Das ABS-Modul mit seinem Steuergerät hilft, das Auto auch in Gefahrsituationen beherrschbar zu halten. Das ABS-Steuergerät kann man sich als Schaltzentrale des Antiblockiersystems vorstellen. Die Elektronik verarbeitet eingehende Daten wie insbesondere die Raddrehzahl, um den Bremsdruck in den Bremsleitungen zu regulieren. Ziel ist es, beim Bremsvorgang eine maximal Verzögerung zu erreichen, ohne dass die Räder blockieren.
Ein stehendes Rad kann nämlich weder Brems- noch Lenkkräfte übertragen und zum Ausbrechen des Fahrzeuges führen. Alle modernen ABS-Systeme arbeiten dabei mit vier Kreisen, sodass der Bremsdruck für jedes Rad einzeln angepasst werden kann. Das ABS-Modul besteht aus der Hydraulikeinheit mit den entsprechenden Magnetventventilen, die über Spulen im ABS-Steuergerät geöffnet und geschlossen werden können. Das ABS-Steuergerät selbst ist nicht viel mehr als eine Platine mit entsprechenden elektronischen Bauteilen und Leiterbahnen, welche die Sensorsignale verarbeitet und den Strom für die Spulen schaltet. Durch das jeweilige Magnetfeld werden die Ventile geschlossen und geöffnet. Das ABS kann dabei entweder die Zulaufleitung blockieren, d.h. der Bremsdruck kann sich nicht weiter erhöhen, oder auch den Bremsdruck verringern, indem Bremsflüssigkeit abgelassen wird.
Symptome eines defekten ABS-Steuergeräts
Leuchtet die ABS-Lampe im Armaturenbrett konstant, sollte man umgehend eine Werkstatt aufsuchen. Probleme mit dem ABS gehen immer mit drei Symptomen einher:
- Erstens geht die ABS-Kontrollleuchte nach dem Start des Fahrzeuges nicht mehr aus und leuchtet konstant.
- Zweitens wird man beim Auslesen des Fehlerspeichers einen entsprechenden Eintrag vorfinden.
- Drittens kann sich der Bremsweg verlängern bzw. das Verhalten des Fahrzeuges vor allem bei Notbremsungen deutlich verändern.
Auch wenn der Untergrund zwischen den einzelnen Rädern deutlich variiert oder das Profil der Reifen unterschiedlich abgefahren ist, kann sich fehlendes ABS durch ein unkontrolliertes Ausbrechen des Autos äußern bzw. Alle bisher genannten Symptome sind jedoch nur Indizien, denn wie bei jedem elektronischen System, liegt der Teufel im Detail. Meist ist nämlich gar nicht das ABS-Steuergerät selbst defekt, sondern Leitungen beschädigt, Kontakte korrodiert oder Sensoren verdreckt. Die Verbindungsleitungen zwischen Steuergerät und Sensor (Unterbrechung oder Kurzschluss z.B. Symptome, die auf Signalplausibilitätsprobleme deuten sind z.B. Ob es nun aber am Steuergerät oder an dem Sensor liegt lässt sich jedoch rel.
Reparatur vs. Austausch
Ein neues ABS-Modul inklusive Steuergerät kann teuer werden und kostet je nach Fahrzeug zwischen 600 Euro und 1400 Euro. Da diese Summen je nach Fahrzeugalter einen ökonomischen Totalausfall bedeuten, gibt es verschiedene Anbieter, die sich auf die Reparatur von ABS-Steuergeräten spezialisiert haben. Man baut das ABS-Steuergerät aus, schickt es ein und erhält es instandgesetzt zurück. In diesem Fall muss man mit Kosten von etwa 250 Euro bis 300 Euro rechnen.
Allerdings sollte man beachten, dass die Garantien deutlich voneinander abweichen können. Übrigens: Rund ein Drittel der eingeschickten ABS-Steuergeräte weist keine Fehler auf. Ob ein ABS-Steuergerät kaputt geht, hängt von der Fertigungsqualität der Platine, dem Alter des Autos und der Unterbringung der Elektronik ab. Das Steuergerät unterliegt nämlich keinem Verschleiß, allerdings können die Kontakte und Lötstellen mit der Zeit korrodieren. Durch den höheren Widerstand steigt die Stromstärke und die Leiterbahnen nehmen Schaden. Solche Unterbrechungen sind häufig nur unter dem Mikroskop erkennbar. Je weniger Sauerstoff und Wasser an die Steuerplatine gelangen, desto länger kann sie in der Regel ihren Dienst verrichten.
Ausbau des ABS-Moduls
Das ABS-Modul sitzt hinter dem Hauptbremszylinder und ist in der Regel in seiner Nähe zu finden. Man erkennt es relativ leicht an den angeschlossenen Bremsleitungen. Um es auszubauen, muss man sich entsprechend Platz schaffen und vielleicht die Batterie und den Kühlwasserbehälter entfernen. Im Anschluss werden die Bremsleitungen gelöst und das ABS-Modul von seinem Halter geschraubt. Damit dabei möglichst wenig Bremsflüssigkeit austritt und den Motorraum verschmutzt, wird das Bremspedal betätigt.
Das ABS-Steuergerät selbst befindet sich meist in einer verklebten Kunststoffhülle, die an der Hydraulikeinheit angebracht ist. Man kann sie entweder separat wechseln oder im Ganzen tauschen. Dabei ist es wichtig, dass die Codierung des neuen Steuergerätes mit dem alten Steuergerät übereinstimmt. Auch die Bremsleitungen müssen natürlich wieder richtig angeschlossen werden.
