Motorradstiefel Herren Test: Sicherheit und Komfort für Biker

Laut Statistik werden bei Motorradunfällen die unteren Gliedmaßen der Fahrer am häufigsten verletzt - in mehr als 82 Prozent der Fälle. Gute Motorradstiefel schützen davor. Daher ist es unerlässlich, beim Motorradfahren auf die richtige Schutzkleidung zu achten.

Warum sind robuste Motorradstiefel wichtig?

  • Schutz vor Verletzungen: Motorradstiefel schützen Füße, Schienbeine und Knöchel bei Unfällen.
  • Bedeckung der Knöchel und Schienbeine: Es ist wichtig, dass Knöchel und Schienbeine bedeckt und geschützt sind.
  • Anatomische Unterschiede: Hersteller bieten Modelle für Damen und Herren an, da sich die Anatomie der Füße und Waden unterscheidet.

Die wichtigsten Eigenschaften von Motorradstiefeln

Motorradstiefel müssen an bestimmten Stellen besonders strapazierfähig sein:

  • Material: Leder hat sich als starkes Material bewährt.
  • Verstärkungen: Spezielle Verstärkungen im Zehenbereich, an der Ferse und am Knöchel sind wichtig.
  • Schaltverstärkung: Eine Verstärkung im Vorfuß des linken Stiefels ist notwendig.
  • Rutschfeste Sohle: Eine stabile, rutschfeste Sohle mit Absatz sorgt für festen Halt auf den Rasten.
  • Passform: Verstellmöglichkeiten durch Klettverschlüsse, Reißverschlüsse oder Schnallen sind wichtig.
  • Wasserdichtigkeit: Wasserdichtes Obermaterial ermöglicht das Fahren ohne Gamaschen oder Überzieher bei Regen.
  • Flexibilität: Die Stiefel sollten eine gewisse Flexibilität aufweisen, um das Schalten zu erleichtern.

Typen von Motorradstiefeln

Es gibt verschiedene Modelle, die an die unterschiedlichen Anforderungen der Motorradfahrer angepasst sind:

  • Touren-Motorradstiefel: Komfortabel für lange Fahrten, meist aus schlichtem, schwarzem Leder mit Reflektoren.
  • Sport-Motorradstiefel: Bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet, ideal für Supersportler.
  • City-Motorradstiefel: Geeignet für den alltäglichen Einsatz in der Stadt, oft aus schwarzem oder braunem Leder mit nicht ganz so hohem Schaft.
  • Offroad-Motorradstiefel: Bieten hohe Stabilität und Schutz für Motocross- und Enduro-Fahrer.

Touren-Motorradstiefel

Touren-Motorradstiefel (Allround) sind die Tausendsassa unter den Motorradstiefeln. Die Stiefel sind meist aus schlichtem, schwarzem Leder und mit Reflektoren versehen - das erhöht die Sichtbarkeit und somit ihre Sicherheit bei Nachtfahrten. Touren-Motorradstiefel lassen sich meist per Klettverschluss oder mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen und schließen oder an ihre Fußform anpassen. Sie eignen sich sowohl für längere Touren als auch für die alltägliche Fahrt zur Arbeit und bieten auch abseits des Motorrads einen hohen Tragekomfort.

Sport-Motorradstiefel

Sportstiefel sind im Vergleich zu Touren-Motorradstiefeln oft deutlich bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet. Fahrerinnen und Fahrer von Supersportlern schleifen schon mal über den Asphalt und benötigen daher mehr Protektoren als gemütliche Biker. Ein Sport-Motorradstiefel sollte vor allem über Fersenschleifer und Schalthebelverstärkungen verfügen. Lüftungsöffnungen sorgen für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs. Das Öffnen und Schließen sowie die Justierung der Passform funktioniert bei Sport-Motorradstiefeln meist mittels Ratschen und Schnallen.

City-Motorradstiefel

Wenn Sie häufig in der Stadt mit ihrem Motorrad unterwegs sind und auf der Suche nach einem Stiefel sind, der sich sowohl für Ihr Bike als auch für den alltäglichen Einsatz eignet, sollten sie City-Motorradstiefel in Betracht ziehen. Solche Modelle sind häufig auf einem Chopper zu sehen und werden daher auch Chopper Boots genannt. Sie sind meist aus schwarzem oder braunem Leder und haben im Vergleich zu anderen Stiefeln einen nicht ganz so hohen Schaft. Die Knöchel sind zwar geschütz, die Schienbeine jedoch nicht komplett.

Offroad-Motorradstiefel

Wenn Sie Motocross betreiben oder eine Enduro fahren, sind Offroad-Motorradstiefel die beste Wahl für Sie. Solche Modelle sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und bieten durch einen sehr hohen Schaft eine hohe Stabilität mit vielen Protektoren im Bereich des Knöchels, der Ferse und des Schienbeins. Häufig sorgt eine Stahlkappe an den Zehen für zusätzliche Sicherheit. Beim Material von Enduro-Stiefeln handelt es sich oft um einen Mix aus Leder und Kunststoff.

Motorradstiefel im Test: Worauf achten?

Motorradstiefel werden oft in Fachmagazinen getestet. Dabei werden folgende Kriterien berücksichtigt:

  • Tragekomfort: Wie bequem sind die Stiefel?
  • Materialbeschaffenheit: Wie hochwertig ist das Material?
  • Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität: Bieten die Stiefel Schutz vor Nässe und sorgen für ein angenehmes Klima?
  • Sicherheitsmerkmale: Sind ausreichend Protektoren vorhanden?

