Fahrradboxen in Tempelhof: Informationen und Initiativen zur Förderung des Radverkehrs

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg engagiert sich aktiv für die Förderung des Radverkehrs durch zahlreiche Projekte, die diesen Bereich nachhaltig stärken.

Ausbau und Modernisierung von Radverkehrsanlagen

Dazu gehören der Ausbau und die Modernisierung von Radverkehrsanlagen, die Einrichtung von Fahrradstraßen, der Bau von Fahrradabstellanlagen sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit durch gezielte Maßnahmen an Kreuzungen und viel befahrenen Straßen.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer Verkehrsplanung, die die Sicherheit der Schwächsten in den Blick nimmt. So entstehen nicht nur sichere und komfortable Verkehrsanlagen für Radfahrende und Zufussgehende, sondern auch attraktive, lebenswerte Stadträume, die zur Lebensqualität der Menschen in unserem Bezirk beitragen.

Bedeutung sicherer Fahrradabstellmöglichkeiten

Ausreichende, leicht zugängliche, sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten am Wohnort und am Fahrtziel sind eine wichtige Voraussetzung, um den Radverkehr in Berlin weiter zu stärken und dafür zu werben, aufs Fahrrad umzusteigen. Der berlinweite Ausbau von Fahrradabstellanlagen wird deswegen fortgesetzt und das Angebot kontinuierlich erweitert.

Seit 2017 besteht ein von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt finanziertes Fahrradbügelprogramm. Dabei können die Bezirke Gelder beantragen und damit den Bau von Fahrradbügeln finanzieren. Im Ergebnis konnten seit 2017 über 15.000 neue Abstellplätze an mehr als 7.500 Fahrradbügeln eingerichtet werden; rund drei Millionen Euro wurden bis einschließlich 2019 dafür aufgewendet.

Neben der Senatsverwaltung und den Bezirken arbeitet auch die landeseigene GB infraVelo GmbH an dem Ausbau von Fahrradabstellanlagen. Derzeit führt sie im Auftrag der Senatsverwaltung Standort- und Potenzialanalysen für Fahrradabstellanlagen an U- und S-Bahnhöfen durch, die Grundlage für weitere erforderliche Planungsschritte sind. Für einige Standorte ist heute schon sicher, dass ein zusätzlicher Bedarf besteht. Deswegen sind dort weitere Abstellanlagen vorgesehen. Beispielhaft seien hier die Bahnhöfe Jannowitzbrücke, Schönhauser Allee, Priesterweg und Grünau genannt.

Parkmöglichkeiten für Lastenräder

Lastenräder brauchen mehr Platz als gewöhnliche Fahrräder. Eine entsprechende Park-Infrastruktur können die Bezirke seit November 2019 ausweisen und so die Alltagsnutzung von Lastenräder erleichtern.

ParkYourBike: Sichere Fahrradstellplätze in Berlin und Brandenburg

Egal ob in der Freizeit oder im Alltag, wer Fahrrad fährt, wünscht sich passende Abstellmöglichkeiten, um sein Fahrrad vor schlechtem Wetter und Langfingern zu schützen. ParkYourBike bietet dir geschützte Fahrradstellplätze, denn das ist Teil einer nachhaltigen Mobilität in einer fahrradfreundlichen Stadt.

151 Fahrradboxen, einschließlich Boxen für Lastenräder, können ab sofort am Bahnhof Falkensee mit ParkYourBike genutzt werden. An drei Berliner Standorten gibt es nun 144 gesicherte Stellplätze, die mit ParkYourBike genutzt werden können.

Wie funktioniert ParkYourBike?

  1. Einmalig kostenlos registrieren und Zahlungsmittel hinterlegen.
  2. Hol dir die ParkYourBike Web-App. Bei der Anmeldung musst du ein gültiges Zahlungsmittel hinterlegen.
  3. Wähle deine Anlage und deinen Tarif.
  4. Parkst du in Berlin oder Brandenburg? Je nach Anlage gibt es verschiedene Angebote.

In den ParkYourBike-Anlagen in Berlin parkst du im Flex-Tarif die ersten 24 Stunden kostenfrei, Monats- und Jahreskarten sind ebenfalls verfügbar. In den RadPark-Anlagen in Brandenburg buchst du vor dem Parken deines Bikes einen festen Stellplatz und eine feste Laufzeit.

Jederzeit Zutritt zur Abstellanlage

Du möchtest noch feiern oder musst morgens früh raus? Kein Problem! Du kannst dein Fahrrad jederzeit parken und abholen und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, das ganze Jahr.

ParkYourBike bietet dir mit eigenen Anlagen und RadPark-Anlagen geschützte Fahrradabstellmöglichkeiten, die du mit nur einer App im Gesamtgebiet der Länder Berlin und Brandenburg nutzen kannst. Sammelanlagen sind ideal, um viele Fahrräder an einem Ort gesichert und geschützt unterzubringen. In einzelnen Fahrradboxen parkt i.d.R. nur ein Fahrrad, hier können auch persönliche Gegenstände mitgelagert werden.

