Biker Fight Day Geschichte und die Welt der Motorradclubs

Die Welt der Motorradclubs ist vielfältig und facettenreich. Sie reicht von gemeinschaftlichen Ausfahrten und sozialem Engagement bis hin zu strikten Kodizes und Auseinandersetzungen am Rande der Legalität. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte und Kultur der Biker-Szene, von den Ursprüngen der Clubs bis hin zu aktuellen Veranstaltungen und Filmen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Die Gründung von Lions Bikerhood for Kids

Zehn Motorradfahrer aus Ramsen und Umgebung haben vor einem halben Jahr den Verein Lions Bikerhood for Kids gegründet. Die Ramser bilden Charter 2 der Biker-fight-for-Kids-Vereine, von denen es drei dieser Art in Deutschland gibt. Der Verein wird geleitet von Volker Mücke, sein Stellvertreter ist Marc Kronenberger. Als Pressewartin fungiert Bettina Mücke und als Kassenwartin Uschi Klostermann.

Wie Bettina Mücke berichtet, hatten sich die Mitglieder des Vereins bereits vorher bei verschiedenen Aktionen wie beispielsweise bei der Sternfahrt mit Behinderten in Ursberg in Bayern sozial engagiert. Das Ziel der Motorrad-Fahrer sei es, „nicht nur zu biken, sondern auch zu helfen“. Solche Events wie der oben beschriebene Kids-Day sollen fester Bestandteil des Jahresprogrammes werden.

Mücke hofft, dass mit der Zeit Fahrer von Trikes oder von Motorrädern mit Seitenwagen zum Verein stoßen, denn die Biker planen auch Fahrten mit Behinderten. Neue Mitglieder sind willkommen.

Global Fatbike Day: Ein Fest für Liebhaber dicker Reifen

Der Tag, an dem sich auf (beinah) allen Kontinenten unserer Erde die Freunde der Fatbikes treffen, nennt sich Global Fatbike Day. Es geht um den Spaß auf den besonderen Bikes. Und so kam es, dass sich schon am Vorabend des Nikolaustag eine Fangruppe der dicken Reifen in Kassel traf.

Bijan und ich haben für 2024 die Planung eines gemeinsamen Wochenendes in Nordhessen übernommen. Vom Treffpunkt, dem Bahnhof Wilhelmshöhe, führte die Strecke zunächst in Gregers Bioladen. Hier konnten sich alle für den Abend verproviantieren und sehr leckeren Kaffee (aus dem Siebträger!) im kleinen Stehcafe genießen. Draußen war es derzeit mächtig ungemütlich.

Thomas, alias CuBe, war sogar schon seit zwei Tagen von Berlin mit dem Fatbike unterwegs. Krankheitsbedingt wollte ich heute noch nicht draußen übernachten und bot stattdessen den Transport der Lebensmittel zum angepeilten Spot an. Außerdem bereitete ich bis zur Ankunft der Biker ein ordentliches Grillfeuer auf dem Jugendzeltplatz am Silbersee vor.

Währenddessen fuhr Bijan mit den Jungs durch den Naturpark Habichtswald und selbstverständlich über den Herkules. Als „Local“ konnte er unterwegs reichlich Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten beisteuern und damit die Auffahrt ein wenig auflockern. Als Überraschungsgast und Unterstützer der Fatbiker brachte Andreas (Pedalwerk) ein paar essentielle Dinge per Lastenrad zum Spot.

Die Aussicht auf das beste Frühstück in der Markthalle von Kassel erleichterte den Abbau der Zelte im Nieselregen. Dort hatte Bijan für uns drei Tische reserviert. Ich bin morgens von zu Hause mit voll beladenem Fatbike aufgebrochen, um die Tour auf dem Reinhardswaldradweg mitzufahren. Heute gesellten sich neben mir sogar noch vier weitere Biker hinzu.

