Motorradhandschuhe im Test: Sicherheit, Komfort und Wetterschutz

Was könnte es Schöneres geben als einen Geländeausflug mit dem Motorrad? Abenteuer und die richtige Ausrüstung gehören dazu. Es gibt wenige Dinge, die beim Motorradfahren mehr nerven und für größere Unsicherheit sorgen können, als ein unpassender Handschuh. Ist er zu groß und zu weit, fehlt das nötige Fingerspitzengefühl.

Hält er klimatechnisch nicht, was er verspricht, ist man als Fahrer einen kalten Regenschauer davon entfernt, die Handbekleidung entnervt und mit klammen Fingern in die nächste Ecke zu werfen. Und auch der Schutz bei Sturz und Umfallern spielt eine große Rolle.

Guardo Ultimate GTX im Test

Für amtliche 229,90 Euro verspricht der neue Guardo Ultimate GTX all diese Dinge besser zu können. Zeit, dass wir ihn anprobieren.

Passgenauigkeit

Einmal übergestreift, fällt der Handzug großzügig, aber nicht zu groß aus. Gerade auf der Handfläche und am Handrücken sitzt der Handschuh wie angegossen, an den Finger dürfte es einen Hauch enger sein. Eine kluge Lösung ist der mit Gummizug versehene Verstellriemen am Handgelenk.

Dadurch wird der Guardo Ultimate GTX nicht nur nach Belieben festgezogen. Durch die smarte Führung eines Riemens über den Daumen wird der Handschuh auch insgesamt enger und sitzt deutlich besser.

Material und Verarbeitung

Hergestellt wird der Guardo Ultimate GTX von Rev'it in Indonesien und macht insgesamt einen hervorragenden Eindruck. Zur Verwendung kommt für den gesamten Handschuh Ziegenleder, außen mit einer wasserabweisenden Beschichtung. Im Inneren sorgte eine Gore-Tex-Membran dafür, dass der Handschuh wasserdicht ist.

Die Verarbeitung der Materialien ist dabei exzellent, das Leder elastisch und die Nähte alle sauber und gerade.

Tragekomfort

Das Innenfutter fühlt sich weich und hochwertig an und da das Innenfutter nach außen vernäht wurde, spürt man keine Falz oder Nähte. Das relativ dicke Ziegenleder bietet auch auf langen Schotterfahrten hohen Komfort und verursacht weder Druckstellen noch Blasen.

Die Kehrseite der Medaille: bei viel Arbeit an Kupplung und Bremse muss man auch gegen den (sanften) Widerstand des Leders die Finger krümmen.

Praxistauglichkeit

Im Praxistest spielt das jedoch nur auf technisch äußerst anspruchsvollem Territorium eine Rolle. Auf längeren Strecken kann der Handschuh gerade zur Übergangszeit in Frühjahr und Herbst durch seine Robustheit und seinen Komfort punkten. Die großzügige Öffnung und der erstklassige Verschluss sind im Alltag und der täglichen Praxis eine angenehme Abwechslung und der feste Sitz und die gute Passform überzeugen beim sportlichen Einsatz auf der Straße und im Gelände.

Ausstattung und Sicherheit

Zur Ausstattung des Guardo Ultimate GTX gehören ein üppig dimensionierter Visierwischer am linken Handschuh, sowie einige Sicherheitsfeatures. So sind an den Fingergelenken von Zeige- bis Ringfinger Temperfoam, also Hartschaumflächen, angebracht.

Knöchel, Handkanten und Daumen, also die im Falle eines Sturzes verwundbarsten Flächen der Hand sind durch Hartschalen-Flächen geschützt. An den Ringfingern soll eine kleine Fläche reflektierendes Material für eine höhere Sichtbarkeit sorgen. Da wäre mehr möglich gewesen, ansonsten hat der Guardo Ultimate GTX ein mit nach Level-1-KP-Zertifizierung (nach EN 13594:2015) hohes Sicherheitslevel.