Neben Sammelanlagen und Boxen sind bereits größere Anlagen, also Fahrradparkhäuser mit ParkYourBike-Stellplätzen, in Planung. Wir informieren dich hier und in der PYB-App über Neuigkeiten und Standorte.

Mit ParkYourBike kannst du an verschiedenen Anlagen in Berlin und Brandenburg parken und brauchst dafür nur eine einzige App. Das Parken geht leicht, schnell und du bist jederzeit flexibel.

Kosten und Tarife

Die Registrierung ist kostenfrei, genauso wie das Reservieren von Stellplätzen (nur an ParkYourBike-Anlagen in Berlin). Nur bei Parkvorgängen fallen Kosten an, dafür gibt es verschiedene Tarife. Du kannst bis zu 24 Stunden im Voraus maximal fünf Stellplätze pro Standort gleichzeitig reservieren. Dieser Service ist kostenfrei und nur an den ParkYourBike-Anlagen in Berlin verfügbar.

Parken bedeutet, dass du ein Fahrrad an einem der ParkYourBike-Standorte abstellst. Die ersten 24 Stunden ist das Parken im Flex-Tarif kostenfrei. Danach fallen Gebühren an (vgl. Tarife).

Wie beim Reservieren, kannst du pro Standort bis zu fünf Fahrräder gleichzeitig parken.

Standorte für gesichertes Parken

  • Berlin: Hier siehst du, an welchen Standorten und zu welchen Tarifen du dein Rad in Berlin abstellen kannst. Außerdem planen wir schon weitere Anlagen in der Hauptstadt- wir halten dich dazu auf dem Laufenden.
  • Brandenburg: In Brandenburg kannst du an verschiedenen RadPark-Anlagen gesichert und geschützt parken. Finde heraus, wo diese sind und wie viel das Parken hier kostet.

Mikrodepot am Berliner Te-Damm

Wer urbane Logistik in größerem Maßstab auf Cargobikes verlagern will, braucht City-nahe Umschlagplätze. Seit Jahren engagiert sich das Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg für sichere Radwege auf dem Tempelhofer Damm in Berlin. Ein großes Streitthema ist dabei der Lieferverkehr für die zahlreichen anliegenden Geschäfte.

2017 nahm die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einen vom Netzwerk initiierten Einwohner*innenantrag an. Das kooperativ genutzte Mikrodepot knüpft an das bundesweit bekannt gewordene Modellprojekt KOMODO in Berlin Prenzlauer-Berg an, das im Frühjahr diesen Jahres ausgelaufen ist.

Die Zahl der Paketzustellungen nimmt seit Jahren stetig zu und damit auch die negativen Folgen wie Lärm, schädliche Emissionen und Stau. Die COVID 19 Krise hat dies Entwicklung jetzt noch deutlich beschleunigt. Mit mehr als 40.000 Kraftfahrzeugen am Tag gehören der Tempelhofer und Mariendorfer Damm zu den meistbefahrenen Straßen der Stadt.

Die zukunftsfähige urbane Arealentwicklung am Tempelhofer Damm fordert neue Lösungen und Vernetzungen auf der logistischen letzten Meile. Als zentraler Lager- und Verteilort dient ab dem 1.10.2020 das Micro-Hub Te-Damm auf dem P+R Parkplatz S- und U-Bahn Tempelhof, unmittelbar an der BAB 100 am Tempelhofer Damm gelegen.

Mit dem Micro-Hub werden Güter, die über etablierte Logistiknetze in den Hub ankommen, mit CO2-neutralen und innovativen Kleinfahrzeugen feinverteilt. Das nachhaltige Logistiksystem forciert eine partnerschaftliche und flächeneffiziente Nutzung und Öffnung für interessierte Logistiker und Versender. Der Start erfolgt mit zwei Lieferdiensten und einem Konzept für die Selbstabholung von Lebensmitteln von regionalen Erzeugern aus Berlin und Brandenburg.

Ziele und Finanzierung des Mikrodepots

Um den Lieferverkehr mit Lkws am Tempelhofer Damm deutlich zu reduzieren, werden den Geschäftsinhaber_innen am Tempelhofer Damm künftig bestellte Waren mit Cargobikes bis vor die Tür gebracht. Dadurch erwarten wir, dass CO2-Emissionen, Staus und Lärm reduziert werden.

Beim Micro-Hub Te-Damm handelt es sich um ein Forschungsprojekt des BMVI. Die Fördermittel des BMVI betragen rund 44.000 EUR, der Bezirk finanziert zusätzlich bis zu 19.000 EUR und stellt den Parkplatz kostenfrei zur Verfügung.

