Das Jahr 1952 war ein bedeutendes Jahr für BMW Motorrad, in dem verschiedene Modelle produziert wurden, die bis heute einen hohen Sammlerwert haben. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Modelle und ihre Besonderheiten.
BMW R 25/2
Die BMW R 25/2 wurde von 1951 bis 1953 produziert und ist die überarbeitete Nachfolgerin der BMW R 25. Sie gehört zur Baureihe der Einzylinder-Viertaktmotorräder mit Kardanantrieb, die BMW nach dem Zweiten Weltkrieg für den zivilen Markt entwickelte. Die R 25/2 ist ausschließlich mit einem handgeschalteten Vierganggetriebe ausgestattet und wurde in München gefertigt.
Technische Details der BMW R 25/2
- Produktionsbeginn: 1951
- Vorderradgabel: Überarbeitet, mit verstärkter Teleskopführung und Reibungsdämpfung
- Rahmen: Geschlossener Pressstahlrahmen mit angeschraubtem Hinterradschwingenrahmen
- Hinterradfederung: Zwei Federbeine mit Reibungsdämpfung
- Motor: Liegend eingebauter Einzylindermotor mit stehenden Ventilen (SV)
- Kurbelwelle: Doppelt gelagert
- Zündung: Bosch-Magnetzündung
- Vergaser: Bing (Typ 1/24/35)
- Bremsen: Mechanisch betätigte Trommelbremsen an Vorder- und Hinterrad
- Bereifung: 3.00-19 vorn und hinten, auf Drahtspeichenrädern
- Tankinhalt: 12 Liter
- Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h
- Produktionsende: 1953
- Gesamtstückzahl: 38.651 Exemplare
Im zweiten Produktionsjahr 1952 blieb die technische Ausstattung weitgehend unverändert. Die BMW R 25/2 wurde weiterhin mit einem geschlossenen Kardanwellenantrieb ausgeliefert. Die Sitzbank war als Einzelsattel mit Gummifederung ausgeführt. Ein Soziussitz war optional erhältlich, ebenso wie ein Gepäckträger. Die elektrische Anlage bestand aus einem 6-Volt-System mit Bosch-Lichtmaschine. Ein Tachometer war im Scheinwerfergehäuse integriert.
Die R 25/2 unterscheidet sich von der R 25 durch eine verstärkte Vorderradgabel, eine doppelt gelagerte Kurbelwelle, geänderte Motordeckel und eine verbesserte Hinterradfederung. Auch die Sitzposition ist durch den geänderten Sattel leicht angepasst.
BMW R 35
Die BMW R 35 wurde ebenfalls im Jahr 1952 angeboten. Obwohl im zur Recherche verfügbaren Text keine spezifischen Details zum Modelljahr 1952 genannt werden, ist die R 35 ein wichtiges Modell in der BMW-Geschichte dieser Zeit.
BMW R 68
Anfang der 1950er-Jahre trumpfte BMW mit einem für damalige Verhältnisse besonders sportlichen und begehrenswerten neuen Modell auf: mit der R 68. Auf der IFMA 1951 wurde sie vorgestellt, mit hochgelegter Zwei-in-eins-Abgasanlage im Stil der Werks-Rennmaschinen für die Internationale Sechstage-Geländefahrt. So war die BMW R 68 eine Vorgängerin der Scrambler und Enduros. In den Handel kam die BMW R 68 im Jahr 1952.
Technische Details der BMW R 68
- Motor: Zweizylinder-Boxermotor mit 594 Kubik
- Vergaser: 26er-Vergaser von Bing
- Verdichtung: Knapp 8:1
- Leistung: 35 PS bei 7.000/min
- Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
- Getriebe: Fußhebel oder langer seitlicher Handschalthebel
- Vorderradaufhängung: Telegabel samt Duplex-Trommelbremse
- Gewicht: 190 Kilogramm
Als Sportmotorrad wurde die R 68 zudem mit ihrem Leistungspotenzial positioniert. Ihr Zweizylinder-Boxermotor mit 594 Kubik, 26er-Vergasern von Bing sowie knapp 8:1 Verdichtung brachte es bei 7.000/min auf 35 PS. Sowohl diese Drehzahl als auch diese Leistung waren damals "super". Ebenso die damit erreichbaren echten 160 km/h, was der international bedeutenden 100-mph-Marke entsprach.
