Blickführung beim Motorradfahren: Tipps für mehr Sicherheit und Fahrspaß

Die Blickschulung gehört zu den wichtigsten Themen bei einem Motorradtraining. Schlagworte zu befolgen, wie Kopf hoch, Blick vom Hindernis lösen und weit voraus schauen, das klingt im ersten Moment einfach. Aber die dauerhafte Beibehaltung ist das Problem und man braucht relativ lange, bis sich dieses Verhalten etabliert hat.

Die Bedeutung der richtigen Blickführung

Wenn Du immer auf das Vorderrad siehst, wirst Du keine entspannte und sichere Fahrweise erreichen. Du musst dorthin schauen, wohin Du fahren willst und das Motorrad folgt Dir. Starrst Du ein Hindernis an, wirst Du es sicherlich treffen, denn Du fährst dahin, wohin Du blickst. Frage Dich bei jeder Fahrt : schaue ich weit genug voraus ? Arbeite an Deinem Blickverhalten, und Du wirst im Lauf der Wochen und Monate merken, dass Du immer sicherer und ruhiger fährst.

Übungen zur Verbesserung der Blickführung

Damit das weite Vorausschauen beim Motorradfahren dauerhaft gelingt, ist viel Übung und Zeit notwendig. Man bringt an seinem Schutzhelm eine Markierung an, z.B. mit einem Fettstift. Damit wird einem der weit vorausschauende Blick konkreter bewusst. Hierzu der Bierdeckelversuch von Prof. Man legt einen Bierdeckel auf einen größeren Parkplatz und versucht, ihn mittig zu überfahren. Man wird schnell feststellen, dass man den Deckel nur trifft, wenn man weit genug vorausschaut.

Kurventechnik für Kehren, Serpentinen und Spitzkehren

Inspiriert durch die vielen Videos im Internet, wie einige Motorradfahrer in den engen Kurven und Spitzkehren am Stilfserjoch, oft durch kleine Fehler im Handling, umfallen, will ich mich hier auch einmal dem Thema Kurvenfahren in Kehren und Spitzkehren widmen und Euch hoffentlich einige hilfreiche Tipps geben. Ich bin sicher nicht der perfekte Kurvenfahrer, aber ich komme die Alpenpässe so halbwegs hoch und runter und bin laufend am Üben und am Verbessern meiner Kurventechnik.

Die Wichtigkeit der Blickführung in Kurven

Guckst Du scheiße, fährst du scheiße! Diesen Spruch haben wir wohl alle schon gehört und er drückt sehr direkt aus, wie wichtig eine gute Blickführung beim Kurvenfahren ist. Fahrstile LEGEN, DRÜCKEN und HANG-OFF sind bei uns in Europa bekannt, wobei Hang-off, meiner Meinung nach, nur auf die Rennstrecke gehört. Natürlich gibt es immer wieder Motorradfahrer, die die öffentlichen Straßen mit einer Rennstrecke verwechseln und geeignete Kurven zum Knieschleifen mehrmals wiederholt fahren. Was dies der gesamten Motorradgemeinschaft einbringt haben wir ja gesehen, DB-Beschränkungen, Streckensperrungen usw.. Hinterschneiden von Rechtskurven bringt uns sicherer um die Kurve und man kommt am Kurvenausgang dem Gegenverkehr nicht zu nahe. Doch gibt es auch hier einige Dinge zu beachten und es macht einen Unterschied wie ich die Kurve fahre, ob sie einsehbar ist oder nicht.

Moto Gymkhana und japanischer Fahrstil

In den letzten Jahren hört und liest man immer mehr von MOTO GYMKHANA, wo sich auch bei uns in Europa immer mehr Clubs gründen. Ein Motorsport, der ein perfektes Handling des Motorrades in engsten Radien voraussetzt um einen Hütchen-Parcours in der schnellst möglichen Zeit zu fahren. In den letzten Videos auf der Seite nennt es Clubman Swiss, den japanischen Fahrstil, da diese Motorsportart aus Japan kommt. Den Fahrstil der "Hütchen-Flitzer" kann man perfekt durch die engen Spitzkehren anwenden.

