BMW Motorrad Modelle der 1950er Jahre

Die 1950er Jahre sind von sportlichen Erfolgen geprägt. In Berlin-Spandau, wo bis 1945 Flugmotoren entstanden und danach eine Werkzeugmaschinen-Fertigung aufgebaut wurde, bekommen die BMW Motorräder ihr neues Zuhause - und Berliner Luft in die Reifen. Mit der R 68 entwickelt BMW ein sportliches Spitzenprodukt. Mit einer serienmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h gilt die BMW R 68 als Topmodell der 1950er Jahre.

Das legendäre BMW RS-Modell wird mit einer Ventilsteuerung per Königswelle in kleiner Auflage für den Motorsport produziert. 200 km/h erreicht das Modell - und einige Privatfahrer erringen zahlreiche Siege auf den Rennstrecken des In- und Auslandes. Im Jahr 1954 beginnt BMW, Weltmeisterschaftstitel für Motorrad-Gespanne in Serie zu gewinnen. Wilhelm Noll und Fritz Cron sind die Ersten, die mit dem RS-Gespann den Weltmeistertitel einfahren. Außerdem schafft es Noll mit 280,8 km/h einen weiteren Geschwindigkeitsrekord für BMW einzufahren.

Technische Innovationen und Modelle

Im bereits bekannten Fahrgestell gibt es nun neue Motoren mit einer zentralen Nockenwelle, die auch den Magnetzünder antreibt. Die Lichtmaschine sitzt vorne auf dem Kurbelwellenstumpf. Äußerlich nur an den Ventildeckeln und schmalen Schutzblechen zu unterscheiden, wartet die neue Sportmaschine mit größeren Ventilen und Vergasern, anderer Nockenwelle, höherem Verdichtungsverhältnis und nadelgelagerten Kipphebeln auf. Die erzielten 35 PS verhelfen der R 68 zu einer Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h.

Die R 25/3 besticht durch grundlegende Neuerungen. Außer einem leistungsgesteigerten Motor sorgen Vollnabenbremsen, 18-Zoll-Räder und eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel für Komfort, Sicherheit und Fahrspaß. Die BMW R 50 ist das erste Modell einer neuen Motorradgeneration mit Vollschwingen-Fahrwerk, das Hinterrad wird in einer Langarmschwinge mit Federbeinen geführt. Am Vorderrad kommt eine geschobene Schwinge nach Earles Bauart, ebenfalls mit Federbeinen zum Einsatz. Erstmals gibt es eine Tellerfeder-Kupplung sowie ein Dreiwellen-Viergang-Getriebe mit Ruckdämpfer.

Die wirtschaftliche Lage und neue Wege

Steigender Wohlstand sorgte dafür, dass sich immer mehr Bundesbürger vom Zwei- oder Dreirad als Gebrauchsgegenstand verabschiedeten und sich einen Pkw gönnten. BMW hatte durchaus (wieder) Automobile im Programm, doch zumindest anfangs die völlig falschen. So ab 1951 den sechszylindrigen "Barockengel" 501, der 1954 mit dem Achtzylinder-Modell 502 ein ebenso schwülstiges Schwestermodell bekam - Luxusautos, auf die niemand gewartet hatte und die nur Verluste einfuhren. Erst 1955 kam mit der Isetta etwas Passendes ins Programm. Das Rollermobil stammte ursprünglich vom italienischen Hersteller Iso Rivolta und wurde dann von BMW mit einem eigenen 250er- bzw. 300er-Einzylinder-Motorradmotor bestückt. Ebenfalls 1955 startete bei BMW eine neue Boxer-Generation: R 50, R 60 und R 69 sollten als Vollschwingen-Modelle die Neuzeit einläuten, verkauften sich aber schlechter als erhofft - der Motorradmarkt war schlicht und einfach auf dem absteigenden Ast.

Die Isetta konnte das Überleben von BMW nur hinauszögern, und auch der von 1957 bis 1959 gebaute, mit einem Boxermotor bestückte viersitzige Kleinwagen BMW 600 brachte nicht die erhoffte Wende. Das traditionell starke Behördengeschäft brachte BMW zwar im In- und auch im Ausland noch einige nennenswerte Aufträge, was aber nicht viel an der unzureichenden Rentabilität änderte. Um es kurz zu machen: Ende 1959 drohte für die Bayern der Bankrott!

Die Bedeutung der BMW Motorräder

Es gehört viel gestalterisches Feingefühl dazu, aus zwei Zylindern eine Legende zu formen - genau das gelang BMW, der deutschen Edelschmiede. Seit 1923 im Motorradbau tätig, entstanden vor allem in den Jahren nach 1945 Motorräder, die Geschichte schrieben. Mit seinem vielfältigen Produktportfolio steht BMW heute mehr denn je für eine einzigartige Erfolgsstory mit Stück- und Absatzzahlen, die eigentlich nur eine Richtung kennen: steil nach oben.

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