Bald wird Neckarwestheim wieder über die Grenzen des Landkreises hinaus in aller Munde sein, zumindest in Kreisen von Lederkuttenträgern. Denn nicht nur das Atomkraftwerk macht die Gemeinde überregional bekannt.
Der Biker-Day, den der lokale Kinderhilfsverein Kihive für einen guten Zweck veranstaltet, zieht regelmäßig Harley- und andere Motorradfahrer von weither an. Am Samstag, 20. Juli, findet er zum 13. Mal mit Motorradkorso und viel Live-Musik statt.
„Dieses Jahr werden wir wieder einen tollen Betrag an unsere mildtätigen Projekte übergeben", kündigt Kihive-Vorstandsmitglied Ingo Burkhardt an: "Jedes der acht Projekte erhält 4000 Euro, womit wieder ein stolzer Betrag von 32 000 Euro übergeben wird."
Details zum Biker Day
Doch bevor Vertreter der Kubis-Stiftung „Wohngruppe Kaltenstein“, von autista, der Vereine Lichtblick-TAK, Pfiffigunde und andere ihre Schecks entgegennehmen, bieten die Veranstalter den Bikern ein volles Programm. Start ist ab 10 Uhr auf dem GKN-Parkplatz.
Ab hier startet ein 25-Kilometer-Motorradkorso, der auf dem zum Festplatz umfunktionierten Gelände des Musikvereins endet. Ab 11.30 Uhr gibt es hier nicht nur Essen und Trinken, eine Händlermeile und eine Tombola, sondern vor allem, nach einem Biker-Gottesdienst, Live-Musik mit Michel & Friends (ab 12.30 Uhr), der Coverband Defrosted und Wishing Well & 7MoreDays.
Der Reinerlös des Biker-Days fließt wie immer in die Unterstützung der Projekte des Kihive-Vereins.
Der Kinderhilfsverein Kihive
Von den sieben Gesichtern, die vom Logo des Neckarwestheimer Kinderhilfsvereins (Kihive) strahlen, gehören fünf zu Mädchen und nur zwei zu Jungs.
Seit 20 Jahren besteht der mildtätige Verein, der seit 2010 seine Haupteinnahmen aus dem jährlich veranstalteten Biker Day bezieht. Die meisten der 60 Kihive-Mitglieder fahren Motorrad, sind, klischee-typisch, männlich.
Als mildtätiger Verein unterstützt der Kihive regionale Projekte, die dem Wohl von Kindern zugute kommen. Denn: Probleme direkt vor der Haustür würden oftmals übersehen oder mangels medialer Präsenz in den Hintergrund geraten.
So übernimmt der Kihive Essenspatenschaften für Schulkinder in Zusammenarbeit mit dem Heilbronner Kinderschutzbund und finanziert Trösterbären, mit denen Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste über den Freundeskreis Teddybär ausgestattet werden.
Er hilft mit Spendengeldern Pfiffigunde Heilbronn, der Anlaufstelle für sexuell missbrauchte Minderjährige, der Familienherberge Lebensweg in Illingen, einer Kubis-Stiftung Wohngruppe auf dem Kaltenstein, Autista Heilbronn, dem Verein Lichtblick-Tak und der Awo beim Projekt "Familienklassenzimmer" in Neckarwestheim.
Im Prinzip hat es so mit dem Verein begonnen, wie Burkhardt dazu gekommen ist - durch einen Zufall: Thomas Ullrich habe sich damals als CDU-Vorstand im Gemeinderat dafür stark gemacht, Spenden für eine Typisierungsaktion für ein an Leukämie erkranktes Mädchen zu sammeln. Für die gesammelten Hilfsgelder brauchte der mittlerweile 63-Jährige (und derzeit selbst durch Krankheit außer Gefecht befindliche) Vereinsvorsitzende irgendwie ein eigenes Bankkonto. Das brachte ihn, beziehungsweise, so meint Burkhardt zu wissen, seine 2014 verstorbene Frau, auf die Idee mit der Vereinsgründung.
Ingo Burkhardt und seine Rolle im Kihive
Er selbst, Tattoo auf dem rechten Oberarm, Halskette, ist 2012 über seine Harley zum Verein gekommen. Mehr oder weniger zufällig. Als der gebürtige Brackenheimer von Ilsfeld nach Neckarwestheim zog, lagerte der Kihive noch Mobiliar und Gerätschaften für seine Events im Gebäude gegenüber, saß der Vorstand dort gerne zusammen.
Und seit sich der 50-Jährige, beruflich im kaufmännischen Bereich bei der Güglinger Solarparkfirma Hep beschäftigt, um den Internetauftritt des Vereins kümmert und ihn auf Social-Media-Kanälen pusht, geht"s mit den Sponsorengeldern steil bergauf: "Wir werden dieses Jahr unsere Spenden verdoppelt", kündigt Burkhardt an.
"Wir haben gut gewirtschaftet", begründet Burkhardt die Liquidität.
Historie des Biker Days
Zwar war das Fest für den guten Zweck auf dem Neckarwestheimer Marktplatz von Anfang an ein Erfolg, doch kein Vergleich mit dem Event.
Erstmalig am Samstag statt am Sonntag, erstmalig auf dem Gelände des Musikvereins statt auf dem Marktplatz, aber wie immer mit einem Motorradkorso unter dem Motto "Harley & more", einer attraktiven Tombola, von lokalen Betrieben gespendeten Speisen und Getränken und - vor allem - hochkarätigen Live-Bands. Erwartet werden wieder mindestens 3000 Gäste aus nah und fern.
Warum er selbst sich so stark für den Kihive macht?
Der Biker Day 2024 findet am 20. Juli statt und verspricht ein unvergessliches Erlebnis für alle Teilnehmer.
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