Viele Radfahrer träumen davon, einmal die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren. Eine solche Tour ist ein unvergessliches Erlebnis, das jedoch gut geplant sein will. In diesem Artikel werden die Erfahrungen und Tipps für eine gelungene Alpenüberquerung mit dem Fahrrad beleuchtet.
Routen und Etappen
Eine beliebte Route ist der Alpe Adria Radweg, der von Salzburg über den Alpenhauptkamm bis ans Mittelmeer nach Grado führt. Bike Mike hat diese Route in 7 Fahrtage aufgeteilt und zu jeder Etappe einen Film erstellt.
Eine andere Möglichkeit ist die Via Claudia Augusta, eine alte Römerstraße, die sich gut für eine Alpenüberquerung eignet. Die interaktive Routenplaner der Via Claudia Augusta-Seite zeigt zwischen Pfunds und Nauders eine schnurgerade Linie an, die sich nicht erschließt. Es gibt aber die Möglichkeit, in Pfunds den Inn entlang bis Martina (Schweiz) zu fahren und dann die Norbertshöhe hoch und wieder hinunter nach Nauders.
Etappenbeispiele:
- Oneway: 58,0 km, 50 hm
- Salzburg nach Grado: 7 Fahrtage
- Bad Tölz nach Sautens: ca. 114 km, 1.340 hm
- Sautens nach Saltaus: ca. 105 km, 2.160 hm
Unterkünfte und Verpflegung
Es ist empfehlenswert, Unterkünfte im Voraus zu buchen, besonders in der Hauptsaison im Juli. Es gibt aber auch die Möglichkeit, spontan etwas zu finden. Die Übernachtungs- und Verpflegungsinfrastruktur an den Radwegen ist hervorragend.
Entlang der Strecke gibt es genügend Supermärkte, Cafés und Restaurants, um die Flaschen aufzufüllen und eine Pause einzulegen.
Besondere Orte und Empfehlungen
- Festungsstadt Palmanova: Imposante Verteidigungsanlage in Sternform.
- Aquileia: Römische Ausgrabungsstätten und Bodenmosaik in der Basilika.
- Reschensee: Fahrt auf der Westseite entlang.
- Glurns: Lohnenswerter Besuch.
- Kalterer See: Landschaftlich schöner als an der Etsch entlang.
- Ritten: Wundervoller Blick auf den Schlern.
- Stilfser Joch: Eine tolle Sache, besonders am Stelvio Bike Day (Straße für Verkehr gesperrt).
- Meran: Besonders schöne Stadt.
Ausrüstung und Vorbereitung
Ein frisch gewartetes und tadellos funktionierendes Bike ist das A und O. Check Dein Rad, check alle Schrauben, packe Bremsbeläge und Kettenglieder ein. Wer mit abgefahrenen Bremsbelägen, nicht funktionierendem Fahrwerk oder defekter Kette anreist, wird Probleme bekommen.
Die wichtigsten Dinge, auf die man vor der Transalp achten sollte, wenn man sein Bike für die Woche fit macht: Welches Reifensetup ist sinnvoll? Am allerwichtigsten, neben der körperlichen Fitness, ist, ein frisch gewartetes und tadellos funktionierendes Bike.
Da ein Großteil der Transalp auf Asphalt und Schotter gefahren wird, sollte am Hinterrad auf jeden Fall ein schnell rollender Reifen wie unser Aspen oder Rekon Race gefahren werden. Abhängig vom Wetter und auch vom Trailanteil kann vorne ein etwas gröberes Profil wie bei unserem Ikon verwendet werden.
Empfehlenswerte Ausrüstung:
- Regenkleidung
- Ersatzteile (zB Umwerfer, Kette)
- Zweiter Akku (für E-Bikes)
- Zweites Ladegerät
- Reifenheber
- Ersatzschlauch
- CO2-Kartusche
- Tire Plugs
Reifenwahl und Luftdruck
Wichtig ist, dass der Reifen zum Rad und zum Fahrer passt. Es gibt TeilnehmerInnen, die eine Maxxis Bike Transalp auf ihren Trail- oder Enduro-Bikes bewältigen. Wenn das Rad wie gewohnt gefahren wird, bringt ein leichter XC-Reifen trotz Pannenschutz herzlich wenig.
Das Allround-Rezept lautet: vorne Grip und gutes Roll- und Bremsverhalten, hinten darf es auch schneller rollen.
Mehr Volumen kann mit weniger Druck gefahren werden. Wie weit ich den Druck reduzieren sollte, hängt auch vom persönlichem Fahrkönnen ab und davon, wie beziehungsweise ob ich mein Bike im Grenzbereich beherrsche oder eben nicht.
Jeder Reifen braucht abhängig von Systemgewicht, Laufrad, Fahrwerks-Setup, Fahrweise und Untergrund einen gewissen Mindestdruck um zuverlässig funktionieren zu können.
Das beste Verhältnis kann man nur durch schrittweises Herantasten an den “richtigen” Luftdruck unter Einbezug der genannten Variablen herausfinden.
Tubeless oder Schlauch?
100 % Tubeless! Das Pannenrisiko, mit Schlauch zu fahren, ist deutlich höher als beim leichteren Tubeless-Setup. Sollte der Tubeless-Reifen dennoch mal Probleme machen, kann er mit einem Plug oder notfalls auch Ersatzschlauch wieder fit gemacht werden.
Herausforderungen und Tipps
- Reschenpassstraße: Vor der Tour prüfen, ob die Baustelle und Sperrung beendet ist.
- Straße nach Martina: Wegen Felssturz gesperrt, bei der Gemeinde nachfragen.
- Geschwindigkeitsbegrenzung: Auf den Abfahrten die Geschwindigkeit beachten.
- Bremsen: Auf Passabfahrten auf Bremsverschleiß achten und Ersatzbremsbeläge mitnehmen.
- Wetter: In den Alpen kann das Wetter schnell umschlagen, warme Kleidung und Regenkleidung einpacken.
Erfahrungen anderer Radfahrer
| Radfahrer | Erfahrung |
|---|---|
| Prof. p. i. n. | Tolle Tour mit dem Pino (Tandem), perfekte Wege und Landschaften. |
| Jörg&AnkeD | Bremsverschleiß auf Passabfahrten war extrem. |
| BikeMike | Die Maxxis BIKE Transalp ist geprägt von einem internationalen Starterfeld und einem familiären Zusammenhalt. |
Die Alpen mit dem Rad zu überqueren ist eine unvergessliche Erfahrung. Mit guter Planung und Vorbereitung steht einem erfolgreichen Alpencross nichts im Wege.
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