Testergebnisse und Empfehlungen

Hier eine Auswahl von Motorradstiefeln, die in Tests gut abgeschnitten haben:

Modell Bewertung Besondere Eigenschaften
Daytona Road Star GTX 98 Punkte Perfekter Sitz, hervorragende Verarbeitung
Daytona TransTourMan GTX 94 Punkte Komfortabel, stabil für Offroad-Einsätze
Touratech Destino Travel 93 Punkte Topqualität zum fairen Preis
Gaerne Rocket Gore-Tex Sehr gut Bester Kompromiss aus Komfort, Schutz und Wetterbeständigkeit
Held College Rider GTX Sehr gut 100 % wasserdicht und komfortabel, moderner Stil

Weitere wichtige Aspekte beim Kauf

  • Anprobe mit Ausrüstung: Probieren Sie die Stiefel zusammen mit der übrigen Ausrüstung an, um sicherzustellen, dass sie gut sitzen.
  • Socken: Achten Sie bei der Anprobe auf die richtigen Socken oder Strümpfe.
  • Sommer- und Winterstiefel: Viele Vielfahrer besitzen ein Paar Stiefel für den Sommer und eines für die anderen Jahreszeiten.
  • Freizeitschuhe: Für Stadtbesichtigungen empfiehlt es sich, leichte Freizeit- oder Turnschuhe im Tankrucksack mitzunehmen.

Pflege von Motorradstiefeln

Auch wasserdichte Stiefel sollten regelmäßig imprägniert werden, um das Leder vor dem Vollausgen zu schützen. Nasse Stiefel sollten mit der Sohle nach oben aufgestellt und mit Zeitungspapier ausgestopft werden.

"Turnschuhe oder gar Sandalen haben nicht einmal auf dem Mofa oder dem 50-Kubik-Scooter etwas zu suchen", sagen die Motorrad-Experten vom ADAC Technik- und Testzentrum. Selbst bei Stadtflitzern sind Produkte, die von der Industrie als Zwitter zwischen Freizeitschuh und Motorradstiefel angeboten werden, nicht die beste Wahl: "Sie sind bei weitem nicht so sicher wie gute Motorradstiefel, aber sicher besser als normale Turnschuhe. Alle anderen Piloten sollten zum Eigenschutz zu Stiefeln aus mindestens zwei Millimeter dickem, abriebfesten und schwer entflammbaren Leder greifen, die mehr als nur Mindestkriterien erfüllen."

"Wer wasserdichte und atmungsaktive Modelle mit Reflektoren wählt, erhöht Komfort und Sicherheit", betonen die ADAC Experten. Schließlich können nasse Füße schneller auskühlen und zu Bewegungseinschränkungen führen. Wer Stiefel mit Nässeschutz wählt, kann auf Überzieher verzichten.

Grundsätzlich gilt: Ein Motorradstiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden: Das Bedienen von Gangschaltung und Bremse muss problemlos möglich und die Durchblutung gesichert sein.

Neben einer fast glatten Haut aus extrem reißfestem Känguru-Leder besitzt es als wichtigstes Sicherheitselement einen verwindungsfesten Innenschuh aus hartem Kunststoff-Verbundmaterial. Zahlreiche Dämpfungs- und Komfortelemente sorgen für möglichst hohen Schutz der Füße, ohne die Beweglichkeit zu sehr einzuschränken.

Neben einer besonders stoßdämpfenden und anpassungsfähigen Polsterung unter der Schale kommen in solchen Hightech-Stiefeln ein mehrlagiger Schienbeinschutz, stoßabsorbierende Einbauteile im Waden- und Fersenbereich, eine belastbare Scharnier-Gelenk-Verbindung, ein anatomisch geformtes Kugelfersenbett, mehrfaches Aramidgewebe im Zehenbereich und eine komplett schweißabsorbierende Fütterung aus Feinleder zum Einsatz. Eine abriebfeste PU-Schaltverstärkung, auswechselbare Schleifer aus hochabriebfestem Kunststoff oder Hartmetall und eine rutschfeste Spezial-Racingsohle mit extrem verrundeten Absatzkanten gehören ebenso dazu.

Weil im wahren Leben Motorradfahren und Freizeit untrennbar zusammengehören, bleibt als Problem das Laufen in Motorradstiefeln. Eine Stadtbesichtigung in steifen Biker-Boots kann durchaus zur Qual werden. Unser Tipp: leichte Freizeit- oder Turnschuhe in den Tankrucksack.

Obwohl heute viele Motorradstiefel mit wasserabweisenden Membranen wie zum Beispiel Goretex ausgestattet sind, müssen auch solche Stiefel nach der Reinigung regelmäßig mit Nässe-Stopp imprägniert werden, damit sich das Leder nicht mit Wasser vollsaugt. Sind die Stiefel doch einmal nass geworden, sollten Sie sie als erstes mit der Sohle nach oben aufstellen, damit das Wasser zwischen Futter und Obermaterial leichter entweichen kann. Trocknen durch Ausstopfen mit zerknülltem Zeitungspapier ist auch bei modernen Boots nötig: Ist das Oberleder vollgesogen und nass, kann sich im Stiefel über Nacht Rückstellfeuchtigkeit einstellen und das Futter kann sich feucht anfühlen.

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