Weitere Tipps für sicheres Kurvenfahren

  • Angststreifen bei den Motorradreifen, woran sich Motorradfahrer messen. das Salz in der Suppe. Doch muss man sich an die eigene Wohlfühl-Schräglage langsam herantasten.
  • Wenn Ihr im Motorradurlaub eine Woche oder länger auf den Passstraßen unterwegs seid, dann ergibt sich dies fast von selbst, da Ihr immer mehr Vertrauen gewinnt.
  • Richtige Reifendruck, hier gibt es klare Angaben vom Hersteller, denn oft machen 0,2 bis 0,3 bar mehr oder weniger schon einiges aus.
  • Bei zu wenig Luftdruck fängt der Reifen an zu schwimmen und die Kurvenfahrt wird unsicher, bei zu viel Luftdruck kann sich der Reifen nicht richtig mit dem Asphalt verzahnen und man rutscht leichter weg.
  • Der Motorradreifen darf auch nicht zu alt sein, da mit den Jahren die Gummimischung zu hart wird und dadurch kein richtiger Grip mehr entstehen kann.
  • Die ersten Kilometer sollte man die Reifen auch etwas warm fahren, bevor man sich damit in stärkere Schräglagen begibt.

Wird oft vergessen! und nicht einseitig verteilt ist, denn das macht sich dann beim Kurvenfahren gleich bemerkbar. Das Topcase möglichst mit leichteren Sachen befüllen und auch nicht noch etwas Schweres auf das Gitter vom Topcase packen. Je höher aufgepackt wird, um so schlechter ist das Fahrverhalten und die Stabilität des Motorrades bei engen Kurven und Spitzkehren. Fahrtechnik laufend perfektionieren.

Die richtige Motorradbekleidung

Dass dabei eine richtige Motorradbekleidung sehr sinnvoll ist, steht wohl außer Frage. Ein Fahrvergnügen in T-Shirt und kurzer Hose ist nur so lange angenehm, bis man in einer Kurve wegrutscht.

Konzentration und Atemübungen

Beim Motorradfahren ist ein freier Kopf ganz wichtig, damit man sich voll darauf konzentrieren kann. Atemübungen. 4 bis 6 mal durch die Nase bis in den Bauch einatmen, die Luft ein wenig anhalten und dann die ganze Luft durch den Mund ausatmen. Vorsicht, nicht zu oft, sonst wird einem schwindelig.

Kurven nach Schule fahren

Ihr kennt das sicher auch, wenn auf einmal keine Kurve mehr so richtig läuft. Tipp! Kurven nach Schule fahren und der Flow kommt wieder. für eine bessere Kurvenfahrt benötigt werden. Für den einen ist die Linkskurve schwierig für den anderen die Rechtskurve. Achterfahren wieder an das Motorrad, Handling und Kurvenfahren gewöhnt. Achterfahren, der heilige Krahl des Motorradfahrens, wie es Nils von 1000Ps nennt.

Hinterradbremse und Blicktechnik

Warum Ihr die Hinterbremse bei engen Kurven und Spitzkehren einsetzen sollt. Blicktechnik beachten!!! Probiert es anfangs ohne Fixpunkte, dann seid Ihr flexibler in der Kurvenführung. Hier seht Ihr die richtige Blickführung. Als Fixpunkte Tennisballhälften auslegen. nicht dahin, wohin du fährst, sondern dahin, wohin du fahren willst!!! Du fährst immer dahin, wohin Du schaust. Also bei der Kurvenfahrt Blick weg vom Gegenverkehr, sondern dahin schauen, wohin Ihr fahren wollt!!! (Da gehören normal 1000 Ausrufezeichen hin ;-)) Nehmt jetzt nicht seinen Fahrstil als Maßstab, denn da steckt sehr, sehr viel Übung dahinter. Hier seht Ihr wie Clubman Swiss die Kurve innerhalb von zwei Parkplätzen schafft.

Verhalten bei Gegenverkehr

Wenn die Kurve einsehbar ist, immer schauen, ob größere Fahrzeuge, wie Bus oder LKW entgegenkommen, denn bei engen Kehren brauchen diese die ganze Fahrbreite. Bleibt dann weit genug vor der Kurve stehen, damit diese Fahrzeuge Platz zum Ausholen haben.

Die Linkskurve

Die Linkskurve wird im äußeren Drittel angefahren, als Anhaltspunkt könnt Ihr die Fahrspur vom rechten Reifen bei einem Auto nehmen.

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Die eigene Sicherheit steht immer an erster Stelle

Jeder ist selber verantwortlich und es lohnt sich dafür zu üben, dass man in einer sicheren Fahrlinie und mit Freude um die Kurven auf den Passstraßen kommt.

Tipps von "Matze" zum Serpentinen fahren

Mehr Videos aufMatze gibt seine Tipps und Tricks in seinen Kursen gerne weiter. Hier wird der Fahrstil und die Kurventechnik vom japanischen Fahrstil, wie es Clubman Swiss nennt, genauer erklärt. So funktioniert es auch bei den Spitzkehren am Stilfserjoch und bei anderen Alpenpässen mit engen Kurven.

