Viele tragen gern Kopfhörer, wenn sie unterwegs sind. Als Fahrgast in Bus und Bahn kein Problem - doch wie sieht es im sonstigen Straßenverkehr aus? Ein generelles Verbot, beim Radfahren, auf dem E-Scooter oder als Fußgänger Musik, Podcasts usw. über Kopfhörer zu hören, gibt es zwar nicht.
Zum Glück gibt es für jede Situation die passenden Kopfhörer, so auch für den Straßenverkehr. Es ist in vielen Ländern nicht verboten, sie z. B. Die lauten Geräusche in der Stadt ausblenden, mit motivierender Musik auf den Kopfhörern Fahrrad fahren oder auf dem Roller entspannt einen Podcast hören - es gibt viele gute Gründe, die Vorzüge von Kopfhörern auch unterwegs zu nutzen. Ein verantwortungsvoller Umgang damit ist jedoch unerlässlich.
Ansonsten kann es schnell passieren, dass du Warnsignale überhörst, nicht rechtzeitig reagierst oder Situationen falsch einschätzt. Doch wie verhält es sich, wenn wir mit Kopfhörern auf dem Fahrrad sitzen? Musik kann motivieren, entspannen und die Stimmung verbessern. Beim Radfahren hilft sie vielen, in einen Rhythmus zu finden und die Fahrt zu genießen.
Arten von Kopfhörern für den Straßenverkehr
- In-Ear: Die kleinen Ohrstöpsel eignen sich gut für den mobilen Alltag und vor allem zum Joggen mit Kopfhörern im Park oder im Wald.
- On-Ear & Over-Ear: Bügelkopfhörer liegen mit ihren Polstern entweder auf den Ohren auf oder umschließen diese vollständig. In geschlossener Bauweise dringt kein Schall nach außen, zugleich werden Umgebungsgeräusche gedämpft.
- Open-Ear: Diese kompakten Kopfhörer ähneln In-Ears, werden aber nicht in den Gehörgang gesteckt.
Die Gefahren von Active Noise Cancelling (ANC)
Die aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) ist ein super Feature, das die Konzentration fördern, den Musikgenuss verbessern und das Gehör schonen kann. Es gibt sie bei Over-/On-Ears und In-Ears. Im Straßenverkehr ist sie allerdings eine potenzielle Gefahr: Wenn du dich allein auf deine Augen verlässt, entgehen dir wichtige Signale wie das Geräusch eines herannahenden Fahrzeugs, Warnrufe anderer Menschen oder das Bimmeln der Straßenbahn.
Doch Vorsicht: Auch ohne ANC kannst du Außengeräusche überhören! Gerade In-Ear- und Over-Ear-Modelle sind oft gut isoliert.
Open-Ear-Kopfhörer als sichere Alternative
Open-Ears ermöglichen durch ihre spezielle Konstruktionsweise die Klangwiedergabe, ohne die Wahrnehmung der Umgebung zu beeinträchtigen. Open-Ear-Kopfhörer geben den Klang direkt ans Ohr weiter, ohne es vollständig abzudecken. Open-Ear-Kopfhörer sind eine hervorragende Wahl für alle, die unterwegs Musik hören und gleichzeitig aufmerksam für Umgebungsgeräusche bleiben möchten.
Wähle zu Stärkung deiner Aufmerksamkeit im Straßenverkehr Kopfhörer, die Außengeräusche zulassen, z. B. Open-Ear-Modelle wie die AIRY OPEN TWS von Teufel. ▶ Die AIRY OPEN TWS sind Teufels erstes Open-Ear-Modell. Sie lassen den Gehörgang frei und erhöhen so die Wachsamkeit für Gefahren in der Umgebung. Die Earhooks sorgen für sicheren Halt, die Kopfhörer selbst sind gemäß IPX4 vor Feuchtigkeit durch Regen und Schweiß geschützt.
Sicherheit beim Radfahren mit Kopfhörern
Beim Radfahren ist es entscheidend, dass du deine Umgebung wahrnehmen kannst. Deshalb sind herkömmliche In-Ear-Kopfhörer, die die Ohren vollständig verschließen, nicht die beste Wahl. Stattdessen solltest du nach Modellen Ausschau halten, die speziell für sportliche Aktivitäten im Freien entwickelt wurden.
Bone-Conduction-Kopfhörer sind hier eine beliebte Option. Es gibt auch traditionelle Kopfhörer mit einem „Open-Ear-Design“, die so konzipiert sind, dass sie nicht direkt im Ohr sitzen, sondern davor. Diese lassen ebenfalls Umgebungsgeräusche durch und bieten gleichzeitig einen angenehmen Klang. Für diejenigen, die keine Kompromisse bei der Audioqualität eingehen möchten, gibt es High-End-Modelle mit aktiver Geräuschunterdrückung, die so eingestellt werden können, dass sie bestimmte Außengeräusche durchlassen.