Auch wenn die Fatbikes längst wieder aus der Mode gekommen sind, sorgen sie in der Öffentlichkeit doch noch für Aufmerksamkeit. Kurz vor unserem Aufbruch galt es noch schnell einen platten Vorderreifen zu flicken. Gestärkt und voller Tatendrang setzten wir als große Gruppe die Fahrt auf dem Reihardswaldradweg fort. Unser Ziel: das Wasserschloss Wülmersen im Naturpark Reinhardswald.

Dieser Abschnitt der Tour bot nicht nur wunderschöne Ausblicke (weniger im Regen), sondern auch ein paar Herausforderungen auf abwechslungsreichen Wegen. Etwa 12 Kilometer vor unserem Ziel konnten wir am Café neben dem Tiergarten Sababurg nicht einfach nur vorbei fahren. Obwohl wir inzwischen von oben bis unten eingeschlammt waren, wurden wir bestens mit reichlich Kalorien versorgt.

Es fiel nicht leicht, sich die nassen Regenklamotten wieder überzustreifen, um den Schlussspurt in Angriff zu nehmen. Das Wasserschloss Wülmersen, eine Perle der Region, bot den perfekten Abschluss dieses intensiven Fahrtages.

Am Sonntagmorgen starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück am Feuer den Rückweg. Wir nutzten den R4 bis Hümme und stiegen dort in die Regiotram, die uns ganz bequem bis Kassel brachte. Der Global Fatbike Day 2024 war schon ein klasse Erlebnis für alle Beteiligten.

Die Kombination aus Fatbiken unter speziellen (also sehr feuchten) Bedingungen und kulturellen Highlights machte dieses Wochenende zu einem besonderen Event.

Die dunkle Seite der Biker-Szene: Kriminalität und Gewalt

Die US-Wrestling-Radio-Show "The LAW" (Live Audio Wrestling) hat seit ca. 1 1/2 Jahren einen Ableger, der als "Internet Only"-Podcast angeboten wird: "Review a Wai". Die Moderatoren John Pollack und Wai Ting besprechen darin regelmäßig alte WWE Pay Per Views, garniert mit vielen Hintergrundinformationen und Interviews von beteiligten Wrestlern und Ex-"Writern" wie Dave Lagana.

Vor zwei Wochen war bei "Review a Wai" der Februar-PPV der WWE von 2003 besprochen worden: "No Way Out" aus Montreal, Kanada. Darin hatten sich die Moderatoren über den Ausspruch "TCB" gewundert, den der Undertaker (in einer Promo?) bei besagtem PPV kryptisch als Drohung für einen anvisierten Finishing-Move ausgesprochen hatte.

"TCB" beschreibt in der Szene der Motorrad-Gang die Abrechnung mit einem Mitglied, welches gegen den Regel-Code der Vereinigung verstoßen hat. Diese Abrechnung endet sehr häufig mit der Ermordung des jeweiligen Mitglieds.

Die Biker, die sich zu diesen archaischen Selbstjustiz-Methoden bekennen würden, trügen in der Regel den Code "TCB" offen auf ihrer Kleidung (Westen), oftmals kombiniert mit dem Slogan "1 Prozent"". Damit würde man stolz nach außen ausdrücken, dass man zu den 1 Prozent aller Biker gehöre, die in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist und nach dem besagten "TCB"-Code leben würde.

Was den Hörer aus Kanada aber wirklich gegen Mark Calaway aufbrachte, war die Tatsache, dass dieser mehrfach im WWE-TV der damaligen Zeit "T-Shirts" mit dem Slogan "Support the Nomad Crew" spazieren trug.

Die so genannte "Nomad-Crew" war eine der brutalsten und gewalttätigsten Splittergruppen der "Hells Angels", ein gefürchtetes Schlägerkommando, welches sein Hauptquartier in Montreal, Quebec, Kanada hatte. Diese Gruppierung hätte die Stadt Montreal in den 1990er Jahren bis in die Mitte der letzte Dekade wie eine Mafia-Vereinigung terrorisiert - zahlreiche Morde, Verbrechen und andere kriminelle Aktivitäten über die Stadt gebracht.

