Autokauf nicht anders. Mit unseren Tipps kannst du erste rote Flaggen schnell erkennen und Betrug beim Autokauf umgehen.
Häufige Betrugsmaschen beim Autoverkauf
1. Vorkasse
Beim Autoverkauf von privat ist eine gängige Betrugsmasche der Vorkassentrick. Es wird eine Vorüberweisung bzw. Anzahlung gefordert. Bereits im Inserat wird Bitte um Vorkasse gebeten, ohne dass du das Fahrzeug je sehen und alle Dokumente prüfen konntest, dann gibt es nur eine richtige Vorgehensweise: Lass die Finger von diesem Inserat und melde es direkt. Wir bitten dich auch darum, die Anzeige auch wirklich zu melden und nicht nur zu ignorieren, damit andere Nutzer nicht auf die Betrugsmasche hereinfallen. Wenn jeder diesen kleinen Beitrag im eigenen Interesse leistet, sind wir alle etwas besser geschützt.
2. Importfahrzeuge
Trickbetrüger nutzen beim Autoverkauf gern die Betrugsmasche mit Fahrzeugen aus dem Ausland, die dort nicht mehr als straßentauglich eingestuft werden.
3. Manipulation des Tachos
Dies kommt tatsächlich häufiger vor, als Sie vielleicht denken.
4. Verschweigen von Mängeln
Bekanntermaßen drücken diese den Preis. Das wissen natürlich auch Trickbetrüger, weshalb sie Mängel verschweigen. Besonders beliebt ist diese Form des Betrugs beim Autoverkauf, wenn es um Modelle von privat geht.
Es gibt Interessenten, die Ihnen nach dem Verkauf Ihres Wagens nicht gekennzeichnete Mängel unterschieben wollen. Wir empfehlen daher stets, im Vorfeld eine Mängelprüfung gemeinsam mit dem Käufer vorzunehmen und alles schriftlich festzuhalten. Eine neue Betrugsmasche beim Autoverkauf von privat ist es, dass von Ihnen Schadensersatz gefordert wird.
5. Preisdrücken
Wollen Sie Ihr Fahrzeug veräußern, geben Sie ein Preisgebot ab. Nimmt der Käufer dieses an, kommt ein mündlicher Vertrag zustande. Zwielichtige Händler versuchen schon am Telefon eine Zusage zu erhalten, dass sie das Auto abkaufen werden. Es empfiehlt sich immer, einen Kaufvertrag aufzusetzen, aber grundsätzlich bedarf ein solches Geschäft nicht der Schriftform. Das heißt: Wenn Sie dem Händler etwa die Zusage geben, ihm das Auto für 1.000 Euro zu verkaufen und er sagt unmissverständlich am Telefon zu, müssen Sie ihm das Auto verkaufen - egal, wie viele Anrufe Sie später noch erhalten und was Ihnen andere Kaufinteressenten bieten.
6. Unseriöse Sachverständige
Eine gängige Betrugsmasche beim Autoverkauf sind unseriöse Sachverständige. Möchte Ihnen ein Autohändler ein Fahrzeug verkaufen, sollten Sie etwaige Gutachten immer prüfen. Werden Sie außerdem stutzig, wenn er Ihnen mit dem Preis sehr stark entgegenkommt und keinen Festpreis festlegt.
7. Datensammlung für Versicherungsbetrug
Machen Sie auf jeden Fall Ihr Kennzeichen unkenntlich, wenn Sie Fotos auf Online-Plattformen hochladen. Ist dies nicht der Fall, ist eine beliebte Form des Betrugs beim Autokauf, so viele Daten wie möglich über Sie einzuholen. Mit den Informationen kann der Trickbetrüger dann bei Ihrer Versicherung eine Schadensmeldung vornehmen.
8. Treuhandservice
Wenn in einer Autoanzeige bei Kleinanzeigen bereits das Wort Treuhand auftaucht, dann sollten bei dir die Warnleuchten angehen. Oftmals handelt es sich auch hier um ein verlockend günstiges Angebot, meist aus dem europäischen Ausland. Nun soll das Geld an ein als sicher dargestelltes Treuhandunternehmen bzw. Transportunternehmen gezahlt werden. Das geschieht über eine Drittseite, die professionell gestaltet ist. Auf den ersten Blick sieht also alles vertrauenswürdig aus, das ist es aber leider nicht. Betrogene Kunden erhalten womöglich eine Nachricht, dass der Betrag erstattet wird. Jedoch dient das oftmals nur dazu, Zeit zu gewinnen. Im Übrigen: Treuhandservices werden über Kleinanzeigen generell nicht angeboten.
9. Zahlungen an Speditions- oder Verschiffungsunternehmen
Vielleicht erfolgt der Betrugsversuch nicht schon in der Anzeige bei Kleinanzeigen, sondern erst im Nachrichtenaustausch mit dem potenziellen Käufer. Oftmals sieht der Fall so aus: Ein Fahrzeug mit inländischer Zulassung wird im Ausland zu einem Schnäppchenpreis angeboten. Die Situation wird durch besondere Umstände erklärt, beispielsweise das Auto sei geerbt. Aus vorgeblicher Großzügig- und Gutherzigkeit bietet der Verkäufer einen kostenlosen Probezeitraum an, für den lediglich die Transportkosten und eventuell eine Kaution gezahlt werden sollen.
