Der grenzüberschreitende Glan-Blies-Weg (ADFC Qualitätsroute 4 Sterne) verläuft über 130 km vom lothringischen Saargemünd durch das Bliestal und quer durch das Kuseler Musikantenland am Glan entlang bis nach Staudernheim (Nahe). Verlauf und Charakter dieses Radweges werden vom Glan, einem Nebenfluss der Nahe, und der Blies, einem Nebenfluss der Saar bestimmt.
Daher hat der Radweg im Bereich der Unterläufe von Glan und Blies durchaus den Charakter eines Flussradweges. Gleichzeitig ist der Weg in weiten Streckenabschnitten aber auch ein Bahntrassen-Radweg, sodass er mit seinen geringen Steigungsraten zusammen mit dem Naheradweg eine leicht zu fahrende Querverbindung zwischen Rhein und dem südöstlichen Saarland bzw. Frankreich bildet.
Wildromantische Streckenabschnitte durch nahezu unberührte Natur wechseln sich mit attraktiven Ortsdurchfahrten, Waldabschnitten und offener Landschaft ab. Überwiegend auf und neben einer ehemaligen Bahntrasse geführt, ist der Glan-Blies-Radweg für alle Radfahrer bestens geeignet.
Die Tourenplanung ist jederzeit beliebig erweiterbar: Es bestehen Anschlussmöglichkeiten an weitere großräumige Verbindungen über den Saarland-Radweg, den Barbarossaweg und den Nahe-Radweg.
Hinweis: Die Kilometer/ Längenangaben auf den verschiedenen Portalen können voneinander abweichen.
Streckencharakteristik und Besonderheiten
Bis auf ein Waldgebiet zwischen Waldmoor und Homburg ist dieser Radweg größtenteils asphaltiert. Zwischen Staudernheim und Theisbergstegen wird der Radweg an vier Flussüberquerungen sehr schmal entlang der Bahntrasse über die Brücken geführt, sodass Gegenverkehr auf dem Radweg an diesen Stellen nicht möglich ist. Radfahrer werden dort gebeten, abzusteigen.
Bis auf wenige kurze Streckenabschnitte ist die Belastung durch Kraftfahrzeuge gering. In Homburg und in Saargemünd trifft man jedoch auf städtischen Verkehr. Die Ausschilderung ist auf deutscher Seite durchgängig und gut.
Etappen des Glan-Blies-Radweges
Der Glan-Blies-Radweg lässt sich ideal in mehrere Etappen unterteilen, um die Vielfalt der Region optimal zu erleben. Hier sind einige Vorschläge:
Saargemünd - Blieskastel (ca. 34 km)
Überwiegend auf einer ehemaligen Bahntrasse und in der Nähe des Flusses Blies verläuft die erste Etappe des Glan-Blies-Radweges.
Start der Route ist am Bahnhof in Sarreguemines. Hier mündet die Blies in die Saar, die Stadt ist bekannt durch die Keramikindustrie. Über einen eigenen Radweg (gemeinsam mit dem Saarland-Radweg) geht die Fahrt ins Saarland, durch viele kleine Orte, die überwiegend die Blies im Namen tragen - und entsprechend angenehm eben fährt sich der Weg auch.
Ein erster Höhepunkt: Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, der von Mitte März bis Oktober täglich geöffnet hat und spannende Einblicke in die Geschichte der Region bietet. Durch das Biosphärenreservat Bliesgau erreichen Sie Gersheim mit dem streng geschützten Orchideengebiet. Die Stadt ist Teil der Barockstraße und Kneippkurort. Die malerische Altstadt mit Brunnen, Innenhöfen und Fachwerk wird Ihnen gefallen.
Schönenberg-Kübelberg - Ulmet (ca. 29 km)
Vom Ohmbachsee aus geht es wieder an den Glan und bis Glan-Münchweiler führt der Weg auf der Trasse der ehemaligen Glantalbahn sehr idyllisch am Glan entlang. Parallel zur Bahnstrecke, die zwischen Glan-Münchweiler und Altenglan im Stundentakt befahren wird, führt der Radweg weitgehend eben und verkehrsarm glanabwärts.
Ulmet - Meisenheim (ca. 26 km)
Der Radweg befindet sich überwiegend in unmittelbarer Nähe zum Glan und zur ehemaligen Bahntrasse und hat die historische Altstadt von Meisenheim als Ziel.
Meisenheim - Staudernheim (ca. 12 km)
Die letzte Etappe auf dem Glan-Blies-Radweg bringt Sie ins Weinland, an die Nahe. Wieder erleben Sie eine neue Landschaft, mit ihrem ganz eigenen Charme und vielen Angeboten.
Detaillierte Streckenabschnitte und Hinweise
- Staudernheim nach Rehborn: Zunächst asphaltierter Radweg. Nach ca. 1,5 km wird daraus ein Zwei-Streifen-Radweg (geschätzte Breite je Streifen ca. 90 cm.), der bis Rehborn führt.