Bombenattentate, die mit zahlreichen Gewalttaten erzwungene Übernahme der lokalen Drogenszene, die in Kauf genommenen Tötung von unbeteiligten Passanten (auch Kindern) sowie die gezielte Ermordung von kritischen Journalisten und politischen Gegnern gingen in diesen 15 Jahren auf ihren direkten Einfluss zurück. Ihr Ruf wäre teilweise schlimmer als der der Mafia in ihren US-Hochburgen gewesen.

Einer der brutalsten und einflussreichsten Anführer - Maurice "Mom" Boucher - wurde im Sommer 2002 von der kanadischen Polizei verhaftet.Mark Calaway hätte dann als "American Badass"-Undertaker das T-Shirt "Support the Nomad Crew" bzw. "Support The Nomads" just - wenige Monate nach der Verhaftung des Biker-Paten - bei einem WWE-Auftritt in Montreal (!) [als Babyface !] getragen und offen im TV zur Schau gestellt.

Maurice "Mom" Boucher und der Quebec Biker War

Maurice "Mom" Boucher führte Montreals Hells Angels gegen die rivalisierende Rock Machine Biker Gang während des Quebec Biker War von 1994 bis 2002 in Quebec, Kanada. Im Jahr 2002 wurde Boucher wegen der Anordnung der Morde an zwei Quebecer Gefängniswärtern verurteilt und verbüßt derzeit drei lebenslange Haftstrafen im kanadischen Gefängnis.

Während des intensiven Krieges zwischen den Hells Angels und der Rock Machine ordnete er die Morde an den Quebecer Justizvollzugsbeamten Diane Lavigne und Pierre Rondeau im Jahr 1997 an. Beide Beamte waren zufällig ausgewählt worden. Boucher wollte Verbrechen von Bikern begehen, die so schwerwiegend waren, dass Staatsanwälte keine Geschäfte abschließen wollten, um Biker zu Informanten zu machen.

Der Quebec Biker War

Der Quebec Biker War bezieht sich auf den gewalttätigen Revierkrieg, der 1994 begann und bis Ende 2002 in Quebec, Kanada, andauerte. Der Krieg begann, als die Hells Angels in Quebec begannen, ein Monopol auf den Straßenverkauf von Drogen in der Provinz zu errichten. Eine Reihe von Drogenhändlern und Verbrecherfamilien widersetzten sich und gründeten Gruppen wie die "Allianz zur Bekämpfung der Engel". Schließlich bildete eine Reihe von Händlern die Rock Machine.

Biker-Partys und Clubhäuser: Einblick in das MC-Leben

Oft laden Biker Clubs zu offenen Abenden (Open House Partys) oder auch Family Days ein, auf denen jeder willkommen ist, der sich benehmen kann. Auf manchen dieser Veranstaltungen wird Geld für einen gemeinnützigen Zweck gesammelt oder für die Familien von Mitgliedern, die hinter Gittern sitzen oder sonstwie in Not geraten sind.

Der Zutritt zu internen Partys ist nur geladenen Gästen erlaubt; die Termine werden ausschließlich intern bekannt gegeben. Neben Bands sorgen dort oft Stripperinnen und Erotikshows für Unterhaltung. Auf nicht öffentlichen Partys geht es tatsächlich im Stil von Booze & Sex sehr wild zu.

In vielen Clubs gilt bei Open House-Partys ein Alkoholverbot für Member bzw die Prospects, um Exzesse zu vermeiden und notfalls für Ordnung zu sorgen. Ob Drogen konsumiert werden, hängt vom Club ab. Sex vor versammelter Mannschaft kommt vor (nicht auf Open House Partys), Vergewaltigungen hingegen gehören entgegen landläufiger Meinung nicht zum Biker-Livestyle!