Das Stilfserjoch

Das Stilfserjoch ist wohl eine der bekanntesten Alpenpässe im Alpenraum und der spezielle Straßenverlauf mit den engen Kehren und Spitzkehren zieht die Motorradfahrer aus der ganzen Welt an. Mit dem traumhaften Bergpanorama und der Höhe bis auf 2.757 Meter zählt das Stilfserjoch zur Superlative der Passstraßen.

Was ist bei der Blickführung auf dem Motorrad am wichtigsten?

Grundsätzlich ist es wichtig, den Blick weit genug vorausschauend nach vorne zu richten und nicht auf den Boden unmittelbar vor dem Motorrad oder auf das Vorderrad selbst zu blicken. In Kurven ist zusätzlich der Kopf in die Kurve zu drehen. Beachten Sie hierzu die Tipps zur Blickführung in Kurven an dieser Stelle.

Warum ist die richtige Blickführung auf dem Motorrad für die Fahrtechnik wichtig?

Als Grundregel gilt: Ihr Motorrad fährt in die Richtung, in die Ihr Blick gerichtet ist. Wer voraus blickt, behält nicht nur die Straße im Auge, sondern bleibt auch besser im Gleichgewicht. Die Gefahr einer unkontrollierten Schräglage in der Kurve ist so gering.

Wie durchfahre ich mit dem Motorrad eine Kurve?

Dazu ist es wichtig, die einzelnen Kurvenabschnitte zu kennen. Welche das sind, wird an dieser Stelle erklärt. Die Blicktechnik zählt zu den wichtigsten Themen beim Motorradfahren, ist aber für viele Biker eine Herausforderung. Der Kopf muss die schnellen Geschwindigkeiten verarbeiten und ist zunächst von den vielen Bewegungen im Sichtfeld überfordert. Auf geraden Strecken ohne enge Kurven gilt es vor allem, vorausschauend zu fahren, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Konzentrieren Sie sich auf die Fahrbahn, ihre Begrenzungen, auf Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsschilder. Auch in Kurven ist ein vorausschauender Blick das A und O. Zusätzlich sind aber weitere Aspekte zu beachten. Scheitelpunkt: Hier den Kurvenausgang in den Blick nehmen. Der Kopf ist stets oben zu halten und in die Kurve zu drehen. Das bedeutet, der Blick muss frühzeitig, etwa ein Motorradlänge vorher, vom Einlenkpunkt gelöst und dem Scheitelpunkt zugewendet werden. Das sollte nicht in einer hektischen oder ruckartigen Bewegung passieren, sondern möglichst flüssig. Schließlich wollen Sie die Kurve ebenso in einer flüssigen, eben kurvenartigen Bewegung und nicht in einem rechten Winkel durchfahren. Die richtige, vorausschauende Blickführung auf dem Motorrad hilft auch dabei, Verkehrsschilder frühzeitig zu erkennen.

Weitere Tipps und Überlegungen

  • Blickführung auf der Straße mit FC-MotoWeg vom Neandertalblick!
  • Blickführung ist auch bei anderen Sportarten sehr wichtig.
  • Trotz Schräglage den Kopf gerade halten bei der Blickführung!
  • Die richtige Blickführung ist die Essenz des Motorradfahrens!

In diesem Video erklärt 1000Ps die Vor- und Nachteile der verschiedenen Fahrstile, wie Drücken, Legen und Hang-off. Wann welcher Fahrstil sinnvoll ist, seht Ihr ab Minute 12.35.

Wie fahre ich die Linkskurve

Passt die Geschwindigkeit immer vor der Kurve an! Ein leichter Druck auf die Hinterradbremse stabilisiert das Motorrad! Wenn die Kurve einsehbar ist, immer schauen, ob größere Fahrzeuge, wie Bus oder LKW entgegenkommen, denn bei engen Kehren brauchen diese die ganze Fahrbreite. Bleibt dann weit genug vor der Kurve stehen, damit diese Fahrzeuge Platz zum Ausholen haben. Sie werden es Euch danken. Die Linkskurve wird im äußeren Drittel angefahren, als Anhaltspunkt könnt Ihr die Fahrspur vom rechten Reifen bei einem Auto nehmen. Wenn man schon mehr Erfahrung hat, kann man auch noch näher am rechten Straßenrand fahren, doch Vorsicht, da liegt oft Split oder sonstiger Schmutz. Nach dem Einfahren in die Kurve geht der Blick in Richtung Kurvenausgang und je nach Situation, ob etwas entgegenkommt oder nicht, zieht man am Kurvenausgang wieder zur Mitte der eigenen Fahrspur.