Kooperation mit Smart City | DB entsteht ein Prototyp, dessen bauliche Umsetzung auf Leitgedanken der Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Qualität basiert. Wiederverwendbare Standardseecontainer werden mit einer Fassade aus unbehandeltem Lärchenholz und langlebigen Informationstafeln aufgewertet. Als visuelle Schnittstelle zum Quartier transportiert die Hülle der 80 qm-großen Anlage den Innovationsgedanken in das urbane Umfeld. Eine Solaranlage mit Batteriespeicher liefert den Strom für die LED-Beleuchtung und den Internetzugang.

Kritik an Fahrradboxen aus Steuermitteln

Im Schwarzbuch 2021 hatte der Bund der Steuerzahler die Errichtung von Fahrradabstellboxen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf kritisiert. Das Problem: Die Mietzahlungen für die exklusiv nur von den Mietern nutzbaren Stellplätze decken lediglich die laufenden Bewirtschaftungskosten. Die Baukosten wurden aus Steuermitteln getragen.

Der Verein hatte damals ein Gerechtigkeitsproblem darin gesehen, dass eine kleine Anzahl von Mietern einen individuellen verschließbaren Stellplatz im Straßenland exklusiv belegt, für die der Staat aus Steuermitteln die Baukosten übernommen hat, während die Mietzahlungen lediglich die Kosten für den laufenden Betrieb decken. Gekostet hatte der Bau dieser Fahrradabstellboxen mit insgesamt 50 Stellplatzen nach den damaligen Angaben des Bezirksamts rund 130.000 Euro.

Allerdings entstehen auch für den Bau der neuen Fahrradboxen wieder Kosten, die aus öffentlichen Mittel getragen werden. Diese belaufen sich laut Bezirksamt auf 691.000 Euro. Darunter fielen nicht nur die Anschaffung und Anlieferung der 48 Fahrradboxen, sondern auch die Kosten für den Bau inklusive Sicherung der Baustellen sowie die Planungskosten.

75 Prozent der Kosten werden vom Bundesamt für Logistik und Mobilität aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ getragen. Das Bezirksamt stelle 25 Prozent der Summe als Eigenmittel aus der Abgabe für Fahrradabstellanlagen.

Baukosten von 14.395 Euro pro Fahrradbox oder knapp 2.400 Euro pro Fahrradstellplatz hält der Bund der Steuerzahler für vergleichsweise teuer.

Auch die Höhe der Miete von 11 Euro pro Monat und Stellplatz, die laut Bezirksstadtrat für den laufenden Betrieb vollständig bei einem zwischengeschalteten Betreiber landen und „genau kostendeckend“ sein sollen, hält der Bund der Steuerzahler für relativ hoch. Kraus dazu: „Monatlich 66 Euro Betriebskosten für eine ungeheizte Fahrradbox für sechs Fahrräder ist aber ganz schön teuer.

Bei der Fahrradbox am Tegeler Weg handelt es sich offenbar um das Modell "CERATUM ONE" für sechs Fahrräder, das 2024 laut Preisliste des Herstellers CERVOTEC GmbH & Co. KG gebrauchsfertig geliefert 4.787 Euro kostete.

Eröffnung neuer Fahrradboxen am Rathaus Schöneberg

Am Montag haben Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg und Angelika Schöttler, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung und Facility Management, am Rathaus Schöneberg 64 neue Fahrradboxen offiziell eröffnet.

Die erste gesicherte Fahrradabstellanlage des Landes Berlin ist auf der Straße Am Rathaus errichtet worden. Sie besteht aus vier Containern mit je 16 Stellplätzen in Form von Einzelboxen. Die Stellplätze verteilen sich auf zwei Ebenen. Die oberen Boxen können mit hydraulischer Unterstützung leicht be- und entladen werden.

Mit der Anlage kommt auch das von infraVelo entwickelte Buchungs-, Zugangs- und Abrechnungssystem ParkYourBike erstmals zum Einsatz. Über eine App können Radfahrende rund um die Uhr einfach, schnell und flexibel ihre Räder in den Boxen parken. Das System startet zunächst mit einem halbjährigen kostenfreien Pilotbetrieb an der Anlage am Rathaus Schöneberg.

Um Radfahrenden einen einfachen Zugang zu gesicherten Fahrradabstellanlagen im gesamten Stadtgebiet zu ermöglichen, hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenUMVK) die Einführung eines stadtweit einheitlichen Buchungs-, Zugangs- und Abrechnungssystems als Ziel definiert. Dieses System wurde von infraVelo entwickelt.

Die gesicherten Abstellanlagen sind Teil einer bezirklichen Initiative für mehr Fahrradstellplätze am Rathaus Schöneberg. Am John-F.-Kennedy Platz wurden die vorhandenen Fahrradbügel erneuert und erweitert. Dort sind 66 neue Stellplätze für Fahrräder und sieben neue Stellplätze für Lastenfahrräder entstanden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0