- Meisenheim: Besitzt einen alten Ortskern. Am Bahnhof besteht die Möglichkeit zu einem Abstecher in den historischen Ortskern. Nach dem ehemaligen Bahnhof durchfährt man eine tunnelähnliche Unterführung.
- Odenbach: In Odenbach muss innerorts die Straße mitbenutzt werden, kurz vor dem Ortsausgang zweigt der Weg vor dem Spielplatz nach rechts ab.
- Wiesweiler: In Wiesweiler auf einem kurzen Privatweg ein enges Drängelgitter. Wer mit einem sperrigen Gefährt unterwegs ist, wird auf die B420 ausweichen müssen.
- Offenbach-Hundheim: Im nächsten Ort, Offenbach-Hundheim, kann man wieder auf den Radweg wechseln.
- Sankt Julian: Sankt Julian bildet sich aus den ehemaligen 4 Gemeinden Sankt Julian (Dillje), Eschenau, Gumbsweiler und Obereisenbach. Beim Verlassen des Ortes lohnt noch ein Abstecher nach links Richtung Ortsteil Gumbsweiler zur historische Ölmühle. Neben der Draisinenbahn dann weiter nach Eschenau. Immer an der Draisinenbahn entlang geht es durch St. Julian. Verfahren ist nicht möglich, der Weg folgt der Bahntrasse durch Glanbrücken und weiter nach Offenbach-Hundheim .
- Eschenau: In Höhe von Eschenau eine Engstelle auf der Brücke über den Glan.
- Rathsweiler: Bei Rathsweiler hat man in Höhe von dem Baustoffhändler 2 Optionen, geradeaus weiter auf Schotter, oder halb rechts auf Asphalt an der B420 auf einem Radweg. Wer die Strecke etwas abkürzen möchte und bereit ist, dafür einige Höhenmeter in Kauf zu nehmen, kann auf der Straße bleiben und direkt nach Ulmet fahren.
- Ulmet: In Ulmet trifft man vor der Glanbrücke wieder auf den Radweg. Hinter Ulmet eine weitere Engstelle auf der Brücke über den Glan. Sie starten in Ulmet und folgen dem Glan-Blies-Radweg am Glan entlang bis zur Einmündung an der Cappeler Brücke. Hier besteht die Möglichkeit den Ort auf dem Geh- und Radweg zu durchqueren oder über die ausgeschilderte Route an der Bahnstrecke entlang zu umfahren.
- Erdesbach: In Erdesbach angekommen, geht es nach der Sportgaststätte halb rechts kurz bergab, um dann wieder links auf den Radweg Richtung Kusel abzubiegen. Nach ca 200m kommt eine Weggabelung. Mann kann entweder geradeaus an der Kläranlage vorbei weiter auf grobem Schotter und einem Privatgelände (ehem. DB) am Sportplatz vorbei, oder sich links halten und die Schienen querem um auf dem Radweg durch Bedesbach fahren.
- Kusel: Hier endet, bzw. Es besteht auch die Möglichkeit, vorhanden Plätze für Wohnmobile zu nutzen. Hier besteht die Anbindung an den Fritz-Wunderlich-Weg. Dazu muss man vor dem Bahnhof rechts die Draisinenstrecke queren und Richtung Supermarkt nach Kusel radeln. In Kusel geht es am Kreisel mit den 'Kuseler Musikanten' rechts auf den Fritz-Wunderlich-Weg Richtung bis nach Freisen. Dort schließt sich für die Weiterfahrt in Richtung Westen der Bahnradweg Sankt Wenderler Land an. Im Sommer 2022 wurde der Ausbau des ersten Abschnitts zwischen Freisen und Türkismühle abgeschlossen. Damit kommt man wieder an die Nahe evtl.
- Theisbergstegen: Gleich zu Beginn des Abschnitts die letzte der vier Engstellen über den Glan. Wenn man den Radweg folgt, stößt man auf die B423, dieser muss man ca 100m bergauf folgen, oder man wählt den Trampelpfad neben der Straße. Direkt nach der Brücke zur Eisenbahnüberquerung biegt man links auf den Asphaltierten Radweg Richtung Glan-Münchweiler. Wenn man dann die Bahn wieder queren muss, gibt es dann 2 Optionen. Rechts bis Theisbergstegen mit geschotterte Abschnitte (Stand Juni 2014). Wer also mit schmalen (Rennrad-)Reifen unterwegs ist, solllte diesen Abschnitt meiden und stattdessen links auf die B423 ausweichen. Der Weg rechts ist jetzt zum Teil mit einer Wassergebundenen Decke und für schmale Reifen geeignet. Da der Schotter sich jetzt etwas festgefahren hat, ist der Weg neben dem ehemaligen Steinbruch bedingt für schmale Reifen geeignet. Der Radweg entlang der B423 war früher einmal der offizielle Verlauf. Leider geht dieser Weg direkt auf der B423. Erst Ortsausgang Rathsweiler am Glan kann man wieder links auf einen Radweg, diesen muss man aber Ortseingang Theisbergstegen wieder verlassen. Weiter auf asphaltierten Rad- und Wirtschaftswegen sowie ruhigen Ortsstraßen. Richtung Godelhausen (Ortsteil von Theisbergstegen) gibt es auf der linken Seite eine Storchenauffangstation, bei welcher es sich lohnt einen kleinen Abstecher zu machen.
