Fahrradkette Reinigen: Test und Vergleich

Eine saubere Fahrradkette ist entscheidend für den reibungslosen Betrieb und die Langlebigkeit eines Fahrrads. Eine saubere Fahrradkette trägt dazu bei, die Reibung zu verringern, die Effizienz zu erhöhen und die Lebensdauer der Kette zu verlängern. Doch wie reinigt man eine Fahrradkette am besten? Es gibt verschiedene Methoden und Produkte, die zur Auswahl stehen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Fahrradkettenreiniger, ihre Anwendung, Vor- und Nachteile sowie einen Vergleich verschiedener Produkte auf dem Markt.

Warum ist die Reinigung der Fahrradkette wichtig?

Eine saubere und gut gewartete Fahrradkette ist für eine reibungslose und effiziente Leistung unerlässlich. Eine saubere Kette sorgt für ein ruhigeres, effizienteres Fahrverhalten und eine regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer von Kette und Schaltung. Das Fahrrad Kettenöl hilft ebenfalls das Leben ihres Fahrrads zu verlängern.

Methoden zur Reinigung der Fahrradkette

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Fahrradkette zu reinigen. Hier sind einige der gängigsten:

  • Kettenreinigungsgerät: Das Kettenreinigungsgerät an die Fahrradkette ansetzen, diese durchlaufen lassen und schon ist die Kette wieder gereinigt. Mit einem solchen Reinigungsgerät die Kette zu säubern ist eine pure Tat der Bequemlichkeit. Mit einem Kettenreinigungsgerät wird die Fahrradkette schnell und einfach gereinigt, ohne sie abnehmen zu müssen. Die Reinigung übernehmen rotierende Bürsten und fixe Schwämme im Inneren des Geräts. Dazu wird es mit einer definierten Menge Reinigungsflüssigkeit (Entfetter) gefüllt und um die Kette montiert. Dann dreht man die Kurbel rückwärts, in der Regel zwanzig bis dreißig Mal.
  • Lösungsmittelhaltige Reiniger: Lösungsmittelhaltige Reiniger verwenden eine Reinigungslösung, um Schmutz und Ablagerungen zu lösen. Sie sind in einer Flasche oder Dose erhältlich und werden direkt auf die Kette aufgetragen. Das Lösungsmittel löst Schmutz und Verunreinigungen und danach können sie einfach mit einem Lappen oder Tuch abgewischt werden. Um einen Reiniger auf Lösungsmittelbasis zu verwenden, müssen Sie die Kette vom Fahrrad abnehmen und sie in einen Behälter oder auf einen Lappen legen. Lassen Sie den Reiniger einige Minuten auf der Kette einwirken und wischen Sie ihn dann mit einem Lappen oder Tuch weg. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis der Lappen oder das Tuch sauber ist.
  • Bürstenreiniger: Diese Reinigungsvariante setzt auf den Bürstenmechanismus, um Verschmutzungen und Ablagerungen von der Fahrradkette abzuschrubben. Im Anschluss wird die Bürste verwendet, um die Kette sauber zu schrubben. Um einen Bürstenreiniger zu verwenden, müssen Sie die Kette vom Fahrrad abnehmen und sie danach in einen Behälter oder auf einen Lappen legen. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die Kette sauber ist. Spülen Sie sie dann gründlich mit Wasser ab und trocknen Sie sie mit einem sauberen Tuch. Achten Sie bei der Verwendung einer Reinigungsbürste darauf, dass Sie eine Bürste mit steifen Borsten verwenden, um die Kette effektiv zu schrubben.
  • Entfettungsmittel: Entfettungsmittel als Fahrradketten-Reiniger verwenden Reinigungslösungen, um Schmutz, Ablagerungen und alte Schmiermittel zu lösen. Entfetter werden in der Regel in einem Reinigungsbad verwendet, in dem die Kette eine bestimmte Zeit lang in die Lösung getaucht, dann abgespült und im letzten Schritt getrocknet wird. Um einen Entfetter zu verwenden, müssen Sie die Kette vom Fahrrad abnehmen und in ein Reinigungsbad legen, das mit der Entfetterlösung gefüllt ist. Lassen Sie die Kette für die angegebene Zeit in der Lösung einweichen, nehmen Sie sie dann aus dem Bad und spülen Sie sie gründlich mit Wasser ab. Halten Sie sich bei der Verwendung eines Entfettungsmittels genau an die Anweisungen des Herstellers, da verschiedene Entfettungsmittel unterschiedliche Einweichzeiten haben können.

Vor- und Nachteile von Kettenreinigungsgeräten

Kettenreinigungsgeräte sind eine bequeme Lösung. Man muss sich aber bewusst sein, dass komplett vom Matsch verdreckte Ketten nicht einfach durch das Gerät gezogen werden können. Ein anderes Thema beim Kettenreinigungsgerät ist die Problematik, dass die Schmiere die ab Werk bereits in der Kette versickert ist, wieder herausgewaschen wird. Und das soll eigentlich vermieden werden, da es sonst zu einem erhöhten Verschleiß der Fahrradkette kommt. Das Beste für die Kette ist es nicht, denn dann lieber mit dem Hochdruckreiniger kurz drüber gehen und den Rest mit einem Lappen und WD-40 abziehen. Du kannst ein Kettenreinigungsgerät verwenden und sie funktionieren auch.

