Fahrradkomponenten im Test: Dynamos und mehr

Im Laufe eines Jahres kommen jede Menge Fahrradkomponenten zusammen, die wir in separaten Tests ausprobieren. Eine große thematische Zusammenfassung gibt es immer in den großen Teiletests der Ausgaben von Radfahren und ElektroRad, aber auch in einzelnen Testberichten in der Kategorie „Produkte ausprobiert“.

Fahrrad-Dynamos im Test

Das Fahrradlicht gehört beim Fahrrad zur Grundausstattung. Damit die Fahrradlampe leuchten kann, benötigt sie Strom. Hat man keine Akkubeleuchtung, kommt der Strom im Regelfall von einem Fahrrad-Dynamo. Wir haben uns angesehen, welche Unterschiede verschiedene Dynamos haben. Darauf sollte man auch 2025 achten.

Was man vor dem Kauf wissen sollte

Die Schwachstelle der Seitenläuferdynamos ist nasses und feuchtes Wetter. Damit der Reifen auch bei Nässe nicht über das Dynamorad rutscht, sollte der Dynamo möglichst leicht laufen und einen geringen Drehwiderstand aufweisen. Eine größere Laufrolle kann hier bereits Abhilfe leisten. Die Übersetzung verändert sich mit einem zunehmenden Durchmesser der Laufrolle. Je größer die Laufrolle, desto weniger oft dreht sie sich. Die Kraft wird also schonender auf den Dynamo übertragen. Vergrößert man die Laufrolle nachträglich (durch einen Aufsatz), kann sich der Anpressdruck an den Fahrradmantel erhöhen. Hier muss der Dynamo unter Umständen etwas nachjustiert werden.

Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass man einen Dynamo wählt, der für die richtige Montageseite geeignet ist. Hier wird zwischen einer Links- und Rechtsmontage unterschieden. Hat der Dynamo mehrere Anschlüsse für die Beleuchtung, können das Rücklicht und das Frontlicht separat voneinander angeschlossen werden. Wer auch bei schlechtem Wetter auf der sicheren Seite sein will, schaut sich die Fahrrad Akkubeleuchtung an. Moderne Fahrradlampen haben oftmals feine elektronische Bauteile. Gerade im LED-Beleuchtungsbereich ist es daher wichtig, dass entweder die Lampe selbst oder der Dynamo eine Überspannung reguliert und einen Überspannungsschutz hat. Mit dem Voltmeter kann man die Spannung recht einfach am Dynamo abnehmen und messen.

Verschiedene Dynamo-Modelle im Überblick

Einfacher Dynamo in klassischer Form

Dieser sogenannte Seitenläufer Dynamo kann auf Bedarf an den Reifen geklappt werden und produziert dann Strom für die Fahrradbeleuchtung. Wird er nicht benötigt, wird der Dynamo einfach wieder abgeklappt.

Linksmontage am Rad

Dieser einfache und klassische Fahrrad Dynamo wird auf der linken Seite montiert. Er hat einen Überspannungsschutz integriert und sorgt für den nötigen Strom, um normale Fahrradlampen betreiben zu können.

Axa HR Traction

Der Axa Dynamo ist ebenfalls ein Seitenläuferdynamo, der vier Anschlüsse aufweist. Diese teilen sich in zwei Anschlüsse für den Strom und zwei Anschlüsse für die Masse auf. Die Montageseite befindet sich links am Fahrrad. Damit maximal 6 Volt und 3 Watt produziert werden, hat der Dynamo einen Überspannungsschutz integriert.

Axa Dynamo

Der Fahrrad Dynamo kann mit einem schlichten Design punkten und wird auf der linken Seite montiert. Seine Stahllaufrolle nimmt den Kontakt mit dem Fahrradreifen auf und überträgt die Kraft auf die Rotorachse, um die gewünschten 6 Volt und 3 Watt zu produzieren.

Nabendynamo

Der Nabendynamo ist sozusagen die Revolution des Seitenläuferdynamos. Integriert in der Nabe, der Name verrät es bereits, ist er dauerhaft im Laufrad integriert. Strom wird hier durch das Drehen des Rads produziert, unabhängig von einem Rädchen, das am Mantel anliegt. Somit sind auch Wettereinflüsse wie Schnee oder Regen kein Grund für eine schlechtere Stromerzeugung. Da der Nabendynamo eingespeicht ist, werden oftmals komplette Laufräder inklusive Dynamo verkauft. Ein nachträgliches Austauschen ist mit recht viel Aufwand verbunden.

