Bilstein Motorrad Dämpfer im Test: Ein umfassender Überblick

Komplettes Neuland ist das Zweiradgeschäft für Bilstein nicht. Schon seit Jahren fertigt der Hersteller Stereo-Federbeine für ältere Motorradmodelle sowie Federbeine für den Gespannumbau. Jetzt will Bilstein aber auch anspruchsvollere Aufgaben abfedern. Das meldet die britische Depandance des Fahrwerksspezialisten.

Ab Herbst sollen hochwertige Gabeln und Mono-Federbeine das Portfolio bereichern. Die Gabeln sollen voll einstellbar und mit hartverchromten und Titan-Nitrid beschichteten Standrohren ausgerüstet sein. Diese laufen wiederum in hochwertigen Legierungsaußenrohren mit Nasslagern und reibungsarmen Dichtungen. Die Dämpfung wird durch Monotube-Einheiten mit Gasdruck gewährleistet. Die Einsteller türmen sich auf dem linken Gabelrohr.

Bei den Federbeinen ohne Ausgleichsbehälter setzt man ebenfalls auf umfangreiche Einstelloptionen. Die Vorspannung soll wahlweise per Rändelmutter oder hydraulisch erfolgen können. Deutlich Gewicht sparen sollen die Dämpfer aus Aluminium, die lageunabhängig verbaut werden können. So soll in jeder Einbaulage ein optimaler Zugang zu den Einstellrädchen bestehen bleiben.

Bereits seit fünf Jahren entwickelt Bilstein diese Fahrwerkskomponenten. Aktuell laufen die TÜV-Abnahmen für verschiedene Modelle. Zunächst sollen verschiedene Sportmodelle italienischer, japanischer und deutscher Anbieter bedient werden. Den Auftakt bilden im Herbst 2020 Komponenten für die BMW S 1000 RR ab Baujahr 2009.

Erfahrungen mit Bilstein Dämpfern

Hallo Freunde, ich möchte kurz berichten wie es sich mit dem Bilstein in der Scrambler so fährt. Noch bevor ich sie kaufte hatte ich bereits alles über die Fahrwerksschwächen in den Testberichten und Foren gelesen. Leider haben sich die allermeisten Urteile dazu bewahrheitet. Naja, ich hab sie trotzdem genommen und das Federbein mit eingepreist in meine Entscheidung.

Wer die Straßen rund um Berlin so kennt, weiß das die nicht immer in gutem Zustand sind, Kopfsteinpflaster ist keine Seltenheit, schlechte Flickstellen, Wurzeln usw. sind an der Tagesordnung. Ich habe es vor dem Einbau etwas länger gemacht. demnach 379mm. Gemessen habe ich vorher und danach die Durchhänge. OK Hohlachse und Gepacköse (quer durchgesteckter Zollstock). bis zu 5mm zu sehen. (35mm) entsteht wenn ich mich draufsetze. Differenz zu 20mm un- zu belastet umgekehrt. für eine zu stark vorgespannte Feder bei BMW (120er Feder). nach mehreren Versuchen mit fast offener Zugstufe.

Wie es sich fährt? Na Bestens! es läuft einfach viel schonender und schneller über die miesesten Pisten. und es geht noch besser! Ich bin absolut begeistert!

Hi Thorsten, das Bilstein kostet 839,-€. Der Einbau war mit dem Bursig-Ständer ziemlich easy. Ohne vergleichbaren Ständer ist der Aufwand sicher deutlich größer. Wenn ich nicht meine Schraubensicherung verlegt hätte wäre ich in 20-30 Minuten durchgewesen. Ein- und Ausbau ist super leicht weil nur 2 Schrauben betroffen sind. Sehr schön ! Gefühlt ist der Bilstein-Dämpfer maximal halb so schwer wie der originale. Gewogen habe ich die beiden aber auch nicht. Wozu auch, was machen 2 oder 3 kg mehr oder weniger Fahrzeuggewicht für einen Unterschied?

Moin Kollegen, ich habe auch seit gestern den Bilstein verbaut. Ich bin dann eine Testrunde auf meiner Referenzstrecke gefahren. Selbst mit den Grundeinstellung von Classicbike Raisch ein gewaltiger Unterschied. Keine "Schläge" ins Kreuz mehr.

Das Bilstein kommt von je nach Fahrergewicht von uns voreingestellt. Es wird ein Datenblatt mit der Grundeinstellung mitgeliefert, so dass man immer wieder in die Grundeinstellung kommt, wenn man mal was verstellt, und man vielleicht nicht mehr weiter kommt. Wenn man hinten mal Gepäck von 10-15 KG drauf macht, lohnt sich eine Verstellung kaum.