Wie fahre ich die Rechtskurve

Auch hier gilt, die Geschwindigkeit immer vor der Kurve anpassen! Bei einsehbaren engen Kurven geht der Blick immer zuerst nach oben, ob größere Fahrzeuge entgegenkommen und man genug Platz zum Hinterschneiden hat. Es ist keine Schande, wenn man vor der Spitzkehre stehenbleibt um den größeren Fahrzeugen von oben den notwenigen Platz zu lassen. DIE EIGENE SICHERHEIT STEHT IMMER AN ERSTER STELLE! Bei Kurven mit einer Mittellinie wird die Rechtskurve im linken Drittel bis zur Mittellinie angefahren, der Blick geht zum Kurvenausgang und der Einlenkpunkt sollte möglichst spät gewählt werden, dass man so weit rechts wie möglich am Kurvenausgang rauskommt. Ein leichter Druck auf die Hinterradbremse stabilisiert das Motorrad und lässt einem engere Radien fahren. Schaut nicht in den Gegenverkehr, sonst zieht es Euch ganz automatisch Richtung Gegenfahrbahn, schaut dahin, wohin Ihr fahren wollt! In engen Kehren aktiv schauen, dreht auch den Oberkörper mit und Ihr kommt besser um die Kurve. Abrupte Bremsmanöver mit der Vorderbremse vermeiden! Genug Abstand zum Vordermann einhalten, nie dicht auffahren! Wenn Ihr trotzdem stehenbleiben müsst, verlagert das Gewicht in der Rechtskurve zur Straßenmitte, dass Ihr mit dem linken Fuß zum Stehen kommt, denn der rechte Fuß ist dann oft zu kurz! Abrupte Bremsmanöver mit der Vorderbremse und falsches Stehenbleiben in der Kurve sind die Gründe für die meisten Umfaller am Stilfserjoch, oder auch auf anderen Alpenpässen.

Weitere Tipps zur Blickführung

  • Man muß begreifen, daß man "sehen lernen" muß. Das ist das wichtigste. Der Blick, die Blickführung ist die halbe Miete beim Motorradfahren - wichtiger als alles andere.
  • Den Blick pendeln lassen - von "weit voraus" auf den Nahbereich: Zustand des Strassenbelages checken!
  • "Wohin man guckt, dahin fährt man!" Also nicht auf den Scheitelpunkt der Kurve starren, sonst fährt man genau dorthin - und aus der Kurve hinaus, sondern spätestens, wenn man einlenkt, den Blick wieder nach "weit vorne" umlenken - bewußt dazu zwingen, wenn es nicht anders geht, und bei langsamen Tempo auf verkehrsarmen Strassen !
  • Wenn man ein Hindernis gesichtet hat, den "Fluchtweg" suchen, und zum Fluchtweg hinschauen - sonst fährt man unbewußt in Richtung des Hindernisses: ein Ölfleck, ein Ast, Rollsplitt, ein entgegenkommendes Fahrzeug, daß über die Mittellinie ragt ...
  • Strasse und Landschaft ständig "scannen" ! Strassenverläufe wie Gefahrenquellen sind häufig schon sehr weit voraus zu erkennen, während sie durch Annäherung wieder unsichtbar werden.
  • Das wesentliche vom unwesentlichen unterscheiden lernen: Keine Aufmerksamkeit für Landschaft, Arschgeweihe, Ärsche, Titten, geile Autos, Schlösser und Burgen usw. verschwenden, wenn man fährt !
  • Bei "hakeligen" Kurvendurchfahrten und ähnlichen Situationen ist es häufig hilfreich, sich beim Anfahren "Orientierungspunkte" für den Blick zu setzen: wenn ich eingelenkt habe, guck ich zu dem Leitpfosten da, und wenn ich wieder aufmache, gucke ich in Richtung von dem Gullideckel !
  • Visier sauber und beschlagfrei halten !
  • Kopf hoch ! Wenn man was sehen will, darf man nicht den Kopf einziehen, und wie ein Soldat über den Rand seines Schützengrabens vorsichtig über den Rand der Kanzel oder der Scheibe linsen, sondern den Kopf so hoch wie möglich recken, und bei der Schräglage den Kopf aus der Schräglage hinaus wieder möglichst nahe an die Horizontale zu bringen lernen.