10. Verweigerung von Kontakt und Probefahrt
Wenn eine Probefahrt nicht möglich ist, solltest du den Kontakt zum Verkäufer einstellen. Lass dich auch nicht von fadenscheinigen Begründungen blenden, warum die Spritztour nicht stattfinden kann. Wie du einen Kontakt meldest? Zum Beispiel mit unserer App: Dort kannst du einfach in der Unterhaltung auf die drei Punkte in der rechten oberen Ecke tippen.
11. Abwicklung über Treuhandservice
Hier gilt das gleiche, wie wenn die Abwicklung über einen Treuhandservice bereits in der Anzeige steht: Auch in Privatnachrichten sollte diese Option nie angeboten werden. Wir empfehlen dir, den Nutzer zu melden, damit wir uns ein besseres Bild über seine Glaubwürdigkeit machen können. Auch hier solltest du den Kontakt abbrechen und die Anzeige bzw. den Nutzer melden.
12. Zweifel am Tachostand
Du hast die Vermutung, dass jemand den Tachostand manipuliert haben könnte? Dann hilft es, wenn du dir den allgemeinen Zustand des Fahrzeugs ansiehst. Besonders Bestandteile mit Gummi geben oft einen guten Aufschluss über das tatsächliche Alter eines Autos, aber auch an anderen Stellen kannst du mehr über den Zustand erfahren. Du kannst dir den tatsächlichen Kilometerstand auch durch Belege (darunter TÜV, Reparaturen und Untersuchungen) belegen lassen. Wenn dir das alles noch nicht reichen sollte, können wir dir eine unabhängige Untersuchung deines Wunschfahrzeugs ans Herz legen.
13. Fahrzeugabholung durch Dritte
Hier kann es zu zwei unterschiedlichen Szenarien kommen:
- Der Käufer beauftragt eine Spedition mit der Abholung. Als Sicherheit wird das Geld bei einem Online-Bezahlsystem gegeben. Da man als Verkäufer jedoch nicht unbedingt eine Bestätigung der Übergabe des Fahrzeugs bekommt, kann der neue Besitzer im schlimmsten Fall behaupten, dass er das Fahrzeug nie erhalten hat. Nun kann er über das Bezahlsystem eine Erstattung des Betrags anfordern.
- Die Abholung findet mit einer gefälschten Vollmacht statt. Oftmals gehören die Kopien der Ausweispapiere, die für diese Vollmacht verwendet werden, einer Drittperson, die diese als gestohlen gemeldet hat. Mit dieser Betrugsmasche beim Autokauf können sowohl der Verkäufer als auch zukünftige Käufer geblendet werden - ein doppelter Betrug.
14. Reparaturkostenbetrug
Stell dir Folgendes vor: Du hast dein Auto erfolgreich verkauft. Einige Tage später ruft ein angeblicher Freund des Käufers bei dir an und behauptet, das Auto habe kurz nach dem Kauf einen Defekt gehabt. Von dir wird jetzt gefordert, dass du die Reparaturkosten teilweise oder komplett trägst. Unser Tipp: nichts überweisen. Denn es handelt sich wahrscheinlich um eine neue Betrugsmasche beim Autokauf, bei der Betrüger Transaktionen im Internet genau beobachten. Meist weiß der tatsächliche Käufer auch gar nichts von diesem Vorgehen.
15. Fiktiver Schadenfall: Versicherungsbetrug
Bei dieser Betrugsmasche beim Autokauf gibt der Interessent an, dass er dein Auto sehr gerne haben möchte, ihn jedoch die hohen Versicherungskosten von einem Kauf abhielten. Nun fragt er nach deiner Versicherung und was du zahlst, damit er es mit seiner Versicherung abgleichen kann. Warum? Mit diesen Daten kann ein ausgedachter Schadensfall (einer eventuell gar nicht existierenden Werkstatt) bei deiner Versicherung eingereicht werden.
16. Notarbetrug
Ein potenzieller Käufer aus dem Ausland gibt an, dass eine notarielle Beglaubigung des Kaufvertrags nötig ist. Du als Verkäufer sollst die Kosten hierfür zunächst tragen und der Käufer erstattet sie dir nach erfolgreicher Transaktion angeblich wieder. Wir müssen das Szenario wahrscheinlich gar nicht weiter ausführen: Es kommt nie zum Verkauf und die bereits geleisteten Notargebühren siehst du nie wieder.
17. Kontotrick mit Bezahlsystemen
Der potenzielle Käufer sagt, dass es von seiner Bank aus vorgeschrieben sei, kleinere Centbeträge auf dein Konto zu überweisen, oder er fragt dich nach einem Code, der als Referenz in einer dieser Überweisungen angegeben war. Tatsächlich wurde auf diesem Weg aber in deinem Namen bei einem Zahlungsdienstleister ein Account eröffnet, der mit deinem Konto verknüpft ist. Nun kann dieser Account nach der erfolgreichen Verifizierung uneingeschränkt zu deinem Schaden genutzt werden.