Hallo Zusammen, hab das Bilstein jetzt auch verbaut und muß sagen, dass ich damit sehr zufrieden bin. Sensibles Ansprechverhalten. Fährt jetzt wie auf Samtpfoten. Bessere Traktion beim Anbrennen aus engen Ecken heraus. Kein Pumpen mehr. Durch das Anheben des Hecks hat auch die Handlichkeit profitiert. Trotzdem stoischer Geradeauslauf.

Und, nicht zu vergessen: du bekommst dadurch auch noch deutlich mehr Schräglagenfreiheit. Rasten-Kratzen ist kein Thema mehr. Dast trifft aber wohl leider nur auf die Scrambler und vielleicht Urban zu. Trotz deutlicher Heckanhebung und mehr Schräglagenfreiheit, setzten bei mir nach Bilstein- und Öhlingsgabel-Umbau nun nicht mehr nur die Angstnippel (bzw. deren Reste) auf, sondern auch der Fußbremshebel verliert zunahmend an Masse...

Wartung und Lebensdauer

Meine waren bei 180000km am E90 durch. Das reparieren lohnt nicht, also neu. Bei Bilstein hatte ich früher öfter die Dämpfer warten lassen. Ich habe immer einen neuen Dichtsatz und neues Öl verwendet. Kommt aber natürlich auch auf den Neupreis der Dämpfer an.

Wie kann es sein, daß Showafederbeine in der Q und anderswo problemlos 80.000km und mehr halten, hinreichend gut funktionieren, Stoßdämpfer im Auto eigentlich nie gewechselt werden müssen und im Gegensatz dazu die SAUTEUREN Zubehörfederbeine von Wilbers und Co. die teile einfach am sack. wurden die komplett getauscht. also oehlins gekauft und keine minute bereut. fuer sagen wir mal ... 150.- oder so. bezahlt, eingebaut und losgefahren .. wartung sind nicht soooo eng zu sehen. und so gut wie moeglich fahren. auf einer 1100/1150/1200 ... lange am sack und keiner merkt, es.

Beste Bohne, ich denke Stossdaempfer bei Motorraedern sind wesentlich hoeher belastet. Autostossdaempfer halten nicht ewig. Bei meinem Toyota Corolla waren sie bei etwa 90,000 km so weit hinueber, das der Hinterbau bei 4 Personenbetrieb oefter mal aufsetzte. Bei meinem Audi A3 schwimmt es bei 60,000 km doch deutlich mehr als frueher. Meine Wilbers halten bisher 40,000 km (ohne Wartung). In bestimmten Situationen gibt es schon mal die eine oder andere kleine Unruhe, die ich frueher nicht bemerkt habe.

Für beide gilt allerdings: es kommt darauf an unter welchen Gegebenheiten die Dinger gefahren werden. Sicherlich hält ein Federbein 100TKm Autobahn in den neuen Bundesländern besser durch als 20TKm Feldweg bei voller Beladung (egal wo). In der Wirkung lassen beide ab dem ersten Km nach. Wie stark /schnell sie nachlassen ist eine andere Frage.

Standardfederbeine sind Wegwerfartikel, die eben ersetzt werden (sollten). In der Praxis werden sie zu selten ersetzt weil sie ja „gestern“ noch OK waren. Sie waren zwar auch „gestern nicht OK, doch die schleichend nachlassende Wirkung bemerkt man eben nicht so leicht sondern gewöhnt sich daran. Viele merken es gar nicht und der TÜV stellt eben mal fest: „Da kann ja gar kein Öl mehr drin sein“ (schwerer Mangel).

Zubehörbeine lassen sich aufgrund ihres Baukastenaufbaus reparieren. Die Hersteller schlagen eine jährliche oder zweijährliche Wartung vor, unterstellen dabei allerdings, dass die Dinger im Wettbewerb gefahren werden. Wie der Durchführende diese Wartung ausführt ist ein anderes Problem. Da habe ich schon Übles erlebt. Dämpfer mit blanken Kolbenstange hingeschickt und mit rostiger wiederbekommen (….

lt. hr hoffmann halten die showa-federbeine bei normaler benutzung, also strasse, so ca 70-80tkm und sollten dann überholt werden. die öhlins sind eher drann, da das gehäuse aus alu ist und daher mehr abrib im öl ist.