Im Anschluss ist eine Entlüftung des Bremssystems unvermeidbar, wobei nicht nur die Leitungen entlüftet werden müssen, sondern auch die neue Hydraulikeinheit. Über die Fahrzeugdiagnose-Tools erhält die Werkstatt genaue Anweisungen, wie dies zu geschehen hat. Schließlich will niemand, dass das Bremspedal in einer Notsituation plötzlich weich wird oder sich gar komplett durchtreten lässt.
Reparaturmethoden und Anbieter
Die hohen Kosten für ein neues ABS-Steuergerät haben dazu geführt, dass sich verschiedene Anbieter auf die Reparatur spezialisiert haben und mit deutlich günstigeren Preisen locken. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Einige Anbieter bieten folgende Leistungen an:
- Überprüfung des ABS-Steuergeräts durch erfahrene Techniker.
- Auslesen des Fehlerprotokolls.
- Suche und Überprüfung der Fehlerursachen.
- Standardmäßiger Austausch der fehleranfälligen Original-Drucksensoren, die bei der Auslieferung der Motorräder dem Stand der Technik entsprachen, und Einbau moderner und langlebiger Keramik-Drucksensoren.
- Die von uns verwendeten hochwertigen Keramik-Druckmesszellen mit integrierten Mikroprozessoren wurden speziell für die Reparatur des ABS-Steuergeräts der betroffenen BMW Motorrad-Baureihen optimiert.
- Inspektion und Reparatur des elektronischen Steuergeräts (ECU).
- Beseitigung anderer mechanischer Fehler im Gerät.
- Austausch der Dichtungen am Gerät, z. B. Pumpendichtungen, Wellendichtungen.
- Alle Arbeits- und Ersatzteile, wie z. B. Drucksensoren, Drucksensorgehäuse usw., sind im Reparaturumfang enthalten.
- Zerlegung der Pumpenmotoren und Reinigung der Einzelteile im Ultraschallbad.
- Überholung aller Pumpenmotorteile.
- Überprüfung der Motoren auf Unwucht.
- Neuausrichtung der Motoren, falls erforderlich.
- Einbau der überholten Teile und Funktionsprüfung des überholten Pumpenmotors durch unsere erfahrenen Techniker.
- Der erweiterte Reparaturumfang ist erforderlich, wenn das Steuergerät bereits deutliche Verschleißerscheinungen aufweist.
- Nach unserer Erfahrung ist dies häufig der Fall, wenn das Motorrad eine Laufleistung von 40.000 km oder mehr hat.
ABS-Systeme und ihre Besonderheiten
Mit dem BMW ABS1 begann die Ära des BMW Motorrad ABS. Aus damaliger Sicht eine technische Sensation. Interne Steuergeräte defekt. Die Kondensatoren werden durch thermische Belastung beschädigt. Wenn dies der Fall ist und die Platinen in Ordnung sind, können diese ausgetauscht werden. BMW Motorrad ABS Reparaturen von diesem Modell werden bei uns nicht mehr im Haus durchgeführt.
Beim BMW Motorrad ABS2 wurden die im ABS1 System verbauten Komponenten zu einem Druckmodulator zusammen gefasst und diese technisch verfeinert. Das größte Problem ist der so genannte Kolben-Fehler. Dieser ABS Fehler wird gesetzt, wenn das ABS Steuergerät beim Ansteuern der Kolbenmotoren eine zu hohe Stromaufnahme erkennt. Oft reicht es hier den Druckmodulator zu zerlegen, zu reinigen und die Freigängigkeit der Bauteile zu überprüfen. BMW Motorrad ABS Reparaturen von diesem Modell werden bei uns nicht mehr im Haus durchgeführt.
Bei dem BMW Motorrad Integral ABS handelt es sich um ein elektrisch bremskraftverstärkendes ABS System. Hierbei handelt es sich um ein technisch sehr aufwendig konstruiertes Motorrad ABS. Die vom Fahrer aufgebrachte Kraft am Bremshebel wird durch den Steuerkreis in den ABS Druckmodulator geleitet, hier wird der Druck von Drucksensoren erkannt. Diese Eingangsgröße wird vom ABS Steuergerätverwertet um die Pumpenmotoren im Radkreis auf. Diese aufwendige Konstruktion ermöglicht eine große Bremsleistung bei geringer Betätigungskraft. Somit lassen sich auch große und schwer beladene BMW Motorräder komfortabel abbremsen. Hier gibt es leider eine ganze Bandbreite an Problemen wie zum Beispiel die Drucksensoren, Pumpenmotoren, Niveausensoren, etc... Daher wird das BMW Motorrad Integral ABS im Reparaturfall immer genaralüberholt. BMW Motorrad ABS Reparaturen von diesem Modell werden bei uns nicht mehr im Haus durchgeführt.
Mit dem BMW Motorrad Integral ABS in der zweiten Generation wurde ein sehr leichter und kompakter ABS Druckmodulator entwickelt. Das BMW I ABS 2 wurde ohne Bremskraftverstärker konzipert, lediglich der Druck für den hinteren Bremskreis wird von einer elektrisch gesteuerten Hydraulikpumpe erzeugt um die Integralbremsfunktion zu gewährleisten. ABS Fehler werden bei diesem ABS Modell fast ausschließlich durch defekte Kohlen im Elektromotor hervorgerufen und führen zum Ausfall des ABS. Bei diesen Problemen raten wir eine BMW Vertragswerkstatt aufzusuchen, da nach einer Kulanzabfrage oft ein Kostenanteil von BMW übernommen wird.
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