Der klassische Fahrrad-Dynamo findet auch heute noch Einsatz bei normalen Cityrädern oder Fahrrädern im unteren Preissegment sowie bei Kinderfahrrädern. Es ist eine solide Art Strom für die Fahrradbeleuchtung zu erzeugen und kann einfach auf Bedarf dazugeschaltet werden. Die korrekte Montage ist bei den Seitenläufern besonders wichtig, sie sollten möglichst parallel zur Neigung des Fahrradmantels laufen. Ob ein Dynamo gut, sehr gut oder nur befriedigend ist, zeigt er in der Praxis und vor allem bei schlechtem Wetter. Preisunterschiede können sich durch eine bessere Verarbeitung bemerkbar machen. Der Dynamo läuft am Fahrrad mit, daher sollte die Achse gut gelagert sein und bei allen Umdrehungen leise laufen. Günstige Modelle können den Effekt aufweisen, dass es beim Drehen“ruckelt“ oder diese hörbar lauter werden. Eines sollte man jedoch keinesfalls machen, Strom direkt vom Dynamo abnehmen und zum Laden des Smartphones in der Fahrrad Handyhalterung nutzen. Hierfür sollte immer ein Laderegler genutzt werden.

Weitere Fahrradkomponenten im Test

Faltpedale: Z-Line Fold

Es gibt Situationen, da freut man sich riesig über ein Faltpedal. Allerdings ist die Qualität der erhältlichen Modelle oft nicht zufriedenstellend. Faltpedale findet man selten, sind aber echte Problemlöser. So überzeugt das Z-Line Fold beim Transport des Rades in der Bahn, auf dem Heckträger oder beim Abstellen in der Garage oder der kleinen Wohnung. Der Grund: Eingeklappt baut das Pedal nur 27 Millimeter auf. So verschlankt sich die Silhouette des Rades drastisch, das Pedal bleibt nirgends hängen. Die Form kommt ohne scharfe Kanten aus, wodurch die Sicherheit für Hände, Füße und andere Räder gewährleistet wird. Ein pfiffiger Kunststoffpin fixiert das Pedal im eingeklappten Zustand gegen Rotation. Beim Ausklappen findet das Pedal automatisch in die Endposition, rastet sicher ein.

Beim Fahren fällt auf, dass die Trittfläche viel tiefer liegt und durch die Achsmitte verläuft. Daher muss der Sattel bis zu zwei Zentimeter abgesenkt werden. Der Tritt wird spürbar ruhiger, weil das Kippeln über der Achsmitte reduziert und der Fahrerschwerpunkt abgesenkt wird. Gerade auf langen Fahrten hatten wir das Gefühl, dass die Unterschenkelmuskulatur auch weniger ermüdet. Ein weiterer großer Vorteil: Beim Anhalten kommt man leichter mit den Füßen zum Boden, weil der Abstand jetzt kleiner ausfällt. Die Qualität des Pedals ist über jeden Zweifel erhaben: So werden die Bauteile aus hochwertigem Aluminium gefräst, wichtige Daten aufgelasert. Die Achse besteht aus solidem Chromoly-Stahl. Ein großes, zweireihiges Schrägkugellager sorgt für seidenweichen Lauf, IGUS Gleitlager für ein geschmeidiges Falten. Die Schuhe nehmen auf rutschsicherem 3M Griptape Platz. Der Satz wiegt 806 Gramm, für die Fahrergewichts-Freigabe von 150 Kilogramm gibt’s Extralob.

Fazit: Das Z-Line Fold ist das hochwertigste und solideste Faltpedal, das uns bis jetzt bekannt ist.