Alternativen zu Bilstein

Habe in meinem Gespann 4 Wilbers drin. Das Fahrverhalten ist sicher gut, ja. Aber die nächsten sind sicher von Bilstein, die müssen nicht zur Wartung. Zumal ich sehr unerfreuliche Erfahrung mit dem Service von Wilbers hatte, das brauche ich nicht mehr.

Öhlins ist sicher gute Qualität. Der Preis ist aber sehr heiss und die Performance wird bei einem Motorrad wie der EV auch von günstigeren Federbein en erreicht. Wichtiger ist das Dämpfungs- und Ansprechverhalten der Gabel.

Dann super Fahrwerk... Aber die Bilstein haben an späteren Calis auch super gearbeitet.

am besten schaust Du dich nach Bilstein B4 Stoßdämpfern um. Im Netz findest Du zahreiche Anbieter. Die meisten japanischen Autos und Motorräder werden mit diesen Dämpfern ausgestattet. Und jetzt dürft ihr euch den Mund zerreißen. Übrigens soll KYBA angeblich auch für Bilstein herstellen, nur dann gelb lackiert. Vielleicht kann das jemand bestätigen.

Vergleich verschiedener Federbeine für Scrambler

Noch ein Federbein-Trööt Nachdem ich nun 3 Federbeine für den Scrambler habe, möchte ich diese mal gerne als Entscheidungshilfe für Unentschlossene gegenüberstellen. Gleichzeitig muss ich einige Werte korrigieren, die ich in vorhergehenden Posts genannt hatte. Teils habe ich meine Messmethoden verfeinert und Messwerkzeuge dafür modifiziert, teils habe ich keine Erklärung für die Abweichungen (z.B. Hub original-Federbein - der ist tatsächlich deutlich größer geworden - warum auch immer )Erst mal die Messwerte, ohne jegliche Wertung.

  • Die Länge des Bilstein habe ich auf 380 mm eingestellt, also 6 mm länger als das original Sachs-Bein
  • Den Anlenk-Faktor (Federweg/Dämpferhub) habe ich nochmals (mehrmals und mit höherem Aufwand nachgemessen) und komme auf ca. 3,1. Bisher hatte ich von 3,36 geschrieben, was ich hiermit reumütig revidiere. 1 cm Hub des Dämpfers entspricht somit ca. 3,1 cm Höhenänderung des Sattels, gemessen von Radachse senkrecht nach oben bis Sattel-Unterkante. Gemessen wurde mit dem Bilstein-Federbein mit entfernter Feder. Der Hub des Beins bis Anschlagpuffer beträgt 30,4 mm, bei Nutzung dieses Hubs ändert sich die Heckhöhe (senkrecht Achse zu Sattel-Unterkante) um gut 94 mm.
  • Bei meinen ersten Messungen des Sachs-Federbeins hatte ich einen Gesamthub von 44 mm gemessen (Schieblehre bei demontierter Feder, also leicht zu messen und wenig fehlerträchtig). Heute waren es 49,6 mm Für diese starke Abweichung habe ich bisher keine Erklärung. Bei offener Zugstufe fährt der Dämpfer komplett aus, damals wie heute

Bisherige Einschätzung - nur Daten Montage, Zugänglichkeit, nicht Funktion/Fahrverhalten

  • Sachs:
    • + Zugstufe über einen weiten Bereich regelbar (scheint auch etwas die Druckstufendämpfung zu beeinflussen)
    • + Nutmuttern gut erreichbar
    • + zweiteiliger Spritz-/Steinschlagschutz der Kolbenstange
    • - "one fits all": Nur eine Federhärte erhältlich
    • - keine Druckstufen-Einstellung
    • - nicht wartbar
  • Bilstein:
    • + Zugstufe über einen weiten Bereich einstellbar
    • + leichtestes Bein im Vergleich
    • + Nutmuttern gut erreichbar
    • + werkzeuglose Einstellung Zug- und Druckstufe
    • + Einstellwerte direkt ablesbar
    • + verschiedene Federraten erhältlich
    • + Integrierte Höhenverstellbarkeit -5/+10 mm gegenüber Serie
    • + Classicbike Raisch bietet kostenlosen Test des Federbeins an
    • - Druckstufen-Einstellung sehr schwergängig (auch nach Revision bei Bilstein), berichten auch andere Nutzer
    • - Druckstufen-Einstellung nahezu wirkungslos - nur minimale Auswirkung lowspeed
  • Wilbers 642 Blackline, +15 mm, ohne mech. Federvorspannungs-Verstellung, ohne Höhenverstellung
    • + Zugstufe über einen sehr weiten Bereich einstellbar
    • + werkzeuglose Einstellung Zugstufe
    • + gute Zugänglichkeit Zug- und Druckstufeneinstellung
    • + deutlich größererer nutzbarer Federweg
    • + wirksame Einstellbarkeit Druckstufe für Low- und Highspeed
    • + verschiedene Federraten und -längen erhältlich
    • + Längenverstellung +/- 5 mm nachrüstbar
    • + verschiedene Einbaulängen (mit teils noch mehr Hub) bestellbar
    • + Federvorspannung machanisch 15 mm nachrüstbar
    • + dadurch sehr variabel auf Anforderungen anpassbar
    • + Wilbers bietet kostenlose Neuabstimmung an, falls gelieferte Werte nicht passen
    • - Nutmuttern eingebaut am Scrambler kaum zugänglich: lösen in kleinen Schritten möglich, spannen nicht!. Hier sind Ausgleichsbehälter, Aktivkohlefilter und Bremsflüssigkeitsbehälter im Weg.
    • - eingestellte Werte nicht ablesbar (im Vergleich zum Bilstein)
    • - Schraubendreher für Druckstufen-Einstellung notwendig