Unstrittig ist jedoch, dass Kettenreinigungsgeräte dem Reinigen mit einem Hochdruckreiniger vorzuziehen sind, was mittlerweile auch bei Rädern recht beliebt ist. Dabei werden durch den hohen Druck nicht nur eventuell in die Kette applizierte Schmierstoffe ausgespült, es wird zudem Wasser in die Glieder gedrückt, die in Folge rosten können. Generell sollten Druckreiniger für Fahrräder nur dann verwendet werden, wenn sie auch mit niedrigerem Wasserdruck arbeiten können. Damit ist die Gefahr geringer, dass Wasser in Lager, Gelenke etc. Kettenreinigungsgeräte haben zudem den Vorteil, dass sie die Ketten-Glieder und -Rollen in Bewegung setzen. So werden die »Innereien« der Kette besser gereinigt als bei der »statischen« Reinigung per Bürste.

Worauf sollte man bei der Verwendung von Reinigern achten?

Wichtig ist, die Maximalangaben an Reinigungsmittel zu beachten, die der Hersteller vorgibt. Ansonsten würde die Kette regelrecht ertränkt werden und die Kettenschmiere die ab Werk in der Kette steckt, würde sich rausspülen. Dies gilt es zu vermeiden. Nachdem die Kette gereinigt wurde, sollte sie ordentlich eingeölt werden. Das Öl sollte eine Nacht einwirken dürfen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Zwar müssen alle Reiniger biologisch leicht abbaubar sein, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass sie wirklich schonend zur Umwelt sind. Rohstoffe auf pflanzlicher Basis oder Recycling-Verpackungen findet man immer noch zu ­selten. Lassen Sie sich also nicht blenden von Bio-Versprechen oder grellbunten Flüssigkeiten. In einigen Fällen ist es dann doch nicht viel mehr als eine optische Täuschung.

Seit 2005 schreibt die Detergenzienverordnung (DVO; Nr. 648/2004) vor, dass alle Tenside, die in der EU in Verkehr gebracht werden, biologisch leicht abbaubar sein müssen. Daher gilt für die Reiniger im Test: Sie müssen innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 80 Prozent primär (sie verlieren ihre Tensideigenschaften) und zu mindestens 60 Prozent vollständig biologisch abgebaut werden.

Produktvergleich: Öko-Fahrradreiniger im Test

Hier ist ein Überblick über einige der getesteten Öko-Fahrradreiniger:

Produkt Preis pro Liter Reinigungsleistung (Note) Materialverträglichkeit (Note) Umweltverträglichkeit Fazit
Antidot Bike Reiniger 17,27 Euro 4,0 1,0 sehr gut Vorbildliche Öko-Eigenschaften, löst hartnäckigen Schmutz aber kaum an.
Dr. Wack F100 Bio Fahrradreiniger 26,65 Euro 1,0 1,5 sehr gut Die Bio-Variante des F100-Reinigers punktet mit bester Reinigungsleistung.
Dynamic Bio Filth Fighter 15 Euro 4,0 3,0 befriedigend Liegt trotz großer Flasche gut in der Hand. Der Schaum-­Modus verbessert die Haftung, dennoch ist die Reinigungsleistung recht gering.
Finish Line Super Bike Wash 16,50 Euro 4,0 3,5 ausreichend Mit dem kantigen und wackeligen Sprühkopf liegt die große Flasche nicht optimal in der Hand.
Motorex Bike Clean 27 Euro 1,5 1,5 befriedigend Die schlanke Flasche liegt gut in der Hand, der Sprühkopf lässt sich verstellen und gut dosieren.
Motul Frame Clean 21,80 Euro 4,0 1,5 ausreichend Ganz neu auf dem Markt, überzeugt Motul vor allem bei der Handhabung.
Muc-Off Punk Powder 10,75 Euro 4,0 1,5 befriedigend Das Pulver zum Selbermischen spart Wasser und ­Verpackung, ist aber nicht optimal im Handling.
Neatflow Bike Reiniger Beech 11,75 Euro 4,0 1,5 gut Produkt und Verpackung erfüllen nahezu alle Öko-Erwartungen.

Weitere Tipps zur Fahrradpflege

  • Regelmäßige Reinigung: Wer frischen Schmutz nicht eintrocknen lässt, erleichtert sich die Reinigung enorm. Einfach mit einem sanften Strahl aus dem Gartenschlauch abduschen (keinen Hochdruckreiniger verwenden) oder das Rad mit einem großen Schwamm und viel Wasser „einweichen“.
  • Geeignete Reinigungsutensilien: Ein Satz ordentlicher Bürsten sollte zur Grundausstattung der Fahrradwerkstatt gehören. Verwenden Sie nicht die gleichen Bürsten für Rahmen und Antrieb, das gibt unschöne Schmierflecken auf dem Lack.
  • Umweltschutz beachten: Das Rad sollte nur an Plätzen mit Abflussmöglichkeiten und Ölabscheider gereinigt werden.
  • Kette richtig schmieren: Am Ende der Reinigung die Kette neu schmieren. So hat das Öl Zeit, zwischen die Kettenlaschen zu kriechen, und Flug­rost wird verhindert.

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