In den 1950er und 1960er Jahren war es üblich, bei Motorrädern mit Handzeichen anzuzeigen, dass man abbiegen wollte. Bei modernen Motorrädern ist dies undenkbar, da Blinker Pflicht sind. Dieser Artikel behandelt den Anbau, die Vorschriften, die elektrischen Anschlüsse und alles, was sonst noch zum Thema Motorradblinker interessant sein könnte.
Vorschriften und Zulassung
Wie alle außen am Kraftfahrzeug angebrachten Leuchten brauchen auch die Blinker ein Prüfzeichen. Die zulässige Blinkfrequenz ist recht variabel. Sie soll um die 90 Signale je Minute liegen (± 30), also zwischen 1 und 2 Hz. Konventionelle Blinker sollten mit Glühlampen 18 bis 21 Watt bestückt sein.
Früher war es üblich, dass die Wirksamkeit der Blinker dem Fahrer sinnfällig angezeigt werden musste, was aber für Krafträder nicht galt. Diese Regelung ist jedoch bei einem Gespann kein guter Plan und beim Solomotorrad auch eher nicht. Da man oft vergisst, den Blinker wieder auszuschalten, sind Blinker-Piepser eine gute Sache im Hinblick auf die Sicherheit. Während Ochsenaugen-Blinker auch von der Seite gut zu sehen sind, ist dies bei anderen Seitenwagen-Leuchten nicht immer der Fall, weshalb ein zusätzlicher Seitenblinker sinnvoll sein kann.
Blinkerrelais: Von Mechanisch zu Elektronisch
Frühere, „mechanische” Relais arbeiteten mit einem Bimetallschalter, dessen Wirkung von der Last abhängig war. Viele kennen von früher noch den „hektischen” Blinker an Autos, wenn die Glühlampe hinten oder vorne durchgebrannt war. Das ist zum Glück (fast) Geschichte. Die modernen Ausführungen setzen auf Elektronik - mit gleichbleibender Frequenz.
Blinkerpiepser: Akustische Warnung für mehr Sicherheit
Vergessene Blinker sind ein Problem. Daher gibt es Blinkerpiepser, die dem Fahrer ein akustisches Signal geben. Sie werden zu Ein- und Ausgang des Blinkrelais' angeschlossen. Es gibt verschiedene Ausführungen, von alten Piepsern, die wie eine kleine Hupe arbeiten, bis zu modernen Piezo-Buzzer. Der Piepser sollte so angebracht werden, dass er einigermaßen vor Regen und Schnee geschützt, aber dennoch gut hörbar ist.
LED-Blinker: Umrüstung und Besonderheiten
Oft gibt es den Wunsch am Mopped kleinere und damit meist LED-Blinker anzubauen. Meist aus optischen Gründen, bieten sie jedoch auch den Vorteil, dass sie durch die LED-Technik deutlich länger halten. Nun kann man natürlich einfach die originalen Blinker mit ihrer 21 Watt Lampe einfach gegen LED-Blinker austauschen, bemerkt aber dann sehr schnell, dass dann irgendetwas nicht stimmt. Der Blinkgeber, der bei den meisten Fahrzeugen verbaut ist, arbeitet lastabhängig. LED sind sparsamer und erzeugen daher nicht so eine große Last wie 2x 21W. Daher blinken LED-Blinker am Serienblinkgeber sehr schnell.
Hat man nur eine Blinkkontrollleuchte kommt noch dazu, dass direkt nach dem Umbau von Glühlampe auf LED immer alle Blinker blinken, egal welche Seite man eigentlich einschaltet. Eine Möglichkeit dem zu entgegnen ist vor jeden LED-Blinker bzw 1x pro Seite einen Widerstand zu setzen, der die Last entsprechend erhöht. Dann blinken die Blinker wieder wie gewohnt.
LED Blinkgeber
Möchte man jedoch direkt auch einen entsprechenden LED-Blinkgeber verbauen, muss man das etwas anders lösen. Hierzu muss am Kabelbaum direkt bei der Blinkkontrolleuchte eine Veränderung vorgenommen werden. Mit Sperrdioden in der Zuleitung zur Kontrollleuchte und einem zusätzlichen Masseanschluss leuchtet die Kontrollleuchte wieder, sobald eine Seite blinken soll. Obendrein könnte man nun auch die Kontrollleuchte durch eine LED ersetzen. Hat man für jede Seite eine Kontrollleuchte, ist diese Modifikation nicht nötig.