18. Gefälschte Dokumente
Du solltest unter keinen Umständen auf Anfrage durch den Käufer deine Fahrzeug- oder Ausweispapiere kopieren und an Dritte senden. Allein diese Kopien in elektronischer Form reichen in manchen Fällen aus, um in deinem Namen zu handeln. Dir wird eine Gebühr abverlangt (oftmals zwischen 50 und 120 Euro), für die angeblich potenzielle Käufer im Ausland gefunden werden sollen.
Allgemeine Tipps für den sicheren Autoverkauf
- Schriftlichen Kaufvertrag abschließen: Bestehen Sie auf einem schriftlichen Kaufvertrag. Die ADAC Musterkaufverträge helfen, alles Wesentliche festzuhalten.
- Nicht unter Druck setzen lassen: Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen. Das könnte ein Anhaltspunkt dafür sein, dass ein Angebot nicht seriös ist.
- Auto abmelden: Melden Sie Ihr Auto vor dem Verkauf ab. Sonst haften Sie weiter für die Versicherungsprämie und Kfz-Steuer, wenn der Käufer den Wagen nicht ummeldet.
- Lange Anfahrten: Vermeiden Sie eine lange Anfahrt zum Käufer bzw. der Käuferin. Es besteht das Risiko, dass der Käufer bzw. die Käuferin vor Ort den Preis drücken will. Unter Umständen geben Sie sich mit einem zu niedrigen Kaufpreis zufrieden, damit Sie die Fahrt nicht umsonst unternommen haben.
Verhaltensweisen, die Misstrauen erwecken sollten
- Fahrzeug zu günstig
- Nutzung eines Treuhandservice
- Bitte um Vorkasse
- Zahlungen an Speditions- oder Verschiffungsunternehmen
- Verkäufer verweigert Kontakt und Probefahrt
- Verkäufer verlangt Vorkasse oder Anzahlung
- Verkäufer besteht auf Abwicklung über Treuhandservice
- Überprüfung von Fahrzeuggutachten und Plaketten
- Zweifel am Tachostand
Weitere Betrugsmaschen
- Nach dem Einstellen eines Verkaufsinserats erhalten Sie einen Anruf von einem Interessenten oder einer Interessentin, die Ihr Fahrzeug kaufen möchten. Allerdings könne er oder sie es nicht selbst abholen, sondern möchte eine Spedition mit der Abholung beauftragen. Um Vertrauen zu gewinnen, schlägt er bzw. sie vor, Ihnen vorab eine Zahlungsbestätigung eines Online-Bezahlsystems zuzuschicken. Beim Übergabetermin wird das Auto dann durch den beauftragten Spediteur abgeholt. Im Nachhinein behauptet der Betrüger bzw. die Betrügerin, das Fahrzeug nicht erhalten zu haben und friert das vermeintlich überwiesene Geld ein. So wird der grundsätzlich sinnvolle Käuferschutz des Online-Bezahlsystems durch die Betrüger ausgehebelt. Weil der Verkäufer bzw. die Verkäuferin mit der Bestätigung der Spedition nicht eindeutig nachweisen kann, dass der Käufer oder die Käuferin das Auto bekommen hat, wird diesen das Geld zugesprochen.
- Ein Autohändler kontaktiert private Autoverkäufer oder -verkäuferinnen und bietet einen sehr guten Kaufpreis für den Gebrauchtwagen. Der Verkäufer bzw. die Verkäuferin soll das Fahrzeug zum Käufer bzw. der Käuferin bringen. Dort (unter Umständen nach langer Anfahrt) angekommen, besteht der Händler zunächst auf einer Fahrzeugprüfung. Aufgrund diverser Mängel will er dann nur einen reduzierten Kaufpreis zahlen.
- Sie kommen vom Einkauf zurück, an Ihrem Wagen klemmt ein Kärtchen eines Aufkäufers. Versprechungen wie "Zahle Höchstpreise in bar" klingen auf den ersten Blick verlockend. Hinter diesen Angeboten verbergen sich meist Händler, die Autos für den Export suchen. Es handelt sich nicht generell um unseriöse Machenschaften.
- Betrüger im Ausland könnten die Fahrgestellnummer für ein gestohlenes Fahrzeug verwenden. Die alte FIN wird in diesen Fällen herausgeschliffen und die FIN von Ihrem Fahrzeug einschlagen. So bekommt ein gestohlenes Fahrzeug eine neue Identität (sog. Autodoublette).
Was tun bei Verdacht auf Betrug?
Wenn Sie einen verdächtigen Kontakt mit dem Verkäufer haben, melden Sie die Anzeige oder die Konversation. Die Polizei hat die technischen und rechtlichen Möglichkeiten, den Betrügern auf die Spur zu kommen.
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