Die Bandbreite der Clubhäuser reicht vom einfachen Häuschen im Grünen über ein abgeschottetes hochmodernes Gebäude bis zur halben Häuserzeile mitten in der Innenstadt. Clubhäuser sind der Mittelpunkt des MC-Lebens und besitzen neben den Gesellschaftsräumen und der Chapel oft auch einen Fitnessraum, eine Werkstatt, Büros und auch Übernachtungsmöglichkeiten. Biker wohnen üblicherweise nicht dauerhaft im Clubhaus.

Frauen in der Biker-Szene: Zwischen Klischee und Realität

Ja, es gibt sie. Und auch die willigen Chicks, die Spaß an Sex haben und anschließend noch beim Aufräumen helfen. Jeder MC ist anders und jeder handhabt die Sache mit den Frauen anders. Es gibt Clubgirls, Clubhuren, Clubmuschis, Sheeps, Mamas … es gibt aber auch Freundinnen, Partnerinnen, weibliche Kumpel und Ehefrauen.

Old Ladys sind feste Freundin oder Ehefrau eines Bikers und hoch angesehen in der Szene. Die Frau eines Bikers ist tabu für alle anderen Männern. Clubangelegenheiten werden offiziell zwar weitestgehend von den Frauen ferngehalten, doch es ist bekannt, dass viele Ladys in die Geschäfte ihrer Männer involviert sind, z.B. aus steuerlichen Gründen oder weil der Mann seine Zeit im Gefängnis absitzen muss.

Die Hierarchie in Motorradclubs

Der Raum im Clubhaus, in dem die Member ihre regelmäßigen Versammlungen abhalten. Die Ortsgruppe des jeweiligen Clubs. In vielen Clubs ist der Drogenhandel verboten und wird mit sofortigem Ausschluss geahndet. Nicht alle MCs handeln jedoch zugegebenermaßen so rigoros. Der eigene Konsum wird großzügiger gesehen, solange es sich nicht um harte bzw synthetische Drogen handelt.

(Engl.: Vollstrecker) Die Aufgaben des Enforcers werden in jedem MC anders definiert. Oft stehen sie dem Sergeant at Arms helfend zur Seite, wachen über die Clubdisziplin oder fungieren als Security Chief. In anderen Clubs ist der Posten des Warlord mit dem des Enforcers kombiniert. Der Enforcer untersteht ausschließlich dem Prez und sorgt dafür, dass dessen Order befolgt wird.

Die Kutte: Statussymbol und Clubeigentum

Die ersten MC-Member trennten damals die Ärmel von ihren Jeansjacken ab und versahen diese Westen mit den Insignien ihres Clubs. Heute sind die Kutten aus praktischen Gründen üblicherweise aus Leder. Auf dem Rücken befindet sich das dreiteilige Colour des Clubs oder das Anwärter-Patch ohne Clublogo.

Die Vorderseite enthält das Einprozenter-Patch, den Clubnamen und persönliche Abzeichen (Name, Rang bzw Position, In Memoriam-Aufnäher, erworbene Auszeichnungen etc). Der sogenannte Side Rocker trägt den Namen des Chapters. Die Kutte ist das wichtigste Statussymbol eines MC-Members und zählt zum Clubeigentum.

Rolling Wheels MC Strausberg: Einblicke in ein Clubleben

Es hat zwar ein wenig gedauert, aber letztlich bekamen wir für unseren Premierenbesuch beim Rolling Wheels MC Strausberg doch eine ordentliche Truppe zusammen. Und ich sage es gleich, der Trip war in vielerlei Hinsicht sehr cool.