Ergonomische Pedale: Ergon

Viele Pedale sind ergonomisch einfach gehalten. Das will Ergon mit dem neuen Modell PT ändern. Das unaufgeregte Design bietet viele Finessen: Seitlich betrachtet, steigt die Vorderseite an, das Heck fällt ab. Zwei erhältliche Größen passen sich verschiedenen Schuhgrößen an. Zusammen mit dem markanten Innenanschlag wird der Fuß ergonomisch optimal auf dem Pedal zentriert und auf einen natürlichen Tretzyklus ausgerichtet. Eventuelle Probleme im Bewegungsapparat können so effektiv vorgebeugt werden. Die „Aktion Gesunder Rücken e. V.“ findet das Konzept so gut, dass sie ihm ihr Gütesiegel verliehen hat. Der Pedalkörper besteht aus mit Glasfaser verstärktem Kunststoff, ist bis 140 Kilogramm Fahrergewicht zugelassen und besitzt integrierte Cateye-Reflektoren.

In der Praxis findet man schnell eine angenehme Position. Dank flachem Aufbau und großer Fläche tritt es sich angenehm, die Kraftübertragung fällt direkt aus. Die rutschfeste Griptape-Oberfläche verzahnt sich gut mit verschiedenen Alltagsschuhen, ohne dabei wie bei MTB-Pedalen eine zu starre Verbindung einzugehen oder die Sohle zu schädigen.

Bambuslenker: Gump 760

Als Werkstoff genießt Bambus in Asien, Südamerika und Afrika einen hervorragenden Ruf. Er ist nachhaltig, robust, widerstandsfähig, langlebig, formstabil, leicht, hart und flexibel zugleich. Das dachte sich auch Dirk Passchier aus Neuseeland, der auf Fachwissen aus dem Paddelbau zurückgreift. Sein Modell Gump ist mehrschichtig verleimt, 760 Millimeter breit, dank Standardmaßen können jegliche Komponenten bei Vorbau (31,8 mm), Griff, Schaltung und Bremse montiert werden. Der Lenker ist bis auf harten Geländeeinsatz für Stadt, Reise, Bikepacking und 110 kg Fahrergewicht freigegeben. Auf Tour werden die Handgelenke durch die 22 Grad starke Rückkröpfung angenehm entlastet. Im Wiegetritt gibt der Lenker spürbar nach, was uns aber nicht störte.

Fazit: Der Gump 760 ist mit bester Ergonomie und Komfort gesegnet. Einer der interessantesten Lenker auf dem Markt. Der Preis? Hoch, aber fair!

Reverse Components: Vielfalt für Individualisten

Reverse Components bietet mit einer breiten Palette an Fahrradkomponenten und einer großen Farbauswahl allerlei Möglichkeiten, euer Fahrrad mit optischen Highlights zu versehen. Das Sortiment umfasst unter anderem Pedale, Sattel, Lenker, Vorbauten und viele weitere Anbauteile.

Mountainbiker tragen oftmals recht farbenfrohe Kleidung. Manchen könnten glatt als „bunte Papageien im Wald“ durchgehen. Auch die Komponenten von Reverse lassen keinerlei Farbwünsche offen. Der Hersteller bietet auf der eigenen Homepage sogar einen Farbfinder, um Komponenten gezielt nach Farben zu filtern.

Der Hersteller lässt seine Komponenten an Prüfinstituten wie dem EFBE-Prüflabor oder dem Zedler-Institut testen. Bei Fahrradkomponenten wie etwa Lenkern, Vorbauten, Fahrradrahmen oder Pedalen gehören Tests auf mechanische Stabilität seit langem zum Alltag. Reverse und EFBE nutzen dabei eigene Standards und Verfahren für MTB-/eMTB-Komponenten, um die spezifischen Belastungen zu prüfen.

Alle getesteten Komponenten gibt es jedoch auch in zahlreichen weiteren Farben. In puncto Verpackung besteht unserer Meinung nach bei Reverse Handlungsbedarf. Zu viel Plastik ist nochmals in Plastik verpackt. Zu wenig recycelte Materialien werden verwendet. Das lösen einige Hersteller inzwischen besser.