Die Rolle der Erfahrung

Die Blickführung beim Motorradfahren ist eine weit komplexere Handlung, als es zunächst den Anschein hat. Das feine Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung und motorischer Handlung ist nicht allein neurologisch bedingt. Die Fähigkeit, aufgrund einer im Gedächtnis gespeicherten Fahrerfahrung unerwartete bzw. Hier liegt wahrscheinlich der entscheidende Knackpunkt, denn diese Strategien lassen sich nur begrenzt im Fahrschulunterricht vermitteln. Vielmehr handelt es sich um ein vielfältiges Erfahrungswissen, das erst durch längere, stetige Fahrpraxis erworben werden kann.

Sicherheitstraining

Wer schlecht schaut, fährt auch schlecht! Der Spruch eines Fahrsicherheitstrainers hat sich mir tief eingeprägt. "Wer scheiße schaut - fährt scheiße". Gut, ein wenig vulgär ausgedrückt. Aber Recht hat er. Es gibt natürlich auch die etwas sanftere Methode, die da lautet: Die Augen führen das Motorrad. Im Grunde wird doch bei einem Sicherheitstraining nicht anderes gemacht als diese Automatismen wieder zu visualisieren, zu trainieren und dann im besten Falle wieder ins Unterbewusstsein absinken zu lassen. Automatismen sind doch Handlungsabläufe, die ohne daran zu denken abrufbar sind. Und genau das brauchen wir, um uns sicher auf zwei Rädern zu bewegen.

Schräglage und Kurventechnik

Nicht außer Acht zu lassen sind aber auch die Schräglage und die Kurventechnik. Spätes Einlenken, Kurven hinterschneiden und ein optimiertes Anbremsen und Beschleunigen führen zu einer optimierten Kurvenlinie oder besser gesagt Sicherheitslinie.

ABS und Bremstechnik

Die richtige Bremstechnik ist ebenfalls wichtig. Ich denke aber, dass durch die richtige Blickführung und die richtig angefahrene Kurve die eine oder andere Gefahrenbremsungen nicht mehr von Nöten ist. Außerdem ist das Thema "Bremsen" ja nicht mehr ganz so einfach wie es früher einmal war. Die meisten von uns haben ja mittlerweile ABS an Bord. Ja, Assistenzsysteme nehmen uns viel ab und reagieren auch wesentlich schneller als unser Gehirn.

Die Bedeutung des Bauchgefühls

Und Leute, was beim Motorradfahren in meinen Augen exorbitant wichtig ist, ist das eigene Bauchgefühl. Es gibt einfach diese Tage, wo irgendeine Stimme zu Dir sagt: lass es heute besser. Also meiner einer nimmt solche Stimmen sehr ernst. Eben aus Erfahrung: Der Fahrstil taugt nichts, die Kurvenlinie ist mehr oder minder bescheiden, der Kopf nicht frei. Die Stimmen sagen auch manchmal plötzlich Sachen, die entscheidend sein können.

Buchempfehlungen

Zu den Buchtipps möchte ich noch sagen, dass in meinen Augen das Buch "Motorradtraining alle Tage" von Bernt Spiegel zur Pflichtlektüre eines jeden Motorradfahrers zählen sollte. Lieber Leser, gönne Dir das Buch! Wer sich dann wirklich eindringlich mit der Theorie zum Thema auseinander setzen will, dem möchte ich das Buch "Die obere Hälfte des Motorrades" empfehlen.

Zusammenfassung

Nur wenn Mensch und Maschine eine Einheit bilden, fährt man schnell, sicher und vor allem gut Motorrad. Doch das, was so spielerisch-leicht aussieht, ist in Wirklichkeit eine höchst komplexe Angelegenheit, die in unglaublich hohes Maß an Koordination, Konzentration und Anpassungsfähigkeit erfordert.

Die Lehre der Blickführung

Ein Motorrad fährt dahin, wohin der Fahrer blickt. Diese Lehre haben wir alle schonmal gehört, aber wir vergessen sie viel zu oft. Deshalb hier eine gründliche Erinnerung daran, wie wichtig die Blickführung beim Motorradfahren ist.

Vorausschauendes Fahren

Erst wenn unser Blick so weit reicht, dass wir innerhalb der überblickten Strecke wenn schon nicht anhalten, so doch zumindest reagieren können, stellt sich Wohlbefinden ein. Was bedeutet, dass bei 70 Sachen auf der Landstraße knapp 20 Meter Reaktionsweg plus gut 20 Meter Bremsweg, also mindestens 40 Meter überblickt werden sollten, um sicher unterwegs zu sein. Bei 100 km/h sollten wir dann schon mehr als 70 Meter weit sehen können.

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