Wenn, wie aktuell, ein Chapter mit 40 Membern aufgestellt ist, dann reicht eine Keksdose mit 120 m2 Grundstück als Clubhouse natürlich keineswegs aus. Die Strausberger verfügen dort über eine Fläche von satten 30.000 m2, immerhin die Größe von drei Fußballfeldern. Die ehemalige Gewerbefläche wurde von den Männern samt Immobilienbestand sehr aufwendig saniert und letztlich auf ein Niveau gebracht, dass man hier in der Republik so wohl kaum ein zweites Mal antreffen wird.

Da wir früh am Start waren, konnte ich mir einiges in Ruhe anschauen. Es gibt einen Swimming Pool, ohne Ende Schlafplätze, Parkplätze satt, Garagen, eine riesige Freifläche und last but not least ein Klubhaus mit großer Terrasse, welches auch extrem gut besuchten Partys ausreichend Platz bietet.

Nachdem uns Member Bocky kurz die Bude gezeigt hatte, nahmen wir direkt den vorderen Tresenbereich ein und haben diesen quasi nicht mehr verlassen. Und so entwickelte sich eine für uns total entspannte Party mit reichlich flüssigem Kompott, bei der viel gelacht wurde.

Auffällig dabei, dass sich immer wieder Rolling Wheels zu uns gesellten, sodass neben dem Spaß auch reichlich über die Szene gesprochen wurde. In der eigentlichen Party-Area sorgte eine Rockabilly-Band für gute Stimmung. Ab und an bin ich auf Fotosafari gegangen und stellte fest, dass der Frauenanteil auf der Tanzfläche mal locker 95 % ausmachte und glaubt mir, da herrschte zeitweilig echtes Gedränge.

Das ist stets ein Zeichen dafür, dass sich insbesondere die weilblichen Gäste sehr wohlfühlen. Das lockert die Atmosphäre natürlich total auf und sorgt für reichlich Tresenumsatz, den man aufgrund der Unterhaltung eines so großen Areals auch dringend braucht. Die Tresenladys machten allesamt einen guten Job und waren nicht nur durch die Bank freundlich, sondern auch selber in Partylaune.

Auch außerhalb des Klubhauses bildeten sich überall größere Gruppen. Mein Presi hat letztlich genau zum richtigen Zeitpunkt den Cut gesetzt. Er hat vermutlich gemerkt, dass wir sonst völlig abstürzen und die spätere Rückfahrt die reinste Quälerei werden würde.

Der Turn hat sich vollends gelohnt. Der Rolling Wheels MC Strausberg erwies sich als sehr guter Gastgeber und ich vermute ganz stark, dass man uns zu passender Gelegenheit dort wieder antreffen wird.

Biker Fight Day in Erkner

Die Spannung lag in der Luft, als der zweite Biker Fight Day am 11.11.2023 in der Stadthalle Erkner seine Tore öffnete und die Fans sich auf eine unvergessliche Nacht voller Kickbox-Action vorbereiteten. Die Fight-Card versprach eine beeindruckende Mischung aus aufstrebenden Talenten und etablierten Kämpfern. Jeder Athlet hatte seine eigene Geschichte und seine eigene Motivation.

Insgesamt war der Zweite Biker Fight Day nicht nur ein Sportereignis, sondern ein Fest der Emotionen, der Gemeinschaft und der ungebremsten Leidenschaft für Kickboxen.

"The Bikeriders": Ein Filmdrama über Selbstwert und Loyalität

“The Bikeriders” zeichnet mit Austin Butler und Tom Hardy als Mitglieder einer Motorradgang ein ebenso spannendes wie beklemmendes Porträt junger weißer Männer.In “The Bikeriders” (ab 20. Juni im Kino) verhandeln Austin Butler und Tom Hardy als Mitglieder einer Motorradgang Fragen nach Selbstwert, Verantwortung und Loyalität - unter der Regie von Jeff Nichols, der schon bei “Mud” mit Matthew McConaughey die Strippen zog.