Schaltplan für Kontrollleuchte mit Dioden
Für die Kontrollleuchte kann man das Schaltbild mit zwei Dioden zur Entkopplung verwenden. Als Dioden können Schottky-Dioden verwendet werden, damit der Spannungsabfall kleiner ist als bei Standarddioden (0,3 statt 0,6 V). Als Vorwiderstand (Rv) können etwa 560 Ω verwendet werden.
Allgemeine Hinweise zu Motorradblinkern
In fast allen Fällen sind die auf dem Markt erhältlichen Motorradblinker für fast jedes Motorrad /Quad / ATV wie auch Roller verwendbar. Bei 90 % der Angebote handelt es sich um universale Blinker. Man sollte hier jedoch die Maße vom Blinker prüfen, ob diese auch nicht von anderen Bauteilen nach dem Anbau am Motorrad verdeckt werden. Auch sollte man sicher sein, ob der Blinker über die entsprechende Zulassung verfügt.
Nicht universal passend sind in den meisten Fällen die Verkleidungsblinker oder auch originale Motorradblinker vom jeweiligen Hersteller. Der Rest ist mehr oder weniger Geschmackssache oder eine Frage der Qualität bzw. der Marke die man unbedingt möchte.
Wichtige Angaben beim Kauf
- universelle Montage
- E-Zulassung!
- verwendbar für vorn / hinten
- Lieferung erfolgt paarweise oder ggf. Stückpreis
Zulassung von Miniblinkern
LED Miniblinker wie auch Halogen Motorrad Miniblinker müssen in Deutschland über eine E-Zulassung verfügen. Dabei gilt es auch die Kennziffern zu beachten, wie z. B. 11 /12. Diese Ziffern geben an, ob der Motorradblinker für vorn oder hinten oder ggf. für beides zugelassen ist. Die E-Nr. im Kreis gibt an, in welchen EU Land die Zulassung erteilt wurde.
Anschlusshilfe und Warnungen
Vor der Installation muss die Zündung ausgeschaltet sein. Niemals direkt in die LED Blinker schauen, solange diese leuchten. Dies kann Augenschäden zur Folge haben!
Blinker-/Rücklicht/-Kombinationen
Die Rücklicht-/Blinker-Einheit ist nur zur Montage am Heck des Fahrzeugs geeignet! Der Anbau muss nach den allgemeinen Anbaubestimmungen nach ECE montiert werden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zur gewährleisten. Die Einheit darf nur paarweise montiert werden. Das Original-Rücklicht muss abgedeckt bzw. entfernt werden, da nur 2 Rücklichter am Fahrzeug erlaubt sind.
Anschluss von LED-Blinkern
- LED Blinker mit 2 Kabeln:
- Gelbes Kabel / Graues Kabel = Blinker (+)
- Schwarzes Kabel = Blinker = Masse
- LED Blinker mit Rücklicht (5 Kabel):
- Rotes Kabel = Bremslicht (+)
- Gelbes Kabel = Fahrlicht (+)
- Schwarzes Kabel = Masse (-)
- Blaues Kabel = Blinker (+)
- Weißes Kabel = Masse (-)
- LED Blinker mit Rücklicht (4 Kabel):
- Rotes Kabel = Bremslicht (+)
- Gelbes Kabel = Fahrlicht (+)
- Schwarzes Kabel = Masse (-) & Blinker = Masse
- Blaues Kabel = Blinker (+)
Sollte die Blinkerfrequenz zu hoch sein, müssen entweder parallel Widerstände zwischen Blinker und Kabelbaum angeschlossen oder ein lastunabhängiges Blinkrelais im Bordnetz eingebaut werden.
Wichtige Hinweise vor jeder Fahrt
- Bitte unbedingt vor jeder Fahrt die Lichtanlage (Scheinwerfer, Blinker und Rücklicht) überprüfen.
- Eventuell freiwerdende Leitungen sorgfältig isolieren.
- Alte Steckverbindungen unbedingt erst reinigen.
- Die Kabel müssen sorgfältig verlegt werden, um sicherzustellen, dass sie nicht beim Hantieren mit Tank, Sitzbank, Seitendeckel etc. beschädigt werden können. KURZSCHLUSSGEFAHR!!! (Kabelbrand)
Bei technischen Veränderungen der Leitungen und/oder der Steckverbindungen erlöschen jegliche Garantieansprüche. Dies gilt auch für daraus entstehende Folgeschäden. Die Leuchten sind für eine Spannung von 12V bis max. 13.5V ausgelegt. Bei Überspannung im Bordnetz (durch defekte Lichtmaschinen, Regler oder Kabelkurzschluss) erlischt ebenfalls jeglicher Garantieanspruch.
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