Aufgrund der diversen, teils miteinander kombinierbaren Optionen gibt es nicht DAS Wilbers 642 für den Scrambler, es gibt dutzende verschiedene, die sich in Länge, Hub, Federhärte und Vorspannungsbereich unterscheiden.

So etwas würde ich mir zum besseren Verständnis auch von Bilstein und Sachs wünschen, dazu noch konkrete Angaben zum nutzbaren Hub und im Idealfall noch die Dämpfungs-Kennlinien, dann könnte man (wenn man das denn wollte) eine Auswahl anhand technischer Merkbmale treffen. Aber vermutlich interessiert das alles nur sehr wenige

Tabelle: Vergleich der Federbeine

Merkmal Sachs Bilstein Wilbers 642
Zugstufe Weit regelbar Weit einstellbar Sehr weit einstellbar
Druckstufe Keine Einstellung Schwergängig, kaum Wirkung Wirksam, Low- und Highspeed
Wartung Nicht wartbar Wartbar Wartbar
Einstellbarkeit Begrenzt Gut Sehr variabel

In der Hoffnung, diesen Effekt abmildern zu können, habe ich mich entschlossen, auch noch das Wilbers 642 zu probieren. Ob diese Unebenheiten physikalisch überhaupt geschluckt werden können, ohne andere Fahreigenschaften zu negativ zu beeinflussen, muss sich noch zeigen.

Ich wollte keine unendliche Einstellbarkeit aller Parameter sondern Federn und Dämpfungen, die mir liegen. Meine Hoffnung ist demnach die, dass sich beim Wilbers mit seiner doppelt einstellbaren Druckstufe diese bei minimalen Einstellungen eben noch geringer einstellen lässt, als sie bei den beiden anderen "fest eingebaut" ist.

Erste Testfahrt absolviert - erster kurzer Praxischeck Kurzfassung: Schon jetzt ist klar, das Wilbers bleibt drin, wenn sich nicht etwas ganz dramatisches ereignet.

Mein subjektives Fahr-Empfinden: Bilstein zu Sachs: Für mein Empfinden und meine Strecken ist das Bilstein dem Sachs so ziemlich in jeder Hinsicht überlegen, wenn es um normale Unebenheiten in der Fahrbahn geht. Ich habe habe gefühlt mehr Bodenkontakt und mehr Vertrauen. Besonders Schlaglöcher werden doch erheblich besser absorbiert.

Wilbers zu Bilstein: Das Urteil ist nach knapp 60 km bei kalten Temperaturen natürlich vorläufig, und eventuell muss sich das Wilbers (wie es ja auch dem Bilstein nachgesagt wird) erst noch einfahren. Dennoch ist schon klar, dass für mich die Fuhre wesentlich satter auf der Straße liegt. War vorher die Gabel deutlich komfortabler als das Heck, ist es jetzt eher umgekehrt. Da die Temperaturen für beide Komponenten gelten, ist das für mich das aussagekräftigste Indiz.

Für mich bietet das Wilbers bisher die deutlich beste Performance und es lässt sich sehr wahrscheinlich mit mehr Zeit und Strecke noch etwas optimieren. Ich hatte selten so viel Spaß auf dem Motorrad wie auf diesen paar Kilometern, und das lag sicher nicht an angenehmen Temperaturen, Sonnenschein und schönen Landschaften - nichts davon war vorhanden Aber der Scrambler hat sich für mich nun so angefühlt, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Das ist es jetzt also

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