Letztendlich kommt es darauf an, ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Komfort und Klangqualität zu finden. Achte darauf, dass die Kopfhörer für den Außeneinsatz geeignet sind, fest sitzen und nicht verrutschen, und dass sie robust genug sind, um Schweiß und möglicherweise schlechtem Wetter standzuhalten. Musikhören oder Telefonieren mit Kopfhörern ist auf dem Fahrrad grundsätzlich erlaubt, solange die Lautstärke so gering ist, dass Warnsignale noch wahrgenommen werden können.
Achtung! Wenn es zu einem Unfall kommt und du Kopfhörer trägst, kann dir eine Teilschuld zugesprochen werden, was finanzielle und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es ist eine Frage der Sicherheit beim Radfahren. Wenn du mit Kopfhörern radelst und die Musik zu laut hast, kannst du wichtige akustische Signale überhören.
Innovative Lösungen und Alternativen
Die Technik schläft nicht und bietet mittlerweile einige innovative Lösungen an. Es gibt spezielle Headsets für Radfahrer, die Umgebungsgeräusche durchlassen, oder Helme mit integrierten Lautsprechern. Anstatt Kopfhörer zu tragen, könntest du auch in Erwägung ziehen, mit Freunden zu radeln. So kannst du dich unterhalten und bleibst gleichzeitig aufmerksam. Oder wie wäre es mit dem natürlichen Soundtrack deiner Umgebung?
Dennoch spricht auch nichts dagegen beim Radfahren Musik zu hören, solange man sich nicht zu sehr ablenken lässt und kein Sicherheitsrisiko darstellt. Das ist wie beim Autofahren - da ist Musik hören ja auch nicht verboten: Andere Verkehrsteilnehmer müssen trotzdem wahrgenommen werden. Da motiviert das Musikhören einfach und man kann besser im Tritt bleiben.
Knochenschall-Kopfhörer im Test: Shokz Openrun Pro
Was erst einmal klingt wie Zauberei, macht auf den zweiten Blick für Radfahrer absolut Sinn: Sound-Übertragung via Knochen. Bei den bekannten Bügel- und In-Ear-Kopfhörern verschließt ein Lautsprecher die Ohrmuschel und überträgt Musik mit Schallwellen in den Luftraum zwischen Kopfhörer und Gehörgang. Nicht ohne Grund ist die Verwendung dieser Kopfhörer laut Gesetz im Straßenverkehr nicht erlaubt. Zu wichtig sind auditive Reize für die Wahrnehmung der Umwelt und damit die rechtzeitige Registrierung von Gefahren.
Wie ihr Name bereits vermuten lässt, wird bei Knochenschall-Kopfhörern der Schall durch die Haut hindurch direkt auf die Knochen des Kopfes übertragen. Sogenannte Transducer sitzen vor dem eigentlichen Ohr und übertragen die Schwingungen aufs Schläfenbein. Darüber gelangt der Schall ins Innenohr und kann als Musik gehört werden. Den Sound gibt’s also nicht auf, sondern neben die Ohren.
Die Vorteile einer eines freien Gehörgangs liegen auf der Hand: Außengeräusche können auch mit Kopfhörern wahrgenommen werden, der Träger bleibt ansprechbar und es entsteht kein Druck im Ohr - besonders gut für Biker mit sensiblen Gehörgängen. Radfahrer dürfen Knochenschall-Kopfhörer im Straßenverkehr legal tragen.
Auf dem Ohr sitzen die Openrun Pro Sportkopfhörer wie angegossen. Schon nach wenigen Minuten hat man vergessen, dass man ein kleines Technikwunder auf dem Kopf trägt. Für einen guten Sitz sorgt der Bügel, welcher hinter dem Kopf verläuft und dank des Einsatzes von Titan das Gewicht des Systems niedrig hält. Gut für spontane Headbang-Einlagen: Selbst bei heftig zuckenden Kopfbewegungen zu den wildesten Rocksongs bleiben die Shokz Kopfhörer zuverlässig in Position.
Durch die hochwertige Verarbeitung und die einfache Handhabung machen die Shokz Kopfhörer von Anfang an Spaß. Musik abspielen und los geht’s. Die Kompatibilität mit verschiedenen Bike-Brillen war kein Problem. Bei vielen Haaren und je nach Helm, muss aber hinterm Ohr sortiert werden.
Der erste Klangeindruck: Faszinierend! Durch die parallele Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen und Musik klingt Musik durch die Knochenschall-Kopfhörer ganz anders, als durch konventionelle Lautsprecher. Das neuartige Klanggefühl ist aufregend, braucht aber etwas Gewöhnung. Zwar erreichen Töne aus der Umwelt und Musik gleichzeitig das Hörorgan, eine gleichmäßig verteilte Konzentration auf beide Reizgruppen will aber nicht so recht gelingen.