Details wie das schmale Vorderradschutzblech oder das optional erhältliche hintere Sitzkissen unterstrichen den sportlichen Anspruch und Charakter der BMW R 68. Mit der von BMW eingeführten Telegabel samt Duplex-Trommelbremse war die Vorderradaufhängung dafür umso besser aufgestellt.
Lediglich 1.452 Exemplare produzierte BMW von 1952 bis 1954. Umso seltener sind gut erhaltene R 68 heute, rund 70 Jahre später. Erst recht jene im Sechstage-Trimm, mit dem hochgelegten Auspuff.
Ende Januar 2023 wurde in Las Vegas eine seltene BMW R 68, Baujahr 1952, versteigert. Diese BMW R 68 ist mit dem Zusatzkürzel ISDT für International Six Days Trial gekennzeichnet und nicht nur mit dem hochgelegten Auspuff bestückt, sondern zudem grobstollig bereift. Sie hat nur 388 Kilometer am Tacho und ist anscheinend in top Zustand.
BMW R 67/2
Die R67/2 ersetzt 1952 die ursprüngliche R67. Technisch bleibt der Motor weitgehend identisch, jedoch wird die Kurbelwelle überarbeitet, um die Laufruhe zu verbessern. Auch die Lichtmaschine wird modifiziert. Die R67/2 ist weiterhin mit einem 6-Volt-Bordnetz ausgestattet. Die Fahrwerkskomponenten bleiben unverändert. Die R67/2 ist für den Betrieb mit Seitenwagen vorbereitet und wird häufig als Gespann genutzt. Die Produktion endet 1953.
Technische Details der BMW R 67/2
- Motor: 600-cm³-Zweizylinder-Boxermotor mit seitengesteuerten Ventilen
- Getriebe: Handgeschaltetes Vierganggetriebe
- Vorderradgabel: Hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel
- Hinterradfederung: Geradwegfederung mit zwei Federbeinen
- Bordnetz: 6-Volt
Die BMW R67 ist aufgrund ihres Gewichts, der handgeschalteten Viergang-Getriebeeinheit und der historischen Technik nicht für Fahranfänger geeignet. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit klassischen Motorrädern.
Weitere Entwicklungen und Modelle
In den 1950er Jahren gab es auch andere bemerkenswerte Entwicklungen bei BMW Motorrad. Mit der R 68 entwickelte BMW ein sportliches Spitzenprodukt. Mit einer serienmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h galt die BMW R 68 als Topmodell der 1950er Jahre.
Die R 25/3 besticht durch grundlegende Neuerungen. Außer einem leistungsgesteigerten Motor sorgen Vollnabenbremsen, 18-Zoll-Räder und eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel für Komfort, Sicherheit und Fahrspaß.
Die BMW R 50 ist das erste Modell einer neuen Motorradgeneration mit Vollschwingen-Fahrwerk, das Hinterrad wird in einer Langarmschwinge mit Federbeinen geführt. Am Vorderrad kommt eine geschobene Schwinge nach Earles Bauart, ebenfalls mit Federbeinen zum Einsatz. Erstmals gibt es eine Tellerfeder-Kupplung sowie ein Dreiwellen-Viergang-Getriebe mit Ruckdämpfer.
Polizeimotorräder
Nach dem Krieg war es auch Ende der 1950er Jahre nicht selbstverständlich Auto zu fahren, sondern Zweiräder waren ein übliches Fortbewegungsmittel - auch bei der Polizei. Motorräder für die Polizei wurden anfänglich der normalen Regelproduktion entnommen und lediglich mit eigener Lackierung („Tannengrün“) versehen. Später wurden die Kotflügel noch weiß lackiert.
Nach und nach wurden die Maschinen in den Polizeiwerkstätten mit Blaulicht und Signalhorn aufgerüstet. Wie schon dargestellt, waren Sondersignale und Funk früher kein Standard und später zunächst nur dem Motorrad des sog. "Rottenführes" vorbehalten. Grün ("Tannengrün") war zur Erkennung als POLIZEI ausreichend.
Im Arbeitskreis II der Konferenz der Innenminister einigte man sich auf eine neue, für das gesamte Bundesgebiet einschl. West-Berlins einheitliche Farbgebung. Wie oftmals zuvor, war die Grundfarbe nunmehr Cremeweiß (RAL 9001), Reinweiß (RAL 9010) oder ein entsprechendes "Herstellerweiß", die beweglichen Teile (Türen, Motor- und Kofferraumhaube) waren Minzgrün (RAL 6029) zu lackieren. Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei oder Servicefahrzeuge war eine Lackierung komplett in Minzgrün möglich.
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