Nichols ließ sich von einem Bildband des Fotografen Danny Lyon aus dem Jahr 1968 zu seiner fiktiven Handlung inspirieren und schrieb auch das Drehbuch. “The Bikeriders” ist ein bedrückendes Drama, das sich vor allem mit der Einsamkeit und Orientierungslosigkeit junger weißer Männer befasst. “The Outsiders” und “Fight Club” lassen grüßen.

Saufen, raufen, kiffen, Unruhe stiften, zu mehr scheinen die Mitglieder der Vandals nicht im Stande zu sein. Ein jeder von ihnen fühlt sich von der Gesellschaft verraten, vergessen und zurückgewiesen. Die Wut und der Schmerz darüber sind scheinbar nur dann erträglich, wenn die Männer auf Motorrädern über eine Landstraße knattern, Frauen in Kneipen belästigen, oder sich bei einem Picknick mit anderen Bikern prügeln.

Dass jedes Mitglied der Vandals eine wandelnde “red flag” ist, erkennt Kathy bei ihrer ersten Begegnung mit dem Club sofort. Beim Anblick von Austin Butlers Benny ist sie jedoch bereit, alle Warnzeichen zu ignorieren und sich auf dem Rücksitz seiner Harley schnurstracks in die Misere mitnehmen zu lassen.

Denn neben seinem toxischen Stolzempfinden, das ihn schließlich schwerverletzt ins Krankenhaus bringt, steht Benny seinem eigenen Glück auch noch durch sein widersprüchliches Verständnis von Bindung und Treue im Weg. Einerseits scheint er sich wie alle Vandals nach einem Gefühl von Zugehörigkeit zu sehnen. Andererseits möchte er selbst seine Frau und seine Freunde aus dem Club auf Distanz halten und sich auf keinen Fall zu etwas verpflichten.

Als Anführer des Clubs will Johnny weder gefürchtet werden, noch andere erniedrigen oder ihnen Gewalt antun. Aber er tut es, wenn er muss. Anders als die Mitglieder des Clubs hat er sich tatsächlich darum bemüht, sich ein respektables und stabiles Leben aufzubauen: Er hat ein solides Einkommen, Frau und Kinder.

Als der Club immer größer und folglich chaotischer, gewalttätiger und krimineller wird, wächst er Johnny jedoch über den Kopf. Sodass Kathy, Benny und Johnny schließlich gezwungen sind, ihre Loyalität gegenüber den Vandals und einander zu überdenken.

Insofern ist “The Bikeriders” nicht nur eine faszinierende Milieu-Studie, sondern auch eine allgemeine Studie über toxische Dynamiken und Radikalisierung innerhalb von Gruppen. Eine, die von schockierender Aktualität ist.

Besetzung von "The Bikeriders"

  • Austin Butler ("Dune 2") als Benny
  • Tom Hardy (“Venom”) als Johnny
  • Jodie Comer ("Killing Eve") als Kathy
  • Mike Faist ("Challengers") als Danny
  • Michael Shannon ("Midnight Special") als Zipco
  • Norman Reedus ("The Walking Dead") als Funny Sonny
  • Boyd Holbrook ("Sandman") als Cal
  • Emory Cohen ("The Place Beyond the Pines") als Cockroach
  • Damon Herriman ("Die Schlange") als Brucie
  • Toby Wallace ( “The Society”) als The Kid
  • Beau Knapp ("Road House) als Wahoo
  • Karl Glusman ("Civil War") als Corky

Zusammenfassung

Die Biker-Szene ist ein komplexes Geflecht aus Freiheit, Gemeinschaft, Tradition und manchmal auch Gewalt. Von wohltätigen Aktionen wie Lions Bikerhood for Kids bis hin zu den dunklen Machenschaften krimineller MCs bietet diese Subkultur eine Vielzahl von Facetten, die es wert sind, erkundet zu werden. Filme wie "The Bikeriders" werfen ein Schlaglicht auf die persönlichen Dramen und Loyalitätskonflikte innerhalb dieser Welt.

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