Wetterschutz

Der Wetterschutz des Handschuhs hält dabei, was Touratech und Rev'It versprechen. Er ist, auch bei dauerhafter Fahrt durch Matsch und kalten Dauerregen wasserdicht. Dadurch, dass er mittels Gummizug so eng verschlossen und im Jackenärmel untergebracht werden kann, droht auch hier kein Eindringen von Regenwasser oder kalter Luft.

So bleibt er auch bei kühlen Temperaturen gut isoliert und hält die Wärme des Fahrers am Körper. Im Sommer droht natürlich die Gefahr, dass es schnell zu warm wird, für Winter und Übergangszeit sind die Klimatisierung und der Wetterschutz jedoch ideal.

Held Tour-Mate im Test

Leicht, bequem und flexibel ist der Tour-Mate von Held schon mal. Doch wie schlägt sich der Touringhandschuh im Regen und bei Kälte?

Passgenauigkeit und Tragekomfort

Sofort fällt auf, dass der Tour-Mate von Held nicht nur sehr gut sitzt, sondern auch sehr leicht ist. Die Finger haben viel Spielraum und das dünne Ziegenleder schränkt die Bewegung kaum spürbar ein. Wo manche, vor allem für den Winter ausgestattete Handschuhe permanenten Widerstand in den Bewegungen erzeugen, zeigt sich der Tour-Mate leicht, flexibel und gefühlsecht beim Griff zum Lenker.

Am Handgelenk und an der verhältnismäßig kurzen Stulpe kann die Weite nachjustiert und der Handschuh an der Hand abrutschfest fixiert werden. Obwohl sich der Handschuh sehr gut anfühlt, können bei genauerem Hinsehen Stellen auffallen, an denen die Nähte nicht besonders gerade genäht wurden oder aus denen einzelne Fäden noch abstehen. Das trübt den insgesamt hochwertigen Eindruck ein wenig.

Praxistauglichkeit und Wetter

Während der Fahrt spürt man von derlei Ungenauigkeiten jedoch nichts, sondern freut sich über die hohe Bewegungsfreiheit der Finger und das superpräzise Gefühl in Fingern und Händen beim Bedienen der Armaturen oder dem Griff zu Bremse, Kupplung und Gas. Letzteres sollte selbstverständlich sein, aber wer sich regelmäßig durch die Menüs elektrifizierter Großenduros tastet, wird die gefühlsechte Präzision, die das dünne Ziegenleder ermöglicht, bald zu schätzen wissen. Und solange es warm und trocken bleibt, erhält der Handschuh dieses Gefühl trotz fehlender Polsterung auch ganztägig. Wird es kalt, kann einem vielleicht noch die Griffheizung helfen. Auch kurze Schauer hält der Handschuh noch ab. Regnet es länger und ergiebig, wird es jedoch schnell ungemütlich und kalt, denn das Leder neigt zur Durchlässigkeit und die gefütterten Stulpen zum Vollsaugen. Der Vorteil an warmen und trockenen Tagen überwiegt die Nachteile dennoch.

Sicherheit und Ausstattung

Praktisch ist die Beschichtung an Daumen und Zeigefinger nicht nur auf dem Papier, auch in der Praxis funktioniert sie wirklich gut. Eingaben erkennt das Display des Smartphones oder des Navis sofort und präzise - sehr gut. Auch eine Wischlippe trägt der Handschuh sodass, wenn schon der Handschuh innen nicht trocken, doch wenigstens das Visier einigermaßen klar bleibt.

Für die Sicherheit hat Held dem Tour-Mate einen D3O-Knöchelschutz mit auf den Weg gegeben. Dieser ist aus hartem Schaumstoff und ist beim Tragen nicht zu spüren. Die Stulpe und der Knöchelverschluss können per Klettriemen sehr eng verschlossen werden und verhindern wirksam das Abrutschen des Handschuhs im Falle eines Sturzes. Auch der Handkanten- und Ballenschutz können sich sehen lassen und sind dabei kaum spürbar.

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