Die Geschichte der Hells Angels in Deutschland

Der Hells Angels Motorcycle Club (HAMC) ist ein Motorrad- und Rockerclub, dessen Mitglieder typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren. Er wurde 1948 gegründet und ist zur Zeit in 32 Ländern mit sogenannten „Chartern“ (Orts- oder Landesclubs) vertreten.

Gründung und Expansion

Am 17. März 1948 wurde der Motorradclub Hells Angels in Kalifornien gegründet. Der Club wurde in den USA in Fontana (San Bernardino County, Kalifornien) gegründet.

1957 gelang es Mitbegründer Ralph "Sonny" Barger, mehrere Motorradclubs unter dem Namen zu vereinen. Unter der Führung von Ralph „Sonny“ Barger schlossen sich ab 1. April 1957 im kalifornischen Oakland weitere Clubs unter diesem Label zusammen.

Der Name geht auf einen Film von Howard Hughes von 1930 zurück, der unter dem Titel „Hell’s Angels“ die Erlebnisse von Kampffliegern der britischen Royal Flying Corps im Ersten Weltkrieg behandelte.

Als erste Hells Angels in Europa wurde das Charter London am 30. Juli 1969 aufgenommen. Als Gründer der ersten Hells-Angels-Gruppe auf dem europäischen Kontinent - sie entstand in der Schweiz und erhielt die Lizenz Ende 1970 - gilt Martin „Tino“ Schippert.

Die Hells Angels in Deutschland

Im norddeutschen Raum formierte sich Ende der 1960er Jahren unter dem Namen „Bloody Devils“ eine Rocker-Gruppe.

Davor gab es Charter (Untergruppierungen) in Hamburg, Stuttgart, Kiel und Berlin. Das erste deutsche Hells-Angels-Charter wird 1973 in Hamburg gegründet.

In großem Stil trat der Club in Deutschland im November 1999 durch den Übertritt (patchover) des bis dahin bedeutendsten deutschen Motorradclubs, der „Bones“, massiv in Erscheinung. 1999 trat die Rockergruppe "Bones" zu den Höllen-engeln über. Aus ihnen ging das als einflussreich geltende Charter Hannover hervor.

Mittlerweile gibt es über 40 Unterabteilungen in Deutschland. In Deutschland gab es zunächst vier Unterabteilungen (Charter) der Hells Angels.

Hells Angels Stuttgart

Das Stuttgarter Charter des Hells Angels Motorcycle Club wurde am 4. Dezember 1981 gegründet. Hervorgegangen war es aus dem Hammers Of Hells MC Stuttgart. Der MC bestand nur aus diesem einen Charter und hatte seit circa 10 Jahren existiert. Die damaligen Hammers Of Hell Members waren im Durchschnitt recht jung und bestanden vorwiegend aus Mechanikern und Werkzeugmachern. In diesem Club war damals schon eine Harley-Davidson Standard.

1978 stellten sich die Hammers Of Hell MC offiziell beim Hells Angels MC Hamburg vor. Der Kontakt hatte schon eine ganze Zeit bestanden. Es folgten etliche Besuche in Hamburg: Damals noch auf Starrahmen mit Flathead, Panhead und Shovelhead Motoren. Anlaufpunkt in Hamburg war das berühmte Angel Place in der Schanzenstraße. Von dort aus ging es regelmäßig zur Parties an die Ostsee. Auch Besuche bei den Hells Angels in der Schweiz und Österreich und dem Rest von Europa standen an.

Am 29. September 1980 wurde das Stuttgarter Charter zu Prospects des Hells Angels MC und von nun an wurde stolz der rot-weiße MC Germany Bottom Rocker getragen!

Am 4. Dezember 1981 war es endlich soweit! Auf einem spontan ausgerichteten Camp im Welzheimer Wald wurden das zweite Deutsche und weltweit 50. Charter in die Bruderschaft der Hells Angels aufgenommen!

Kontroversen und Kriminalität

International wird die Gruppe seit Jahrzehnten regelmäßig durch Behörden und Medien mit den unterschiedlichsten Straftaten in Verbindung gebracht. Die Medien und Behörden bezichtigen die Mitglieder häufig der Kriminalität.

Die Polizei hingegen wirft den Rockern Nähe zum Rotlicht- und Drogenmilieu vor.

Auch das Charter Düsseldorf ist verboten worden.

Nachdem es in den 1990er-Jahren in Skandinavien zu brutalen Auseinandersetzungen mit mehreren Toten kommt, eskaliert ab Mitte der 2000er-Jahre der "Rockerkrieg" zwischen Hells Angels und Bandidos auch in Deutschland.

Die Behörden beschuldigen die Clubs der organisierten Kriminalität, mehrere Ortsverbände beider Seiten werden verboten, der Verfassungsschutz beobachtet die Szene intensiv.

Die Hells Angels als Organisation

Den Hells Angels kann nicht jeder einfach beitreten wie etwa einem Kegelclub. Neben einem Hang zur Harley sollten Bewerber vor allem Ausdauer und Bereitschaft zur Unterordnung mitbringen.

In der Hangaround-Phase nähert sich der Interessent dem Rudel und erledigt, wenn es verlangt wird, auch niedere Arbeiten. Wird er für gut befunden, steigt er auf zum Prospect und ist damit in der Probezeit. Wer Vollmitglied wird, hat sich zu ewiger Loyalität verpflichtet.

Die weltweit verbreiteten „Hells Angels“ tragen als Erkennungszeichen einen Totenkopf mit Teufelshörnchen und Engelsflügeln auf der Rückseite ihrer Lederjacken.

Die Führung der hierarchisch aufgebauten „Hells Angels“ streitet eine Verwicklung in die Organisierte Kriminalität entscheiden ab.

Zum Selbstverständnis der „Hells Angels“ gehört die Abgrenzung zu anderen Gruppen wie etwa den „Bandidos“, „Mongols“ oder „Outlaws“.

Vor allem mit den expandierenden „Bandidos“ kam es zuletzt in Deutschland immer wieder zu blutigen Zusammenstößen.

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