- Matzenbach: In Matzenbach angekommen muss man 'durch' einen Bauernhof radeln, und anschließend halb links Richtung Dorfmitte. Zum Schmunzeln regt die Bemalung des Scheunentores an. In Höhe des DGH/Spielplatz geht es rechts einen kleinen Anstieg hoch und dann auf einem asphaltieren Wirtschaftsweg Richtung Rehweiler.
- Rehweiler: In Rehweiler hat sich was getan. Zunächst asphaltierter Radweg bis zum Drängelgitter.
- Nanzdietschweiler: Hinter dem Dorf Nanzdietschweiler fehlt eine Brücke über die Landstraße. Es wird auf Schildern hingewiesen, dass man das Rad besser schieben soll. Es geht von beiden Seiten sehr steil vom Bahndamm herunter auf ein Drängelgitter zu.
- Schönenberg-Kübelberg: Kurz vor Schönenberg-Kübelberg liegt das Naherholungsgebiet Ohmbachsee etwa 300 m vom Radweg entfernt. Es kann sich lohnen einen kleinen Abstecher an den Ohmbachsee zu machen um einen kleinen Rast/Imbiss zu haben. Zuerst geht es durch eine Talsenke rechts etwas den Berg hinunter und anschließend wieder hoch. Danach rechts halten und durch den Wald in einer Linkskurve Richtung Stausee.
- Waldmohr: Kurz vor Waldmohr kommt man am Mohrmühl-Weiher vorbei. Wer zur Glanquelle will, muss entweder links am Mohrmühl-Weiher an oder auf der Strasse Richtung Ortsmitte radeln, oder rechst um den Weiher auf auf dem Rad- Fussweg in nordwestlicher Richtung radeln, dann kommt man in der Ortsmitte Nähe Marktplatz an. In beiden Fällen anschließend Richtung Höchen sich den Berg 'hochquälen' bis fast Ortsmitte Höchen. Dann muss man auf der rechten Seite Ausschau halten nach dem Hinweis Glanquelle. Weiterfahrt durch ein Waldgebiet auf forstwirtschaftlichen Wegen.
- Blieskastel: Ab Blieskastel verläuft die Radroute auf einer ehemaligen Bahntrasse. Weiter auf Bahntrasse, asphaltierter Radweg. Weiter auf Bahntrasse, asphaltierter Radweg.
- Saargemünd: Von hier nach Saargemünd gibt es mindestens drei ausgeschilderte Routen: den Saarland-Radweg, den Glan-Blies-Weg und die Bahntrasse, als Vélo vis-à-vis ausgeschildert. Von diesen ist der Saarland-Radweg (ungetestet) die umständlichste Variante: Er wechselt in Bliesbruck auf die deutsche Seite zurück und bei Blies-Schweyen wieder auf die französische, dann weiter D82. Die beiden anderen Varianten führen zunächst weiter geradeaus. Auf Höhe Blies-Ébersing zweigt der Glan-Blies-Weg rechts ab, führt in den Ort herunter und geht weiter auf der D82. Der Bahntrassenweg (im Track dargestellt) führt weiter geradeaus. Am Kreisel links. Jetzt hat man die Wahl: Will man Saargemünd umgehen und weiter nach Süden entlang der Saar, folgt man weiter der Beschilderung und kommt südlich von Saargemünd am Fluss heraus. Das Stadtzentrum liegt am linken Ufer der Saar.
Zusätzliche Informationen
- Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel: Beide Orte, Sarreguemines und Blieskastel, sind mit der Bahn erreichbar. Die Rückfahrt mit dem öffentlichen Verkehr mit Fahrradmitnahme ist jedoch kaum möglich. Von Blieskastel bestehen gute Anbindungen nach Saarbrücken.
- Versorgungsmöglichkeiten: Versorgungsmöglichkeiten in Altenglan: hinter dem Bahnhof zweimal rechts auf die Saarbrücker Str. und etwa 400 m weiter ist ein Einkaufszentrum.
- Reparaturmöglichkeiten: Möglichkeit der Reparatur bei Pannen ist 'DerRadgeber' direkt am Bahnübergang (Hauptstr.). Reparaturmöglichkeit in Blieskastel: Pulssports, von-der-Leyen-Str.
Empfohlene Literatur
- Bikeline: Radatlas Westpfalz Esterbauer Verlag 1. Aufl.
- "Rheinland-Pfalz - Alte Bahntrassen. Radeln für die Seele" - wir sind auch mit dem Glan-Blies-Radweg und dem Fritz-Wunderlich-Radweg im Buch vertreten - von Ernst Wrba 192 Seiten, Klappenbroschüre 16,99 € inkl. MwSt.
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