Weitere Komponenten von Reverse im Test

  • Lenkergriffe: Ergonomisch ist der Griff nicht in den höchsten Klassen unterwegs. Dennoch sorgt er für einen angenehmen Halt. Die diamantene Griffstruktur gefällt uns besonders gut. Sie unterstützt einen kraftsparenden Halt. Die Montage über Klemmringe aus Aluminium und sogenannte Bar-End-Chips am Griffende gestaltet sich einfach.
  • Spacer: Mit Hilfe von Spacern variiert ihr die Höhe des Lenkers. Wir montieren beide Spacer-Größen an unserem Lenker. Um die richtige Lenkerhöhe für das Fahrrad zu finden, löst ihr zu Beginn den Vorbau vom Gabelschaft. Zwischen Vorbau und Steuersatz setzt ihr einen oder mehrere Spacer ein. Wichtig ist, dass der Vorbau noch am Gabelschaft korrekt fixiert werden kann. Auf einer kurzen Ausfahrt könnt ihr auch die Anzahl der Spacer variieren und so unterschiedliche Lenkerhöhen testen. Auf diese Weise gelangt ihr recht schnell zur besten Sitzposition. Grundsätzlich fördern tief eingestellte Lenker eine aerodynamische, sportliche Sitzposition. Komfortabler dagegen sind Lenker, die höher eingestellt sind.
  • Sättel: Fühlt ihr euch auf dem Sattel unwohl, können langfristig Taubheitsgefühle und Sitzprobleme die Folgen sein. Der AM Ergo besticht durch einen großvolumigen, weichen Aufbau. Um den Druck im Dammbereich zu reduzieren, ist in der Mitte ein sogenannter Entlastungskanal eingebracht. Dieser reduziert die Gefahr unter anderem für das Abklemmen von Nerven und Blutbahnen. Im hinteren Sattelbereich ist der AM Ergo mit Kevlar ausgestattet. Das synthetische Mischgewebe bietet eine hohe Reißfestigkeit und hohen Abriebschutz. Parallel zum Sattel AM Ergo testen wir auch den Reverse Components Fort Will Titan. Die Oberfläche des Fort Will Titan weist einen angenehmen Halt auf. Sie ist für spezielle Wetterbedingungen wie etwa matschige oder regnerische Verhältnisse konzipiert. Das Gestell aus Titan macht den Fort Will Titan mit 231 g im Vergleich zum AM Ergo mit 259 g leichter.
  • Sattelschellen: Die Sattelschelle Bolt kommt im Vergleich zur Sattelschelle Long Life mit Schnellspanner etwas schlichter daher. Mit ihren 26 g ist sie 20 g leichter als die Sattelschelle Long Life mit Schnellspanner. Die Sattelschelle Long Life mit Schnellspanner ist angenehm in der Handhabung. Eine kleine Messingplatte dient als Spannfeder.
  • Pedale: Das Super Shape-3D wirkt auf uns von Beginn an extrem stabil. Dieses ist für die Nutzung im MTB/eMTB-Bereich vorgesehen. Die Plattformgröße beträgt 100 mm x 95 mm. Sollte einmal ein Pin verbogen sein oder verloren gehen, so könnt ihr auf insgesamt fünf Ersatzpins samt Inbusschlüssel zurückgreifen. Standardmäßig sind die Pedale mit Pins aus Aluminium ausgerüstet. Eine Alternative zu Pins aus Aluminium sind die Reverse Components Pedal Pins aus Stahl.
  • Bremsscheibenadapter: Am vorderen Bremssattel ist das der Reverse Components Bremsscheibenadapter IS-PM 160 VR+140 HR. Er eignet sich für Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 160 mm am Vorderrad oder 140 mm am Hinterrad. Der hintere Bremssattel wird vom Reverse Components Bremsscheibenadapter IS-PM 180 VR+160 HR in Position gebracht. Dieser ist für Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 180 mm am Vorderrad bzw. 160 mm am Hinterrad geeignet. Die Bremsscheibenadapter sind aus Aluminium und wiegen jeweils weniger als 20 g.

Reverse Components entwickelt Komponenten gezielt für den Einsatz im MTB/eMTB-Bereich. Uns überzeugen vor allem die Stabilität und Belastbarkeit aller Anbauteile. Im Vergleich zu einem vielseitigen, alltagstauglichen Rad müssen Komponenten im MTB/eMTB-Bereich höhere Kräfte übertragen können. Dies sichert der Hersteller durch Tests sämtlicher Komponenten an einschlägigen Prüflaboren.

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