Wer mit den Knochenschall-Kopfhörern vor den Supermarkt rollt, kann sie beim Shoppen einfach anlassen. Durch die offenen Ohren bleibt das Tunnelgefühl der Abschirmung aus. Gut: Ob vom Kassierer oder vom Trainer im Fitnessstudio - mit den Shokz bleibt man jederzeit ansprechbar. Dass das Ohr sowohl den abgespielten Song, als auch die Geräusche der Umwelt gleichzeitig wahrnimmt, entlockt wohl jedem Erstanwender ein Grinsen.
Bei schneller Fahrt, etwa bergab auf dem Gravelbike, spielen die Knochenschall-Kopfhörer einen echten Trumpf aus. Im Gegenteil: Während es bei starkem Fahrtwind an In-Ear-Kopfhörern gewaltig rauscht, bleiben die Schwingungen auf dem Knochen und damit das Hören der Musik davon unbeeindruckt.
Wer die Shokz Openrun Pro Knochenschall-Kopfhörer* einmal ausprobiert hat, will sie beim Radfahren vermutlich nicht mehr missen. Freie Ohren machen Musik, Natur und das Arbeiten des eigenen Bikes gleichzeitig mit dem Lieblingssong hörbar - ein tolles Sinneserlebnis! Ausnahme sind audiophile Biker. Sie wird die Soundqualität nicht überzeugen.
Kopfhörer, Helm, Soundbox: Weitere Musiklösungen für Radfahrer
Auch wenn es nicht immer eine gute Idee ist - grundsätzlich ist es nicht verboten, auf dem Fahrrad mit Musik im Ohr unterwegs zu sein. Grundsätzlich ist es Radfahrern erlaubt, während der Fahrt Musik zu hören. Maßgeblich ist § 23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO), wo es heißt: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Zum Tragen und Benutzen von Kopfhörern macht das Gesetz keine spezielle Angabe.
Das Oberlandesgericht Köln stellte schon 1987 in seinem noch heute richtungsweisenden Urteil fest, dass man einem Radfahrer erst dann die Benutzung eines Kopfhörers untersagen könne, wenn die eingestellte Lautstärke zu mehr als einer unerheblichen Gehörbeeinträchtigung führe. Die Lautstärke müsse so gering sein, dass wenigstens Warnsignale wie etwa die Sirenen eines Krankenwagens wahrgenommen würden. Ergebnis: Rechtlich stellt die Benutzung von Kopfhörern bei entsprechender Lautstärke keinen Regelverstoß dar.
Kommt es jedoch zu einem Unfall, kann das Musikhören weitreichende Folgen haben, wenn etwa Polizei oder Gutachter feststellen, dass die Gehörbeeinträchtigung ursächlich oder mitursächlich für den Unfall war. Im schlimmsten Fall können sich Ansprüche auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verringern oder gar ganz ausfallen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte gänzlich aufs Musikhören während der Fahrt verzichten. Ansonsten empfehlen wir, die Lautstärke so zu wählen, dass alle Umgebungsgeräusche (nicht nur etwaige Warnsignale) wahrgenommen werden. Es geht nicht nur um Rechtssicherheit, sondern auch um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt um Ihre eigene. Gut funktionierende Sinne sind wohl die beste Sturz- und Unfallprävention.
Over-Ear-Kopfhörer mit großen Ohrenschalen und Noise-Cancelling-Funktion, die die Umgebungsgeräusche unterdrücken, haben auf dem Fahrrad nichts zu suchen. Sollten Ihre Kopfhörer eine Noise-Cancelling-Funktion bieten, deaktivieren Sie diese unbedingt, bei Apples AirPods zum Beispiel ist das problemlos möglich. Beschallen Sie mit In-Ear-Kopfhörern nur eine Seite - idealerweise lassen Sie das Ohr der der Fahrbahn zugewandten Seite frei.
Fahren Sie im hektischen und lauten Stadtverkehr grundsätzlich besser ohne Musik. Sobald es ländlicher und verkehrsärmer wird, können Sie sich wieder ein (oder zwei) Kopfhörer ins Ohr stecken.
Eine Alternative zum klassischen In-Ear-Kopfhörer sind sogenannte Knochenschallkopfhörer wie von Shokz oder Livall, die direkt am Schädelknochen in Ohrnähe anliegen und den Schall in Form von Vibrationen zum Innenohr weiterleiten. Die Ohren bleiben frei, und Sie können Umgebungsgeräusche wahrnehmen. Das Klangbild ist allerdings nicht so facettenreich wie mit klassischen In-Ear-Modellen, zudem ist die Passform gewöhnungsbedürftig.
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